Am Donnerstag erlebten Gold und Silber einen dramatischen Ausverkauf. Silber stürzte um fast zehn Prozent ab und fiel unter 76 US-Dollar pro Unze. Gold, das gerade noch Kurse über 5500 US-Dollar erreicht hatte, korrigierte ebenfalls deutlich. Der Grund: Eine breit angelegte Liquidationswelle, verstärkt durch stärkere als erwartete US-Arbeitsmarktdaten, die die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zunichtemachten.
Doch das war erst der Anfang. Gerade als sich eine fragile Stabilisierung abzeichnete, platzte eine Nachricht herein: Einem geleakten Sieben-Punkte-Plan zufolge erwägt der Kreml eine spektakuläre Rückkehr zum US-Dollar-Abrechnungssystem. Was bedeutet dieser geopolitische Schock für Gold und Silber? Unsere technische Chartanalyse klärt auf.
Lockeres Geld in Gefahr: Gold und Silber kapitulieren
Der massive Verkaufsdruck war zunächst technischer Natur. Eine breit angelegte Liquidationswelle zwang Anleger, über alle Anlageklassen hinweg Positionen abzubauen. Gleichzeitig veröffentlichten die USA stärkere Arbeitsmarktdaten als erwartet: Die Löhne von Angestellten außerhalb der Landwirtschaft stiegen im Januar um 130 000, deutlich mehr als prognostiziert. Dies verringerte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die Federal Reserve. Ein höheres Zinsumfeld belastet Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.
Die Kombination aus erzwungenen Liquidationen und enttäuschten Zinssenkungshoffnungen war verheerend. Schließlich wird weitere geldpolitische Lockerung der US-Notenbank Federal Reserve bei stabiler Wirtschaftslage eher unwahrscheinlicher. Silber fiel unter die technisch wichtige Marke von 80 US-Dollar, Gold verlor seine Aufwärtsdynamik. Die Volatilität blieb extrem hoch – ein Zeichen der großen Nervosität im Markt.
Putins überraschende Dollar-Offensive
Kaum waren die Wirtschaftsdaten verdaut, mischte ein Gerücht mit geopolitischer Sprengkraft die Börse auf: Einem geleakten Sieben-Punkte-Plan zufolge erwägt der Kreml offenbar eine spektakuläre Rückkehr zum US-Dollar-Abrechnungssystem. Ein solcher Schritt wäre eine 180-Grad-Wende in der russischen Politik, die jahrelang auf De-Dollarisierung und alternative Währungsräume mit den BRICS-Staaten abzielte.
Der Plan enthält weitere wirtschaftliche Angebote an die USA: gemeinsame Rohöl- und Erdgas-Projekte, Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer sowie Luftfahrtverträge. Die Botschaft ist klar: Moskau signalisiert Bereitschaft zu wirtschaftlicher Annäherung – und der Dollar steht im Zentrum.
Die Implikationen sind enorm. Ein starker Dollar ist pures Gift für die in Dollar notierten Edelmetalle, da er sie für internationale Käufer verteuert. Bislang war eine der Hauptthesen für Gold und Silber die De-Dollarisierung der Weltwirtschaft. Sollte Russland diese Strategie aufgeben, könnte dies eine Neubewertung der globalen Kapitalströme auslösen und den Druck auf Edelmetalle erhöhen.
HKCM-Analyse: Wie geht es weiter für Gold?
Laut unserer technischen Elliott-Wellen-Analyse durchläuft der Goldkurs derzeit eine korrektive Bewegung, welche wir dreiteilig in Form der beigen a-b-c-Struktur erwarten. Primär gehen wir folglich davon aus, dass sich der Goldpreis aktuell im korrektiven Anstieg der Welle b befindet. Deren Top erwarten wir unter dem Widerstand bei 5626 Dollar und gehen im Anschluss von einer weiteren Korrektur aus. Dabei rechnen wir mit einem Unterschreiten der Unterstützung bei 4197 Dollar, um die beige Welle c und die übergeordnete blaue Welle (w) zu finalisieren.
Wurde das Tief der übergeordneten blauen Welle w erreicht, gehen wir anschließend von erneut steigenden Kursen aus. Alternativ sehen wir die Möglichkeit, dass sich der Gold-Kurs ohne die Formierung eines weiteren Tiefs direkt zur Oberseite bewegt. Somit würde er bei Überschreiten des bereits genannten Widerstandes ein neues Hoch der grünen Welle alt.[w] bilden (Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent).
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