BYD (Build Your Dreams) ist ein chinesisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen spezialisiert hat und der größten Hersteller von Elektroautos weltweit ist.
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China schwächelt, BYD kontert mit Exportoffensive – reicht das für die Trendwende?

Die BYD-Aktie konnte am Mittwoch deutlich zulegen. Doch ist das der Beginn einer nachhaltigen Aufholjagd oder nur ein kurzes Aufbäumen in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld?
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Die Nachrichten aus China werden nicht besser. Der weltweit größte Automarkt ist mit einem deutlichen Dämpfer ins neue Jahr gestartet. Im Januar brach der Absatz gegenüber dem Vormonat um fast 20 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge ein – der stärkste Rückgang seit Februar 2024. Besonders hart traf es Elektroautos und Plug-in-Hybride, deren Verkäufe um fast 23 Prozent einbrachen.

Der Markt leidet unter mehreren Belastungsfaktoren zugleich: ein erbitterter Preiskampf, gekürzte staatliche Förderprogramme, eine schwächelnde Konjunktur sowie die anhaltende Immobilienkrise drücken auf die Kauflaune. Hersteller locken inzwischen mit extrem langen Kreditlaufzeiten von bis zu acht Jahren – ein klares Warnsignal für die Nachfrageentwicklung.

BYD hat es besonders schwer erwischt

Für den Marktführer BYD verlief der Jahresauftakt enttäuschend. Der Absatz fiel im Januar um rund 30 Prozent auf gut 205.000 Fahrzeuge – der schwächste Januar seit 2020. Besonders bemerkenswert: Fast die Hälfte der Verkäufe entfiel bereits auf Auslandsmärkte.

Die strukturellen Probleme verschärfen sich. Der Sektor steht nicht mehr im Fokus der chinesischen Fünfjahresplanung, Subventionen werden zurückgefahren, während der technologische und preisliche Wettbewerb immer intensiver wird. Margendruck ist inzwischen allgegenwärtig.

Zusätzliche Unsicherheit bringen strengere Sicherheitsvorschriften, die ab 2027 bestimmte Designmerkmale wie versenkbare Türgriffe verbieten – ein weiterer Kosten- und Anpassungsfaktor für viele Hersteller.

Exporte als Ausweg aus der Absatzflaute

Der einzige klare Lichtblick bleibt das Auslandsgeschäft. Die chinesischen Exporte von Elektroautos und Hybriden haben sich zuletzt mehr als verdoppelt. BYD allein brachte es 2025 auf rund eine Million exportierte Fahrzeuge – Tendenz steigend.

Das Management verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 soll die Hälfte des Absatzes außerhalb Chinas erzielt werden. Im Fokus stehen neue Produktionsstandorte in Europa und Lateinamerika.

Zusätzliche Fantasie entsteht durch jüngste Entwicklungen in Europa. Die Europäische Kommission genehmigte erstmals eine Zollausnahme für ein in China produziertes Elektroauto – der Cupra Tavascan von Volkswagen (VW Aktie) – gegen Mindestpreise und Verkaufsquoten. Branchenkreise berichten, dass nun auch chinesische Hersteller ähnliche Vereinbarungen prüfen.

Sollten BYD und andere Konzerne vergleichbare Deals mit der EU erzielen, könnten sich die Exportperspektiven spürbar verbessern.

Unsicherheit bleibt

Marktbeobachter sehen weiterhin erhöhte Volatilität und eine klare Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Fundamentale Risiken durch den schwachen Inlandsabsatz wirken als Bremsklotz für eine nachhaltige Trendwende im Kurs.

Fazit

BYD steht in China massiv unter Druck. Der Preiskampf, der Wegfall staatlicher Förderung und die schwache Konjunktur belasten Absatz und Margen. Die Hoffnung ruht klar auf der internationalen Expansion.

Gelingt es dem Konzern, die Exporte weiter hochzufahren und möglicherweise ähnliche Zollvereinbarungen mit der EU zu erzielen wie Volkswagen mit Cupra, wäre das ein echtes Aufbruchssignal. Bis dahin bleibt die Aktie ein Titel für die Watchlist.

Kurzfristig hellt sich das Chartbild auf zwar auf, aber oberhalb von rund 11 Euro könnte sich eine nachhaltigere Erholung abzeichnen – bis dahin bleibt Vorsicht angebracht.

Redaktion Ariva/MW


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