"Wary of both reputation risk and litigation risk — and eager to avoid the drama that swirls around activist short-sellers — some hedge funds even give away their research for free to the activists. The hope is that, once publicized, a damning report will be the catalyst for a downward move in a stock they’ve shorted."
Das Material von Zatarra hat eine britische Firma recherchiert, die aus früheren Geheimdienstleuten bestand - im Auftrag von Dialectic, das ist dokumentiert. Der Artikel gehört offiziell zum Datenmaterial des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses und wird mehrfach in den Befragungen erwähnt.
Aber haben die den Artikel überhaupt gelesen???
Der Verfasser des Artikels war derselbe Martin Hesse, der heute zu den eifrigsten Predigern des "Stadelheimer Glaubensbekenntnisses" gehört. Ich habe ihn damals - in Absprache mit Zatarra (!) - kontaktiert und ich habe über Wochen Material an die Rechercheabteilung des Spiegel geschickt - an dieselbe Frau, die heute das "Stadelheimer Glaubensbekenntnis" unterstützt und entscheidend an den Recherchen zum "Geheimdienstgedöns" beteiligt ist... Der Spiegel schrieb damals nicht weiter zu Wirecard, ignorierte die Folgeberichte von Zatarra... ich hakte nach... "Das Thema ist nicht besonders relevant" hieß es damals. Irgendwann gab ich es auf.
"Der Spiegel-Rückzieher von dem Thema - für mich nach wie vor nicht in Ordnung.
Aber ich bin mir sicher, dass irgendjemand die richtigen Fragen stellen wird. Die Wahrscheinlichkeit, diesen jemand zu finden, ist die Mühe wert"
"Was heißt 'nicht in Ordnung'? Die Welt dreht sich nun mal nicht um Wirecard, auch Journalistentage haben nur 24 Stunden. Aber ich verfolge das weiter und bin froh über jede Information dazu, besonders wenn sie valide ist."
Das war kurz nach den Veröffentlichungen in israelischen Medien zur Verwicklung von Wirecard in den Skandal dort. Das bedeutet ja wohl, dass man die damals kursierenden Informationen nicht für "valide" hielt? Aber nach dem Kollaps haben die dann das ganze Zeug geschrieben, das sie schon 2016/2017 hatten... Genauso wie die anderen auch... Heuchler!
Zurück zum SPIEGEL
"Im Frühjahr 2015 begann zunächst der kanadische Pensionsfonds, Wetten auf einen Absturz der Aktie einzugehen. Rasch folgten Hedgefonds wie Odey, Blue Ridge Capital oder Thunderbird – und es wurden
immer mehr. Befeuert wurde das Misstrauen durch eine Artikelserie des Bloggers Dan McCrum, der auf der Website der Financial Times das House of Wirecard ins Visier nahm.
Mitte Februar schnellten die Preise für Wetten auf einen fallenden Wirecard-Kurs plötzlich nach oben. Am 24. Februar tauchte im Internet die Website Zatarra-Research auf. Zunächst mit einem 101 Seiten
langen Bericht, später folgten weitere"
Später folgten weitere... und der SPIEGEL hat sie gelesen...
und im übrigen: Dass die Wetten gegen Wirecard um den 24.02.2016 teurer wurden, ist eine Tatsache. Aber vielleicht hing das nicht mit Zatarra zusammen, sondern mit den Gerichtsverfahren in Israel? Zur selben Zeit wurde dort verhandelt in Sachen ICC und Knöchelmann. Glaubt ernsthaft jemand, die großen Hedgefonds wie Blue Ridge Capital haben das nicht mitgekriegt?
"Um ihre Vorwürfe zu erhärten, arbeitet Zatarra mit der britischen Firma Quintel Financial zusammen, die sich als Dienstleister für Ermittlungen im Finanzbereich und die Wiedererlangung von Vermögenswerten positioniert und für Finanzinvestoren, Unternehmen und Privatleute arbeitet. "Wir wurden von dem amerikanischen Hedgefonds Dialectic Capital Management beauftragt, einen Report über verschiedene Aspekte von Wirecards Strategie und
Unternehmensführung zu erstellen", sagt Yousef Al-Majali, einer von zwei Vorständen bei Quintel. "Wir kooperieren aber auch eng mit Zatarra-Research." Quintel hat unter anderem Schaubilder erstellt, die ein Netzwerk aus Hunderten
Firmen und Dutzenden Personen abbilden,von denen einige einst bei Wirecard gearbeitet haben. Der Vorwurf, den Zatarra damit belegen will: Wirecard bediene sich dieses Netzes, um Zahlungen für Glücksspielseiten abzuwickeln – die teils illegal, teils mit höheren Risiken verbunden seien – und dies zu verschleiern. Wirecard bezeichnet dies als kompletten Unsinn."
Zatarra sagte nicht, "es gab kein Geschäft", im Gegenteil: Sie zeigten AKTUELLE BELEGE für das VERSTECKEN von Geschäft zu einem Zeitpunkt, zu dem es nach heutiger Darstellung kein Geschäft gab! Zatarra WIDERSPRICHT dem Stadelheimer Glaubensbekenntnis!
Und diese Informationen basiertenauf den Erkenntnissen britischer Ex-Geheimdienstler. Wenn der "Spiegel" schreibt, Zatarra habe mit Quintel kooperiert, um "ihre Vorwürfe zu erhärten", dann stimmt das nicht! Matthew Earl hat sich ausführlich mit Indien beschäftigt, dabei nicht die persönlichen Verbindungen ins Netzwerk des Gamblingkönigs Santiago Martin gesehen und nicht die Verbindungen zu henry O'Sulivan und dann bekam er das Material von Quintel. Die Timeline stimmt nicht. McCrum sagte später, er habe Zatarra gar nicht genau gelesen... Aber das würde allem widersprechen, was man von ihm weiß. Ich denke, er weiß genau, dass seine Recherchen 2015 zusammen mit Zatarra 2016 nicht zum Stadelheimer Glaubensbekenntnis passen und auch nicht zu seiner Beweisführung 2019. Um diese Beweisführung 2019 so überzeugend zu halten, musste er widersprechende Argumente weglassen, die ICH bereits formuliert hatte, als die Financial Times im Januar 2019 mit Singapur rauskam...
Und damit zur Person von Al-Majali. Wer ist das?
Quintel ist eine dieser Firmen, wo sich Mitarbeiter anderer ähnlicher Firmen treffen, um etwas ähnliches zu machen wie die ursprünglichen Firmen. Diese ursprünglichen Firmen sind überaus spannend, aber das würde zu weit führen...
Konkret zu ihm:
Yousef Al-Majali – Kurzüberblick (berufliche Stationen und Tätigkeiten)
BA in International Relations (University of Exeter)
2008: Gründer von Salim Security Group Ltd (Jordanien), private Sicherheitsfirma; Engagement im Umfeld von SOFEX (Special Operations Forces Exhibition)
2008–2011: Zusammenarbeit mit Skytech International (Belgien), Defence-Equipment-Brokerage; Repräsentanz gegenüber Regierungsstellen, OEMs und Verteidigungsabnehmern; UK-Exportkontroll-registriert
2011: Mitgründer von Communication Management Consultants Ltd (Jordanien); exklusive Beratung im Levante-Raum für Bell Pottinger Group (Government Relations, Financial PR, Lobbying)
2011: Mitentwicklung einer systematischen Forex-Trading-Plattform
2012: COO von G Six International Group WLL (Bahrain), Private-Equity-Brokerage mit Nähe zu bahrainischem Royal Capital
2012: Middle East Director und Board Representative bei EON Reality Inc. (Business Development, Investment Promotion, Kontakte zu Sovereign Wealth Funds und UHNWIs)
2014: Senior Equity Analyst bei Camargue Capital Management LLP (London), globaler Long/Short-Hedgefonds; fundamentale Aktienanalyse, Kontakt zu Investmentbanken und börsennotierten Unternehmen
Später: Mitgründer und COO von „Oculus“ (nicht identisch mit Oculus VR)
Gesamtausrichtung:
Sicherheits- und Verteidigungsumfeld, Government-Relations und Lobbying, Private Equity, Hedge-Fund-Analyse, internationale Kapitalmarkt- und Royal/Gulf-Netzwerke, strategische Geschäftsentwicklung in politisch sensiblen Jurisdiktionen.
ein anderer dort hatte auch ein lustiges Profil:
Frühe Laufbahn im Ingenieurwesen
1988 Eintritt in das British Army Corps of Royal Engineers
1998 Wechsel zum 22 SAS Regiment (UK Special Forces)
Operativer Einsatz im Rahmen des Special Reconnaissance Regiment (SRR)
17 Jahre im britischen Spezialkräfte-Umfeld mit Schwerpunkt auf:
verdeckte Überwachung
expeditionäre Aufklärung
nachrichtendienstliche Informationsgewinnung
„Dynamic Targeting“
Mehrere geheime Auslandseinsätze, u. a. auf dem Balkan, im Vereinigten Königreich, in der MENA-Region und in Westafrika
Nach dem Ausscheiden aus dem Militär (ab 2005):
Tätigkeit im kommerziellen Sicherheitssektor
Senior Security Advisor für internationale Medienorganisationen
Sicherheitsberatung für die International Federation of Journalists in Bagdad
Einsatz in Hochrisikogebieten wie Irak, Libanon, Westjordanland und Liberia
Unternehmerische Funktionen:
Director bei Quintel Financial
Director bei Quintel Intelligence (Fokus: Legal Intelligence)
Mitgründer und Director der Providence Group (britischer Defence Contractor, großer Dienstleister im Verteidigungssektor)
Gesamtprofil:
Militärischer Spezialkräfte-Hintergrund mit Schwerpunkt auf verdeckten Operationen und Aufklärung, anschließend Übergang in den privaten Sicherheits-, Verteidigungs- und Intelligence-Beratungssektor mit Führungs- und Direktorenfunktionen.
ein anderer:
Weitere Karriere:
Rund 14 Jahre in leitenden, sensiblen Funktionen in der Verteidigungs- und Intelligence-Industrie
2008–2011 bei Dytecna (britische Defence-Engineering-Gruppe)
Phase erhöhter Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen, Force-Protection-Systemen und mobilen militärischen Plattformen für Irak und Afghanistan
Aktuelle Funktionen:
Director bei Quintel Financial
Director bei Quintel Intelligence (Schwerpunkt: Legal Intelligence)
Gesamtprofil:
Militärischer Hintergrund mit operativer Erfahrung im südlichen Afrika, später maritime und staatennahe Vertretungsfunktionen sowie langjährige Tätigkeit im britischen Verteidigungs- und sicherheitsnahen Industriesektor mit Fokus auf Rüstungs- und Schutzsysteme.
Das waren die Quellen der belastenden Informationen gegen Wirecard... nicht ein britischer Sozialarbeiter... Der hat sich damit nur seinen Traum erfüllt und sich eine AMG-Flotte gekauft...
Roddy Boyd, November 2019
On Feb. 24, 2016, Zatarra released the first of five reports on Wirecard and attracted positive notice from the likes of the Financial Times and Bronte Capital, hedge fund manager John Hempton’s popular finance blog.
Hedge fund managers were soon reaching out to Zatarra to learn more about its work. One fund manager who reached out in late February 2016 was John Fichthorn, the general partner of Dialectic Capital; his New York-based hedge fund then had about $500 million in assets under management and Fichthorn had shorted Wirecard’s shares several months earlier. In a September interview with the Southern Investigative Reporting Foundation, Fichthorn said he had thought it would be productive for him to connect with someone from another fund to discuss the challenge of researching a very complex company. (Point of disclosure: In February 2014, Fichthorn’s Commeo Fidenter Foundation gave $4,950 to the Southern Investigative Reporting Foundation.)
Fichthorn said that his fund Dialectic had only one contact with Zatarra: a meeting with Perring and a member of Quintel Financial Intelligence, an outside forensic research firm hired by Fichthorn in 2015 to dig up and analyze Wirecard’s European and Asian filings.
Yousef Al-Majali, the co-founder of Quintel (now called Oculus Financial Intelligence), recalled meeting with Perring. In an October interview with the Southern Investigative Reporting Foundation, Al-Majali said he provided Perring the research commissioned by Dialectic but was not very impressed with the depth of Zatarra’s work. “I can tell you that based on what I got from the one meeting, [Quintel’s research] was way ahead of them on documenting what [Wirecard] had done,” Al-Majali said.
And according to Fichthorn, the one meeting with Quintel’s Al-Majali was the extent of Dialectic’s dealings with Zatarra. “We never compared notes with [Zatarra]; that’s for sure,” Fichthorn said. In a September interview, Fichthorn expressed astonishment about Perring’s “strange fantasy” that his one meeting with a Quintel representative amounted to a business relationship with Fichthorn.
Fraser Perring hat also geblufft? Aber es GAB die Dialectic-Arbeiten...
Und aus diesem Umfeld heraus hat man sich bereits 2015 gewundert über Dan McCrum. Lest:
In dem E-Mail-Ausschnitt tauschen sich mehrere Personen am 27./28. April 2015 über einen Artikel auf FT Alphaville (Financial Times) zu Wirecard aus.
Inhaltlich geht es um folgende Punkte:
Es wird diskutiert, dass die Financial Times (FT) zunehmend als „Sprachrohr“ wahrgenommen werde.
Es wird spekuliert, dass die Berichterstattung möglicherweise Hedgefonds („HF coverage“) zugutekommen oder diese unterstützen könnte.
Eine Person wundert sich, warum die FT sich „für Short Seller benutzen lässt“.
Es wird gefragt, wie bestimmte Informationen bekannt wurden („How did they know?“).
Es wird die Möglichkeit eines „Maulwurfs“ (Informationslecks) angesprochen.
Insgesamt herrscht Misstrauen gegenüber der Motivation hinter dem FT-Artikel und dessen Quellenlage.
Zusammengefasst:
Die Beteiligten äußern Zweifel an der Unabhängigkeit der FT-Berichterstattung zu Wirecard, vermuten mögliche Verbindungen zu Short Sellern oder Hedgefonds und spekulieren darüber, wie die Journalisten an ihre Informationen gelangt sind.
In einer Mail soll Al-Majali übrigens von "unserem Spiegelartikel" gesprochen haben. Das wäre auch spannend...
Direkt nach dem ersten zatarrabericht diskutiert Al-Majali mit McCrum. Zatarraleaks hat us dieser Mail herausgelesen, dass es Absprachen zwischen den Shortsellern und der FT gab - es ging dabei aber womöglich um etwas ganz anderes (es sei denn, Quintels hat auf eigene Rechnung Shortdeals gemacht zu den Zielen, die sie im Auftrag anderer recherchiert haben)
We have only really reviewed their notes on the Indian acquisitions because that’s what we homes in on in our Report (...) our report on Johns behalf is quite different empirically – so massively worthy of more press – which will add to and not repeat assertions made by zataara [sic, es ist Zatarra]
Dan please call me if you want to discuss anything on this and not Paul Oakley and please let me know when you publish something – or just before!
Das gesamte Thema Wirecard ist bis heute absolut unerforscht... Wer hat wirklich gegen Wirecard gewettet? Wer hatte welche Informationen und Interessen? Was bedeutet es, wenn große Short-Investoren sich kritisch über McCrum und Zatarra äußern und im Prinzip in beiden Fällen klar sagen "Die sollen aufhören, unsere Geschichte zu erzählen"?