Wie tief der Dollar noch fällt!?


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Abenteurer:

@54reab

 
07.01.04 19:21
auf ein Jahr sicher, Jetzt haben wir gerade mal ein Quartal mit 8%, der wirtschaftliche Aufschwung hat ja auch erst begonnen. Und ganz klar ist das Defizit( Haushalt) nicht zurück gegangen, der Staat ist es ja der dieses Wachstum mit seinen Ausgaben hilft zu generieren oder?
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310367a:

@ abenteurer

 
07.01.04 19:28
1950 war der krieg erst 5 jahre vorbei.
vergleich es mal mir dem weihnachtsbaum ende der 80er anfang der 90er.

und es kommt noch die zeit, wo sich unsere anleger nicht mehr grösstenteils nach der nasdag richten, sondern nach unseren indizes.

der amiverbraucher wird anfangen müssen zu sparen , denn irgend wann ist das leben auf pump auch im amiland vorbei.

unser sozialstaat hilft auch den arbeitslosen um halbwegs vernünftig über die runden zu kommen. bei uns müssen sich nicht viele um eine suppe bei einem orden anstellen, die können immer noch im supermarkt einkaufen.

amerika war auch noch nie interresiert an einer €-währung, denn jetzt hat er konkurenz der $. er ist in karibikländern schon genauso gern gesehen wie der $. die ganze eu ist dem ami ein dorn im auge, weil wir eine zu grosse konkurenz geworden sind für ihn und er genau weis wir haben den soz. frieden als vorteil, auch wenn er uns viel kostet.
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jgfreeman:

Seltsam

 
07.01.04 19:29
...Wenn der jetzige Trend anhält, wird sich das Gefälle bis 2010 auf 4 Billionen Euro vergrößert haben - und das BIP der USA wird um 40 Prozent größer sein als das der EU.

...
Die Vereinigten Staaten haben höhere Beschäftigungsquoten und eine höhere Produktivität pro Arbeitnehmer. Die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten ist um fast 10 Prozent höher als in der EU. Die Produktivitätsquote in den USA liegt 20 Prozent über der europäischen.

www.britischebotschaft.de/de/news/items/031115.htm

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Schon lustig, da haben die USA (trotz weniger Einwohnern) einen enormen Abstand an Wirtschaftskraft... Und wir nörgeln über hohe Armut, weniger als 50% vom Einkommen!? Tja, dabei liegt das Einkommen pro Kopf in den USA wesentlich höher als in der EU.

Grüße,
JG

:-)
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54reab:

natürlich wird der unterschied mit

 
07.01.04 19:43
dem prokopfeinkommen mit den neuen eu-mitglieder noch größer werden. im schnitt wird die eu dann noch "ärmer" sein als heute ... und trotzdem eine positive leistungsbilanz (damit ist nicht das haushaltsdefizit gemeint) haben.

man vergleiche z.b. 1958 die usa mit frankreich oder deutschland
                   und mache heute nochmals den gleichen vergleich

man könnte noch wesentlich brutalere vergleiche bringen z.b. mit luxemburg (sind übrigens heute wesentlich reicher als die usa)

sollte z.b. mexiko in die usa aufgenommen werden, würde ich nicht behaupten, dass sich jetzt die wirtschaftliche perspektive der usa verschlechtert hätte.


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bogard:

@Abenteurer

 
07.01.04 19:46
Wenn man die Vergangenheit fortschreibt stehen wir am Beginn einer Hausse. Die beginnt wieder in den USA und erreicht verzögert den Euro-Raum. Die gleichen Instrumente werden eingesetzt und wenn alles gut läuft wird es auch so kommen. Hinzu kommen neue Konsummärkte wie der ehemaliger Ostblock und China. In Deutschland gehen langsam die Löhne und Lohnnebenkosten in die Knie. Fast alles steht auf grün. Aber einige Vorzeichen haben sich geändert. Die UdSSR besteht nicht mehr. Der Rüstungswettlauf ist zum Erliegen gekommen. Die daraus resultierenden Forschungserkenntnisse fallen z.T. weg und können somit nicht mehr in zivile Technologien eingesetzt werden. Wir haben jetzt den Euro-Raum und nicht mehr viele Einzelwährungen. Der Euro wird auf Dauer in direkte Konkurrenz zum Dollar treten, was weltweite Geschäfte auch in Euro möglich macht. Je mehr der Dollar fällt, um so wahrscheinlicher wird dieses Szenario und nicht Euro-Staaten werden den Euro auch akzeptieren. Gerade die mittelständische Exportwirtschaft wird hierauf verstärkt ein Auge legen. Denn bisher war es so das der mittelständische deutsche Spezialmaschinenbauer mit 80% Exportanteil in solchen Zeiten wegen eines schwachen Dollar schon mal aufgeben musste. Denke die Zeiten für die USA werden schwieriger werden.
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Abenteurer:

Es macht Spass mit Euch zu diskutieren!!

 
07.01.04 21:53
Lieber bogard, ich denke nicht das die Zeiten für die USA schwieriger werden folgendes Szenario stelle ich mir vor:

Die Notenbank druckt das Geld wie verrückt, die Zinsen sind im Keller und jeder der bis jetzt auf seine Hypothek sagen wir 8% bezahlt hat zahlt heute 4%. 4% ist ein gewaltiger Unterschied für jemanden der 300K USD an der Hacke hat. Wenn er jetzt also 4% weniger bezahlt, kann er sich für die anderen 4% noch einen Kredit leisten oder er steckt die Monatliche Ersparnis in den Konsum. Kein Wunder also, wenn die Verschuldungsrate steigt oder? Wenn ich also vorher 8% an die Bank abdrücken muss, heute nur noch 4% dann kann ich mir das Doppelte an Schulden leisten ohne, dass sich meine Kosten verändern.
Jetzt kommt noch ne fette Steuersenkung von Onkel Bush dazu und ich muss meine Dividenden (also meine Altersversorgung) nicht mehr versteuern. Geht es mir da schlechter?
Europa ist ein anders Kapitel, denn die Währungspolitik der EZB ist ja sparer-, aber nicht aktionärsfreundlich und so findet der Aufschwung im Euroraum zeitversetzt zum Aufschwung in den USA statt. Der, jedem Aufschwung folgende Abschwung, allerdings trifft der uns fast zur gleichen Zeit wie die USA, denn die sind ja direkt oder indirekt unsere Kunden.

Die Hausse hat begonnen und im Zuge des steigenden Optimismus auf beiden Seiten des Atlantiks wird die Wirtschaft sich erholen, hier wie da. Der USD wird dieser Entwicklung folgen, davon bin ich überzeugt.

Die FED macht das einzig vernünftige, den Geldhahn auf, und so fällt erst einmal der USD. Amerika wird konkurrenzfähiger und die EU tippelt hinterher. Klar die EZB hat kein Interesse die Zinsen weiter zu senken(auch wenn unsere Inflationsraten das alleine schon rechtfertigen würden) um auch die europäischen Aktienmärkte zu unterstützen.
Die EZB wird es aber müssen, den der USD wird sie zwingen. Zum Glück muss man sagen, denn wohin würde unser Wirtschaft laufen, würde man die Währungspolitik nur nach den Sparern ausrichten, wie es die EZB tut? Im Grunde genommen kann man sagen, dass Europa den USA immer hinterher läuft und dass auch weiter tun wird, es sei denn die EZB ändert ihre Währungspolitik, was nicht zu erwarten ist.

Mit der weitern wirtschaftlichen Entwicklung in den USA wird sich der USD erholen und der Euro wird da hin kommen wo er war.

Das der Euro den Dollar als Weltwährung ablöst oder ihm zumindest Konkurrenz macht sehe ich noch nicht, nicht weil er nicht das Potenzial dazu hat, nein eher weil die Lobby für den USD weit stärker ist. Die halbe Welt ist in USD verschuldet und wird es sicher auch noch eine Weile bleiben. Ich kenne auch nicht einen Rohstoff der in Euro gehandelt wird, ich kann mich täuschen also bitte klärt mich auf sollte ich mich täuschen.

Viele Grüße Abenteurer
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bogard:

@Abenteurer

 
07.01.04 22:24
Genauso war es bisher und so könnte es auch wieder sein. Meine Strategie ist so zumindest ausgerichtet. Aber ich habe mich lange gewundert warum in der EU und deren Ausweitung dieses Tempo vorgelegt wird. Gerade dieses Tempo bringt uns hier in Deutschland ja so in Bedrängnis. Auch die Einführung des Euro mit all seinen Risiken und das ohne das andere Strukturen wie Parlament, Angleichung der Steuersysteme, europaweite Gewerkschaften usw. haben mich viel grübeln lassen. Nur gestützt auf den Stabilitätspakt schien mir das Risiko viel zu hoch. Nun kann man ja unsere Politiker für dumm halten (schimpfe ja oft genug selber darüber) und die EZB-Banker auch, doch ein bisschen Blende von den ganzen Zusammenhängen haben sie auch. In der Vergangenheit waren sie aber immer ein Spielball der USA und mussten hinterherhecheln. Und so hat wie oben schon mal beschrieben so mancher exportlastige und eigentlich gesunde Mittelständler in so einer Situation die Segel streichen müssen und Grossunternehmen mit Einsparungen und Entlassungen darauf reagiert. Nimmt man noch die Länder hinzu die aufgrund von Inflationen sich an den USD koppeln mussten laufen sie ebenfalls Gefahr. Hier bin ich zwar kein Experte, aber soweit ich weiss rühren Argentiniens Probleme daher (Wenn jemand das bestätigen oder widerlegen kann wären Infos hierzu schön). Unter diesen Gesichtspunkten macht es plötzlich Sinn, dass der Euro, so wie er jetzt ist, eingeführt wurde. Und wer soll Staaten und Unternehmen vorschreiben, dass sie zukünftig ihre Rohstoffe (oder Geschäfte aller Art) nicht in der Währung abrechnen, die ihnen am meisten Sicherheit bietet.
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bogard:

Noch einige Anmerkungen zu obigen Pos.

 
08.01.04 00:41
@Abenteurer
Wenn die Deutschen ihre Sparbücher plündern und mehr auf Pump leben würden, wäre das für die Wirtschaft logischer Weise wünschenswert. Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Sollten die USA mal ähnliche Probleme wie wir bekommen z.B. eine sehr hohe Arbeitslosigkeit bei ihrer schlechten sozialen Absicherung dann werden die privaten Schulden schnell zum Schneeball.
@310367a
Von unseren sozialen Systemen, so wie wir sie heute kennen, werden wir uns auf Dauer verabschieden können. Ob "reformierte" Systeme dann noch das leisten werden möchte ich stark bezweifeln. Denke auch das die pauschal gezahlten Lohnnebenleistungen weiterhin stark rückläufig sein werden und auf individuelle Leistung umgestellt werden. Insgesamt rechne ich in der BRD mittelfristig mit einem realen Kaufkraftverlust. Danach könnte das aber insgesamt zum Vorteil werden.
@Immobilienhai
Das mit dem EUR als Kriegsgrund habe ich auch mal gelesen. Schätze aber die wahren Kriegsgründe werden wir wohl nie ganz erfahren. Das Öl dabei jedoch eine grosse Rolle spielt steht für mich ausser Frage.
@54reab
Du scheinst auch im Detail sehr zahlensicher zu sein. Bei meinen Analysen beschränke ich mich meist aufs Grobe und eine Gesamtsicht der Dinge. Find ich jedenfalls beeindruckend wenn jemand so schnell die passenden Zahlen zur Hand hat.
@jgfreeman

In meinem Berufseben habe ich mit Amerikanern und amerikanischen Unternehmen einige Bekanntschaft gemacht. Bei Gesprächen mit Amerikanern kamen immer wieder zwei Fragen auf. Nämlich wie wir das mit unserer sozialen Absicherung machen und wo wir wieder unsere 30 Tage Urlaub verbringen. Die USA haben es bei all ihrer Stärke nie geschafft etwas ähnliches zu Stande zu bringen. Bei Urlaubszielen kam als Antwort des öfteren das sie in dieser Gegend keinen Urlaub machen würden, weil nicht gerne gesehen. Man sollte bei all dem nicht vergessen, das der Erfolg amerikanischer Unternehmen zum Teil auf der fehlenden sozialen Absicherung und der aggressiven (nicht nur militärischen) Aussenpolitik liegt. Und das könnte ihnen mal zum Verhängnis werden.
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310367a:

@ bogard

 
08.01.04 03:30
du schreibst


@310367a
Von unseren sozialen Systemen, so wie wir sie heute kennen, werden wir uns auf Dauer verabschieden können. Ob "reformierte" Systeme dann noch das leisten werden möchte ich stark bezweifeln. Denke auch das die pauschal gezahlten Lohnnebenleistungen weiterhin stark rückläufig sein werden und auf individuelle Leistung umgestellt werden. Insgesamt rechne ich in der BRD mittelfristig mit einem realen Kaufkraftverlust. Danach könnte das aber insgesamt zum Vorteil werden.



natürlich gehört das system reformiert, wie schon beschrieben solche sachen wie mit FLORIA-BOIDL und viele andere ungerechtigkeiten.

weiteres schreibst du auch , dass sich die amis immer über unser system wundern.klar, auf den ersten blick scheint auch das system von den amis (alle versicherungen und pensionsrückstellungen privat) gut zu funktionieren.
das ist aber nicht so.

private versicherungen , dass ist auch bei uns so, sind natürlich gewinnorientiert.d.h. sie müssen mehr einnehmen als sie ausgeben. fliegst du aus einer solchen vers. mit 55 jahren raus, was glaubst du welche beiträge du bei der nächsten mit diesem alter zahlst.
da bist du in einer  der höchsten risikostufe die es gibt und dann wirds teuer, wemm du es dir überhaupt noch leisten kannst.

die ganzen sonderzahlungen, der bezahlte urlaub, der bezahlte krankenstand usw. sind bei uns schon immer auf den konsumpreis aufgerechnet worden. und es hat funktioniert.
von so was können die amis nur träumen.nur wir befinden uns in einer spirale nach unten. der momentane schlechte markt stellt sich aus zu vielen firmen für zu wenig arbeit zusammen

das motto ´GEIZ IST GEIL hilft uns konsumenten nur bedingt. um so weniger spanne beim gewinn der unternehmen , umso mehr wird auch bei den arbeitern gespart.
es gibt keine prämien mehr(auch hier ist geiz geil) somit kann ich auch weniger ausgeben.gibt der konsument weniger aus, muss auch weniger prodiziert werden. also weniger arbeit.der trend geht auch in die billiglohnländer.
begründung: wir können uns die teuren arbeitsplätze in brd. nicht mehr leisten. blödsinn. wir haben sie uns auch jahrzehnte leisten können, auf einmal innerhalb von drei jahren soll das nicht mehr gehen.

natürlich müssen auch die regierungen umdenken, die lohnkosten sind teuer bei uns. aber das waren sie schon immer.
aber nein, bevor wir unseren standard halten verschlechtern wir ihn uns und dann sind wir ja schon dort wo uns der ami haben will, gleichgesetzt mit seinem maroden SOZIALSYSTEM  
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Karlchen_I:

Fakt ist: Irgendwer muss massiv Dollars verkaufen

 
08.01.04 05:01
und in den Euro einsteigen - sonst geht das alles nicht.

Eine andere Truppe muss die Ami-Aktien kaufen, denn die Abwertung des Dollars passt nicht zum Höhenflug des Dow (das werden wohl die Amis selbst sein).
Antworten
bogard:

@310367a

 
08.01.04 05:18
Eigentlich sind wir mit dem Thema im falschen Thread. Natürlich halte ich unser Sozialsystem insgesamt besser als das in den USA. Wenn wir es so hätten aufrecht erhalten wollen, wäre das nur möglich gewesen wenn nach der Wiedervereinigung eine Insellösung (wie die Schweiz) angestrebt worden wäre. Sprich raus aus der Nato und EU. Nachdem die Landschaften im Osten nicht blühen wollten hätten schon da die Sozialsysteme an die neuen Verhältnisse angepasst werden müssen. Der Weg war aber der über die EU inclusive Osterweiterung und Euro. Ein Angleich der einzelnen Mitgliedsländer ist somit unvermeidbar und für uns heisst das erstmal nach unten. Wie stark das ausfällt hängt entscheidend von der jetzigen Politik und der wirtschaflichen Entwicklung in Osteuropa ab. Europäisch denken wird immer angesagter. So wie in den USA wo viele ihre private Altersversorgung nicht in den Griff kriegen und im (deutschen) Rentenalter für ihren Lebensunterhalt noch arbeiten müssen kann nicht die Lösung sein. Auf dem Weg zur Neuordnung wird es in Deutschland auch Verlierer und Zustände, die wir uns nicht wünschen, geben. Da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher. Mittel- bis langfristig sehe ich auch im sozialen Bereich aber gute Chancen, auch wenn es nicht mehr die all inclusive Variante ist.
Antworten
bogard:

@Karlchen

 
08.01.04 05:30
Der Anstieg der Aktien ist für mich klar, da aufgrund der niedrigen Zinsen (Faktor Geld ist positiv) das Geld wegen besserer Renditeaussichten jetzt wieder in Aktien fliesst. In Euroland wie in den USA. Die Währungsexperten hier im Board meinen zum fallenden Dollar, dass die Zentralbanken ihre Währungsreserven in Dollar vermindern und dafür Euros kaufen.
Antworten
Abenteurer:

Hab gerade nicht so viel Zeit,

 
08.01.04 17:37
nur kurz: @Karlchen_I Klar passt die Abwertung des USD und der Höhenflug an den Märkten der USA zusammen. Aktien sind wenn man es genau betrachtet Sachwerte, und einmal von dem vielen Geld, was es durch die expansive Politik der FED gibt und sowieso zu Teil in die Märkte läuft abgesehen, kauft man Sachwerte bei einer „Entwertung“ der Währung.

@Bogard besser hätte ich es nicht beschreiben können.
Viele Grüße
Abenteurer
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54reab:

Euro-Hoch lässt Zentralbank kalt.

 
09.01.04 10:19
im gegensatz zu manchen volkswirten, politiker und analysten, dreht die zentralbank nicht an den zinsen wegen der aktuellen us-$-schwäche. eine wichtiger grund für die einführung des € waren situationen wie wir sie gerade erleben. früher wurde dabei der eu-binnenmarkt total durchgeschüttelt und nichts stimmte mehr - sogar die agrasubventionen mussten neu justiert werden. der schaden der im binnenmarkt entstand war wesentlich größer wie eventuelle exportprobleme aus der eu. eine großer markt mit eigener währung wird wesentlich unempfindlicher gegen währungsturbulenzen. die €-gegner sind deshalb inzwischen verstummt und sogar die briten überlegen ernshaft dem € beizutreten.
__________________________________________________
Unveränderte Leitzinsen

Euro-Hoch lässt Zentralbank kalt


Trotz des starken Anstiegs des Eurokurses hat die EZB die Leitzinsen bei zwei Prozent belassen. Die Währungshüter teilen die Sorgen aus der Politik über ein Abbremsen des Aufschwungs durch die vom Euro verteuerten Ausfuhren nicht.
Von Helga Einecke

(SZ vom 09.01.04) - Mit Spannung warteten Devisenhändler am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rats auf eine Reaktion zum jüngsten Anstieg des Eurokurses über 1,28 Dollar.

Zentralbank-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, die Entwicklung des Wechselkurses habe zwar Auswirkungen auf die Exporteure in der Eurozone. Diese Auswirkungen würden aber durch die wachsende weltweite Nachfrage ausgeglichen.

Allerdings wiederholte Trichet sein zuvor mehrfach geäußertes Bekenntnis zu einem starken Euro nicht. Dagegen sagte er: „Wir mögen exzessive Turbulenzen und Volatilität an den Märkten nicht.“

Euro am Nachmittag über 1,27 Dollar

Der Devisenhandel ignorierte diese Bemerkung und setzte den Kurs des Euro am Nachmittag auf über 1,27 Dollar fest , nachdem es am Morgen noch weniger als 1,26 Dollar waren.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung zeigte sich Trichet optimistisch. Das Wachstum nehme weltweit zu. In der Eurozone werde sich der Aufschwung im Laufe des Jahres verstärken. Auch die Ausfuhren der Eurozone dürften weiter wachsen. Der private Verbrauch werde durch die verbilligten Einfuhren gestützt.

Die EZB rechnet damit, dass der Anstieg der Lebenshaltungskosten 2004 unter die Marke von zwei Prozent fällt. Die wachsende Geldmenge sei kein Grund zur Sorge, solange der wirtschaftliche Aufschwung moderat bleibe.

ideale Startbedingungen

Das Umfeld in Europa biete wegen des geringen Anstiegs von Löhnen, Inflation und Zinsen sowie der Existenz von Spargeldern und Kapital ideale Startbedingungen für eine wirtschaftliche Dynamik. Es fehle lediglich an Zuversicht.

Nicht Zuversicht, sondern Sorgen sind der Tenor eines Berichts des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er warnt vor einem abrupten Rückgang des Dollarkurses. Wenn die USA nicht tätig würden, könnte sich das Problem verschärfen. Bisher sei die Bewegung zwar in geordneten Bahnen verlaufen.

Aber in der Euro-Zone und in Japan würden Entscheidungen schwieriger, zumal die beiden Währungsräume nur begrenzte Reaktionsmöglichkeiten hätten.

Absprachen möglich

Das ist deshalb bemerkenswert, weil beim IWF die Fäden der globalen Währungspolitik zusammenlaufen und unter seinem Dach Absprachen möglich sind.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement erhoffte sich ein Zinssignal von der EZB, weil der hohe Euro ein Risiko für die Wachstumsprognose der Bundesregierung sei.

Der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt forderte die EZB auf, die Leitzinsen zu senken, wenn sich der Höhenflug des Euro fortsetzt.

Der EU-Handelskommissar Pascal Lamy meinte:„Wir nähern uns der Zone, wo es Probleme geben könnte.“ Allerdings habe die Abhängigkeit der Euro-Ländern von Währungsschwankungen deutlich abgenommen. 90 Prozent der Wirtschaft sei davon nicht betroffen.

Potenzielles Risiko

Dagegen sieht Jürgen Stark, Vizepräsident der Bundesbank, im Wechselkurs ein potenzielles Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, sofern sich Geschwindigkeit und Ausmaß der Euro-Aufwertung fortsetzen.

Bundesbankpräsident Ernst Welteke nannte den Eurokurs einen Marktpreis, der von Notenbanken nicht beeinflusst werden könnte.

Die japanische Notenbank versucht seit geraumer Zeit, den Auftrieb des Yen gegenüber dem Dollar mit Interventionen abzubremsen. In den ersten beiden Tagen dieser Woche soll sie umgerechnet 22,5 Milliarden Euro dafür eingesetzt haben. Im Gesamtjahr 2003 waren es umgerechnet rund 150 Milliarden Euro.

Am Donnerstag wurde der Dollar mit 106 Yen gehandelt. Zu Interventionen äußert sich die Europäische Zentralbank im Gegensatz zur japanischen Notenbank nicht.

"Interventionen jederzeit möglich"

Trichet hatte aber vor kurzem in einem Interview gesagt, Interventionen seien jederzeit möglich. Der EZB-Präsident wollte am Donnerstag nicht sagen, ob der Rat über eine Leitzinssenkung diskutiert hat.

Ein Thema war dagegen eine mögliche Klage der EU-Kommission wegen der Nichteinhaltung des Stabilitätspakts durch Deutschland und Frankreich. Währungskommissar Pedro Solbes hatte an der Sitzung teilgenommen und den Stand der Dinge erläutert. Die EZB selbst wolle sich zu dem Thema nicht äußern, hieß es.

Quelle: Süddeutsche Zeitung


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bogard:

Die erste Aussage

 
09.01.04 10:36
der EZB die ich gehört habe lautete das bis 1,35 alles im grünen Bereich sei. Da ich die Herren der EZB für sehr konservativ halte, wird da vorher auch wohl nicht viel passieren, ausser der Druck von Unternehmen und Politik wird massiver.
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54reab:

je größer der öffentliche druck

 
09.01.04 11:01
(politik, unternehmen, ..:), desto geringer die reaktionen der ezb auf den €-anstieg. sie muß ihre unabhängigkeit beweisen!

was könnte sie schon tun? die kurzfristigen zinsen weiter senken? würde wahrscheinlich kaum auswirkungen haben. us-$ kaufen? es gibt schreklich viele $. dabei kann einem die puste aushehen und die eu ist auch nicht japan mit deren problemen. japan hat, als größter gläubiger der usa, sehr viel zu verlieren. ihre gerade im genesungsprozess befindlichen banken, könnten durch einen weiteren verfall des $ gegenüber dem yen, den genickschuss verpasst bekommen.


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bogard:

Die zweite Frage die sich stellt

 
09.01.04 11:16
ist wie lange die USA dieses niedrige Zinsniveau noch halten können und ob die EZB bei einer Erhöhung auch gleich mitzieht.
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54reab:

der ezb können die zinsen in den usa

 
09.01.04 11:26
wurscht sein. sie braucht nur die  geldmenge, die inflation und das wachstum zu beachten. den usa ist es doch auch wurscht, wo der € steht. dazu hat man ja einen großen währungsraum.

wir sind immer noch zu stark auf die usa fixiert. typisch dafür sind die aktienmärkte. das perverse verhalten der aktienmärkte muß allerdings nicht noch von allen anderen märkten kopiert werden. natürlich kann man die riesige wirtschaftsmacht usa nicht ignorieren. man braucht allerdings auch nicht jeden unsinn zu kopieren. unsere kurzfristigen zinsen sind höher als in den usa. die mittelfristigen und langfristigen zinsen sind niedriger als in den usa. letztere sind für die wirtschaftliche entwicklung wichtiger. die ezb hat sich also schlauer angestellt ...



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bogard:

@54reab

 
09.01.04 14:15
Ganz so einfach sehe ich die Sache nicht. Die US-Wirtschaft wird eher anspringen und durch den billigen USD Vorteile im Exportmarkt und in ihrem Binnenmarkt haben. Für Deutschland kann man zwar die verbilligten Einfuhren gegen teurere Ausfuhren aufrechnen, aber unser Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsplätze werden aber beim Export geschaffen. Je kleiner die Gewinnmarge umso weniger Investition. Die entscheidene Frage ist für mich wie groß die Schere wird und vor allem wie lange sie anhält. Die z.Z. laufenden Exporte werden wohl weitestgehend abgesichert sein. VW z.B. rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit Einbussen von rd. 1 Millarde nur im Bereich der in Deutschland produzierten und in China verbauten Autoteile. Die Konsequenz ist eine noch grössere Verlagerung der Produktion nach China. Das wir uns psychologisch viel zu abhängig von den USA machen sehe ich auch so, allerdings halte ich den Euroraum politisch noch zu vielsprachig als die Dinge in voller Ruhe zu betrachten.
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Abenteurer:

@54reab

 
09.01.04 17:09
Ich darf Dich korrigieren, die EZB muss sich nicht um das Wachstum kümmern!
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54reab:

us-export und ezb

 
10.01.04 11:22
... Die US-Wirtschaft wird eher anspringen und durch den billigen USD Vorteile im Exportmarkt und in ihrem Binnenmarkt haben. ...

damit man exportieren kann, muß man in der lage sein die notwendigen produkte anzufertigen. so waren z.b. die us-einfuhrzölle auf stahl ein schlag in die eigene kniekehle. viele spezialstähle, auf denen 30% einfuhrzoll verlangt wurde, wurden gar nicht in den usa hergestellt. die aktion verteuerte nur us-fertigprodukte. ich glaub auch nicht, dass die europäer jetzt in massen auf in den usa herstellten pkw's herfallen werden. es rächst sich jetzt die immer stärkere verlagerung der fertigung ins ausland. z.b. textilien und elektronik aus asien ... dienstleistungen sind schwehr exportierbar.

... Für Deutschland kann man zwar die verbilligten Einfuhren gegen teurere Ausfuhren aufrechnen, aber unser Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsplätze werden aber beim Export geschaffen. Je kleiner die Gewinnmarge umso weniger Investition. ...

unsere exporte nach usa und in den us-$-raum kann man vergessen. der größte anteil unserer exporte landet im €-raum und sind damit, im währungssinne, keine exporte. setzt man sich diese brille auf, ist deutschland keine große exportnation mehr. vom rest geht ein erklecklicher anteil in die restliche eu und in die beitrittsländer. natürlich werden einige wenige deutschte industriebetriebe schwierigkeiten bekommen (pkw-exporte in die usa). betrachtet man diese schwierigkeiten relativ zur gesamten volkswirtschaft, werden sie nicht sehr groß werden. andere große deutsche exportkonzerne haben inzwischen erkleckliche betriebe in den usa und hedgen die währungsverschiebungen damit automatisch intern.

... VW z.B. rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit Einbussen von rd. 1 Millarde nur im Bereich der in Deutschland produzierten und in China verbauten Autoteile. ...

china stellt sicherlich ein spezielles problem dar. die chinesische währung müsste längst erheblich aufgewertet haben (handelbilanz- und leistungsbilanzüberschüsse). sie wird künstlich auf $-parität gehalten. hier muß man eingreifen. entweder die chinesen ändern ihre währungspolitik oder man muß zu klassischen methoden greifen: einfuhrzölle in einem erheblicheren umfang.

... die EZB muss sich nicht um das Wachstum kümmern!

natürlich muß sich die ezb nur um die währung und deren stabilität kümmern. die letzte zinssenkung hätte also nicht erfolgen dürfen (inflation über 2%). in der letzten pressekonferenz hätte es keine aussagen zur relation zum us-$ geben dürfen. ich sprach: "... sie braucht nur die  geldmenge, die inflation und das wachstum zu beachten. ...". ich kann mir nicht vorstellen, dass die mitglieder des ezb-rats, derartiges (wachstum) geschehen aus ihren köpfen verbannen können - unabhängig von allen regeln. den getroffenen entscheidungen kann man dann beliebige interpretationen mitliefern. wie schon geschehen.


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Bronco:

Karlchen hats kurz und Bündig genannt:

 
10.01.04 13:01
Soll die Rechnung der Amis aufgehen, so muß weiterhin ständig jemand Dollares verkaufen. Das heißt aber, daß die Amis entweder ihre Importe noch weiter ausdehnen müssen, oder aber  verstärkt ihre eigenen Aktien kaufen und ausländische Investoren auslösen müßten, um so Dollares auf den Markt zu schmeißen. Von welchem Geld ? - Sie müßten in beiden Fällen die Notenpresse heißlaufen lassen, denn ein Anstieg der Exportquote würde ja die weitere Abwertung des Dollar zum Erliegen bringen. Somit geht der Schein-Boom weiter und die Blase wird weiter aufgeblasen, bis jemand merkt, daß es für den Dollar real nichts mehr zu kaufen gibt und ihn als Gegenwert für echte Güter, Dienstleistungen oder Beteiligungen nicht mehr akzeptiert. - Der Rest der Geschichte sollte bekannt sein.
... Nicht ganz: Für die USA gibt es immer noch den militärischen Ausweg. Nur deshalb können sie sich mit einer Verschuldungsquote wohlfühlen, bei denen der brasilianische Finanzminister bereits feuchte Augen bekäme.

Wie wärs im umgekehrten Fall ? - Die Amis würden versuchen, ihre Haushalte öffentlich wie privat zu konsolidieren. Tja, dann weinen aber die Exportnationen: Nicht über den Stop des Dollarverfalls, sondern erstens weil eben unseren Exportüberschüssen irgendwo entsprechende Defizite gegenüberstehen müssen (die Welt als Ganzes ist ein abgeschlossener Wirtschaftsraum) und zweitens weil dann die Illusion der geschaffenen Werte in den Exportnationen eben gleich platzt. Was steht denn den jahrzehntelangen Überschüssen an gelieferten realen Gütern und Dienstleistungen gegenüber: Zahlungsversprechen (Verbindlichkeiten der Defizitstaaten, vor allem USA), Beteiligungen an US-Unternehmen mit sagenhaften Bewertungen (KBVs im Schnitt bei 4,5 !) und gigantischen Schulden und Visionen in Form von Kontrakten und Lizenzen. Nur eines nicht:
Reale Güter und Sachvermögen, denn sie haben ja immer weniger geliefert als erhalten und die Sparquoten waren öffentlich wie privat negativ (also auch keine Gegenwerte angehäuft). Verbraten, verpulvert, verschwendet.

Alternativen ? - Keine !

Der DJ ist schon wieder in der Nähe der Jahrtausendwende-Kursstände. Die Blase in USA ist noch nicht geplatzt - ausgebadet haben die kurze Delle die Europäer und Asiaten (und sich davon noch nicht erholt). Wenn es bei den Amis diesmal tatsächlich kracht, sind wir wieder dabei. Schön blöd !
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54reab:

Wer den Dollar in die Knie zwingt

 
12.01.04 12:53
Wer den Dollar in die Knie zwingt

Stunde der Spekulanten


Die Scheichs klopfen den Dollar weich. Das ist vielleicht die spektakulärste Theorie hinter dem Kursrutsch der Weltleitwährung.
Von Martin Hesse - (SZ vom 12.01.2003)

  Demnach verschieben Milliarden schwere Investoren aus den Golfstaaten seit Monaten Vermögen von den USA nach Europa, weil ihnen die Irak-Politik von Präsident George W. Bush nicht passt. „In jeder Bank hat man davon gehört, aber keiner kann das Gerücht bestätigen“, sagt Wolfgang Stobbe, Vorstand des Devisenbrokers Ibas.

Die Wirklichkeit ist komplizierter. Doch dass reiche Araber sich wie viele andere Anleger vom Dollar abwenden, ist plausibel – aus rein ökonomischem Kalkül: Wer fürchtet, mit einer Währung Geld zu verlieren, verkauft sie, und trägt damit zur Erfüllung der Prognose bei. Doch wer verkauft wirklich Dollars und wohin fließt das Geld?

Ein Kandidat sind die Notenbanken. Sie halten weltweit – ohne Gold – Währungsreserven von insgesamt 2,9 Billionen Dollar. Mit Abstand die wichtigste Reservewährung ist der Dollar. Doch seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 haben sich die Gewichte leicht verschoben.

Hielten Notenbanken nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende 1999 nur 12,7 Prozent ihrer Reserven in Euro, ist der Anteil bis Ende 2002 auf 18,7 Prozent gestiegen. Die Dollar- und Yen-Reserven schrumpften dagegen (Grafik). Devisenexperten deutscher Großbanken vermuten, dass sich der Trend zugunsten des Euro fortgesetzt hat.

Dennoch: „Die Umschichtungen der Zentralbanken sind nicht ausschlaggebend für die jüngste Entwicklung an den Devisenmärkten“, sagt Ulrich Wortberg, Währungsstratege bei der DZ Bank.

Die Zentralbanken Chinas und Japans haben ihre Dollar-Reserven zuletzt sogar erheblich aufgestockt. China hat die heimische Währung an den Dollar gekoppelt und muss den Yuan durch Dollarkäufe künstlich niedrig halten. Wie China ist auch Japan daran interessiert, die eigene Währung nicht zu stark werden zu lassen, um die Exportwirtschaft zu entlasten.

Die Bank of Japan hat 2003 etwa 188 Milliarden Dollar eingesetzt, um den Yen-Anstieg zu bremsen. Vor allem deshalb schwollen die gesamten Reserven Japans nach Schätzungen des IWF bis Ende 2003 auf rund 660 Milliarden Dollar an. 1999 waren es 287 Milliarden Dollar gewesen.

Asiaten stopfen das Loch

Andere Zentralbanken haben dagegen ihre Eurobestände zulasten des Dollar erhöht. Dazu zählen Taiwan und Südkorea. Aber auch Mittel- und Osteuropäer halten wegen des bevorstehenden EU-Beitritts und der zunehmenden Handelsverflechtung immer mehr Euro. „Es bleibt aber dabei, dass der Dollar die wichtigste Handelswährung ist. Die Verschiebungen im Welthandel sind nicht maßgeblich für die jüngsten Währungsbewegungen“, sagt Bastian Hepperle, Devisenexperte bei der WestLB.

Den USA ist die Währungspolitik Japans und Chinas ein Dorn im Auge, weil sie die amerikanische Industrie im Wettbewerb gegen die asiatische Konkurrenz benachteiligt. Andererseits stopfen die Asiaten durch ihre Dollarkäufe das Loch in der amerikanischen Leistungsbilanz. Die Commerzbank rechnet, dass die USA täglich 1,5 Milliarden Dollar ins Land holen muss, um die Lücke zu schließen, die entsteht, weil die Amerikaner mehr konsumieren als sie produzieren.

Bis vor kurzem schlossen vor allem private Investoren durch ihre Wertpapierkäufe die Lücke: Fondsgesellschaften, Vermögensverwalter, Versicherungen, Pensionskassen. Nach Zahlen der DZ Bank flossen im Jahresdurchschnitt 2003 jeden Monat 58 Milliarden Dollar an Finanzinvestitionen in die USA, vier Fünftel kamen von privaten Investoren.

Im Herbst ebbte der Geldzufluss jedoch deutlich ab: Im September wurden insgesamt nur noch 16 Milliarden Dollar investiert, elf Milliarden davon stellten Zentralbanken. Die WestLB schätzt, dass mittlerweile die Notenbanken Chinas und Japans drei Viertel des US-Leistungsbilanzdefizits finanzieren.

Zwar fließt nach Einschätzung des Devisenbrokers Stobbe noch immer mehr Anlagekapital von Europa in die USA hinein, als abgezogen wird. Doch es wird weniger. Hinzu kommt, dass auch viele Amerikaner mittlerweile lieber im Ausland investieren, als im eigenen Land: „Die Amerikaner legen 1,2 Mal so viel in ausländischen Aktien an wie in amerikanischen“, sagt Stobbe.

Kurzfristiges Kalkül

Das dürfte vorläufig so bleiben, glauben Investmentbanker. „Der schwache Dollar könnte ausländische Investoren veranlassen, von amerikanischen in Wertpapiere anderer Länder umzuschichten. Dies würde den Dollar weiter schwächen und weitere Verkäufe von US-Anlagen auslösen“, schreiben die Strategen von J.P. Morgan in einer Studie mit Blick auf das neue Jahr.

Dies werde aus zwei Gründen vor allem amerikanische Aktien treffen: Erstens sicherten sich institutionelle Anleihen-Käufer häufig am Terminmarkt gegen Währungsrisiken ab, bei Aktien sei das weniger der Fall. Zweitens dürften die asiatischen Zentralbanken weiterhin Dollar-Anleihen kaufen, um den Kursrutsch der US-Devise zu bremsen.

Die Aktienanleger investieren dagegen zunehmend in Europa und Japan, zumal der amerikanische Aktienmarkt im Vergleich als höher bewertet und damit riskanter gilt. Die Tokioter Börse registriert daher seit rund acht Monaten regelmäßig Nettozuflüsse aus dem Ausland. Gegenüber Europa bietet Japan aus Anlegersicht den Vorteil, dass die Wirtschaft dort stärker vom kräftigen Wachstum Chinas profitiert.

Für das zunehmende Tempo der Dollar-Abwertung sind nach Meinung der Marktbeobachter jedoch nicht mittelfristig orientierte Investoren verantwortlich, die aufgrund von Zinsunterschieden und bestimmten Wachstumserwartungen in Aktien oder Anleihen anlegen. „Da ist sehr viel kurzfristige Spekulation im Spiel“, sagt der Devisenexperte Wortberg. Vor allem Hedge-Fonds und die Eigenhändler der Banken wetten auf den Abwärtstrend des Dollar.

In die Karten spielten ihnen die Finanzminister der G7 bei ihrem Treffen in Dubai. Im September sprachen sich dort die Vertreter der führenden Wirtschaftsnationen für flexible Wechselkurse aus. Für Spekulanten bedeutete das im Klartext: Den USA wäre eine Abwertung des Dollar recht, um die seinerzeit lahmende Konjunktur anzukurbeln und schließlich über einen schwächeren Dollar die Leistungsbilanz ins Gleichgewicht zu bringen.

Daher lohnte es sich, auf einen fallenden Dollar zu spekulieren. Am zweiten Februarwochenende treffen sich die G7-Finanzminister in Florida. Sie wollen über die Wechselkurse sprechen. Spätestens dann wird es wieder spannend für die Währungsjongleure.
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resume: japan und china finanzieren das leistungsbilanzdefizit der usa - nur um ihre währungen niedrig zu halten. in japan mit immer geringerem erfolg. gut, dass die ezb die nerven behält und nicht in einen unsinnigen aktionismus verfällt. überrachend für mich ist, dass die us-amerikaner der europäischen wirtschaft inzwischen mehr zutrauen als der us-amerikanischen und bevorzugt europäische aktien kaufen.


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54reab:

USA und EU streiten

 
14.01.04 11:52
Aus der FTD vom 14.1.2004
USA und EU streiten über Dollar

Der anhaltende Höhenflug des Euro wird zu einer Belastungsprobe für die Beziehungen zwischen Europa und den USA. Deutschland und Frankreich fordern ein Signal der Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) bei ihrem nächsten Treffen im Februar.


Wie tief der Dollar noch fällt!? 1336768
ZoomUS-Notenbankchef Alan Greenspan
Es soll den rapiden Anstieg des Euro stoppen. US-Notenbankchef Alan Greenspan dagegen spielte am Dienstag in Berlin das Wechselkursverhältnis herunter. Nach den verbalen Interventionen der europäischen Regierungschefs und Geldpolitiker der vergangenen Wochen markieren die Äußerungen Greenspans einen Kontrapunkt. Er signalisierte, dass die USA den Dollar-Fall weder mit mahnenden Äußerungen noch mit Eingriffen an den Devisenmärkten stoppen werden: "Sicherlich, die Exporteure der Euro-Zone sind unter beachtlichem Druck, aber in den vergangenen Monaten sind die Kreditrisiken gesunken und die Aktienkurse haben angezogen."

Der von Ökonomen und Devisenexperten ausgemachte Hauptgrund für die Dollarschwäche, das hohe Defizit in der US-Leistungsbilanz, sei derzeit kein Grund zur Sorge, sagte Greenspan. "Es gibt im Moment kaum Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Finanzierung des US-Leistungsbilanzdefizits." Bei Investoren wächst dagegen die Furcht, dass das Ausland das hohe Defizit nicht mehr finanzieren wird. Die niedrige Inflationsrate in den USA nannte Greenspan zudem als Indiz gegen einen schwachen Dollar.

EZB beobachtet Auswirkungen

Seit September 2003 treibt der Euro gegen den Dollar von einem Tageshoch zum nächsten. Die Währung wertete seitdem um gut 16 Prozent auf. Der Anstieg des Euro könne den Wirtschaftsaufschwung bremsen, sagte am Dienstag der Präsident der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke. Die EZB beobachte die Auswirkungen des Wechselkurses sehr sorgfältig.

Am Montag hatte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, die Schwankungen an den Devisenmärkten als "brutal" bezeichnet. Die EZB sei besorgt. Nach diesen deutlichen Äußerungen war der Kurs leicht gesunken. Die unterschiedlichen Signale der Politik verwirrten allerdings am Dienstag die Finanzmärkte: Der Euro notierte am Abend fast unverändert bei 1,2747 $.

Frankreichs Finanzminister Francis Mer forderte ein klares Signal der Finanzminister Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Kanadas und der USA beim G7-Gipfel. "Wir werden das nächste Mal in Florida versuchen, unter welchen Bedingungen wir ein richtiges Signal an die Märkte senden." Auch eine Zinssenkung der EZB um 100 Basispunkte auf das Niveau des US-Leitzinses von 1,0 Prozent reiche nicht aus, den Euro-Höhenflug zu stoppen. Bundeskanzler Gerhard Schröder drückte bei seinem Treffen mit Greenspan am Dienstag ebenfalls seine Sorge aus und forderte die EZB indirekt auf, eine Zinssenkung zu erwägen.

USA sieht keinen Handlungsbedarf

Eine gemeinsame Erklärung der G7 wird aber schwierig zu erzielen sein. Aus Kreisen der G7 verlautete, beide Seiten seien sich in der Bewertung der Wechselkursentwicklungen uneins. Die USA sähen im Gegensatz zu den Europäern keinen Handlungsbedarf. Die Haltung Greenspans unterstützte diese Einschätzung. Aus den Reihen der Europäer hieß es, bei den Vorbereitungsgesprächen über das Abschlusskommuniqué sei deutlich geworden, dass die USA wenig Interesse an Formulierungen hätten, die den Dollar in die Höhe treiben könnten.

Im September beim letzten G7-Treffen in Dubai hatten die Finanzminister und Notenbankgouverneure ein Kommuniqué verabschiedet, das darauf abzielte, die Belastungen aus der Wechselkursentwicklung auf die USA, Europa und Asien zu verteilen. Das Signal kam damals an den Märkten an, allerdings ging der Kursrückgang der US-Währung in der Zwischenzeit vor allem zu Lasten des Euro. Der japanische Yen wertete dagegen in geringerem Maße auf. "Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir den Märkten signalisieren müssten: Langsam reicht es", hieß es jetzt aus Kreisen der G7. Den Amerikanern kommt der niedrige Dollar-Kurs jedoch im Präsidentschaftswahljahr gelegen, da er die Wirtschaftsentwicklung stützt.

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54reab:

EURO/ US $ - 1,2569 US $

 
20.01.04 18:18
EURO/ US $ - 1,2569 US $

Aktueller Tageschart (log) seit August 2003. (1 Kerze = 1 Tag).

Kurz-Kommentierung: Der EURO/US $ steigt heute steil an, nachdem gestern das erweiterte Idealziel bei 1,2315 fast erreicht wurde (1,2331). Da das Idealziel erreicht worden ist, ist es durchaus denkbar, dass die Zwischenkorrektur sich bereits ihrem Ende zuneigt. Es ist schon erstaunlich wie stark sich die Devisenhändler an charttechnischen Key Levels orientiert. Die 1,2315 stellt einen massiven charttechnischen Unterstützungsbereich dar.

Tageschart (log):

Wie tief der Dollar noch fällt!? 1346450

Chart erstellt mit Tradesignal



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