Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Stripe und Advent wollen PayPal übernehmen, doch dem Verwaltungsrat ist das Angebot hinsichtlich der laufenden Turnaround-Strategie offenbar zu niedrig.
Für dich zusammengefasst:
PayPal weist das Übernahmeangebot von 53 Milliarden Dollar zurück.
Das Konsortium bietet 60,50 Dollar je PayPal-Aktie an.
PayPal plant weitere Sitzungen zur Bewertung des Angebots.
Der Verwaltungsrat des US-Zahlungsriesen PayPal hält die 53 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeofferte von Stripe und der Beteiligungsgesellschaft Advent International laut Reuters offenbar für unzureichend.
Das Konsortium bietet demnach 60,50 US-Dollar je PayPal-Aktie. Obwohl die Offerte einen Aufschlag auf den jüngsten Börsenkurs darstellt, spiegelt sie nach Einschätzung von PayPal nicht ausreichend, welchen zusätzlichen Unternehmenswert PayPal in den kommenden Jahren schaffen könnte, sollte die laufende Turnaround-Strategie des Managements erfolgreich umgesetzt werden.
Die PayPal-Aktie schloss zuletzt 2,18 Prozent im Plus bei 56,73 US-Dollar, gab jedoch nachbörslich 1,11 Prozent ab auf 56,10 US-Dollar.
PayPal-Übernahme: Nicht nur der Preis wird zum Problem
Neben der Bewertung stehen weitere zentrale Fragen im Raum. Dazu zählen die Sicherheit der Finanzierung, mögliche kartellrechtliche Hürden und ein potenziell langwieriger Abschluss der Transaktion. Weitere Sitzungen des PayPal-Boards sind laut Reuters geplant.
Stripe und Advent versuchen offenbar bereits, diese Bedenken auszuräumen. JPMorgan und Morgan Stanley sollen ein Finanzierungspaket von 50 Milliarden US-Dollar bereitgestellt haben und das Konsortium zugleich beraten. Stripe und Advent steuern demnach insgesamt 17 Milliarden US-Dollar Eigenkapital bei.
Geplant ist offenbar keine Zerschlagung von PayPal. Stattdessen sollen Stripe und Advent das Unternehmen gemeinsam übernehmen und jeweils 50 Prozent halten. Allerdings werden bereits mögliche Zugeständnisse an Kartellbehörden geprüft. Eine Option könnte die Abtrennung von Braintree oder anderer Geschäftsbereiche sein, die anschließend bei Advent landen könnten.
Mega-Fusion würde einen neuen Zahlungsriesen schaffen
Ein Zusammenschluss von Stripe und PayPal hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Zahlungsbranche. Gemeinsam würden die Plattformen ein jährliches Zahlungsvolumen von rund 3,7 Billionen US-Dollar verarbeiten und damit einen der weltweit größten Anbieter für Online-Zahlungen schaffen.
PayPal-Aktie vor Quartalszahlen
Für Anleger rückt nun der 28. Juli in den Mittelpunkt. Dann legt PayPal seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen derzeit im Schnitt mit einem Umsatz von rund 8,47 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von etwa 1,28 US-Dollar. Die Erwartungen an den Gewinn wurden zuletzt nach unten korrigiert.
Entscheidend dürfte jedoch vor allem sein, ob PayPal Fortschritte bei der Stabilisierung seines wichtigen Checkout-Geschäfts vorweisen kann. Starke Zahlen und ein überzeugender Ausblick könnten zugleich die Argumentation des Verwaltungsrats stützen, wonach das Übernahmeangebot von 60,50 US-Dollar je Aktie das langfristige Potenzial des Zahlungsdienstleisters nicht ausreichend widerspiegelt.
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