Infineon-Aktie: Konkurrent mit starken Zahlen, trotzdem hält die Kursmisere an!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Der Konzern stellt unter anderem Computerchips her (Symbolbild).
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Der Halbleiterhersteller Analog Devices hat am Mittwochmittag starke Quartalszahlen vorgelegt. Neuer Schwung für Infineon will trotzdem nicht aufkommen.
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Infineon-Aktie: Die Rallye-Pause geht weiter

Der anhaltende KI-Boom beschert längst nicht mehr nur den Herstellern von GPUs, wie AMD und Nvidia, stark wachsende Geschäfte, sondern auch den Produzenten von analogen Halbleitern. Besonders gefragt sind Produkte für das Temperatur- und Energiemanagement – eine Entwicklung, von der auch Infineon profitiert.

Seit einigen Wochen handelt das Papier jedoch mit anhaltenden Verlusten. Immer stärker drängt sich hier der Verdacht auf, dass Anlegerinnen und Anleger hier in zu kurzer Zeit zu viel wollten. Die Unternehmensbewertung jedenfalls hatte einen vernünftigen Rahmen längst verlassen. Auch am Mittwoch ist die Infineon-Aktie mit weiteren Verlusten konfrontiert. Selbst die starken Zahlen von Mitbewerber Analog Devices sorgten nicht für neuen Schwung.

Werte aus dem Artikel:
AMD Aktie 608,08 $ -2,03%
Analog Devices Aktie 406,31 $ +0,09%
Infineon Aktie 59,03 € +0,99%
Nvidia Aktie 229,38 $ -0,48%

Umsatzerwartungen dank KI und Industrie übertroffen

Gegenüber dem Vorjahresquartal konnte Analog Devices seine Erlöse um 39,6 Prozent auf 4,02 Milliarden US-Dollar steigern, womit die Erwartungen um 90 Millionen US-Dollar geschlagen wurden. Für das Unternehmen waren die vergangenen drei Monate damit die wachstumsstärksten seit 4 Jahren.

Angeschoben wurde das Wachstum vor allem durch Halbleiterprodukte für KI-Rechenzentren; im Kommunikationssegment legten die Erlöse um 84 Prozent auf 654,5 Millionen US-Dollar zu. Doch auch die Nachfrage nach Halbleitern für industrielle Anwendungen zog wieder an und sorgte für ein Plus von 53 Prozent auf 1,97 Milliarden US-Dollar. Underperformer blieben der Automobil- und Endverbraucherbereich, wo das Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal nur bei 16 beziehungsweise 6 Prozent lag.

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Nettogewinn legt deutlich zu

Auch auf der Ertragsseite konnte Analog Devices überzeugen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) landete mit 3,45 US-Dollar um 11 Cent über den Analystenschätzungen.

Insgesamt erzielte der Konzern einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von 1,34 Milliarden US-Dollar nach 518,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Werden die gesamten ersten 9 Monate des Geschäftsjahres betrachtet, steigerte sich Analog Devices von 1,48 auf 3,35 Milliarden US-Dollar.

Prognose überzeugt sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn

Im kommenden Quartal rechnet das Management mit anhaltend guten Geschäften. In Aussicht gestellt wurden Erlöse in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar (± 100 Millionen US-Dollar), was deutlich über dem Analystenkonsens von 4,08 Milliarden US-Dollar lag.

Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll sich auf 3,86 US-Dollar (± 0,15 US-Dollar) belaufen – auch das ein Wert deutlich über den Schätzungen, die im Mittel auf 3,55 US-Dollar je Anteil getippt hatten. Das Gewinnergebnis soll dabei nicht nur von höheren Erlösen, sondern auch von stärkeren Margen profitieren.

Vorschusslorbeeren lassen Kursreaktion klein ausfallen

In der US-Vorbörse trafen die Zahlen den Geschmack der Anlegerinnen und Anleger. Die Aktie legte zunächst rund 3 Prozent zu, büßte rund die Hälfte ihrer Gewinne jedoch rasch wieder ein – auf Sicht der vergangenen 12 Monate notierte das Plus vor den Zahlen bereits mit einem Plus von knapp 63 Prozent.

Für Mitbewerber Infineon (Infineon Aktie) blieb die Zahlenvorlage von Analog Devices zunächst folgenlos. Die Anteile büßten bis zum Nachmittag weitere 1,5 Prozent ein. Damit ist nahezu die gesamte Erholung der vergangenen zwei Wochen wieder zunichte gemacht.

Für beide Aktien ist die charttechnische Ausgangslage mit Kursen unterhalb der 50-Tage-Linie inzwischen angespannt, bis zur 200-Tage-Linie besteht allerdings noch viel Platz.

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Fazit: Unternehmensbewertungen bereits angemessen

Angetrieben von einer starken Nachfrage durch KI-Rechenzentren sowie einer signifikanten Erholung bei Halbleiterprodukten für Industrieanwendungen hat der Spezialist für analoge Halbleiter Analog Devices ein starkes Quartalsergebnis und eine Prognose deutlich über den Erwartungen vorlegen können. Die Aktie profitierte moderat.

Für charttechnische Entspannung oder Ansteckungseffekte innerhalb der gesamten Branche und damit auch für Infineon sorgten die Zahlen jedoch nicht – aus fundamentaler Perspektive ist die Aktie nach den starken Kursgewinnen der vergangenen 12 Monaten schon recht teuer; das für 2026 geschätzte KGV von 30,3 liegt um rund 17 Prozent über dem 5-Jahres-Mittel. Auch bei anderen Kennziffern handelt Analog Devices mit Aufschlägen im zweistelligen Prozentbereich gegenüber seiner historischen Norm.

Da diese Ausgangslage eins zu eins auf Infineon übertragen werden kann, sollten sich Anlegerinnen und Anleger auf ein anhaltend zähes Kursgeschehen einstellen, bis die Unternehmen in ihre Bewertungen hineingewachsen sind.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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