Wird Amazons Cloud zum Billionen-Dollar-Geschäft?

Pascal Grunow Pascal Grunow
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Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet. 

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Amazon AWS Cloud, Rechenzentrum
Dall-E
Amazon könnte durch AWS vor einem massiven Wachstumsschub stehen. Morgan Stanley sieht dadurch für die Aktie bis Ende 2027 fast 100 Prozent Kurspotenzial.
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Während Amazon seine Cloud-Infrastruktur für den weltweiten KI-Boom massiv ausbaut, sieht Morgan Stanley Amazon Web Services (AWS) als einen langfristigen Wachstumspfad, der den Aktienkurs des Mutterkonzerns bis Ende 2027 auf 500 US-Dollar treiben könnte. Ausgehend von einem Kurs von 258,68 US-Dollar entspräche das einem Plus von fast 100 Prozent.

Amazon-Chef Andy Jassy erklärte zuletzt, AWS könne "sehr wahrscheinlich" eines Tages einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar erreichen. Aktuell kommt die Cloud-Sparte auf annualisierte Erlöse von etwa 170 Milliarden US-Dollar.

Morgan Stanley setzt auf AWS-Umsatz von einer Billion US-Dollar

Morgan-Stanley-Analyst Brian Nowak hält einen solchen Sprung auch für möglich. Der Analyst traut AWS innerhalb der kommenden acht bis zehn Jahre die Billionen-Dollar-Marke zu. Gleichzeitig könnte Amazons operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf rund 500 Milliarden US-Dollar steigen.

Werte aus dem Artikel:
Amazon Aktie 224,60 € +0,16%

Entscheidend für diese Entwicklung ist allerdings, ob Amazon genügend Rechenleistung für die explodierende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz bereitstellen kann.

KI-Hunger macht Gigawatt zum entscheidenden Faktor

Nowak schätzt, dass Amazon 2026 rund sechs Gigawatt zusätzliche Kapazität in Betrieb nehmen könnte. 2027 sollen weitere acht Gigawatt folgen. Für die Jahre danach unterstellt der Analyst einen jährlichen Zuwachs von jeweils acht Gigawatt.

Amazon selbst veröffentlicht keine vollständigen Angaben zur vorhandenen Kapazität. Jassy hatte jedoch erklärt, dass der Konzern innerhalb von zwölf Monaten 3,8 Gigawatt zusätzliche Rechenzentrumskapazität geschaffen habe. Zudem bekräftigte der CEO, dass Amazon seine Stromkapazität bis Ende 2027 gegenüber dem Niveau von 2025 verdoppeln wolle.

12 US-Dollar pro Watt könnten AWS über die Billionen-Marke bringen

Laut Morgan Stanley ist entscheidend, wie effizient Amazon seine verfügbare Rechenleistung monetarisieren kann. Derzeit erwirtschaftet AWS nach Nowaks Berechnung etwa acht US-Dollar Umsatz je zusätzlichem Watt.

Steigt dieser Wert auf zwölf US-Dollar, könnte AWS bereits 2035 einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar erreichen.

Damit würde sich Amazons milliardenschwerer Ausbau von Rechenzentren nicht nur als Infrastrukturprojekt, sondern als einer der wichtigsten langfristigen Gewinnhebel des Konzerns erweisen.

Die Billionen-Prognose hat einen Haken

Das Szenario setzt allerdings voraus, dass die Nachfrage nach generativer KI über Jahre stark wächst. Gerade jenseits von 2028 steigt die Unsicherheit erheblich. Server- und Rack-Verfügbarkeit, Energieeffizienz, Stromversorgung, regulatorische Genehmigungen und die Geschwindigkeit beim Bau neuer Rechenzentren könnten Amazons Expansion begrenzen.


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