Wie tief der Dollar noch fällt!?


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bogard:

Die Ökonomen wissens

 
22.01.04 19:06
Aus der FTD vom 23.1.2004 www.ftd.de/fricke
Kolumne: Davoser Meinungstreiben
Von Thomas Fricke, Davos

Die Ökonomen streiten über den Devisenmarkt und verabschieden sich von alten Tabus.

In Davos gibt es derzeit mindestens so viel Schnee wie Ideen hochkarätiger Ökonomen dazu, wie der akute oder drohende Dollar-Absturz zu deuten ist. Vor allem zu der Frage, ob, wann und wie die großen Notenbanker und Finanzminister der Welt dagegen angehen sollten. Geschneit hat es zum Start des Weltwirtschaftsforums binnen weniger Stunden 50 Zentimeter. Die Zahl der zum Devisenproblem geäußerten Ideen ist nicht gemessen worden, dürfte aber bereits im unteren zweistelligen Bereich gelegen haben: Von Radikalforderungen nach sofortigem Gegensteuern bis zu gelassenen Wait-and-See-Statements - für jeden scheint etwas dabei.

Ein Teil des Gefälles mag durch Nationalität und Wohnort des jeweiligen Ökonomen oder Politikers zu erklären sein. Natürlich kommt die Dollar-Abwertung an sich zumindest jenen meist nicht europäischen Befragten ganz gelegen, die George W. Bush nach den Wahlen im November gerne noch als Präsidenten hätten. So dem heimlichen Kandidaten auf eine Greenspan-Nachfolge, Martin Feldstein. Oder dem Chef von Merrill Lynch und ehemaligen IWF-Ökonomen Jacob Frenkel. Klar: Die schwache Währung hilft Export und Konjunktur, und das könnte im Wahljahr 2004 wichtig sein, wenn Konjunkturstützen wie die seit Monaten wirkenden Steuersenkungen ausbleiben.

Das babylonisch wirkende Sprachengewirr zum vermeintlichen Devisendebakel zeigt jenseits solcher Interessen aber vor allem eins: dass Ökonomen heute bei kaum einem Thema so aufgeschmissen wirken wie dann, wenn es darum geht, das Auf und Ab der Wechselkurse nachvollziehbar zu erklären.

Gegensteuern ist hipp

Klar ist nur: dass der Glaube an die Rationalität der Devisenmärkte dahin ist, ebenso wie das lang gehegte Ökonomen-Leitmotiv, wonach es als weise gilt, dem vermeintlich rationalen Devisenspiel in Ehrfurcht zuzusehen. Gegensteuern ist wieder hipp.

Wer sich bei Experten zum erstaunlichen Höhenflug des Euro umhört, bekommt von den einen mit großem Selbstbewusstsein erläutert, dass das ganz einfach an den Zinsdifferenzen liegt. In den USA liegen die Sätze für kurzfristig angelegtes Geld derzeit bei einem Prozent, in Europa bei zwei.

Man wäre ja blöde, da nicht Euro zu kaufen, klingt logisch. Fragt sich nur, warum dann der Euro nicht viel früher stark war. Das Phänomen, dass es in den USA weniger Zinsen gibt, gab es schon früher. Das könnte wiederum erklären, warum andere Ökonomen mit ähnlichem Selbstbewusstsein die Zinsthese für Quatsch erklären. Es sei das hohe US-Leistungsbilanzdefizit, heißt es etwa - obwohl auch das ja nicht wirklich neu ist. Das Defizit gab es schon, als der Dollar König spielte.

Zur Erinnerung: Damals galt die These als große Weisheit, dass sich im Euro die europäische Misere spiegelt. Kurios, wie schnell sich die Dinge ändern, vor allem die Erklärungsmuster. Heute ist die Euro-Stärke die Schwäche des Dollar - als wären die Händler gezwungen, den blöden Euro zu kaufen.

Eindeutig ist immerhin ein Trend: Die Zahl der Experten ist international drastisch gesunken, die den Märkten ihr Auf und Ab abnehmen und es für ökonomisch vollkommen richtig erklären, wenn der Kurs von 0,85 Euro je Dollar vor drei Jahren auf jetzt fast 1,30 Euro gestiegen ist. So schnell können sich die Fundamentaldaten gar nicht ändern.

"Wir erleben ein erneutes Überschießen der Kurse, das nicht nur für Europa, sondern auch den Rest der Welt gefährlich wird", sagt Kenneth Rogoff, bis Oktober 2003 Chefökonom des IWF. Ähnlich kritisch lautet die Formel beim OECD-Chefökonomen, Jean-Philippe Cotis: "Es gibt immer weniger Experten, die behaupten würden, dass diese Aufwertung über entsprechend sinkende Importpreise per saldo positiv auf Europa wirkt. Das ist Unsinn." Ab Frühjahr drohe der Euro-Höhenflug auf die Konjunktur durchzuschlagen - dann droht angesichts des erst beginnenden Aufschwungs ein Desaster.

Paradigmenwechsel

Ein Paradigmenwechsel? Vielleicht. Zu den Neuerungen könnte zählen, dass das Tabu vom Gegensteuern der Notenbanken und Regierungen im Notfall gebrochen wird. Darauf lassen die jüngsten Verbal-Eingriffe von EU-Kommission, Finanzministern und Euro-Notenbank schließen. "Wir werden Interventionen sehen", sagt Rogoff. Ähnlich klingt das bei Cotis. Andere prophezeien, dass es 2004 so viele Eingriffe geben wird wie nie zuvor.

Die Vorschläge dafür, wie und wann gegenzusteuern ist, sind in etwa so zahlreich wie die Davoser Schneeflocken. Cotis hält Wunder für möglich, wenn nur die Asiaten aufhörten, ihre Währungen durch Dollar-Käufe billig zu halten. "Dann gäbe es für Anleger die Möglichkeit, neben dem Euro aufwertende Währungen zu kaufen." Das würde laut Cotis den Euro-Höhenflug stoppen. Ob das reicht, bezweifelt Morgan-Stanley-Ökonom Stephen Roach, der auf das direkte Intervenieren der Asiaten verweist. Das habe in Japan die Aufwertung gebremst und anderswo verhindert.

Einspruch, sagt Rogoff: "So etwas würde nur funktionieren, wenn die Zinsrelationen geändert würden." Rogoffs Vorschlag: Die US-Notenbank sollte ihre Zinsen sofort anheben, zumal die Stützung der Konjunktur durch niedrige Sätze im Aufschwung sinnlos ist. Umgekehrt könnte die EZB ihre Sätze noch einmal senken, so Rogoff.

Ob das realistisch ist? Immerhin: Seit Donnerstag scheint in Davos die Sonne. Und am Freitag reist EZB-Chef Jean-Claude Trichet an. Es wird mit Sicherheit einen hochkarätigen Ökonomen geben, der dem Währungshüter dann Devisentipps geben wird. Fragt sich nur, wer.
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54reab:

Nettowährungsreserven des Euro-Systems nehmen ab

 
27.01.04 16:41
Die Europäischen Zentralbank berechnete die Zahlen der Nettowährungsreserven des Euro-Systems für die Woche zum 23. Januar 2004. Demnach verringerten sich die Reserven gegenüber der Woche zum 15. Januar um 0,4 Mrd. auf 175,6 Mrd. Euro.

Weiterhin kletterte der Wert der in Euro denominierten Wertpapiere von Ansässigen der Eurozone von 62,2 Mrd. in der Vorwoche auf 63,1 Mrd. Euro. Die Einlagen öffentlicher Haushalte vermehrten sich von 37,0 Mrd. auf 51,7 Mrd. Euro und die Nettoforderungen an Kreditinstitute verzeichneten einen Anstieg von 268,0 Mrd. auf 278,2 Mrd. Euro.

Dagegen sanken die Einlagen auf Girokonten von 135,0 Mrd. auf 134,3 Mrd. Euro. Auch der Banknotenumlauf reduzierte sich von 419,1 Mrd. auf 415,1 Mrd. Euro.

© finanzen.net
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54reab:

G7-Minister geben eindeutiges Signal

 
08.02.04 20:06
ftd.de, So, 8.2.2004, 14:00www.ftd.de/g7
G7-Minister geben Devisenmärkten eindeutiges Signal

Die sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) haben sich für stabile Devisenmärkte ausgesprochen. Mit der Tagung versuchten sie, ein deutliches Signal gegen die Talfahrt des Dollar zu setzen.

Bei ihrem Treffen in Boca Raton (US-Staat Florida) äußerten sie sich am Samstag auch optimistisch über den weltweiten Wirtschaftsaufschwung. Bundesfinanzminister Hans Eichel ist überzeugt, dass die Einigkeit der Minister von den Finanzmärkten registriert wird.

Ohne die US-Währung zu erwähnen, bezeichneten die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 zu starke Wechselkursschwankungen als unerwünscht. Europäische Politiker hatten auf eine Formulierung gedrängt, mit der der Höhenflug des Euro gestoppt werden kann.

"Außerordentliche Schwankungen und ungeordnete Bewegungen in den Wechselkursen sind in Hinblick auf das Wirtschaftswachstum unerwünscht", hieß es in der Abschlusserklärung. "Wir beobachten die Devisenmärkte genau und kooperieren wie angemessen." Wechselkurse müssten die wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegeln. "Es bedarf keiner weiteren Erläuterung", sagte Eichel. "Die Tatsache, dass wir uns einig sind, stellt einen großen Wert dar, den die Finanzmärkte auch zur Kenntnis nehmen werden", sagte Eichel anschließend.

Europäer fürchten um Exporte

Mit der unerwartet deutlichen Formulierung setzten sich die Europäer durch, die angesichts der Dollarschwäche und des starken Euro Schaden für ihre Exportwirtschaft fürchten. Der Dollar hat in den vergangenen zwei Jahren rund 29 Prozent an Wert verloren. US-Finanzminister John Snow spielte das Thema Wechselkurse dagegen herunter. US-Unternehmen profitieren vom starken Dollar, was Arbeitsplätze schafft und der Regierung vor allem im Wahljahr willkommen ist.

Snow stellte das Thema Konjunkturanreize für die Weltwirtschaft in den Mittelpunkt. "Wir haben ein Wachstumsdefizit", sagte Snow. Die Minister und Notenbankchefs aus den USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan betonten zwar, dass die Konjunkturaussichten weltweit immer besser werden. Es bleibe allerdings noch viel zu tun.

Nach den Worten von Eichel sind dies in Europa weitere Strukturreformen. "Die Agenda 2010 hat eine große und positive Rolle gespielt", sagte er. In den USA gehe es vor allem um die Konsolidierung des Haushalts. Snow erläuterte den Plan seiner Regierung zur Halbierung des Haushaltsdefizits von heute 4,5 auf zwei Prozent den Bruttoinlandsprodukts (BIP) in fünf Jahren.

Warnung an Argentinien

Die Minister forderten Argentinien auf, die mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Reformen für die Freigabe weiterer Kredite umzusetzen. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Vereinbarungen mit dem IWF unterminiert werden", warnte Eichel. Snow sei beauftragt worden, den Argentiniern dies unmissverständlich deutlich zu machen. Der IWF, dessen Direktor Horst Köhler an den Beratungen in Boca Raton teilnahm, entscheidet am 9. März über die Freigabe einer weiteren Kredittranche.

Zu dem Treffen in Boca Raton waren auch die Finanzminister Afghanistans und Iraks eingeladen. Snow würdigte ihre Pläne zur Stimulierung einer dynamischen Wirtschaft als beispielhaft. Afghanistan versprachen die Minister bis Juni weitere Finanzhilfen.

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ALDY:

".. eindeutiges Signal" Was für ein Stoff rauchst

 
08.02.04 20:37
Du denn?

Klingt für mich eher noch einer Kreuzung von "undurchsichtiger Nebelwand" mit "We agree to disagree"

Aldy
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54reab:

immer nur guten ;o)

 
09.02.04 10:48
 
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54reab:

Stützungsaktion für Dollar

 
26.02.04 11:00
Aus der FTD vom 26.2.2004www.ftd.de/schroeder
Schröder fordert Stützungsaktion für Dollar
Von Peter Ehrlich und Christoph Keese, Berlin

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat internationale Aktionen gegen die Dollar-Schwäche gefordert. In einem Interview mit der Financial Times Deutschland und der FT kündigte Schröder an, dass er die Frage bei seinem Treffen am Freitag mit US-Präsident George W. Bush zur Sprache bringen will.

"Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für den Zustand der Weltwirtschaft", sagte er. Der Europäischen Zentralbank (EZB) legte der Kanzler deutlicher als bisher eine Zinssenkung nahe. "Ich kann mir vorstellen, dass man über die Frage nachdenkt, ob das Zinsniveau richtig justiert ist", sagte er.

Mit seinen Äußerungen verstärkt Schröder vor seinem USA-Besuch den Druck auf die amerikanische Geldpolitik und die EZB, Maßnahmen gegen die anhaltende Dollar-Schwäche und den Euro-Höhenflug zu ergreifen. Er wolle der EZB und der US-Notenbank Fed keine direkten Ratschläge geben, sagte Schröder. Aber es seien "allein die Zentralbanken", die am Wechselkursverhältnis etwas ändern könnten.

Unterstützung von Rogowski

Der Aufforderung des Kanzlers an die EZB, die Zinsen zu senken, um damit den Euro zu schwächen, schloss sich der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, an. Im Interview mit der FTD forderte er ebenfalls, den derzeitigen Zinssatz von 2,0 Prozent zu reduzieren. Nach einem Bericht der Agentur Market News will der EZB-Rat bereits nächste Woche darüber beraten.

Der Dollar stieg Mittwochnachmittag um rund 1,5 Cent gegenüber dem Euro. Hauptauslöser waren Marktgerüchte, die EZB könne zusammen mit der japanischen Notenbank schon bald am Devisenmarkt intervenieren. Der Chef des Internationalen Währungsfonds, Horst Köhler, nannte die Interventionen der japanischen Zentralbank zur Stützung des Dollar "pragmatisch" und "hilfreich" für das Ankurbeln der Wirtschaft.

Probleme für deutsche Wirtschaft

Schröder bewertete das gegenwärtigen Verhältnis von Euro und Dollar als unbefriedigend, weil es die Konjunktur in Europa nicht stütze und den deutschen Exporten Probleme mache. Am Dienstag hatte bereits Wirtschaftsminister Wolfgang Clement die EZB zum Handeln aufgefordert.

Schröder fügte allerdings hinzu, trotz des starken Euro glaube er nicht, "dass man sich jetzt schon Sorgen machen muss um das Wachstum". Zwar zeige der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex, dass die Wirtschaft wegen der Euro-Stärke nicht mehr so optimistisch sei, wie sie sollte. Aber gleichzeitig ziehe auch der Konsum an. "Mit den Wachstumserwartungen von 1,5 bis 2,0 Prozent für dieses Jahr liegen wir gut", folgerte Schröder daher.

Gespräche mit Bush

Der Kanzler will bei seinen Gesprächen mit Bush und Vertretern des Senats auch Bedenken gegen die Ausweitung des US-Rechtssystems auf andere Staaten vorbringen. "Uns bereitet die Tendenz Sorge, das sich die amerikanische Justiz zunehmend für Fragen interessiert, die nach internationalem Privatrecht nicht in ihre Zuständigkeit fallen, weil weder amerikanische Unternehmen noch amerikanische Staatsbürger betroffen sind."

Zuletzt hatten im Prozess um das Seilbahnunglück von Kaprun unterlegene Kläger angekündigt, in den USA zu klagen. Vor allem die Industrie fürchtet hohe Schadensersatzforderungen durch solche Sammelklagen in den USA. Rogowski unterstützte daher Schröders Vorstoß. "Die Amerikaner müssen da ihr Rechtssystem ändern", forderte er.

Skepsis gegenüber gesetzlichen Mindestlöhnen

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Bush werden außenpolitische Themenstehen. Der Kanzler erneuerte die Bereitschaft der Regierung zu einem teilweisen Schuldenerlass für Irak.

Skeptisch äußerte sich der scheidende SPD-Chef zur Diskussion in seiner Partei über gesetzliche Mindestlöhne. "Ich gehöre zu denen, die Regelungen der Tarifparteien den Vorzug geben", sagte Schröder. Auch im Streit um eine Ausbildungsplatzabgabe befürwortete er eine freiwillige Lösung.


Starker Euro belastet

Höhenflug Seit September hat der Euro zum Dollar fast 14 Prozent an Wert gewonnen.

Bremse Die Euro-Stärke dämpft die Wachstumshoffnungen in den deutschen Unternehmen und gefährdet den Aufschwung.

Widerstand Die US-Regierung lehnt jedoch bisher Schritte zur Stützung des Dollar ab.

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bogard:

Das hört sich für die Aktienkurse doch gut an

 
29.02.04 23:31
Aus der FTD vom 1.3.2004www.ftd.de/zinsumfrage
Zinsumfrage: EZB wartet auf Zinsanhebung in den USA
Von Andreas Krosta, Frankfurt

Die beiden größten Notenbanken der Welt lassen sich mit ersten Zinserhöhungen Zeit. So wird die US-Notenbank Federal Reserve nach Ansicht von mehr als 50 Prozent der von der FTD befragten Bankenvolkswirte erst im Herbst ihren Leitzins erhöhen.

Wie tief der Dollar noch fällt!? 1403969
ZoomZins-Prognose von 28 Banken
Die Europäische Zentralbank (EZB) wartet noch bis mindestens Ende des Jahres - rund 65 Prozent der Experten rechnen mit einer Zinserhöhung erst im vierten Quartal 2004 oder ein Quartal später. Von der EZB-Sitzung am Donnerstag erwartet keiner der Ökonomen eine Leitzinsänderung.

Die im Vergleich zur USA doppelt so hohen Zinsen der Euro-Zone sind nach Ansicht der Volkswirte ein Grund für den starken Euro. Ein rascher Zinsschritt der Fed nach oben würde Anlagen in den USA attraktiver machen und könnte somit den Dollarfall bremsen. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte die Wechselkurs-Problematik bei seinem Besuch bei US-Präsident George W. Bush angesprochen - Schröder fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft.

Zinserhöhung im Herbst

Wie tief der Dollar noch fällt!? 1403969
ZoomEinschätzung von 28 Banken zu Inflation und Wirtschaftswachstum
"Die EZB wird sehr wahrscheinlich abwarten, ob die Fed ihren Zins irgendwann in naher Zukunft anheben wird. Wenn sie das tut, könnte sich der Kurs des Euro ohne Zweifel auf einem stabilen Niveau einpendeln", sagte der Chefvolkswirt der DZ-Bank, Thomas Meissner. Der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Deka-Bank, Ulrich Kater, sieht einen ersten Zinsschritt der Fed im September.

Die EZB werde im Dezember nachlegen. Noch gibt der höhere Kurs der Gemeinschaftswährung der EZB die Möglichkeit, den Leitzins niedrig zu lassen. Der zum Dollar gestiegene Euro senkt die Inflation in der Euro-Zone, mindert aber nach Ansicht der EZB-Geldpolitiker derzeit nur wenig das Exportgeschäft. Erst für Februar 2005 sieht eine leichte Mehrheit der Volkswirte höhere Zinsen voraus - 57 Prozent erwarten dann einen Leitzins zwischen 2,25 und 2,75 Prozent.

Zwischenzeitlich Zinssenkung möglich

Allerdings könnte die EZB in der Zwischenzeit die Zinsen senken. So gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Außenhandel unter Druck gerät. Der Ifo-Index sank etwa im Februar erstmals seit neun Monaten - vor allem durch die bremsenden Effekte des Wechselkurses. "Zinssenkungen der EZB sind bei einem weiter aufwertenden Euro nicht ausgeschlossen", sagte der Chefvolkswirt der ING BHF-Bank, Uwe Angenendt. "Die geldpolitischen Rahmenbedingungen für die EZB werden im ersten Halbjahr besser." Angenendt erwartet etwa den Rückgang der Inflationsrate auf 1,5 Prozent im März - dies liegt unterhalb des EZB-Ziels von nahe, aber unter 2,0 Prozent.

Der Chefvolkswirt von Invesco Asset Management Deutschland, Jörg Krämer, sieht durch die Auswirkungen des Euro eine Zinssenkungschance von 30 Prozent. Sollten die Indikatoren weitere Stagnations- oder Abschwungsignale senden, werde die EZB die Zinsen verringern. Dieter Wermuth von der japanischen UFJ-Bank sieht schon im April oder Mai die nächste Senkung. Zuerst werde die EZB die Finanzmärkte auf den Schritt vorbereiten.

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