Xiaomi-Aktie: Ein kurzes Video und die Fantasie ist zurück - jetzt zugreifen?
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
Ein kurzes Video reicht und die Xiaomi-Aktie hebt ab. Die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns stiegen am Donnerstag im heimischen Handel um rund sieben Prozent. Auslöser ist die wachsende Fantasie rund um Xiaomis humanoide Roboter und deren Einsatz in der Elektroautoproduktion.
Für dich zusammengefasst:
Xiaomi-Aktie steigt im chinesischen Handel um rund sieben Prozent.
Humanoide Roboter übernehmen Arbeitsschritte in der Fertigung.
Neues KI-System Xiaomi-Robotics-1 steuert die Roboter.
Die Xiaomi-Aktie legt am Donnerstag im chinesischen Handel rund sieben Prozent zu. Rückenwind liefert die wachsende Hoffnung, dass der Technologiekonzern mit humanoiden Robotern einen weiteren Zukunftsmarkt erschließen könnte.
Für neue Aufmerksamkeit sorgte Xiaomi-Chef Lei Jun. Er veröffentlichte auf der Plattform X Aufnahmen aus einer Fabrik des Konzerns. Darin übernehmen menschenähnliche Roboter einzelne Arbeitsschritte bei der Fertigung von Elektroautos.
Noch können die Maschinen beim Tempo nicht mit menschlichen Beschäftigten mithalten. Entscheidend ist jedoch ihre Lernfähigkeit. Während der Arbeit erfassen die Roboter Bewegungen und Abläufe. Die Software wertet diese Informationen aus und passt die nächsten Schritte daran an. Auf diese Weise soll die Leistung der Systeme kontinuierlich steigen.
Für Xiaomi könnte die Technik vor allem in der Autoproduktion interessant werden. Eine stärkere Automatisierung würde langfristig weniger manuelle Arbeit erfordern. Gleichzeitig könnten effizientere Abläufe die Kosten senken und die Profitabilität des jungen Elektroautogeschäfts verbessern.
Zusätzliche Fantasie liefert das neue KI-System Xiaomi-Robotics-1. Das multimodale Modell steuert die Roboter und verbindet Wahrnehmung, Bewegung und Entscheidungsfindung. Nach Angaben des Konzerns basiert das Training auf mehr als 100.000 Stunden realer Bewegungsdaten.
Dadurch sollen die Maschinen neue Tätigkeiten bereits nach vergleichsweise kurzen Demonstrationen erlernen können. Xiaomi nennt als mögliche Anwendungen das Verpacken von Smartphones, das Auffüllen von Druckern oder das Einräumen von Waschmaschinen. Die Roboter könnten damit künftig nicht nur in hoch spezialisierten Produktionsanlagen eingesetzt werden.
Genau hier liegt die größere Chance. Xiaomi verfügt bereits über ein breites Ökosystem aus Smartphones, Elektroautos und vernetzten Haushaltsgeräten. Gelingt es dem Unternehmen, humanoide Roboter zuverlässig und zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten, könnte daraus ein weiterer großer Geschäftsbereich entstehen.
Noch steht die Entwicklung am Anfang. Die Systeme müssen schneller, präziser und günstiger werden. Zudem arbeiten zahlreiche chinesische und internationale Konzerne an ähnlichen Lösungen. Ob Xiaomi seine technische Stärke in ein profitables Massenprodukt verwandeln kann, bleibt daher offen.
Der kräftige Kursanstieg zeigt jedoch, wie sensibel der Markt auf Fortschritte in diesem Bereich reagiert. Kurzfristig könnten die Roboter Xiaomis Fabriken effizienter machen. Langfristig eröffnet sich womöglich ein völlig neuer Absatzmarkt. Sollte der Konzern seine Technologie weiter verbessern, dürfte die aktuelle Kursreaktion nicht das letzte Ausrufezeichen gewesen sein.
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