Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Wochenlang war von der Xiaomi-Aktie außer Verlusten nichts zu sehen. Jetzt hat sie sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Start einer Erholung? Das ist möglich!
Für dich zusammengefasst:
Xiaomi-Aktie befindet sich in einem monatelangen Abwärtstrend.
Die Aktie hat zwei Drittel ihres Wertes verloren.
Am Donnerstag stieg die Aktie um 4,4 Prozent in Hongkong.
Nach einem sehr starken Börsenjahr 2025 mit Kursrekorden in Serie befindet sich die Xiaomi-Aktie inzwischen in einem monatelangen Abwärtstrend. Der chinesische Technologiekonzern, bekannt für seine vielseitigen Produkte mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis, hat gegenwärtig an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen.
Im Kerngeschäft, dem Verkauf von mobilen Endgeräten und weiteren Elektronikartikeln, fressen die explodierenden Speicherpreise die Margen und damit auch die Konzerngewinne auf. Die sind aber nötig, um die Expansion des E-Fahrzeuggeschäfts quer zu finanzieren.
Für das aber hat der Gegenwind ebenfalls zugenommen, weil die Absatzzahlen auf dem chinesischen Markt zurückgehen und die internationale Expansion chinesischer Fahrzeughersteller die Absatz- und Margenschwäche auf dem Heimatmarkt bislang nicht ausgleichen kann. Die Aktie hat diese Vielzahl an Problemen bereits zwei Drittel ihres Wertes gekostet. Noch am Mittwoch war Xiaomi auf den tiefsten Stand seit September 2024 gefallen. Solche Mehrjahrestiefs bedeuten in der technischen Analyse Verkaufssignale.
Doch am Donnerstag hat sich die Aktie am Handelsplatz in Hongkong eindrucksvoll mit einem Plus von 4,4 Prozent zurückgemeldet. Eine Gegenbewegung ist jetzt drin!
Nach Lebenszeichen ist jetzt eine Gegenbewegung möglich
Verluste von über 60 Prozent gegenüber dem Allzeithoch lassen wenig Raum für Interpretationen – die Aktie befindet sich einer crashartigen Abwärtsbewegung. Der langfristige Aufwärtstrend ist mit den hohen Verlusten und dem jüngsten Mehrjahrestief längst infrage gestellt. Vor allem der Bruch der Unterstützung im Bereich von 30 Hongkong-Dollar (HKD; 3,34 Euro) sorgte zuletzt noch einmal für eine Abwärtstrendverschärfung.
Mit der könnten es die Verkäuferinnen und Verkäufer aber übertrieben haben, denn der Relative-Stärke-Index (RSI) ist tief im überkauften Bereich angekommen. Gleichzeitig liegen im Trendstärkeindikator MACD erste bearishe Divergenzen vor; das Mehrjahrestief ist damit aus technischer Perspektive unvollständig beziehungsweise nicht bestätigt, was jetzt trotz des insgesamt sehr schwachen Trends in eine Gegenbewegung münden könnte.
Kurzfristig viel Erholungspotenzial ...
Die hat grundsätzlich viel Platz nach oben, weil der steile Abverkauf in den vergangenen Wochen und Monaten zu großen Abständen sowohl zu den gleitenden Durchschnitten als auch zu den Unterstützungen, die jetzt erstmals als Widerstände betrachtet werden müssen, geführt hat. Ein Anstieg bis zur nächstgelegenen Hürde bei rund 26 HKD (2,90 Euro) bedeutet ein Potenzial von 15,0 Prozent. Bis zum Erreichen des Widerstandsbereichs um 30 HKD könnte Xiaomi sogar +32,7 Prozent zulegen.
Unterhalb der bei 20 HKD (2,23 Euro) gelegenen Unterstützung wäre mit neuen Verlusten zu rechnen. Wer einen antizyklischen Einstieg wagen will, sollte hier einen Stopp platzieren.
Fazit: ... aber langfristig geht es nicht ohne operative Verbesserungen!
Nach einer wochen- und monatelangen Talfahrt hat die Xiaomi-Aktie am Donnerstag ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Zwar ist es viel zu früh, eine mögliche Trendwende auszurufen, doch angesichts der stark überkauften Zustände im RSI sowie der bullishen Divergenzen im MACD ist jetzt eine kräftige, mindestens mehrtägige Gegenbewegung möglich, von der Trading-affine Anlegerinnen und Anleger profitieren könnten.
Für eine dauerhafte Trendwende muss jedoch auch eine operative Wende her. Das heißt verbesserte Absatzzahlen auf dem E-Fahrzeugmarkt sowohl in China als auch darüber hinaus. Außerdem muss Xiaomi eine Antwort auf die Speicherkrise finden, damit die Margen im Kerngeschäft nicht weiter erodieren. Gelingt das, hat die mit einem KGVe 2027 von 11,6 attraktiv bewertete Aktie das Zeug, zu alter Stärke zurückzufinden.
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