Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Die Lufthansa-Aktie bricht nach den Quartalszahlen deutlich ein. Hohe Kerosinkosten halbieren den operativen Gewinn und belasten den Ausblick für 2026.
Die Lufthansa Group hat mit ihren Zahlen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes verfehlt und gleichzeitig ihren Gewinnausblick für das Gesamtjahr korrigert. Massive Mehrkosten für Kerosin, Streikbelastungen und anhaltende geopolitische Unsicherheiten belasteten das Ergebnis erheblich.
Die Lufthansa-Aktie verlor nach Vorlage der Geschäftszahlen im Tradegate-Handel 4,45 Prozent auf 8,84 Euro (Stand: 8:30 Uhr MESZ).
Operativer Gewinn mehr als halbiert
Obwohl Europas größter Airline-Konzern seinen Umsatz im zweiten Quartal um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigern konnte, brach das operative Ergebnis deutlich ein. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von 870 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nur noch 383 Millionen Euro und lag damit auch unter den Analystenschätzungen von 401 Millionen Euro.
Die bereinigte EBIT-Marge verschlechterte sich entsprechend deutlich und sank von 8,4 Prozent auf lediglich 3,4 Prozent.
Noch drastischer fiel der Rückgang beim Nettogewinn aus. Unter dem Strich verdiente der Konzern lediglich 123 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch rund eine Milliarde Euro erzielt worden war. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von 331 Millionen Euro gerechnet.
Auch beim freien Cashflow blieb Lufthansa deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der bereinigte freie Cashflow verschlechterte sich auf minus 365 Millionen Euro nach einem Plus von 138 Millionen Euro im Vorjahr. Der Markt hatte lediglich mit einem negativen Cashflow von rund 50 Millionen Euro gerechnet.
Kerosinkosten steigen um 750 Millionen Euro
Hauptverantwortlich für den Ergebniseinbruch waren die deutlich gestiegenen Treibstoffkosten. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Kerosinkosten im zweiten Quartal 750 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Insgesamt rechnet Lufthansa für das Gesamtjahr inzwischen mit Treibstoffkosten von 8,66 Milliarden Euro.
Zusätzlich belasteten Streiks das Ergebnis mit finanziellen Auswirkungen von mindestens 150 Millionen Euro.
Jahresprognose angepasst
Nachdem Lufthansa bislang davon ausgegangen war, das bereinigte operative Ergebnis werde deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro liegen, erwartet der Konzern nun ein Adjusted EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro.
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