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Der USA Bären-Thread


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pfeifenlümmel:

zu # 197

7
18.03.10 17:10
Ackermann spricht nicht von Staatsbanken; bei seiner Deutschen Bank allerdings hält er das Risiko bei einem Staatsbankrott Griechenlands beschränkt und ertragbar.
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Svartur:

@pfeifenlümmel 59195

22
18.03.10 18:47
Das ist nicht nur eine Unverschämtheit, es ist auch Betrug an den Bürgern.
Ackermann hat sich immer hingestellt und behauptet, daß die DB keine Staatsknete bekommen hat. Das stimmt auf dem direkten Wege, aber indirekt sind die richtig schön ausbezahlt worden, genau wie Goldman Sachs auch. Die Signale an die Banken waren aber klar : Wir retten euch, koste es, was es wolle.
Es ist unglaublich, wie an den Märkten erneut gezockt wird, die Politiker haben sich erpressbar gemacht und zahlen sollen es die Steuerzahler. Am Ende kommen dann die Banken und rümpfen die Nase über die hohe Staatsverschuldung. Gleichzeitig gönnen sie sich Riesenboni und toppen damit jeden, aber auch wirklich jeden eigenverantwortlichen Unternehmer, der seinen Mist selbst bezahlen muß, der am Ende wahrscheinlich eher auf Hartz 4 steht, als irgendwo anders.

Mit denen wird dann gegessen,sie werden hofiert und sind die angebliche Elite des Landes. Das ist beschämend.

Die Steigerungen an den Börsen wären ohne das billige Geld nicht möglich gewesen. Die reale Wirtschaft hat sogar gelitten bisher, weil das Geld nicht bei ihnen ankam, sondern sofort ins Casino gesteckt wurde. Geht es gut, machen die Banken Milliardengewinne, ohne Risiko, denn wenn es schief geht, soll der Steuerzahler es löhnen und wird es nicht übernommen vom Staat, dann löhnt es ebenfalls der Steuerzahler, weil seine Kohle weg ist, bzw. die Einlage von ihm selbst gesichert wird und darüber hinaus dann nichts mehr da ist.

Da zucken sie nur mit den Schultern die Banker, faseln was von Wirtschaftsaufschwung, wäre der wirklich so vorhanden wie gedacht, dann müßten die Banken mit Freude den Unternehmen das Geld zur Verfügung stellen.

Stattdessen, so wie heute, die Rückläufe sofort aufgekauft, totale Panik vor einem Markt der auch nur einen Tag im Minus schließt und Bonigier wohin das Auge reicht.

Jaja, das gibt es noch solche Blödhampels, die meinen, man müsse diese Form der Banker nicht ständig angreifen, bitte, was soll man sonst machen? Welchen berufszweig gibt es noch, der hochverdienend ist, aber keinerlei Eigenverantwortung bei schlechter Arbeit trägt. Maximal noch die Leutz in der Politik, die sanft gefeder aufs Ruhekissen der Rente zurückfallen. Danach ist es Essig. Bei Eigenschverschulden wird jeder Arbeitnehmer eine Sperre beim Hartz 4 bekommen und das ist auch gut so, gilt aber wenn, dann doch für alle, oder?

Tsja, so stehen wir exackt an der gleichen Stelle wie vor der Krise. In den Indices, als auch in den Köpfen, als auch bei den Gehältern der Manager, die den ganzen Mist verzapft haben und der ganze Mist gammelt nun irgendwo in Büchern herum, ohne das jemand weiß, wie viel es wirklich wert, oder nicht wert ist.

Dennoch kaufen die Anleger den Bankenschrott, weil sie sich verarschen lassen. Dennoch wird niemanden die Daumenschraube angelegt, dennoch stellen sie sich hin und erklären uns die Welt und dennoch gibt es sogar hier im Forum Pappnasen, die es für gut heißen, obwohl es auch ihre gelder sind, die verheizt werden. Ach ja, Hauptsache die Börsen gehen schön rauf und man kann jeden Tag sich nen Ständer besorgen.

Seit ich Börse betreibe habe ich noch nie eine solche Frechheit seitens der Politik und der Banken gegenüber den Bürgern gesehen und der Neue Markt war schon ein Husarenstück sondergleichen. Das heute toppt aber alles bei weitem und man kann nur hoffen, daß die mal irgendwann aufwachen, die Politik indem sie Grenzen setzt, die entsprechenden Banker, indem sie nicht mal Hartz 4 bekommen. Gar nichts, sollen zusehen, daß sie nicht geteert und gefedert werden.
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musicus1:

pfeifenlü, die db hat sich auch in italien

11
18.03.10 18:56
verzockt, bankvermögen wurde eingefroren......richtig so.... bankenkrise 2. teil  mit kreditklemme für den mittelstand,spä ende 2010 / 2011 knallt es  an den aktienmärkten, das spiel ist klar,  noch mehr optimismus, das geld muss ja irgendwo hin,   bären in den markt  drängen und dann zum abschuss freigeben........ buy on the dip, mir fehlt einfach der mut....... an den devisenmärkten ist diese entwicklung schon erkennbar...
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Stöffen:

Alle mal herschauen

11
18.03.10 18:56
Hat heute in der Nacht zum Donnerstag jemand von euch die recht interessante Video-Dokumentation des ZDF zum Milliardendesaster der Hypo Real Estate gesehen? Wurde um 0:35 Uhr gesendet, natürlich wenn das Volk schon schläft. Sie steht aber jedoch schon in der ZDF-Mediathek zum Abruf via Internet bereit. Einfach mal anschauen, wirklich schnell vergehende 30 Minuten.

Verzockt, verloren, verstaatlicht ...
Was kostet uns die Hypo Real Estate?

Die Hypo Real Estate, eine Jahrhundertpleite, ein Milliardengrab: Wie konnte eine einzige Bank das deutsche Finanzsystem bis an den Rand des Abgrunds bringen? Die ZDF-Dokumentation "Verzockt, verloren, verstaatlicht ... Was kostet uns die Hypo Real Estate?" zeigt auf, mit welch riskanten Geschäften die Banker das Geld verzockt haben.

www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/...e-Hypo-Real-Estate%3F
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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fkuebler:

Wer glaubt, dass der DAX im Sept. über 6500 stehen

6
18.03.10 19:10

... kann, der liest bitte nicht weiter.

Für alle anderen empfehle ich, angeregt durch permanent #59192 und #59193, an der Eurex ODAX-Calls September 2010 Strike 6'300 zu verkaufen, für 210 Euro. 

Wenn der Dax im September unter 6'300 steht, darf man die 210 Euro behalten, bei 6'500 kann man sich noch für 10 Euro ein EIs kaufen, darüber würde man entsprechend Verlust machen.

Aber wer das für möglich hält, der hat ja sowieso nicht bis hierhin gelesen ;-)

Antworten
fkuebler:

TITANIC, MAD, und SPIEGEL haben gemerged!

4
18.03.10 20:01

Die Damen und Herren haben mal karikiert, wie sich Klein-Fritzchen überlegen würde, "wie eine wirklich stabile EU-Finanzverfassung aussehen müsste". Wegen der grösseren Auflage hat man für die Veröffentlichung dieser neuesten Realsatire von den 3 Zeitschriften dann den SPIEGEL genommen: Feuerprobe für Europas Wunderwährung. Auf den Fotos von der Redaktionskonferenz konnte man übrigens gut erkennen, wie sich die Leute Bärte angeklebt hatten, um mal wie Experten auszusehen, und wie sie sich dann die Joints reingezogen und auf die Schenkel geschlagen haben ;-)

Der USA Bären-Thread 7669563
Der USA Bären-Thread 7669563Der USA Bären-Thread 7669563

18. März 2010, 15:21 Uhr

Euro-Krise

Stunde der Wahrheit für Europas Wunderwährung

Von Anne Seith, Frankfurt am Main

Das griechische Pleitedrama verunsichert die Euro-Länder: Wie können sie ein ähnliches Desaster künftig verhindern? Ideen gibt es viele - doch die meisten sind Schaumschlägerei. SPIEGEL ONLINE analysiert, wie eine wirklich stabile EU-Finanzverfassung aussehen müsste.

Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde ist offensichtlich auf Krawall getrimmt. Anfang der Woche sorgte sie in Berlin für Empörung, als sie in der "Financial Times" wortreich den deutschen Handelsüberschuss kritisierte - die Tatsache also, dass die Bundesrepublik mehr Güter exportiert als importiert. Das schade den europäischen Nachbarn, motzte Lagarde.

Am Mittwoch legte sie nach: Wenn in einer wirtschaftlichen Solidargemeinschaft wie der Euro-Zone Anstrengungen nötig seien, müssten sich "alle" bemühen, so die Ministerin im französischen Radiosender RTL. Staaten mit einem Defizit müssten dies abbauen, aber andere mit "einem Überschuss" dürften nicht "einmotorig" fahren. "Zum Beispiel kann Deutschland vielleicht ein wenig seine Steuern senken, um den heimischen Konsum anzukurbeln",regte die Ministerin an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte kühl. "Dort, wo wir stark sind, werden wir unsere Stärken nicht aufgeben", erklärte sie im Bundestag. Zwar nimmt auch die Kanzlerin inzwischen den lang verpönten Begriff einer "gemeinsamen Wirtschaftsregierung" für Europa in den Mund. Die müsse sich aber bitteschön an den schnellsten und nicht an den langsamsten Staaten orientieren.

Tatsächlich sind aber genau die langsamen, sprich die weniger wettbewerbsfähigen Staaten, das große Problem der Euro-Zone. Die desaströse Haushaltslage in Griechenland hält in diesen Wochen die gesamte Gemeinschaft in Atem, die Angst um den Euro geht um. Ähnliche Schwierigkeiten in Spanien, Irland, Italien oder Portugal könnten die Lage weiter verschärfen.

Auf der einen Seite Überschüsse, auf der anderen Defizite

Der Euro-Raum stehe vor der Zerreißprobe, warnen Kritiker. Ihre Begründung: Seit Einführung der Gemeinschaftswährung haben sich die Länder immer stärker auseinanderentwickelt, statt zu einem Wirtschaftsraum zusammenzuwachsen. Unter anderem weil Währungsschwankungen Wettbewerbsunterschiede nicht mehr ausgleichen können.

Auf der einen Seite der Gemeinschaft stehen nun Staaten wie Deutschland oder Finnland mit ihren gewaltigen Leistungsbilanzüberschüssen. Auf der anderen Seite stehen Länder wie Griechenland oder Portugal mit gewaltigen Defiziten. Sie konnten mit den Power-Staaten auf Dauer nicht mithalten und lebten, angelockt von billigen Zinsen, jahrelang auf Pump.

Das logische Fazit wäre eine gemeinsame Wirtschaftspolitik für die gesamte EU. Allerdings gibt es heftige Widerstände: Schließlich ist kaum ein Staat bereit, seine Hoheit über Haushalts- und Industriepolitik abzugeben.

Was kann die Gemeinschaft also tun, um Krisen wie in Griechenland künftig zu verhindern? Und was muss geschehen, wenn der Notfall doch eintritt? SPIEGEL ONLINE klärt die wichtigsten Fragen zur Zukunft des Euro:

Was brächte eine gemeinsame EU-Wirtschaftsregierung?

Visionen kleidet man am besten in schöne Worte. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sein Programm also "Europa 2020" genannt. Der Inhalt: Wirtschaftspolitische Ziele, die in zehn Jahren erreicht werden sollen. Nämlich:

  • 75 Prozent der Menschen bis zu 64 Jahren sollen dann Arbeit haben.
  • Drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts müssen in Forschung und Entwicklung investiert werden.
  • Die EU-Klimaziele müssen verwirklicht werden.
  • 40 Prozent der jungen Menschen sollen eine Hochschulausbildung haben.
  • 20 Millionen Menschen weniger als bisher sollen von Armut bedroht sein.

Die Absichten von "Europa 2020" sollen für jeden EU-Staat in "spezifische und differenzierte nationale Ziele" aufgeschlüsselt werden. Die Mitgliedstaaten müssen dafür im Herbst 2010 erste "Nationale Reformprogramme" vorlegen, in denen die Umsetzung erläutert wird. Der Plan soll nach Wunsch Barrosos im Juni beschlossen werden.

Dass er aber einfach so durchgewinkt wird, ist unwahrscheinlich. Und selbst wenn: Von einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftsregierung wäre die Gemeinschaft noch meilenweit entfernt. Zum einen sieht der Plan keinerlei Sanktionsmechanismen für Staaten vor, die ihre Ziele nicht erreichen. Es können lediglich Verwarnungen ausgesprochen werden.

Zum anderen werden wirklich sensible Politikbereiche wie der Haushalt oder die Lohnpolitik von dem Konzept nicht berührt. Doch genau hier liegt das Problem der Gemeinschaft. Unterschiedliche Lohnkosten führen zu Wettbewerbsnachteilen, und ein Mitgliedsstaat, der jahrelang über seine Verhältnisse wirtschaftet, kann dem gesamten Euro-Raum schaden.

Will man Haushaltskrisen wie die griechische vermeiden, muss sich die Gemeinschaft also etwas anderes einfallen lassen.

Wie kann man den EU-Stabilitätspakt robuster gestalten?

Hat der Stabilitätspakt von Maastricht versagt? Die Antwort lautet jein. Versagt hat nicht das Prinzip, sondern die Umsetzung. Das Problem: Zwar wurden mit dem Maastrichter Vertrag klare Kriterien für die Haushaltspolitik der Euro-Länder festgezurrt. So darf die Neuverschuldung drei Prozent des Bruttoinlandproduktes nicht übersteigen, der gesamte Schuldenberg darf nur 60 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

So weit die Theorie. Tatsächlich haben seit dem Start des Euro zahlreiche Staaten - darunter auch Deutschland - die Maastricht-Kriterien fortlaufend gerissen. Wirklich passiert ist nie etwas. Der Grund: Mögliche Geldstrafen müssen vom EU-Finanzministerrat mit Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden.

Was könnte man also besser machen? Die naheliegende Antwort lautet: Man sollte den Verfahrensprozess beschleunigen und Strafen automatisch greifen lassen. Genauso fordern es derzeit viele Ökonomen.

Doch auch diese Lösung birgt ein grundlegendes Dilemma: "Finanzsanktionen oder die Kürzung von Fördergeldern gegenüber finanzschwachen Staaten sind wenig glaubwürdig", sagt Kai Konrad, Professor beim Max-Planck-Institut in München. Denn: Die Geldstrafe wäre genau dann fällig, wenn der Sünderstaat gerade kein Geld hat.

Wie sollte die EU-Finanzverfassung aussehen?

Wirtschaftsexperte Konrad geht das Problem von einer anderen Seite an. Statt sich die Frage zu stellen, wie man einen Staat vor der Pleite bewahren kann, fragt er, warum eine Pleite eigentlich so schlimm ist. "Wenn alle Anleger der Welt auf ein ausgeglichenes Portfolio achten, ihre Eier also in unterschiedliche Körbe legen würden, wäre eine Pleite Griechenlands kein Drama", sagt er.

Sogar das Land selbst würde nicht allzu stark leiden, weil es schließlich durch ein Zahlungsmoratorium die Zins- und Kreditzahlungen einstellen könnte. Damit würde es viel Geld sparen.

Das Problem ist laut Konrad: "Wir haben Anleger, die einseitige Wetten abschließen. Zum einen weil es alle tun, und zum anderen weil es deshalb wahrscheinlich ist, dass die anderen Staaten im Notfall einspringen."

Dieses "Samariter-Problem" erkläre, warum das kleine Griechenland eine so große Bedeutung für die Stabilität des Euro habe. Ein Land mit rund elf Millionen Einwohnern, dessen Wirtschaftsleistung nicht einmal der von Baden-Württemberg entspricht, sei deshalb "systemrelevant", sagt Konrad.

Starke ökonomische Fliehkräfte

"Wenn es gelingt, den Casino-Kapitalismus an den Finanzmärkten zu beenden, dann funktioniert auch der europäische Stabilitätspakt", so der Ökonom. Die Frage ist nur, wie das gehen soll. Konrad schlägt vor, "Impulse zu setzen", etwa die Eigenkapitalquoten von Banken "massiv" anzuheben." Denn bei einer verlorenen Wette gehen Anteile des Eigenkapitals verloren - je höher die Quote, desto mehr kann ein Geldinstitut also verlieren, wenn es zockt.

Das Problem der starken ökonomischen Fliehkräfte in der Europäischen Union hätte man auf diese Weise allerdings noch nicht gelöst. Der Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, hat deshalb eine andere Idee: Er fordert Schuldenkommissionen in den einzelnen Ländern, die ähnlich unabhängig agieren wie die Notenbanken, und deren Vorgaben bindend sein sollen. "Die Kommission muss den Konjunkturzyklus beobachten und dementsprechend Defizitgrenzen individuell festlegen", sagt Snower. Das Ziel: eine antizyklische Schuldenpolitik. Brummt die Wirtschaft, dürfen nur wenig neue Kredite aufgenommen werden. Droht eine Rezession, darf die Regierung mehr Geld an den Märkten pumpen.

Eine weitere Idee, für die sich jetzt auch Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker erwärmt, sind Schuldenbremsen nach deutschem Vorbild in allen Ländern der Währungsgemeinschaft. In Deutschland greift das im Grundgesetz verankerte Instrument ab 2011. Ab 2016 darf sich der Bund im Normalfall nur noch bis zu einer Obergrenze von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes jährlich neu verschulden, die Länder sollen sich ab 2020 überhaupt kein Geld mehr von Banken leihen dürfen. "Über ein solches oder ein ähnliches Instrumentarium werden wir auch in der Euro-Zone nachdenken müssen", sagte Juncker dem "Rheinischen Merkur". Ganz unmöglich scheint dieses Ziel nicht. In Österreich wird das Instrument schon jetzt diskutiert.

Könnte ein Europäischer Währungsfonds im Notfall helfen?

Ein Europäischer Währungsfonds (EWF) soll eingreifen, wenn es schon brennt, wenn ein Euro-Land im Schuldenchaos versinkt und kurz vor der Pleite steht: Dann könnte der Fonds Finanzhilfe leisten und im Gegenzug Auflagen für die Haushaltspolitik machen. So viel scheint klar.

Mit Details allerdings hielt Wolfgang Schäuble (CDU) sich nicht groß auf, als er den Vorschlag für einen EWF in die politische Diskussion warf. Er wolle eine "Institution, die über die Erfahrungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und über analoge Durchgriffsbefugnisse verfügt", verkündete der Bundesfinanzminister in der "Welt am Sonntag". "Die Euro-Zone strebt an, ihre Probleme aus eigener Kraft lösen zu können." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fügte noch hinzu, ein EWF müsse "auch die ordnungsgemäße Insolvenz eines Staates regeln". Soweit, so vage.

Zahlreiche Fragen sind noch ungeklärt. Soll ein EWF einen eigenen Beamtenapparat bekommen - also Analyse- und Überwachungseinheiten? Oder geht es nur darum, ein Instrument für den Notfall zu schaffen, also klare Mechanismen für Krisenfälle wie den griechischen? Und woher stammt das Geld, das ein EWF verteilt?

Ein Vorschlag für einen EWF stammt von dem Chefökonom der Deutschen Bank, Thomas Mayer, und von Daniel Gros, dem Direktor der Brüsseler Denkfabrik Center for European Policy Studies (CEPS). Sie fordern Beitragszahlungen von Staaten, die die Verschuldungsregeln von Maastricht nicht einhalten. Die Länder müssten dann ein Prozent der Differenz zwischen tatsächlichem und erlaubtem Schuldenstand einzahlen. Der EWF hätte seit dem Start der Währungsunion so schon Mittel von 120 Milliarden Euro sammeln können, rechnen die Ökonomen vor.

Die Schwäche des Vorschlags liegt auf der Hand: Man würde Regierungen zu Geldstrafen verdonnern, die ohnehin schon knapp bei Kasse sind. Die Alternative wäre also, dass finanzstarke Euro-Länder den EWF mit Mitteln ausstatten. Doch auch dann drohen Probleme. Starker politischer Druck für die Verwendung der Gelder würde sich wohl kaum verhindern lassen.

Eine weitere Schwierigkeit ist die Frage, wie der EWF Länder bestrafen kann, die sich nicht an seine Reformauflagen halten. Natürlich kann er Geldstrafen verhängen, natürlich kann er die Kreditlinien oder mögliche Garantieschirme streichen. Doch dann hat man wieder das Dilemma, das Geldstrafen für klamme Sünder innewohnt.

Wie wahrscheinlich ist ein EWF?

Die Skepsis gegenüber der Idee eines EWF ist groß. "Ich glaube nicht, dass man mit dieser Form technokratischer Regulierung weit kommt", sagt etwa Kai Konrad, Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht. Auch Klaus Zimmermann, Chef des Wirtschaftsinstituts DIW, hält es für wenig sinnvoll, "eine weitere Organisation einzurichten, die vor sich hin funktioniert".

Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank, fürchtet gar, dass ein EWF den Stabilitätspakt weiter aushöhlen könnte. Weil auf der einen Seite Regeln für solide Staatsfinanzen etabliert und auf der anderen mit dem EWF Mechanismen geschaffen würden für den Fall des Regelbruchs. "Das macht das System von vorneherein weniger glaubwürdig."

Hinzu kommt ein ganz anderes Problem: Der Aufbau eines EWF wird Jahre dauern. Will man wirklich ein Pendant zum IWF schaffen, müsste dafür wohl sogar der Vertrag von Lissabon nochmals aufgeschnürt werden. Jede Veränderung an dem Kontrakt, der die Grundlage der EU darstellt, erfordert aber Einstimmigkeit, entsprechende Parlamentsbeschlüsse in allen Mitgliedstaaten - in Irland würde sogar eine Volksabstimmung fällig.

Will man diese Hürde umgehen und etwa einen Vertrag nach dem Beispiel des Schengener Abkommens zur Beseitigung von Grenzkontrollen schließen, müssten die Euro-Länder bei der Schlagkraft des EWF Abstriche machen. Aus Deutschland würde dann trotzdem noch Ärger drohen: Denn das Bundesverfassungsgericht hat bereits klar gemacht, dass die Übertragung weiterer Kompetenzen an die EU Probleme aufwerfen dürfte.

Allen Hindernissen zum Trotz will EU-Währungskommissar Olli Rehn bis Juni ein Konzept für einen EWF ausarbeiten. Allerdings sei dies nur ein denkbares Instrument von vielen, ließ der Kommissar bereits mitteilen. Auch in anderen Euro-Ländern gibt man sich verhalten. "Ich sehe keine Notwendigkeit, dass die Mitgliedsländer wirtschaftspolitische Kompetenzen an eine europäische Institution abgeben", sagte etwa die irische Vizepräsidentin und Wirtschaftsministerin Mary Coughlan dem "Handelsblatt". Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde erklärte, der Vorschlag habe für die Euro-Länder keine Priorität.

 

Antworten
Eidgenosse:

#59205

6
18.03.10 20:14
Für 10 Euro ein Eis?

Wenn das Eis bis dann 10 Euro kostet dann ist der Dax bestimmt über 6500.

Die SNB hat das Eurokaufen im Moment erstmal eingestellt. (Zur Verwunderung einiger. Wo ist wohl die nächste Schwelle?)
Der USA Bären-Thread 307595
Man sollte den Leuten das denken beibringen und nicht das gedachte.
Antworten
fkuebler:

Eidgenosse #207: In der Schweiz ist alles teurer,

 
18.03.10 20:25

"Für 10 Euro ein Eis?"

..., sogar der Euro, wie dein Chart sehr eindrucksvoll belegt ;-)

 

Sorry, bin heute etwas satirisch veranlagt ;-)

Antworten
fkuebler:

#208: Satire und Rechnen schliessen sich aus ;-)

 
18.03.10 20:28

"..., sogar der Euro, wie dein Chart sehr eindrucksvoll belegt ;-)"

Nicht nur beim SPIEGEL, sondern auch bei mir selbst. In der Schweiz ist natürlich der Franken teurer, wie dein Chart zeigt ;-)

Antworten
Eidgenosse:

Hoffentlich hast du deine ODAX Call-Wetten

4
18.03.10 20:44
etwas sorgfältiger berechnet. Sonst gibts im September kein Eis zum essen sondern höchstens einen festgefrorenen Blick ins Depot.

Satirisch veranlagt bist du eigentlich fast immer so wie ich das lese. Das brauchst du nicht noch zu erwähnen und zu entschuldigen schon garnicht. Jedenfalls was mich angeht.

Aber nur weiter so.
Man sollte den Leuten das denken beibringen und nicht das gedachte.
Antworten
Stöffen:

Her Kübler, ihr Eis, bittschön...

10
18.03.10 20:54
;-))
Der USA Bären-Thread 307598
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Malko07:

Richtige Umgebung für Finanzhaie:

10
18.03.10 21:06

Prügelei in US-Gefängnis

Milliardenbetrüger Madoff im Knast verhauen

US-Finanzbetrüger Bernard Madoff ist im  Gefängnis heftig verprügelt worden. Mithäftlinge brachen ihm laut einem  Bericht des "Wall Street Journal" die Nase und mehrere Rippen. Angeblich  ging es bei dem Streit um Geld.

New York - Bernard Madoff hat im Knast Schläge einstecken müssen.  Laut "Wall Street Journal" verprügelte ein Mithäftling den  Milliardenbetrüger, weil dieser ihm Geld schuldete. Madoff soll bei dem  Angriff Mitte Dezember eine gebrochene Nase, gebrochene Rippen sowie  Schnitte im Gesicht und auf dem Kopf davongetragen haben.

..................

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684427,00.html

Antworten
fkuebler:

Eidgenosse/Töffel #210/211: Mach' ich gerne... ;-)

3
18.03.10 21:18

"Aber nur weiter so."

Mach' ich gerne ;-)

"Her Kübler, ihr Eis, bittschön..."

Das scheint mir die Variante für den ODAX-Grosshandels-Verkauf zu sein ;-)

Antworten
pfeifenlümmel:

Madorf ist ein kleines Licht,

4
18.03.10 21:20
wenn man an die Betrügereien in Griechenland denkt. Konsequenzen? Ne, die anderen sollen bezahlen. Sind dazu ja blöd genug, geben schnell Garantien ab. Warum auch nicht, bezahlen müssen es ja auch wieder andere.
Antworten
pfeifenlümmel:

Ist Madorf ausgebrochen?

4
18.03.10 21:27
Der USA Bären-Thread 307605
Antworten
pfeifenlümmel:

Oh nein,

4
18.03.10 21:30
war nur ein Spielchen für knockout fans:
Der USA Bären-Thread 307606
Antworten
Anti Lemming:

Shark: first sign of a slowdown

7
18.03.10 21:34

First Signs of a Slowdown

By Rev Shark
Street.com Contributor
3/18/2010 4:31 PM EDT


The DJIA and the Nasdaq continued their winning runs, but the action under the surface was a bit weaker today. The small-caps underperformed, and breadth was quite poor, with about 2,400 gainers to 3,300 decliners. Oil in particular saw some profit-taking, but many other recent winners saw some selling as well.

Given how strong this market has been for so long, it is a bit ridiculous to consider the action weak when the S&P 500 is down just 0.03%, but it is the first sign of any slowing in quite a while. Even the most rabid bulls are rooting for some consolidation at this point, and this market seems determined not to cooperate.

I feel like I've been repeating myself way too much lately, but the market conditions have been so unchanging and lacking in good opportunities, I have had few good alternatives. The market beast has many different ways to frustrate us, and this sort of environment where we are extended but won't correct is one of the worst. It is extremely easy to lose money if you are too anticipatory in looking for a breakdown, but you can't be very aggressive when good entry points just don't exist.

With the health care bill on the brink of being passed by Congress, we may have a convenient excuse for more robust profit-taking, but until we actually see more weakness, the uptend is still intact.

Antworten
Mouton:

pfeifenlümmel

4
18.03.10 22:07
Schau mal hier, war etwas falsch ausgedrückt, sind aber die Banken, denen der Staat schon mächtig unter die Arme gegriffen hat.
"Besonders stark betroffen sind  Staatsfinanzierer wie die Commerzbank-Tochter Eurohypo und die Hypo Real  Estate. Ackermann hat das Engagement der Deutschen Bank wiederholt als  "sehr gering" bezeichnet.

Ich wette außerdem, das die Landesbanken auch dick drin sind. Aus meiner Zeit als Bankenprüfer, weiß ich, dass die immer stark in Staatsanleihen investiert waren.
Einen Arschtritt für meinen Schwarz-Gelben Lieblings-Autisten bei Ariva, gratis!
Antworten
fkuebler:

(Gähn) "Wall St correction likely due to Fed exit"

3
18.03.10 23:13

Ja, und natürlich (schnarch): "Even so, the correction will be a buying opportunity" ;-)

Wall St correction likely due to Fed exit -Barclays

Wall St correction likely due to Fed exit -Barclays
5:43pm EDT

NEW YORK, March 18 (Reuters) - U.S. stocks are likely to suffer a correction in the second quarter as anxiety about the Federal Reserve's exit strategy sparks caution, Barclays Capital said on Thursday.

"Uncertainty around the implications of policy normalization is likely to be the catalyst for a correction in global bond markets, which should prompt a correction in equities in the second quarter," Barclays Capital said in its latest Global Outlook.

"We maintain a cautious equity stance in both the United States and Europe. Looking further out to the end of this year, however, we maintain a more constructive view."

Writing in their equity outlook, Barclays Capital analysts Barry Knapp and Edmund Shing said it was unlikely that the period of adjustment that sparked a sell-off in mid-January was complete.

U.S. stocks have bounced back, and the Dow Jones industrial average <.DJI> and the Standard & Poor's 500 <.SPX> this week hit 17-month highs.

"The complexity of the Fed's exit strategy and the lack of the usual bear flattening in the Treasury market together make it unlikely that the period of adjustment is complete," Barclays said.

Even so, the correction will be a buying opportunity.

Barclays Capital said it has set a year-end target of 1,210 for the S&P 500 <.SPX>, with an implied total return of 11percent in 2010, up from its initial target of 1,120. The S&P on Thursday closed at 1,165.83 points.

"We would treat any major pullback in share prices as a buying opportunity. We favor defensive over cyclical sectors because of a turn in leading indicators, a reversal of analyst earnings estimate revisions, and compelling valuations."

Commenting on earnings, the analysts said "while we are becoming somewhat more optimistic about corporate earnings, we still believe that consensus is too high and our favorite measure of earnings growth momentum, net revisions, is rolling over at a high level."

Significant impediments to higher share prices in the second quarter could also come from the combination of stalling earnings estimate revisions and a higher discount rate on those earnings, Barclays Capital said.

Other headwinds should be the March employment report in early April, the second-quarter earnings season in mid to late April, and the Federal Reserve's next policy meeting in late April.

"If the correction develops for the reasons we delineate, an improving growth outlook leading to higher rates, we would use any pullback to the 1,000-1,050 range on the S&P 500 to aggressively add to U.S. equity exposure."

A mid-point of that range is 1,025, which implies a "text book" correction of 10 percent or more from the S&P 500's current level of 1,165. (Reporting by Ellis Mnyandu; Editing by Leslie Adler)

 

Antworten
fkuebler:

Interessant: "BIP" verschleiert Rezessionstiefe

11
18.03.10 23:56

                           BIP verschleiert in Krise Ernst der Lage                         

Schlechtes Konjunkturbarometer

BIP verschleiert in Krise Ernst der Lage

Das Bruttoinlandsprodukt sei keine geeignete Kennziffer, um das Ausmaß einer Rezension zu erkennen, da Kleinbetriebe darin nicht auftauchen. Das sagt ein Fed-Ökonom und befürchtet, die Kraft der Erholung könne überschätzt werden.
Das weithin als Konjunkturbarometer genutzte Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat nach Einschätzung eines Fed-Ökonomen die Tiefe der jüngsten US-Rezession verschleiert. Mit dieser Kennziffer könne jetzt auch die Kraft der Erholung überschätzt werden, sagte Jeremy Nalewaik.
Eine verlässlichere Größe sei das weniger bekannte Bruttonationaleinkommen (BNE), das ein Einkommensindikator sei und anders als das BIP auch Kleinunternehmen und Ein-Mann-Betriebe berücksichtige. Diese wurden in der jüngsten Rezession besonders hart getroffen.
 
So zeigte das BNE für 2007 laut Nalewaik schon vor dem offiziellen Beginn der US-Rezession im Dezember zwei Quartale mit rückläufiger Wirtschaftsleistung auf, die BIP-Quartale waren 2007 dagegen alle positiv. Im dritten Quartal 2009 kehrte das BIP der USA wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Daraus schlossen viele Volkswirte, dass die Rezession wohl im Juni zu Ende gegangen sei. Doch BNE-Statistiken zeigen diese Kehrtwende nicht.
In Wissenschaftlerkreisen wird schon seit langem über die Vor- und Nachteile der beiden Kennziffern gestritten. Doch die schwere Wirtschaftskrise hat ein Schlaglicht auf die Berichtspraxis der Statistiker geworfen, die Fed-Ökonom Nalewaik in seiner Studie als "sub-optimal" kritisiert.

 

Antworten
Hagen v. Tronje:

#220

3
19.03.10 00:18

"Doch die schwere Wirtschaftskrise hat ein Schlaglicht auf die Berichtspraxis der Statistiker geworfen, die Fed-Ökonom Nalewaik in seiner Studie als "sub-optimal" kritisiert."

Man möchte hinzufügen: "Noch Fragen, (Ulrich) Kienzle ?" ;-)

Antworten
Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#59222

Anti Lemming:

Trotz Rallye: US-Anleger verkaufen ihre Fonds

5
19.03.10 08:59
markusgaertner.wordpress.com/2010/03/18/rally-boykott/
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permanent:

Und führe mich nicht in Versuchung

10
19.03.10 09:08

Die Flut der Liquidität, des billigen Geldes führen den Anleger in Versuchung. Auf der Jagd nach höheren Renditen steigt das Risikobewusstsein.
Wie im Posting 222 von AL richtig beschrieben sind die Überkapazitäten, für die keine Nachfrage besteht, das Problem. In der Krise wurden diese durch politisches Wohlwollen und protektionistische Gedanken konserviert.
In Asien entstehen getrieben durch billige Kredite ständig neue Produktionsanlagen, die für den Export produzieren sollen. Für den Export in den Westen. Für einen Westen der aufgrund der hohen Verschuldung diese Produktion nicht absorbieren kann.

Permanent

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relaxed:

#59222 Ich würde ja gerne mehr

11
19.03.10 09:15
konsumieren und den Briten und Amerikanern helfen, doch ich weiß nicht wie. Ich kann doch nicht jeden Monat einen neuen Computer mit Intel-Prozessor und Microsoft-Betriebssystem kaufen? Oder gibt es da sonst noch was? Apple mag ich nicht - oder muss man jetzt auch was kaufen, was man nicht mag?

Die Franzosen haben wenigstens Wein und Käse, der nach ständiger Nachbestellung ruft. ;-)))
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