Eine unerwartet niedrige Inflationsrate in Frankreich belastete den Euro. Die Jahresrate sank im Januar von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,4 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 0,6 Prozent gerechnet. Die französische Inflationsrate liegt damit deutlich unter dem Niveau anderer Länder der Eurozone. Die EZB strebt für den gesamten Währungsraum auf mittlere Sicht eine Rate von zwei Prozent an. Es wird an den Märkten erwartet, dass die EZB an diesem Donnerstag und auch auf absehbare Zeit den Leitzins nicht senken wird.
Seit der Nominierung von Kevin Warsh für die Nachfolge als Präsident der US-Notenbank Fed am Freitag hat der Dollar Auftrieb erhalten, was den Euro im Gegenzug unter Druck setzte. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump schürte an den Märkten Zweifel, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten kommen wird. Warsh galt lange als geldpolitischer Falke, hat sich also tendenziell für höhere Zinsen eingesetzt. Zuletzt hat er sich aber für Leitzinssenkungen ausgesprochen. Vor der Nominierung von Warsh war der Euro in der vergangenen Woche noch über 1,20 Dollar gestiegen und damit auf ein Hoch seit Mitte 2021.
Die fundamentalen Bedingungen am Devisenmarkt haben sich laut Michael Pfister, Devisenexperte bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie), jedoch nicht geändert. "Die Korrektur an den Märkten ging weder mit einer ausgeprägten Bewegung bei den marktbasierten Inflationserwartungen noch mit groß veränderten Zinserwartungen einher", heißt es in einem Kommentar. "Es scheint eher ein stimmungsbasierter Umschwung gewesen zu sein." Noch seien sich die Marktteilnehmer unsicher, was sie aus der Nominierung von Warsh machen sollten./jsl/he/gl/he
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