KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT), welches das Logo von Siemens Energy und einen fallenden Candlestick-Chart zeigt.
Quelle: - KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
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Siemens Energy: Droht der Aktie jetzt das gleiche Schicksal wie Silber?

Angetrieben vom Hype um Künstliche Intelligenz steigt die Siemens-Energy-Aktie immer weiter, doch aus technischer Perspektive schrillen längst die Alarmglocken.
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Ein Crash für die Geschichtsbücher

Ein gigantisches Anlegerinteresse, gehebelte Positionen mit hohem Risiko und eng gesetzte Stopp-Loss-Aufträge haben Silber in den vergangenen Wochen und Monaten erst eine historische Rallye – und dann am Freitag den schlimmsten Crash seit mehr als vier Jahrzehnten beschert. Aufstieg und Fall des Edelmetalls waren wie aus dem Lehrbuch.

Erst ein fahnenartiger Anstieg, der in grenzenloser Euphorie und in ein Blow-Off-Top mündete und dann nach technischer Überhitzung schließlich der tiefe Fall.

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Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
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Folgt Siemens Energy jetzt dem gleichen Schicksal wie Silber?

Ein durchaus vergleichbares Szenario zeichnet sich aktuell auch an einer ganz anderen Stelle des Marktes ab – bei der Aktie von Siemens Energy. Die befindet sich bereits seit Monaten in einer starken, sich immer weiter beschleunigenden Aufwärtsbewegung.

Dabei haben auch viele Privatanlegerinnen und -anleger ihre Finger im Spiel: Die Aktie ist seit Tagen einer der meistgehandelten Werte an Retail-Handelsplätzen wie Lang & Schwarz, Baader und Tradegate. Wie bei Silber wird auch hier stark auf Optionen und andere Hebelprodukte gesetzt.

Für Call-Optionen werden inzwischen riesige Prämien abgerufen. Und obwohl die Hebel aufgrund der hohen impliziten Volatilität immer kleiner werden, wird weiter munter jeder Dip gekauft. Trotz eines scharfen Intraday-Reversal im DAX notierte Siemens Energy am Dienstagnachmittag unbeeindruckt mit einem Plus von fast 4 Prozent.

Auch die technische Überhitzung ist Silber nicht unähnlich. Aus chartanalytischer Perspektive wird die Lage bei der Aktie immer gefährlicher!

Ein auf den ersten Blick unverändert aussichtsreicher Chart ...

Die Aktie befindet sich seit ihrem Allzeittief bei 6,40 Euro in einer übergeordneten Aufwärtsbewegung. Allein in den vergangenen 12 Monaten gelang Siemens Energy ein Anstieg von knapp 177 Prozent, davon fast 28 Prozent allein in diesem Jahr.

Hierfür war der Aufwärtsimpuls nach dem Zoll-Crash im April verantwortlich, der zu einem Trendkanal mit einer Breite von etwa 15 Euro und nach einer Konsolidierungsphase im Sommer zu fortgesetzten Gewinnen führte.

Dabei wurde die Rallye durch steigende technische Indikatoren begleitet, was zunächst ein Zeichen für einen nachhaltigen Trend ist und zuletzt zu einem Ausbruch aus dem Trendkanal führte. Die Tempoverschärfung ist gut am Trendstärkeindikator MACD abzulesen, der auf ein neues 52-Wochen-Hoch geklettert ist.

... der aber deutliche Spuren von Euphorie und Überhitzung zeigt!

Im RSI liegt dagegen eine disparate Entwicklung vor. Der befindet sich kurzfristig zwar in einer Anstiegsbewegung, übergeordnet aber in einem Abwärtstrend. Damit liegt eine bearishe Divergenz vor, die der Verbote einer Trendwende sein könnte.

Trotz der niedrigeren Hochs ist der RSI auf Tageskursbasis mit einem Stand von 78,6 im überkauften Bereich angelangt. Zum Vergleich: Der RSI von Silber lag vor dem Absturz am Freitag bei knapp 84 Punkten. Das suggeriert erst einmal, dass Siemens Energy weiteren Platz nach oben haben könnte.

RSI auf Extrem-Niveau – ein Crash nur noch eine Frage der Zeit?

Wirft man allerdings einen Blick auf höhere Zeitebenen, wird die Situation vergleichbar. Der Wochen-RSI von Siemens Energy liegt bei 82,5 und auf Monatsbasis sogar bei 88,7 Zählern. Vor allem der Monatswert ist ein Extremwert, der auf eine Spekulationsblase hindeutet. Bei Silber lag der Monats-RSI mit 93 Punkten zuletzt nur wenig höher.

Das ist ein gleich doppeltes Problem. Nicht nur zeigt die Überhitzung erstens eine wachsende Korrekturanfälligkeit an. Wenn es denn dann kracht ist zweitens eine wochen- und monatelange Konsolidierung zu befürchten, bis das Kursgeschehen aus technischer Perspektive als normalisiert bezeichnet werden könnte.

Potenzielle Abwärtsziele sind aufgrund des großen Abstands zu den gleitenden Durchschnitten relativ weit unten zu suchen. Bleibt es bei einem kleinen Pullback, könnte dieser im Bereich der 50-Tage- beziehungsweise Aufwärtstrendunterkante bei 125 Euro enden. Bei einer nachhaltigen Konsolidierung muss mit Kursen um 100 Euro gerechnet werden. Das bedeutet ein Abwärtspotenzial von etwa 30 Prozent.

Fazit: Jetzt das Weite suchen, bevor es zu spät ist

Auch die Unternehmensbewertung wird zu einer immer größeren Gefahr für die Aktie. Während der innere Wert von Silber kaum zu bestimmen ist, muss für Siemens Energy eine Überbewertung festgestellt werden. Das für 2026 erwartete KGV liegt bereits bei 40,6 und damit weit über dem Branchendurchschnitt von 21,7. Auch bei anderen Kennziffern liegt die Aktie deutlich über dem Mittel der Vergleichsgruppe.

Ein Einstieg auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau ist daher nicht mehr ratsam. Die Rallye kann hier jederzeit zu einem Bumerang werden und sich ähnlich rasch wie bei Silber in ihr Gegenteil verkehren. Den Katalysator hierfür könnten schon in den kommenden Tagen schwache Quartalszahlen von Alphabet oder Amazon liefern, die dem KI-Trade einen weiteren Dämpfer verpassen könnten.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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