Die Aktie der Evotec hat am Dienstagmittag ein Kursfeuerwerk gezündet und sich mit einem Plus von rund elf Prozent an die Spitze des SDAX gesetzt. Der Titel notierte zuletzt bei 6,55 Euro und profitierte damit klar von einer neu aufgenommenen Analystenbewertung der Privatbank Berenberg, die dem Papier frischen Rückenwind verlieh.
Berenberg startet Coverage mit klarer Kaufempfehlung
Auslöser der Rallye ist die Erstbewertung durch Berenberg. Analyst Christian Ehmann nahm die Evotec-Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 10,00 Euro auf. Evotec sei ein weltweit anerkanntes Auftragsforschungsinstitut, das seinen Kunden umfassende Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Medikamentenforschung und -entwicklung biete, so Ehmann in seiner am Montag veröffentlichten Studie.
Christian Ehmann gehört laut Tipranks.com zu einen der schlechtesten Wall Street Analysten. Mit einer Erfolgsquote von 43 Prozent und einer durchschnittlichen Rendite von minus 3,6 Prozent gehört er zu den schlechtesten 10 Prozent der über 12.000 erfassten Analysten.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Besonders attraktiv sei die strategische Positionierung des Unternehmens. Evotec sitze genau am Schnittpunkt zweier zentraler Branchentrends: dem wachsenden Outsourcing-Bedarf großer Pharmaunternehmen und dem zunehmenden Druck, Forschung und Entwicklung kosteneffizienter zu gestalten.
Attraktive Bewertung trotz operativer Gegenwinde
Berenberg hebt hervor, dass Evotec seine Erlöse über drei zentrale Säulen erzielt: klassische Auftragsforschung, -entwicklung und -produktion auf Fee-for-Service-Basis, Technologielizenzen sowie die risikogeteilte Entwicklung eigener Medikamentenpipelines mit Partnern. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der Konzern Umsätze von 753,2 Millionen Euro, musste jedoch einen Umsatzrückgang von 2,67 Prozent hinnehmen.
Technologische Breite als strategischer Vorteil
Positiv bewertet das Analysehaus die vollständig integrierte Forschungsinfrastruktur von Evotec. Diese ermögliche Kunden den Zugang zu einer breiten Palette an Lösungen für die Entwicklung neuartiger Medikamente über verschiedene Modalitäten hinweg. Dazu zählen niedermolekulare Wirkstoffe, Biologika sowie Zell- und Gentherapien. Besonders hervorgehoben wurde die führende Position des Unternehmens in der Wirkstoffforschung auf Basis induzierter pluripotenter Stammzellen (iPSC).
Darüber hinaus sieht Berenberg Fortschritte bei der Umstellung auf kontinuierliche Fertigungsprozesse sowie strukturellen Rückenwind durch den anhaltenden Trend zur Auslagerung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Pharma- und Biotech-Sektor.
Gemischte operative Signale belasten zuletzt die Performance
Ungeachtet der positiven Analystenstimmen bleibt das operative Umfeld anspruchsvoll. Evotec meldete zuletzt einen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent auf 535,1 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2025 stellt das Management Konzernumsätze von 760 bis 800 Millionen Euro in Aussicht, nach 797 Millionen Euro im Jahr 2024. Beim bereinigten EBITDA peilt Evotec eine Verbesserung auf 30 bis 50 Millionen Euro an, nachdem im Vorjahr 22,6 Millionen Euro erzielt wurden. Der Jahresbericht für 2025 soll am 8. April veröffentlicht werden.
Autor: Ariva-Redaktion/pg
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