Novo Nordisk macht auf PayPal – Paradigmenwechsel!
Gerade erst hatten Anlegerinnen und Anleger wieder angefangen, bezüglich Novo Nordisk und seiner Aktie Mut zu fassen und neue Hoffnung zu schöpfen, was sich mit dem Sprung über die 200-Tage-Linie und dem damit verbundenen Kaufsignal auch charttechnisch ausgedrückt hatte, da ist das Unternehmen Investoren einmal mehr in die Parade gefahren.
Die am Dienstagabend vorgelegten Geschäftszahlen lagen nicht nur unter den Erwartungen des Marktes, sondern markieren auch einen schockierenden Paradigmenwechsel: Novo Nordisk ist (wie PayPal) kein Wachstumsunternehmen mehr! Dementsprechend heftig fällt die Neubewertung und die Kursreaktion der Aktie aus.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
20
|
| Fallender Kurs |
Put
|
5
| ||
Starker Preiskampf lastet auf den Margen
Im von operativen Schwierigkeiten, Zollsorgen und Margendruck geprägten Geschäftsjahr 2025 konnten sich die Dänen beim Umsatz noch einmal um 6 Prozent auf knapp 309 Milliarden Dänische Kronen (DKK; 41,4 Milliarden Euro) steigern. Währungsbereinigt lag das Wachstum sogar bei 10 Prozent.
Aufgrund des Preisdrucks insbesondere bei Abnehmpräparaten fiel der operative Ertrag nichtsdestotrotz um 1 Prozent auf 127,7 DKK (17,1 Milliarden Euro). Der Nettogewinn konnte hingegen noch einmal geringfügig auf 102,4 Milliarden DKK (13,71 Milliarden Euro) gesteigert werden.
Wachstumstreiber war noch einmal das Adipositas-Geschäft, wo die Erlöse um 26 Prozent gestiegen sind. Das traditionelle Diabetes-Geschäft hingegen wuchs nur um 2 Prozent und war dabei von den starken Ausschlägen am Währungsmarkt betroffen. FX-neutral lag der Anstieg hier bei immerhin 6 Prozent.
Novo Nordisk wächst nicht mehr, sondern schrumpft
Dass 2025 herausfordernd gewesen ist, dürfte Anlegerinnen und Anlegern mit Blick auf den Chart vorher klar gewesen sein. Dementsprechend groß waren die Hoffnungen auf Besserung in 2026. Genau hier versagte Novo Nordisk jedoch komplett. Die Prognose ist katastrophal ausgefallen und das genaue Gegenteil der Erwartungen gewesen.
Anstatt fortgesetzten oder gar beschleunigten Wachstums müssen sich Investoren laut des Managements auf einen Umsatzrückgang einstellen. Die Erlöse sollen um 5 bis 13 Prozent sinken. Auch der operative Ertrag soll um einen entsprechenden Betrag zurückgehen. Damit sind die Dänen auch offiziell kein Wachstumsunternehmen mehr.

Aktie verliert am Mittwoch fast 20 Prozent
Empfindliche Kursverluste ließen angesichts dieses Paradigmenwechsels nicht lange auf sich warten. Die Aktie stürzte noch am Dienstagabend zweistellig in die Tiefe und Riss auch die Anteile von Mitbewerber Eli Lilly nach unten.
Am frühen Mittwochvormittag stehen Verluste in Höhe von fast 20 Prozent zu Buche. Damit sind die seit Jahresanfang erzielten Kursgewinne vollständig zunichte gemacht. Auch charttechnisch trübt sich die Lage wieder deutlich ein.
Charttechnisch muss schon wieder gebangt werden
Der Sprung über die 200-Tage-Linie ist jetzt als Fehlsignal einzustufen und der hier liegende Widerstand als bestätigt einzuordnen. Die Aktie fällt zur Wochenmitte außerdem per Gap-Down unter die 50-Tage-Linie, was als Verkaufssignal gilt.
Die Bullen müssen jetzt darauf hoffen, dass die bei 300 DKK (40,17 Euro) liegende Unterstützung hält. Der rasch an Dynamik verlierende MACD könnte das jedoch verhindern, sodass neue Mehrjahrestiefs und weitere Verkaufssignale drohen.
Fazit: Die Aktie bietet erstmal keinen Investment-Case mehr
Novo Nordisk hat den Markt mit einem ganz schwachen Ausblick auf 2026 schockiert. Europas früherer Vorzeigekonzern verschwindet angesichts des brutalen Wettbewerbs im Abnehmgeschäft im globalen Mittelmaß und ist nicht mehr länger ein Wachstumsunternehmen.
Damit müssen sämtliche von Analystinnen und Analysten erwarteten Finanzziele über Bord geworfen werden. Das KGVe 2026 von 17 dürfte überholt sein. Damit besteht trotz der Ankündigung neuer milliardenschwerer Aktienrückkäufe auch aus fundamentaler Perspektive kein Grund mehr, hier investiert zu sein.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.