Software-Aktien im freien Fall: Ist das erst der Anfang des KI-Crashs?

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Kontrollraum mit Computerbildschirm (Symbolbild).
© Martin Barraud / OJO Images / Getty Images www.gettyimages.de
Der Ausverkauf bei Softwareaktien spitzt sich zu. Viele Marktteilnehmer fürchten, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist. JPMorgan sieht panische Geldströme. Und SAP wirkt plötzlich wie ein Schnäppchen. Oder doch nicht?

Sektor steht seit Monaten unter Druck

Seit der zweiten Hälfte von 2025 wächst die Sorge, dass künstliche Intelligenz klassische Softwaremodelle stärker beschneiden könnte als gedacht. Der iShares Expanded Tech-Software Sector börsengehandelte ETF büßte in den vergangenen fünf Tagen 15 Prozent an Wert ein.

Adam Crisafulli von Vital Knowledge hält die Angst zwar für überzogen, sieht aber keine schnelle Erholung. "Wir halten die Software-Abstrafung für extrem übertrieben, und selten war eine Branche so überverkauft, aber es wird einige Zeit dauern, bis sich der Sektor aus der aktuellen Flaute befreien kann", schrieb er laut CNBC.

Neue Zahlen beruhigten die Anleger nicht

Werte aus dem Artikel:
SAP Aktie 155,94 € -4,25%

Varonis Systems rutschte am Mittwoch vorbörslich um mehr als 14 Prozent ab, obwohl das Unternehmen die Umsatz- und Gewinnprognosen übertraf. Crisafulli sieht darin ein Warnsignal. Er verweist auch auf Super Micro Computer. Die Aktie zog nach Zahlen vorbörslich an, doch die gemeldete Bruttomarge von rund 6,5 Prozent sei trotz außergewöhnlicher Nachfrage ein schlechtes Zeichen.

"Die Frage ist, ob all diese Infrastruktur wirtschaftlich genutzt wird und freien Cashflow und gesunde Margen für alle wichtigen Akteure generiert, und das bleibt eine große Unbekannte", schrieb er.

JPMorgan-Analyst Mark Murphy beschreibt laut CNBC einen Abverkauf, der sich von Fundamentaldaten löst. "Unserer Ansicht nach überwältigen allgemeine Geldströme … die tiefer denkenden Fundamentalspezialisten des Software-Sektors", sagte Murphy.

Reflexartige Verkäufe würden durch Index-Arbitrage, programmatische Risiko-Reduktion, Faktor-Ansteckung und ein passives Liquiditätsvakuum verstärkt. Murphy warnt deshalb: Anleger sollten in den kommenden Wochen besonders wachsam bleiben, weil selbst solide Quartalszahlen negativ aufgenommen werden können.

Gleichzeitig schichten Investoren um

CNBC berichtet, dass Geld in Bereiche fließt, die von künstlicher Intelligenz profitieren könnten, darunter Energie, Industrie und Versorger. Internationale Unternehmen bleiben ebenfalls gefragt.

Die Bank of America (Bank of America Aktie) hält die pauschale Abrechnung mit Softwareaktien jedoch für zu hart. Die Analysten räumen ein, dass generative künstliche Intelligenz echte Risiken bringt, etwa neuen Wettbewerb und Preisdruck.

BofA-Analyst Frederic Boulan sieht die Schwächephase trotzdem als Einstiegsfenster für Unternehmen mit geschützten Geschäftsbereichen. Er nennt SAP (SAP Aktie) als Beispiel und argumentiert, komplexe Plattformen seien weniger anfällig, weil sie generative künstliche Intelligenz mit proprietären Kundendaten in Prozesse einbetten können.

Boulan bleibt positiv. Sein Kursziel liegt bei 308 US-Dollar. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Dennoch: Nach SAP erreicht der KI-Fluch auch die Deutsche Börse.

Autor: sbh-Redaktion/neb



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