US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt.
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Nicolas ist seit 2016 Redakteur bei ARIVA.DE. Seine Expertise in der technischen Analyse und sein Engagement für genaue Prognosen machen ihn zu einer wertvollen Ressource für die Community, die auf aussagekräftige News angewiesen ist.

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Project Vault“: Trumps 12-Milliarden-Plan lässt Seltene-Erden-Aktien steigen

Die Aktien mehrerer US-Seltenerdunternehmen verzeichneten kräftige Kursgewinne, nachdem Donald Trump eine strategische Rohstoffreserve ankündigte. Mit dem „Project Vault“ will die US-Regierung kritische Mineralien im Wert von zwölf Milliarden US-Dollar sichern und sich unabhängiger von China machen.
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Critical Metals Corp 14,245 $ Critical Metals Corp Chart +13,2%
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Energy Fuels Inc 23,54 $ Energy Fuels Inc Chart +12,0%
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Idaho Strategic Resources Inc 38,58 $ Idaho Strategic Resources Inc Chart +1,07%
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MP Materials Corp 62,63 $ MP Materials Corp Chart +5,95%
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Analyse: Trumps „Project Vault“ treibt Rohstoffaktien – strategische Reserve soll US-Industrie absichern

Die US-amerikanische Rohstoffpolitik erhält mit der Ankündigung des Projekts „Vault“ unter Donald Trump einen weitreichenden Impuls. Ziel ist es, die Versorgung der heimischen Industrie mit kritischen Mineralien langfristig zu sichern. Im Zentrum steht die Einrichtung einer strategischen Rohstoffreserve, vergleichbar mit dem Erdölnotvorrat, jedoch mit Fokus auf Elemente wie Seltene Erden, Gallium, Kobalt und andere hochspezialisierte Mineralien. Die Gesamtfinanzierung des Projekts umfasst 12 Milliarden US-Dollar. Dabei stammen rund 1,67 Milliarden US-Dollar aus privatem Kapital und 10 Milliarden US-Dollar aus einem langfristigen Darlehen bereitgestellt von der US-Export-Import-Bank.

Die Ankündigung sorgte unmittelbar für Bewegung an den Kapitalmärkten. Aktien relevanter Unternehmen, die in der Förderung und Verarbeitung seltener Mineralien tätig sind, reagierten mit deutlichen Kursaufschlägen. So stieg Critical Metals um 6,3 %, USA Rare Earth legte um 4,7 % zu, MP Materials verzeichnete ein Plus von fast 4 %, Energy Fuels gewann 3,6 %, und Idaho Strategic Resources stieg um 6,2 %.

Rohstoffsicherheit als geopolitische Maßnahme

Der Hintergrund der Maßnahme ist geopolitischer Natur: Die USA sind bislang stark von chinesischen Lieferketten abhängig. China dominiert nicht nur den Abbau von Seltenerdmetallen mit rund 60 % Marktanteil, sondern auch deren Verarbeitung. Insbesondere bei magnetischen Anwendungen liegt dieser bei über 90 %. Diese Marktkonzentration stellt ein erhebliches Risiko für westliche Industrien dar, insbesondere für Sektoren wie Automobilbau, Hightech, Verteidigung und Luftfahrt.

Mit dem „Project Vault“ will Washington dieser Abhängigkeit entgegenwirken und eine nationale Rohstoffinfrastruktur für zivile Anwendungen aufbauen. Bisher beschränkten sich strategische Vorräte auf den militärischen Bereich. Nun sollen auch Hersteller aus dem zivilen Industriesektor wie Boeing (Boeing Aktie), Stellantis, General Motors und Alphabet (Alphabet C Aktie) (Google) profitieren, die sich bereits am Projekt beteiligen.

Struktur des Projekts: Kooperatives Modell mit privatwirtschaftlicher Beteiligung

Die Struktur des Projekts sieht eine enge Kooperation zwischen staatlichen Institutionen, Rohstoffhändlern und Industrieunternehmen vor. Führende Rohstoffhändler wie Hartree Partners, Traxys North America und Mercuria Energy Group wurden als zentrale Beschaffungsstellen beauftragt. Die Industrieunternehmen übermitteln im Vorfeld ihren Bedarf an strategischen Mineralien, woraufhin die Handelsfirmen im Auftrag des Projekts die entsprechenden Rohstoffe am Weltmarkt erwerben und einlagern.

Die Finanzierung basiert auf einem langfristigen Kreditmodell mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Die Hersteller zahlen Lager- und Finanzierungskosten anteilig und erhalten im Gegenzug Zugriff auf die Reserve, sowohl im laufenden Betrieb als auch im Fall größerer Versorgungsengpässe. Ein zentraler Mechanismus zur Preisstabilisierung besteht darin, dass Unternehmen eine bestimmte Materialmenge zu einem festgelegten Preis kaufen und sich gleichzeitig verpflichten, dieselbe Menge zu diesem Preis erneut abzunehmen. Dies soll Marktvolatilität reduzieren und Preisniveaus planbarer machen.

Industrieperspektive: Absicherung gegen Preisschocks und Lieferunterbrechungen

Die Bedeutung eines solchen Mechanismus wurde zuletzt bei der Preisexplosion von Nickel im Zuge des Ukraine-Kriegs deutlich. Damals führte die Unsicherheit über russische Exportverfügbarkeiten zu einem historischen Anstieg des Nickelpreises, mit erheblichen Auswirkungen auf Industrieunternehmen weltweit. Ähnliche Risiken bestehen bei zahlreichen anderen strategischen Rohstoffen, darunter Neodym, Dysprosium, Gallium oder Germanium. Diese Elemente werden beispielsweise in Antriebstechnologien, Magneten, Halbleitern und Batterien verwendet. 

Die neue Reserve soll genau gegen solche Schocks absichern. Durch zentrale Beschaffung und Lagerung können Unternehmen Schwankungen auf dem Rohstoffmarkt besser abfedern, ohne selbst hohe Lagerbestände vorhalten zu müssen. Das Modell bietet damit nicht nur strategische Sicherheit, sondern auch betriebswirtschaftliche Vorteile.

Internationale Partnerschaften: Lieferketten ausbauen, Abhängigkeiten reduzieren

Das „Project Vault“ ist Teil einer größeren Rohstoffstrategie der USA, die auch internationale Partnerschaften umfasst. Die US-Regierung hat Kooperationsabkommen mit Australien, Japan und Malaysia geschlossen, um alternative Bezugsquellen für kritische Mineralien zu erschließen. 

Zugleich geht die US-Regierung mit direkten Investitionen in strategische Unternehmen neue Wege. Die Beteiligung an MP Materials sowie die Unterstützung von USA Rare Earth und Vulcan Elements zeigen, dass Washington bereit ist, aktiv in Schlüsselunternehmen zu investieren. In den vergangenen Jahrzehnten war ein Ansatz in dieser Form bisher nicht üblich. 

Bewertung der Marktreaktion: Rohstoffwerte profitieren kurzfristig

Die unmittelbare Reaktion der Börse auf die Ankündigung hebt die Relevanz des Themas hervor. Aktien von Unternehmen im Bereich der seltenen Erden und kritischen Mineralien verzeichneten zweistellige Kurszuwächse seit Wochenbeginn. Die Kursanstiege deuten darauf hin, dass Investoren dem Projekt sowohl finanzielle als auch politische Realisierungschancen einräumen. 

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie konkret und zeitnah die operative Umsetzung des Projekts erfolgt. Offen sind bislang Details zu den institutionellen Investoren, die das private Kapital bereitstellen, sowie zu den Gebührenstrukturen und Lagerkosten. Die finale Genehmigung des Kredits durch das Ex-Im-Board steht ebenfalls noch aus, wenngleich sie laut Bloomberg unmittelbar bevorsteht.


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