Palantir wächst weiter kräftig
Die KI- und Datenauswertungskompetenzen von Palantir stehen bei Kundinnen und Kunden weiterhin hoch im Kurs. Ein starkes Geschäft sowohl bei Regierungsaufträgen als auch von kommerzielle Seite her haben im vergangenen Quartal zu einem starken Wachstum und Rekordgewinnen beigetragen.
Im Vergleich zum Vorjahr legten die Erlöse um 69,2 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar zu. Damit konnten die Erwartungen der Analystinnen und Analysten um 60 Millionen US-Dollar übertroffen werden. Der mit Abstand wichtigste Markt des Unternehmens sind die USA. Hier kletterten die Erlöse aus Regierungsaufträgen um 66 Prozent, im Geschäftskundenbereich konnte der Umsatz sogar um 137 Prozent gesteigert werden.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Nettogewinn auf Rekordniveau
Auch bei der lange schwachen Profitabilität machte Palantir erneut große Fortschritte. Auf bereinigter Basis (Non-GAAP) wurde ein Gewinn von 0,25 US-Dollar je Aktie erzielt. Das lag um 2 Cent über den Schätzungen. Ohne Bereinigungen lag der Ertrag je Anteilsschein bei 0,24 US-Dollar. Daraus folgt ein auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallender Nettogewinn in Höhe von 608,7 Millionen US-Dollar.
Im Vorjahresquartal waren es rund 79 Millionen US-Dollar. Palantir hat sich hier also um beeindruckende 670,5 Prozent steigern können. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wurde ein Nettogewinn von 1,625 Milliarden US-Dollar erzielt.
2026 soll noch besser werden
Für 2026 rechnet das Management um CEO Alex Karp mit anhaltend starken Geschäften. Angestrebt wird ein Umsatz von 7,19 Milliarden US-Dollar (Mittelpunktschätzung), was deutlich über den Erwartungen des Marktes von 6,28 Milliarden US-Dollar liegt.
Der bereinigte operative Gewinn soll sich nach 2,28 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 4,13 Milliarden US-Dollar belaufen, was einer angestrebten Steigerung von 81,1 Prozent entspricht. Daraus soll ein freier Cashflow von etwa 4 Milliarden US-Dollar erzielt werden.

Befreiungsschlag für die Aktie möglich
In der US-Nachbörse zeigten sich Anlegerinnen und Anleger sichtlich beeindruckt vom starken Abschneiden des Unternehmens. Die Aktie kletterte aus dem Stand rund 7 Prozent und konnte diese Gewinne bis zum Ende des erweiterten Handels verteidigen. Damit steuert Palantir am Dienstag auf einen Eröffnungskurs um 158 US-Dollar zu.
Dem Dienstagshandel könnte aus charttechnischer Perspektive entscheidende Bedeutung zukommen. In den vergangenen Wochen hat sich Palantir in einer Konsolidierung befunden, welche nach dem Unterschreiten der Durchschnittslinien zu einer erheblichen Eintrübung des Chartbilds geführt und die Unterstützung bei 150 US-Dollar unter Druck gesetzt hat. Deren Unterschreiten hätte erhebliches Abwärtspotenzial freigesetzt.
Mit den zu erwartenden Kursgewinnen könnte Palantir stattdessen die 200-Tage-Linie zurückerobern und damit ein prozyklisches Kaufsignal generieren.
Fazit: Die Bewertung bleibt eine Herausforderung
Aus fundamentaler Perspektive ist die Aktie auch nach den starken Zahlen und der beeindruckenden Prognose enorm hoch bewertet. Das KGVe 2026 liegt bei 114,1. Das entspricht einer Gewinnrendite von unter einem Prozent.
Je nach Kennziffer liegen die Vielfachen von Palantir außerdem um mehrere hundert bis tausend Prozent über dem Branchendurchschnitt. Das limitiert die Chancen weiterer Kursgewinne, auch wenn Palantir erkennbar von KI und der Trump-Regierung mit ihren Bestrebungen zur Einrichtung eines Überwachungs- und Polizeistaates profitiert.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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