BYD: Große Schwäche zum Wochenauftakt
Die zuletzt zähe, aber unter dem Strich konstruktive Kursentwicklung der BYD-Aktie nährte bei vielen Anlegerinnen und Anlegern die Hoffnung auf eine Trendwende, nachdem sich das Papier bereits seit Monaten im Konsolidierungsmodus befindet.
Allerdings dürfte diese Chance nach empfindlichen Verlusten zum Wochenauftakt vereitelt worden sein. An der Börse in Hongkong verlor die Aktie unter hohen Handelsumsätzen fast 7 Prozent an Wert, nachdem die Auslieferungszahlen für Januar enttäuscht hatten.
Gegenüber dem Vorjahresquartal fielen die Verkäufe um 30 Prozent auf knapp 210.000 Fahrzeuge. Das deutet auf Probleme auf dem Heimatmarkt und eine schleppende internationale Expansion hin. Genau die sollte in diesem Jahr allerdings die Trendwende bringen. Für das Chartbild der Aktie ist der jüngste Kurseinbruch eine mittlere Katastrophe.
Quelle: TradingView.com | BYD
Bodenbildung komplett zerstört ...
In den vergangenen Wochen hatte sich mit einer U-förmigen Konsolidierung (Untertassen-Formation) eine Bodenbildung nach dem monatelangen Abwärtstrend abgezeichnet. Dabei war den Käuferinnen und Käufern mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie ein erstes prozyklisches Kaufsignal und die Etablierung eines kurzfristigen Aufwärtstrendkanals gelungen. Ein Sprung über den Widerstandsbereich um 104 Hongkong-Dollar (HKD; 11,28 Euro) hätte den Weg freigemacht bis zur 200-Tage-Linie bei 113,30 HKD (12,29 Euro).
Genau dieses Setup ist nach dem schwachen Wochenauftakt hinfällig. BYD ist per Gap-Down unter die 50-Tage-Linie gefallen. Das ist starkes Verkaufssignal. Dazu kommt das Verlassen das Aufwärtstrendkanals und das Herausfallen aus der Untertassenformation. Auch der Doppelboden bei 92,50 US-Dollar, der die Erholung der vergangenen Wochen überhaupt erst möglich gemacht hatte, wurde aufgegeben.
... weitere Kursverluste zu befürchten
Diese Gemengelage ist aus technischer Perspektive als äußerst schwach einzuschätzen und dürfte zu weiteren Abgaben bis mindestens an die Unterstützung bei 84 HKD (9,11 Euro) führen. Mit einer schnellen Gegenbewegung ist nicht zu rechnen, denn erstens wurde der Aufwärtstrend im RSI aufgegeben, während der MACD unter seine Signallinie gefallen ist und demnächst auch unter die Nulllinie fallen dürfte, was den Beginn eines neuen kurzfristigen Abwärtstrends anzeigt, der die mittelfristige Verkaufsbewegung fortsetzt.
Aufhellen würde sich das angeschlagene Chartbild erst wieder, wenn BYD (zum aktuellen Zeitpunkt kaum zu erwarten) über den Widerstandsbereich bei 104 HKD klettern sollte.
Fazit: Bewertung kaum noch aufrecht zu erhalten
Auch von fundamentaler Seite ist aktuell kein Rückenwind zu erwarten. Die schwachen Auslieferungszahlen für den Januar lassen befürchten, dass BYD die unternehmenseigenen Ziele für dieses Jahr verfehlen könnte. Damit geraten auch die Einschätzungen der Analystinnen und Analysten in Gefahr – der erwartete Gewinn könnte zu hoch veranschlagt sein, womit das aktuelle KGVe 2026 von 15,2 zur Debatte steht.
Das liegt zwar deutlich unter dem historischen Durchschnitt, aber noch immer deutlich über dem Gewinnvielfachen anderer Autobauer. Eine Premiumbewertung ist aber zunehmend weniger gerechtfertigt, da sich das Wachstum deutlich verlangsamt und in den vergangenen Monaten sogar in sein Gegenteil verkehrt hat. Wer hier einsteigen will, sollte sowohl technisch als auch operativ einen (neuen) Boden abwarten.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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