Trumps Tonlage fiel deutlich anders aus als noch zuletzt. Petro sei ein "kranker Mann", der gerne Kokain produziere und an die USA verkaufe, hatte der Republikaner kürzlich noch gesagt. Nun sprach er davon, seine Abneigung habe daran gelegen, dass er Petro nicht besonders gut gekannt habe. Jetzt arbeite man aber an einer Vereinbarung, um den Schmuggel illegaler Drogen in die USA zu reduzieren.
Petro will Bauern helfen und Finanziers bekämpfen
Petro gab sich nicht so euphorisch wie der US-Präsident. Es gebe unterschiedliche Auffassungen über das Problem des Drogenhandels, sagte er auf einer Pressekonferenz. Statt eines harten militärischen Ansatzes gegen die kriminellen Organisationen will der Ex-Guerillero einerseits Bauern in Kolumbien davon überzeugen, legale Agrarprodukte wie Kaffee oder Kakao statt Kokain anzubauen, und anderseits entschlossen gegen die Finanziers des internationalen Drogengeschäfts vorgehen.
"Er hat seine Denkweise nicht geändert, ich auch nicht", sagte Petro über Trump. "Aber einen Pakt schließt man auch nicht zwischen Zwillingsbrüdern, einen Pakt schließt man zwischen Gegnern, die einen gemeinsamen Weg finden."
Kolumbien liefert Drogenhändler an USA aus
Kolumbien war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika. Zuletzt kühlte sich das Verhältnis allerdings ab. Die US-Regierung stufte Kolumbien im vergangenen Jahr als Land ein, das seine internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht erfüllt. Gegen Präsident Petro verhängten die Vereinigten Staaten zudem Sanktionen - mit der Begründung, dass er nicht entschlossen genug gegen den Drogenhandel vorgehe.
Der kolumbianische Staatschef hingegen betonte immer wieder den enormen Einsatz der kolumbianischen Sicherheitskräfte gegen den Drogenhandel. Erst am Dienstag lieferte Kolumbien einen wichtigen Drogenhändler an die USA aus.
Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. Nach Angaben der Vereinten Nationen verfügt das Land mit mehr als 250.000 Hektar über rund 65 Prozent der weltweiten Anbaufläche für Koka. Obwohl sich die Sicherheitslage seit dem Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation Farc vor zehn Jahren verbessert hat, werden immer noch Teile des Landes von bewaffneten Gruppen kontrolliert./dde/DP/zb
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