Siemens Konzernzentrale in München, Deutschland
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KI-Fear-Trade erreicht Siemens: Aktien unter Druck – Sorgen berechtigt?

Den zweiten Handelstag in Folge geraten die Aktien von Siemens unter Abgabedruck und verlieren über 5 Prozent. Anleger fürchten, dass KI das Softwaregeschäft des Industriekonzerns bedrohen könnte. Doch wie realistisch sind diese Sorgen wirklich?
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Nach dem jüngsten Rekordhoch geraten die Papiere von Siemens AG unter Abgabedruck. Zum Wochenstart fielen sie auf den tiefsten Stand dieses Jahres und notierten zuletzt bei 236,95 Euro, ein Minus von 5,6  Prozent im Vergleich zum Höchststand von 275,75 Euro am vergangenen Donnerstag. In Paris verloren die Aktien von Dassault Systemes 8,8 Prozent und erreichten den niedrigsten Stand seit August 2017.

Marktbeobachter führen den Kursrückgang auf Ängste zurück, dass industrielle Software durch hochentwickelte KI-Tools bedroht sein könnte. Insbesondere Software für digitale Zwillinge – virtuelle Abbilder physischer Objekte – könnte theoretisch durch KI-gestützte Lösungen ersetzt werden. Die Praxis, komplette Softwarepakete von einem Anbieter zu beziehen, wird durch offene Systeme zunehmend hinterfragt. Die Befürchtung, Siemens (Siemens Aktie) könne durch KI vollständig "überflüssig" werden, ist jedoch differenziert zu betrachten.

Warum eine schwere Disruption eher unwahrscheinlich ist

Siemens ist kein reines Softwareunternehmen, sondern ein global diversifizierter Industriekonzern mit Maschinenbau, Energieanlagen, Infrastrukturtechnik und Automatisierung. KI wird hier primär als Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Weiterentwicklung genutzt, nicht als Ersatz für das Geschäftsmodell.

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Der Konzern integriert KI in industrielle Automatisierung, digitale Zwillinge, Produktionssoftware und datengetriebene Services, um bestehende Produkte und Lösungen zu verbessern. Siemens selbst betont, dass das Softwareportfolio nicht allein durch KI ersetzt werden könnte – gerade wegen hoher Anforderungen an Genauigkeit, Sicherheit und industrielle Komplexität.

Zudem profitiert der Konzern weiterhin von der Nachfrage nach Automatisierungs- und Softwarelösungen. Für 2026 konnte Siemens seine Gewinnprognose erhöhen, unterstützt durch Investitionen in KI und smarte Industrie- und Rechenzentrumslösungen.

Wo Risiken und Herausforderungen bestehen

Trotz der soliden Ausgangslage existieren reale Risiken:

  • KI-Innovationen und neue Wettbewerber erhöhen den Anpassungsdruck für klassische Lizenz- und Leistungsmodelle – ähnlich wie bei SAP (SAP Aktie) oder Salesforce.
  • In der Vergangenheit hat Siemens Stellen in der Digital-Industries-Sparte reduziert, was auf strukturelle Anpassungsbedarfe hinweist.
  • Langfristig müssen Unternehmen wie Siemens ihre Software- und KI-Strategien kontinuierlich weiterentwickeln. Spezialisierte KI-Anbieter könnten bestimmte Funktionen effizienter und günstiger liefern.

Fazit:

Die aktuellen Sorgen über KI sind bei Siemens zum größten Teil übertrieben. Kurz- und mittelfristig bleibt Siemens gut aufgestellt: KI treibt Nachfrage nach smarter Automatisierung und digitaler Infrastruktur und stärkt den Konzern strategisch.

Langfristig ist Siemens clever genug, um im KI-Wettlauf seinen Platz zu sichern – kontinuierliche Transformation ist Pflicht, ein Untergangsszenario jedoch unrealistisch. Sobald der Kurs einen Boden bildet, sollten sich Anleger auf einen Einstieg vorbereiten. 

Redaktion Ariva/MW


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