- Der US-Dollar verliert seinen Ruf als sicherer Hafen.
- Die Korrelation zwischen Dollar und Aktien liegt nahe null.
- Der Dollar-Index fiel 2025 um knapp 10 Prozent.
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Der US-Dollar verliert nach Einschätzung der Deutschen Bank seinen Ruf als sicherer Hafen. George Saravelos, globaler Leiter der Devisenforschung der Bank, sagt, Anleger flüchteten bei fallenden Aktienkursen nicht mehr automatisch in den US-Dollar.
"Es wird oft als Tatsache angesehen, dass der US-Dollar ein sicherer Hafen ist: Er legt bei Risikoscheu zu", so Saravelos. Ein Blick auf die Daten zeige aber, dass die Korrelation zwischen US-Dollar und Aktien historisch eher nahe null lag und sich der US-Dollar zuletzt erneut vom S&P entkoppelt habe.
Als Treiber nennt Saravelos die wachsende KI-Exposition des US-Aktienmarkts. Er warnt vor "KI-Konzentrations- und Kannibalisierungsrisiken" und verweist auf den jüngsten Ausverkauf bei Softwarewerten. Der S&P 500 Software and Services Index ist in diesem Jahr um fast 20 Prozent gefallen, nachdem Anthropic neue KI-Tools vorgestellt hatte, die nach Angaben des Unternehmens professionelle Arbeitsabläufe übernehmen können, die viele große Softwareanbieter als Kernprodukte verkaufen.
Zusätzlich sorgen die angekündigten KI-Investitionen der Hyperscaler Amazon, Microsoft (Microsoft Aktie), Meta und Alphabet (Alphabet C Aktie) von bis zu 700 Milliarden US-Dollar für Zweifel an den Renditen. Zeitweise verschwanden dadurch mehr als eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung bei großen Tech-Konzernen, auch wenn ein Teil der Verluste inzwischen aufgeholt wurde.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Saravelos hält deshalb ein Szenario für möglich, in dem der US-Dollar fällt, obwohl Aktien sinken. "Wenn die Quelle negativer Aktiennachrichten in den USA liegt und es dem Rest der Welt besser geht, ist es durchaus möglich, dass der Dollar (Dollarkurs) fällt, wenn die Aktienkurse sinken, genau wie in der Dotcom-Phase 2002", erklärte er.
Je weniger attraktiv der US-Dollar als Absicherung werde, desto größer sei der Anreiz, Dollar-Positionen zu reduzieren. Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) sieht vor diesem Hintergrund andere Währungen im Vorteil, darunter den australischen Dollar, skandinavische Währungen und Devisen aus Schwellenländern.
Zusätzlichen Druck brachte bereits im Jahr 2025 der "Sell-America"-Handel, ausgelöst durch die von US-Präsident Donald Trump verhängten globalen Gegenzölle. Der Dollar-Index fiel 2025 um knapp 10 Prozent und liegt in diesem Jahr auch im Minus.
CNBC zitierte zudem Peter Boockvar, CIO bei BFG Wealth Partners. Er sagte in der Sendung, Investoren hätten außerhalb der USA Chancen erkannt, nachdem der US-Dollar in der ersten Jahreshälfte die schwächste Entwicklung seit den 1970er Jahren gezeigt habe.
"Und die Investoren sagten: 'Hey, sieben Aktien sind nicht alle unsere Optionen. Wir haben eine ganze Welt voller Möglichkeiten, und sie haben davon profitiert'", so Boockvar. Ausländer seien zwar weiter in den USA investiert, hätten ihr Dollar-Risiko aber so stark abgesichert wie nie zuvor:
"Wir werden die Mag-7-Aktien besitzen, aber wir müssen uns absichern."
Autor: sbh-Redaktion/neb
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