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Celestica nach Kursrückgang: Warum die aktuelle Konsolidierung eine seltene Einstiegsgelegenheit sein könnte

Celestica befindet sich nach einem deutlichen Kursrückgang in einer scharfen Konsolidierungsphase, die sich fundamental nicht durch eine Verschlechterung der Geschäftsaussichten erklären lässt. Eine aktuelle Analyse auf Seeking Alpha stuft die Aktie daher auf „Strong Buy“ hoch und sieht das derzeitige Kursniveau als seltene antizyklische Kaufchance. Die Bewertung gelte trotz der starken Rallye der vergangenen Jahre weiterhin als attraktiv.

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Ausgangslage: Starker Kursrückgang trotz intakter Story

Die Aktie von Celestica hat nach einer vorangegangenen Rallye einen markanten Rücksetzer verzeichnet. Auslöser waren vor allem Gewinnmitnahmen und eine technische Korrektur nach einer Phase starker Überkaufung. Fundamentale Auslöser im Sinne von Gewinnwarnungen oder einer Verschlechterung der operativen Perspektiven liegen dem Bericht zufolge nicht vor. Die Konsolidierung wird deshalb als „rare buying opportunity“ eingestuft.

Geschäftsmodell und struktureller Rückenwind

Celestica ist ein globaler Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS) und Design- sowie Engineering-Dienstleistungen, mit Fokus auf komplexe, margenstärkere Auftragsfertigung. Das Unternehmen profitiert von strukturellem Rückenwind in Bereichen wie Cloud-Infrastruktur, Kommunikation, Industrieautomation sowie zunehmend auch von Nachfrage aus dem Bereich künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing. Die Kombination aus langjährigen Kundenbeziehungen, Engineering-Kompetenz und wachstumsstarken Endmärkten wird als wesentlicher Treiber für die mittelfristige Ergebnisdynamik gesehen.

Wachstumstreiber: KI, Cloud und High-Value-Segmente

Im Zentrum der Investmentthese stehen mehrere Wachstumstreiber. Erstens profitiert Celestica von steigenden Investitionen in Rechenzentren, Cloud- und Kommunikationsinfrastruktur. Zweitens stärkt das Unternehmen seinen Fokus auf höherwertige, komplexe Projekte mit besseren Margen, wodurch sich die Profitabilität vom klassischen, volumengetriebenen EMS-Geschäft abkoppelt. Drittens spielt der Aufbau von Infrastruktur für KI-Anwendungen eine zunehmend wichtige Rolle: "AI is a major secular growth driver for Celestica." Die Analyse betont, dass diese Wachstumstreiber nicht konjunkturgetrieben sind, sondern struktureller Natur und damit längerfristig wirken.

Operative Entwicklung und Margenausbau

Die operative Entwicklung von Celestica wird als robust beschrieben. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren seine Brutto- und operativen Margen sukzessive verbessert, vor allem durch die Verlagerung des Geschäfts in margenstärkere Segmente und eine bessere Auslastung der Kapazitäten. Die Analyse verweist darauf, dass das Management konsequent daran arbeite, den Geschäfts-Mix weiter in Richtung höherwertiger, technologisch anspruchsvoller Lösungen zu verschieben. Dies stütze nicht nur das Ertragswachstum, sondern erhöhe auch die Resilienz des Geschäftsmodells gegenüber zyklischen Nachfrageschwankungen in einzelnen Endmärkten.

Bewertung: Attraktives Chance-Risiko-Profil trotz Rallye

Obwohl die Celestica-Aktie in den vergangenen Jahren bereits eine deutliche Kursperformance erzielt hat, wird die aktuelle Bewertung in der Analyse von Seeking Alpha weiterhin als attraktiv beurteilt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liege unter dem Niveau, das angesichts der Wachstumsdynamik und der Margenexpansion vertretbar erscheint. Die aktuelle Konsolidierungsphase habe die Bewertung zusätzlich komprimiert und damit den Risikoaufschlag für neue Investoren reduziert. Aus Sicht des Autors ergibt sich daraus ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Anleger.

Technischer Kontext der Konsolidierung

Der jüngste Kursrückgang wird im Wesentlichen als technische Korrektur nach einer überzogenen Aufwärtsbewegung interpretiert. Kurzfristig orientierte Marktteilnehmer hätten Gewinne realisiert, nachdem sich die Aktie zeitweise deutlich von ihren gleitenden Durchschnitten entfernt hatte. Die Konsolidierung verlaufe vor diesem Hintergrund in einem Rahmen, der charttechnisch als gesund beurteilt wird. Es gebe keine Anzeichen für einen nachhaltigen Trendbruch, solange zentrale Unterstützungszonen halten. Die aktuelle Kurszone wird daher als Bereich gesehen, in dem mittel- bis langfristige Investoren Positionen aufbauen oder bestehende Engagements ausweiten können.

Risiken: Zyklik, Wettbewerb und Kundendichte

Die Analyse blendet Risiken nicht aus. So bleibt Celestica grundsätzlich in einem zyklischen Umfeld tätig, in dem Investitionsentscheidungen der Kunden von der allgemeinen Konjunktur, IT-Budgets und Kapitalkosten abhängen. Zudem ist der EMS-Markt intensiv umkämpft, mit Druck auf Preise und Margen. Eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Großkunden kann zu Klumpenrisiken führen, falls Aufträge verschoben oder reduziert werden. Ferner besteht das Risiko, dass sich Investitionszyklen im KI- und Cloud-Bereich zeitlich verzögern oder temporär abgeschwächt verlaufen, was das Wachstum zeitweise dämpfen könnte.

Investmentthese und Einstufung

In der Summe sieht die Analyse auf Seeking Alpha Celestica in einer starken strategischen Position mit klar identifizierbaren, langfristigen Wachstumstreibern. Die operative Performance und die Margenentwicklung werden als überzeugend gewertet, während die aktuelle Bewertung trotz der historischen Kursrallye nicht als überzogen erscheint. Die jüngste Kurskorrektur wird explizit als Gelegenheit interpretiert, um ein qualitativ verbessertes EMS-Unternehmen mit strukturellem Wachstum zu einem im historischen Vergleich moderaten Bewertungsniveau zu erwerben. Vor diesem Hintergrund wird die Einstufung auf "Strong Buy" angehoben.

Fazit: Mögliche Reaktion konservativer Anleger

Für konservative Anleger ergibt sich aus dieser Konstellation kein Anlass für hektische Allokationsentscheidungen, wohl aber für eine nüchterne Neubewertung der Einstiegspunkte. Wer Celestica bereits im Depot hält, könnte die Konsolidierung als Anlass nutzen, die strategische Rolle der Position im Gesamtportfolio zu überprüfen, ohne allein aufgrund der Korrektur zu verkaufen. Für Anleger mit hoher Risikoaversion erscheint ein schrittweiser, in Tranchen strukturierter Aufbau – statt eines sofortigen Vollengagements – als angemessen, um von der potenziellen Unterbewertung zu profitieren, gleichzeitig aber die inhärente Zyklik des Geschäfts zu berücksichtigen. Eine Beimischung in einem diversifizierten, technologielastigen Portfolio, mit klar definierten Positionsgrößen und Stop-Loss-Marken, würde dem im Artikel beschriebenen Chance-Risiko-Profil entsprechen, ohne das Gesamtrisiko übermäßig zu erhöhen.

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