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Straße von Hormus vor dem Kollaps? Was jetzt für Öl und Börsen droht

Die Straße von Hormus wird zum Brennpunkt für Öl, Gold und Börsen. Citi warnt vor Preisen von bis zu 200 US-Dollar je Barrel. Doch viele Anleger scheinen das wahre Risiko zu unterschätzen.
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Silhouette von Öl-Förderpumpen (Symbolbild).
Quelle: www.gettyimages.de"> - © ssuaphoto / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de: http://www.gettyimages.de
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Die Straße von Hormus ist zum brisantesten Punkt der globalen Energiemärkte geworden. Vor dem Krieg lief fast ein Fünftel des weltweiten Ölangebots durch die Meerenge. Angriffe auf iranische Ölanlagen und auf South Pars, das größte Gasfeld der Welt, zeigen nun, dass nicht nur Lieferwege, sondern auch Produktionskapazitäten bedroht sind. Damit wächst das Risiko, dass hohe Energiepreise länger auf Wachstum und Inflation drücken.

Spannungen am Markt bereits sichtbar

Brent und West Texas Intermediate bilden die Lage womöglich noch nicht vollständig ab. Im physischen Handel sind einzelne Sorten schon deutlich teurer. Rohöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, das die Straße von Hormus umgehen kann, wurde laut Händlern bereits bei rund 160 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist ein Warnsignal. Denn es zeigt, wie schnell sich die Knappheit vom Golf auf den Weltmarkt ausweiten kann.

Für die Börsen ist das heikel

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Der Deutsche Aktienindex DAX, der Euro Stoxx 50 und der Nikkei notieren bereits unter dem Niveau vor der jüngsten Eskalation. Der S&P 500 hält sich bislang robuster, doch auch dort steigt die Nervosität.

Entscheidend ist diesmal weniger der historische Vergleich mit früheren Ölkrisen als die Frage, wie stark ein anhaltender Energieschock Inflation und Geldpolitik beeinflusst. Bleibt Öl teuer, geraten die Notenbanken unter Druck. Genau diese Kombination aus schwächerem Wachstum, sinkenden Gewinnen und möglicher strafferer Geldpolitik ist gefährlich für Aktien.

Citi warnt, dass die Märkte das Risiko noch unterschätzen könnten. Die Strategen verweisen darauf, dass Angebotsschocks oft erst verzögert vollständig eingepreist werden. Eine schnelle diplomatische Lösung sei zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich.

Die Chance auf eine rasche Öffnung der Straße von Hormus beziffert Citi auf nur 20 Prozent. In einem längeren Störungsszenario halten die Experten Ölpreise von bis zu 200 US-Dollar je Barrel für möglich, wenn auch die Aufschläge bei Ölprodukten berücksichtigt werden.

Im besten Fall beruhigt sich die Lage. Dann könnte die Kriegsprämie aus dem Ölpreis wieder verschwinden. In einem mittleren Szenario bliebe Energie dagegen länger teuer und würde Wachstum und Inflation zugleich belasten. Im Eskalationsfall droht ein globaler Angebotsschock mit stagflationären Folgen für Konjunktur, Zentralbanken und Aktienmärkte.

Bei Gold (Goldkurs) ist das Bild gemischter

Kurzfristig belastet vor allem der starke US-Dollar. In Stressphasen fließt Kapital oft zunächst in den Dollar (Dollarkurs) und nicht direkt in Gold. Mittelfristig bleiben viele Analysten aber konstruktiv. Sie verweisen auf geopolitische Unsicherheit, starke Zentralbankkäufe und die Aussicht auf spätere geldpolitische Lockerungen. Standard Chartered hält deshalb eine Erholung in Richtung 5.375 US-Dollar je Unze in den kommenden drei Monaten für möglich.

Unterm Strich bleibt Öl vorerst der wichtigste Krisenindikator. Gold dürfte erst in einer späteren Phase stärker profitieren, wenn nach dem ersten Schock wieder Themen wie Inflationsschutz, Zinsen und Vertrauen in den Vordergrund rücken.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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