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Südkoreas Exportmaschine heiß gelaufen: Der KOSPI überrascht die Märkte schon wieder!

Südkoreas Exporte stehen vor dem nächsten Rekord. Der KI-Boom treibt die Chipnachfrage, während Ölpreise und Nahostkonflikt belasten. Für Anleger könnte genau das spannend werden.
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Die Flagge von Südkorea. (symbolbild)
Quelle: - ©unsplash.com
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Südkoreas Exporte dürften im April den elften Monat in Folge gestiegen sein. Das zeigt eine Reuters-Umfrage unter 20 Ökonomen. Treiber bleibt die starke Nachfrage nach Halbleitern für künstliche Intelligenz (KI). Sie gleiche die Belastungen durch den Nahostkonflikt und höhere Ölpreise mehr als aus.

Nach der Pognose legten die Ausfuhren der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens im April um 45,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im März waren es 49,2 Prozent gewesen. Das war der stärkste Anstieg seit August 1988. Südkorea gilt wegen seiner Exportabhängigkeit als wichtiger Frühindikator für den Welthandel.

Die Chipkonzerne liefern dafür starke Signale. SK Hynix meldete für das erste Quartal einen Rekordgewinn. Der Gewinn verfünffachte sich. Samsung Electronics hatte zuvor angekündigt, dass der Quartalsgewinn den gesamten Gewinn des vergangenen Jahres übertreffen könnte.

Park Sang-hyun, Ökonom bei iM Securities, erwartet im April ein neues Exporthoch. Der Anstieg der Chip-Ausfuhren bleibe der zentrale Treiber. Trotz hoher Ölpreise dürfte sich der robuste Halbleitertrend im zweiten Quartal fortsetzen.

Frühdaten zeigen die Dynamik

In den ersten 20 Tagen des Monats stiegen die Exporte um 49,4 Prozent. Die Halbleiterverkäufe sprangen um 182,5 Prozent an. Erdölprodukte legten um 48,4 Prozent zu. Dagegen sanken Autoexporte um 14,1 Prozent und Ausfuhren von Autoteilen um 8,8 Prozent.

Der Nahostkonflikt verzerrt zugleich die Handelsdaten. Chun Kyu-yeon von Hana Securities verweist auf mögliche Folgen einer Sperrung der Straße von Hormus. Höhere Preise könnten die Ausfuhren von Erdölprodukten stützen. Engpässe könnten aber das Wachstum der Rohölimporte begrenzen und damit die Nettoexporte kurzfristig verbessern.

Die Importe dürften im April um 14,5 Prozent gestiegen sein. Das wäre der stärkste Anstieg seit September 2022. Auch die Inflation dürfte anziehen. Reuters erwartet eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent nach 2,2 Prozent im März.

Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton ETF, sieht in den höheren Energiepreisen eine alte Schwachstelle Südkoreas. Das Land importiert einen Großteil seines Energiebedarfs. Solche Schocks können Industriekosten erhöhen, Margen belasten und ausländische Kapitalströme verunsichern. Ting hält die Belastung aber eher für beherrschbar als strukturell.

Gleichzeitig sieht sie die Technologiestärke des Landes als entscheidenden Ausgleich. Südkorea profitiere stark vom KI-Ausbau. Besonders wichtig seien Hochbandbreitenspeicher, die für KI-Anwendungen gebraucht werden.

Ein zweiter Wachstumstreiber ist die Verteidigung. Südkorea zählt inzwischen nach mehreren Maßstäben zu den 5 größten Waffenexporteuren der Welt. Die Exporte haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Der Anteil am weltweiten Waffenhandel wird auf 3 Prozent bis 6 Prozent geschätzt. Steigende Verteidigungsausgaben in Deutschland und anderen NATO-Staaten könnten die Nachfrage zusätzlich stützen.

Für Anleger bleibt aber die Unternehmensführung entscheidend. Der sogenannte Korea-Discount hat sich zwar verringert. Ganz verschwunden ist die Bewertungslücke gegenüber internationalen Vergleichswerten aber nicht. Reformen bei Dividenden, Aktienrückkäufen und Kapitalallokation sollen hier helfen. Erste Fortschritte sind sichtbar, doch die Märkte werden auf konsequente Umsetzung achten.

Fazit

Südkorea liefert damit weiter starke Exportdaten. Der Chipboom bleibt der wichtigste Motor. Ob daraus eine dauerhafte Neubewertung des Marktes wird, hängt aber nicht nur von KI und Verteidigung ab. Entscheidend ist, ob Unternehmen höhere Ausschüttungen, disziplinierte Rückkäufe und klarere Führungsstrukturen liefern. Seit Anfang der Jahres hat der Kospi gut 60 Prozent an Wert draufgepackt. Zum Vergleich: Der DAX dümpelt im selben Zeitrahmen im Minus rum.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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