| ftd.de, Mo, 29.12.2003, 10:42, aktualisiert: Mo, 29.12.2003, 13:58 |
"Die Kursbewegungen gehen vom Dollar aus", sagte Währungsstratege Aziz McMahon von ABN Amro. "In einem durch Feiertage ausgedünnten Markt hat nichts die negative Stimmung für den Dollar aufhellen können." Katsunori Kitakura, Leiter der Treasury-Abteilung bei Chuo Mitsui Trust and Banking, sagte: "Der Verkaufstrend beim Dollar ist unverändert. Der Markt konzentriert sich weiterhin auf das Zwillingsdefizit in den USA. Solange sich daran nichts ändert, glaube ich nicht, dass der Dollar wieder gekauft wird." Als Zwillingsdefizit werden die hohen Fehlbeträge in der US-Leistungsbilanz sowie im US-Haushalt bezeichnet. Doppeldefizit und BSE Neben dem Doppeldefizit in den USA habe auch das Auftreten eines Falles der Rinderseuche BSE den Dollar belastet, sagten Händler. Nach Bekanntwerden des BSE-Falls in den USA haben mehr als zwei Dutzend Länder vorsorglich ihre Rindfleischimporte aus den USA gestoppt. Der US-Agrarwirtschaft drohen nach Einschätzung von Volkswirten Milliardenverluste. Die aktuelle Stärkung des Euro gegenüber dem US-Dollar dürfte allerdings vor allem die Ertragsbilanzen der Unternehmen im Ausfuhrgeschäft verhageln. Diese Ansicht äußerte der Chefvolkswirt des des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Axel Nitschke: "Jeder zusätzliche Cent, der bei dem jetzigen Kursniveau an den Devisenmärkten für den Euro aufgewendet werden muss, schmälert die Gewinne im US-Geschäft und auf asiatischen Absatzmärkten." Die Ausfuhrmengen dürften trotz alledem im Jahr 2004 ansteigen, da sich die Auslandsnachfrage wegen der überraschend starken US-Konjunktur spürbar belebt. Signale aus den USA Die Analysten von Helaba Trust sind mit der Pronose verhaltener: "Zahlreiche Marktteilnehmer setzen auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung der US-Ökonomie während des ersten Vierteljahrs", schreiben die Analysten in einem Marktkommentar. Sollten sich allerdings im Frühjahr die Einkaufsmanagerindizes für den Großraum Chicago und für die gesamten USA auf den erreichten sehr hohen Niveaus behaupten können, wäre dies ein Indiz gegen eine nachhaltige Wachstumsabschwächung der US-Wirtschaft. Insgesamt werde die Luft für den Euro nach oben immer dünner. "Trotz der noch intakten aufwärts gerichteten Trendsituation scheint eine Konsolidierung überfällig", schrieben die Analysten weiter. |
die 1,27 sollten im januar kein problem darstellen
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DPAEuropäische Zentralbank in Frankfurt: Euro drucken, Dollar kaufen? |
Einen Alliierten hat er in Joachim Fels, dem Europa-Chefvolkswirt von Morgan Stanley
. "Wenn sich der Euro nun schnell der Marke von 1,30 Dollar nähert, sollte die EZB Dollar kaufen", sagte er demselben Blatt.
Fels riet den Notenbankern aber, eine Intervention nicht im Voraus anzukündigen und für die Dollar-Käufe einen Tag mit geringem Handelsvolumen auszuwählen. "So kann man mit geringen Mitteln große Effekte erzielen."
Dollar bleibt unter Druck
Beide Volkswirte zeigten sich optimistisch, dass Interventionen auch wirklich zum Erfolg führen und nicht verpuffen werde. "Die EZB kann die Euro-Aufwertung an jeder beliebigen Stelle stoppen", sagte Fels.
Bofinger wiederum will das Argument nicht gelten lassen, in globalisierten Finanzmärkten hätten Interventionen angesichts der enormen Transaktionsvolumen privater Akteure wenig Aussicht auf Erfolg. "Die EZB kann unbegrenzt Euro drucken und damit Dollar kaufen." Selbst globalisierte Finanzmärkte könnten da nicht gegenhalten. Mit einer Intervention dieser Art würde die EZB freilich das Risiko steigender Inflation deutlich erhöhen.
Unterdessen notierte der Kurs des Euro am Freitag wieder unter 1,26 US-Dollar. Im frühen Handel kostete Er 1,2566 Dollar. An Silvester hatte der Euro mit 1,2650 Dollar ein neues Allzeithoch erreicht.
Der Dollar werde in den kommenden Tagen aber weiter unter Druck bleiben, sagten Händler. Das hohe Leistungsbilanzdefizit und die niedrigen Leitzinsen in den USA lasteten auf der US-Währung.
Export-Rekord trotz Eurostärke 
© DDP
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Export von Porsche Cayenne: Die Exporteuere profitieren vom Anziehen der US-Konjunktur
Der anhaltende Höhenflug des Euro hat in diesem Jahr die Sorge geschürt, dass die Nachfrage nach den in anderen Währungen umgerechnet teureren deutschen Waren sinkt und die deutsche Konjunktur darunter leidet. Ökonomen haben allerdings auch darauf verwiesen, dass die wirtschaftliche Erholung in den Abnehmerländern - vor allem den USA - den bremsenden Effekt überkompensieren dürfte. Zudem schlagen sich Wechselkursänderungen in der Regel erst mit Verzögerung in den Handelsdaten nieder.
Starker Euro - billiges Benzin. Foto: dpa
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