Sixt drückt aufs Gaspedal
[16:08, 16.11.06]
Von Stefan Riedel
Bei Deutschlands größtem Autovermieter läuft das Geschäft auf Hochtouren: Die Kunden stehen an den Sixt-Schaltern Schlange und verhelfen dem SDAX-Unternehmen zu einem weiteren Rekordquartal.
Sixt
Der operative Umsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften, die wichtigste Kenngröße für das Sixt-Business, legte um 15,6 Prozent auf 313,6 Millionen Euro zu. Davon entfallen rund 70 Prozent auf die Autovermietung.
Besonders gut läuft es zurzeit im Ausland und hier vor allem in den liebsten Urlaubsländern der Deutschen: In Spanien ist Sixt seit Jahresanfang mit eigenen Stationen vertreten. Gerade in Mallorca will die Firma das eigene Filialnetz zügig ausbauen.
Beim Betriebsergebnis (EBIT) verbuchte Sixt ein sattes Plus von 42,6 Prozent auf 34,9 Millionen Euro. Der Nachsteuergewinn verbesserte sich um 23 Prozent: Unterm Strich bleiben 20,9 Millionen Euro oder 84 Cent je Aktie in der Kasse. Für Firmenchef Erich Sixt ist das starke Zahlenwerk Grund genug, um die Prognosen für das Gesamtjahr anzuheben. Das operative Konzernergebnis soll um mehr als die bisher angekündigten 25 Prozent steigen.
Durch die jüngste Kapitalerhöhung ist die Eigenkapitalquote auf 23,8 Prozent gestiegen. Damit hat Sixt die Finanzkraft aufgepeppt, um notfalls über Akquisitionen die Internationalisierung zu beschleunigen. Das ist auch notwendig, um Konkurrenten wie Europcar Paroli zu bieten. Der hat erst vor zwei Tagen für 670 Millionen Euro das Europageschäft des US-Wettbewerbers Vanguard gekauft – und sich damit ein starkes Standbein in Großbritannien geschaffen. Schließlich ist das Ziel von Firmengründer Erich Sixt die europaweite Pole Position innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Dieses Jahr wird sich dank der Fußball-WM 2006 ein Gewinnsprung einstellen. Der wird im schwerer zu wiederholen sein. Auf der Erfolgspur wird Sixt aber bleiben. BÖRSE ONLINE hebt deshalb die Gewinnschätzung für 2006 von 3,10 auf 3,15 Euro und für 2007 von 3,25 auf 3,55 Euro an.
Investoren bezahlen damit für die Aktie nicht einmal das Zwölffache des für 2007 erwarteten Gewinns. Auch in puncto Dividende sollte sich einiges tun. 2005 erhielten Anleger 80 Cent je Stammaktie. Da sollte Firmengründer Erich Sixt bald einen Schnaps draufgeben. Schließlich ist der Altmeister mit 56,8 Prozent selbst größter Anteilseigner.
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Kurs am 16. November: 42,10 Euro
Stoppkurs: 35,60 Euro