
BYD zeigt überraschend relative Stärke
Der Iran-Krieg setzt die weltweiten Aktienmärkte unter Druck. Die explodierenden Energiepreise drohen, die gerade erst eingefangene Inflation wieder anzuheizen. Diskutierten Anlegerinnen und Anleger bis vor wenigen Tagen noch weitere Leitzinssenkungen, wird jetzt eine zunehmend hohe Wahrscheinlichkeit von Anhebungen eingepreist. Das ist Gift für Finanzmärkte auf rekordhohen Bewertungsniveaus.
Inmitten der Krisenstimmung gibt es auch Inseln der Stabilität. Das sind vor allem die Krisengewinner wie Öl-, Gas- und Düngemittelproduzenten, die von Lieferausfällen aus dem Nahen Osten profitieren. Überraschend robust präsentierte sich in den vergangenen Wochen aber auch ausgerechnet die monatelang schwache Aktie von E-Fahrzeughersteller BYD, welche seit dem Kriegsbeginn rund 10 Prozent zulegen konnte.

Strohfeuer oder bereits der Anfang einer nachhaltigen Erholung?
Neben der Vorstellung neuer Produkte, leistungsfähigeren Batterien und einer ermutigenden Exportstatistik sorgten auch Spekulationen darüber, dass E-Fahrzeuge angesichts der explodierenden Benzinpreise bei Käuferinnen und Käufern zukünftig stärker gefragt sein könnten, für Interesse an der Aktie. Die befindet sich jetzt in einer durchaus aussichtsreichen Ausgangslage, wenngleich sie noch nicht ganz außer Gefahr ist.
Quelle: TradingView.com | BYD
Erst der Crash, dann die Bodenbildung – und jetzt?
Gegenüber ihrem Allzeithoch bei 160 Hongkong-Dollar (HKD; 17,70 Euro) handelt BYD in einem mehrmonatigen Abwärtstrend mit hoher Dynamik. Auf dem Höhepunkt des Abverkaufs betrugen die Verluste 44,7 Prozent. Das entspricht aus technischer Perspektive einem Crash beziehungsweise einem Bärenmarkt. Die Stimmung unter Anlegerinnen und Anlegern der Aktie ist also nachvollziehbar schlecht gewesen, zumal das Unternehmen wiederholt Auslieferungszahlen unter den eigenen Erwartungen vorgelegt hatte.
Im Bereich um 95 HKD (10,51 Euro) setzte in den vergangenen Wochen eine Bodenbildung ein. Die Verkaufsdynamik hat spürbar nachgelassen. Zwar fehlte es an starken Aufwärtsimpulsen, das kontinuierliche Kaufinteresse sorgte aber dennoch für technische Verbesserungen. So konnte in den vergangenen Tagen die 50-Tage-Linie überzeugend zurückerobert werden, während die Bodenbildung von steigenden technischen Indikatoren begleitet wird. Hier trugen bullishe Divergenzen maßgeblich zum jüngsten Kursanstieg bei.
Während der Spung über die 50-Tage-Linie ein erstes prozyklisches Kaufsignal ist, hat der Trendstärkeindikator MACD ein zweites beigesteuert. Er kletterte über die Nulllinie und zeigt damit einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrend der Aktie an. Die schloss am Freitag am Handelsplatz in Hongkong im Widerstandsbereich zwischen 102,50 und 105,00 HKD (11,34 bis 11,62 Euro). Dieser stellt eine wichtige Bewährungsprobe vor der möglichen Rückeroberung der 200-Tage-Linie dar.
Technische Indikatoren liefern Rückenwind, Trendwende möglich
Die Ausgangslage der Bullen, diesen Kraftakt erfolgreich zu meistern, ist alles andere als schlecht. Der RSI zeigt mit einem Wert von 60,2 Punkten Stärke an, während der MACD ebenfalls für frischen Wind sorgt. Zuletzt verfügte die BYD-Aktie im vergangenen Jahr über ein vergleichbares technisches Momentum.
Übergeordnet zeichnet sich im Chart immer stärker eine U-förmige Konsolidierung ab. Diese ist sind mittel- und langfristig äußerst bullish zu interpretieren. Gerät die BYD-Aktie tatsächlich in Fahrt, könnte sie rasch die rechte Flanke der Untertassenformation bilden und vor starken Kursgewinnen in kurzer Zeit stehen. Hierzu darf sie aber nicht mehr unter den eingezeichneten Unterstützungsbereich fallen.
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Fazit: Ja, da könnte jetzt was gehen!
Von vielen Anlegerinnen und Anlegern unbemerkt zeigte die Aktie von BYD in den vergangenen Wochen relative Stärke und konnte gegen den äußerst schwachen Gesamtmarkttrend zulegen.
Investoren setzen aufgrund der stark gestiegenen Benzinpreise auf eine Belebung der Nachfrage nach E-Fahrzeugen, während bullishe Divergenzen in den technischen Indikatoren zunächst für eine Bodenbildung und jetzt erste Kaufsignale sorgten.
Die Unternehmensbewertung ist mit einem KGVe von 18,4 für 2026 zwar ambitioniert, doch die Technologieführerschaft sowie die marktbeherrschende Stellung rechtfertigen einen deutlichen Bewertungsaufschlag durchaus. Mutige Anlegerinnen und Anleger stellen jetzt einen Fuß in die Tür. Wer die Verluste der vergangenen Monate tapfer ausgehalten hat, der macht jetzt nicht den Fehler, voreilig zu verkaufen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
