- Die Vonovia-Aktie fiel am Donnerstag stark.
- Berenberg und JPM bestätigen ihre Kaufempfehlungen.
- Analysten geben mehrheitlich Kauf- und Halteempfehlungen.
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Fire-Sale bei Vonovia: Das ist jetzt zu tun
Die Aktie von Vonovia (Vonovia Aktie) handelte am Donnerstag mit zweistelligen Verlusten. Eine mit Skepsis betrachtete Ergebnispräsentation verschärfte die schon zuvor hohe Verkaufsdynamik, nachdem angesichts der explodierenden Energiepreise mit höheren Realzinsen zu rechnen ist.
Zwar legte Europas größter Privatvermieter grundsätzlich zufriedenstellende Zahlen vor, doch verfehlte Analystenerwartungen beim operativen Cashflow sowie eine ambitionierte Strategie für die kommenden Jahre, deren erfolgreiche Umsetzung dem neuen CEO Luka Mucic von Investoren ohne weitere Details offenbar noch nicht zugetraut wird, ließen die Anteile auf ein neues Mehrjahrestief abstürzen.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
20
|
| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
|
20
|
Da solche aus technischer Perspektive Verkaufssignale darstellen, ist die Verunsicherung unter Anlegerinnen und Anleger verständlicherweise groß. Für das weitere Vorgehen nach dem Abverkauf haben Expertinnen und Experten jedoch eine klare Meinung.
Unter den Analysten sind die Käufer weiterhin in der Mehrheit
Noch am Donnerstag bekräftigte das Research-Haus Berenberg seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 38 Euro. Das Expertenteam "begrüßte" die Verschuldungsziele und gab an, dass die von Vonovia vorgelegten Kennzahlen mit den eigenen Prognosen übereinstimmen würden. Auch die neuen Finanzkennzahlen, welche der Konzern zukünftig ausweisen will, wurden begrüßt, da sie "die Vergleichbarkeit von Vonovia innerhalb des Sektors verbessern dürften".
Bei JPM bekräftigte man ebenfalls die bestehende Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 36 Euro. Die Expertinnen und Experten der US-Großbank begründeten den Abverkauf der Aktie mit der hohen Zinssensitivität von Immobilienwerten nach dem Fed-Entscheid sowie mit Unsicherheit bezüglich der Unternehmensziele, weniger aber mit den Vonovia vorgelegten Geschäftszahlen.
Auch Goldman Sachs und Jefferies halten an ihren Kaufempfehlungen fest. Sie sehen den fairen Wert der Aktie bei 36,60 Euro beziehungsweise 32 Euro. Beide hoben in ihrer Begründung die transparentere Dividendenpolitik (50 bis 60 Prozent des EBT) sowie die Pläne zur Reduzierung der Verschuldung (Verkauf von Non-Care-Assets) hervor.
Keine Freunde mehr werden dürften dagegen Vonovia und die britische Barclays-Bank. Hier bekräftigte Analyst Paul May, der laut des Vergleichsportals für Wall-Street-Expertinnen und -Experten als zuverlässig gilt, seine Bewertung mit "Untergewichten", nachdem der Konzern einen Ausblick "deutlich unter der Konsensschätzung" vorgelegt habe. Er nannte ein unverändertes Kursziel von 24 Euro.
Mit seiner Meinung steht May allerdings allein da. Die übrigen 14 Analystinnen und Analysten raten mehrheitlich zum Kauf der Aktie (9), während weitere 4 Mal das Halten empfohlen wird. Einmal ist das Aufstocken von Positionen angeraten.

Chart lässt weitere Verluste befürchten, doch Rebound-Chancen steigen
Der Chart gibt nach der Eskalation der Verkaufsspirale ein klägliches Bild ab. Ein Kurs unter 22 Euro bedeutet den niedrigsten Stand seit mehr als 2 Jahren. Damit liegt ein weiteres Verkaufssignal vor. Die nächste nennenswerte Unterstützung befindet sich erst im Bereich von 20 Euro. Für Abgaben in diesen Bereich sprechen die schwachen Indikatoren.
Die allerdings deuten bereits darauf hin, dass die Vonovia-Aktie überverkauft sein könnte. Bullishe Divergenzen, die eine Trendwende begünstigen könnten, liegen zwar noch keine vor, doch die Chancen auf eine Gegenreaktion wachsen, nachdem der RSI in einen Bereich gefallen ist, von dem aus in der Vergangenheit häufiger Erholungen angelaufen sind.
Fazit: Die Chancen überwiegen jetzt die Risiken
Aus einer Bewertungsperspektive ist das Papier nach seinem Absturz spannend. Die vorgeschlagene Dividende von 1,25 Euro bedeutet zu einem Kurs von rund 22 Euro eine Ausschüttungsrendite von fast 5,7 Prozent. Außerdem handelt die Aktie aktuell deutlich unter dem materiellen Nettovermögenswert, den Vonovia am Donnerstag mit 46,28 Euro je Anteil angegeben hat.
In den kommenden Tagen befindet sich das Management um den neuen CEO auf Roadshow. Gelingt es Vonovia mit weiteren Details, Investoren vom Erreichen der ambitionierten Unternehmensziele zu überzeugen, und langt nach dem Crash vielleicht auch der ein oder andere Insider zu, könnte die Aktie trotz gestiegener Anleiherenditen vor einem Rebound stehen. Anlegerinnen und Anleger mit langfristigem Anlagehorizont beginnen mit dem Aufbau einer Position.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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