Bitcoin ist laut CF Benchmarks massiv unterbewertet und könnte mit einem fairen Wert von 136.000 US-Dollar deutlich höher stehen, doch diese Faktoren bremsen die Rallye.
Bitcoin könnte deutlich höher stehen – zumindest nach Einschätzung von CF Benchmarks. Eine neue Analyse des Indexanbieters, der zur Kryptobörse Kraken gehört, sieht den fairen Wert der führenden Kryptowährung aktuell bei rund 136.000 US-Dollar. Tatsächlich notiert Bitcoin jedoch Freitagvormittag nur leicht über 70.000 US-Dollar.
Geldmenge steigt, Bitcoin fällt
Seit Mitte 2025 ist die globale Geldmenge M2 um rund 12 Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum verlor Bitcoin hingegen etwa 35 Prozent an Wert. Diese Entwicklung markiert eine der größten Abweichungen zwischen Kryptowährung und globaler Liquidität seit Beginn der Datenerhebung.
In früheren Zyklen folgte Bitcoin expansionsbedingten Liquiditätsschüben häufig überproportional – teilweise stärker als Aktienmärkte.
"Die zentrale Erkenntnis aus über einem Jahrzehnt Daten ist, dass Abweichungen zwischen M2 und Bitcoin historisch meist nur temporär waren", erklärte Gabe Selby, Head of Research bei CF Benchmarks.
Zentralbanken als Bremsfaktor
Als Hauptursache für die aktuelle Schwäche identifizieren Analysten die restriktive Geldpolitik in den USA. Die Federal Reserve hat ihre Bilanzsumme von knapp 9 Billionen US-Dollar im Jahr 2022 auf derzeit rund 6,7 Billionen US-Dollar reduziert und hält die Zinsen weiterhin auf erhöhtem Niveau.
Diese Kombination sorgt für straffe Finanzierungsbedingungen und limitiert Kapitalzuflüsse in risikoreiche Anlageklassen.
Energiepreise belasten Konsumenten
Zusätzlichen Druck üben steigende Energiepreise aus. Ökonomen schätzen, dass der Anstieg der Benzinpreise in den USA seit Ende Februar um 81 Cent pro Gallone Haushalte jährlich rund 740 US-Dollar kosten könnte.
Diese Mehrbelastung könnte einen Großteil der positiven Effekte aus höheren Steuererstattungen neutralisieren. Die US-Regierung hatte zuletzt prognostiziert, dass Steuererstattungen im Durchschnitt um etwa 1.000 US-Dollar steigen würden.
Parallel sorgen geopolitische Spannungen – insbesondere im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und Iran – für Unsicherheit an den Energiemärkten.
Fed bleibt vorsichtig
Die US-Notenbank beließ außerdem den Leitzins zuletzt unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent und signalisiert weiterhin Vorsicht. Steigende Energiepreise erschweren den Balanceakt zwischen Inflationsbekämpfung und einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt.
Liquidität als langfristiger Treiber
Trotz der kurzfristigen Belastungsfaktoren sehen viele Experten mittelfristig Potenzial für eine Erholung. Historische Muster zeigen, dass Bitcoin häufig mit Verzögerung auf steigende Liquidität reagiert – insbesondere dann, wenn die Federal Reserve Zinssenkungen einleitet oder ihre Bilanzreduktion verlangsamt.
Eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten könnte zusätzlich als Katalysator wirken.
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