Mindeststeuer träfe vor allem kleine Staaten
Für größere Länder wie Deutschland oder die USA wäre eine höhere Steuer dabei gar kein großes Problem. An ihren Märkten kommt sowieso kein Land vorbei. Eher wird das Reformpaket an kleineren Ländern scheitern, in denen niedrige Steuern ein wichtiger Standortfaktor sind.
Vieles wird sich deshalb um die Frage drehen, wie hoch der Mindeststeuersatz konkret ausfallen soll. Etwa 21 Prozent, wie es die Amerikaner vorschlagen? Oder doch nur 10 Prozent, um wenigstens die wichtigsten Steueroasen trocken zu legen?
Die meisten Ökonomen haben darauf eine simple Antwort: Eine Mindeststeuer ist wünschenswert, solange sie nicht zu hoch ist. "Der Ansatz, einen niedrigen Mindeststeuersatz einzuführen, ist unseres Erachtens zielführend", sagt Martin Beznoska vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. "Er würde das Wirken der Steueroasen begrenzen, einen moderaten Wettbewerb zwischen Staaten um Investitionen jedoch nicht verhindern". Moderat? Das sei zum Beispiel ein Steuersatz in der Region von 15 Prozent.
Dass es schwer werden könnte, sich am Ende auf einen konkreten Wert zu einigen, liegt auch daran, dass fast jedes Land eine eigene Vorstellung davon hat, wie ein gerechtes und wirtschaftlich vernünftiges Steuersystem aussehen soll. Dazu muss man nicht in die Karibik schauen, es reicht schon ein Blick auf die Unterschiede innerhalb der EU.
Dort haben sich Länder wie Irland oder Zypern mit Steuersätzen von 12,5 Prozent zu beliebten Standorten für globale Konzerne entwickelt. Auch in vielen osteuropäische Staaten, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich ist die Situation ähnlich. In Deutschland, Frankreich oder Japan müssen Firmen hingegen 30 Prozent und mehr Steuern auf ihre Gewinne berappen. ...
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