Ein Adidas-Store in Atlantic City, USA.
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Adidas unter Druck: Analysten schlagen Alarm – Wie sollten Anleger reagieren?

Die Adidas-Aktie rutschte Ende vergangener Woche auf ein Mehrjahrestief. Seit Jahresanfang senken Analysten reihenweise die Kursziele und auch das Chartbild sendet klare Warnsignale. Trotz einzelner positiver Stimmen bleibt die Gemengelage schwierig. Warum Anleger aktuell besser außerhalb des Spielfelds bleiben sollten.
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Die Lage bei Adidas (adidas Aktie) spitzt sich weiter zu. Charttechnisch präsentiert sich das Bild klar negativ: Zuletzt hat die Aktie den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei rund 161 Euro nach unten durchbrochen – ein klassisches Schwächesignal. Sämtliche relevanten gleitenden Durchschnitte zeigen inzwischen abwärts und bestätigen den bestehenden Abwärtstrend. Auf der Unterseite rückt nun die nächste markante Unterstützungszone im Bereich um 130 Euro in den Fokus. Sollte auch dieses Niveau nicht halten, könnte aus technischer Sicht sogar die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro ins Blickfeld geraten.

Am Freitag sackten die Adidas-Aktien auf 142,55 Euro ab und markierten damit den tiefsten Stand seit fast drei Jahren. Nach dem Bruch der Unterstützung bei 150 Euro beschleunigte sich der Abverkauf, zeitweise lag das Minus belief bei 6,5 Prozent. 

RBC senkt den Daumen

Der Gegenwind von Analystenseite wird immer kräftiger. Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC bereit Anleger auf ene mögliche Enttäuschungen vor, wenn Adidas Anfang März im Rahmen der Jahresbilanz 2025 seine Ziele für das neue Geschäftsjahr vorlegt. Der Konzern neige traditionell zu einem konservativen Ausblick, und daran dürfte sich laut Dadhania wenig ändern.

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Für 2026 rechnet er mit einem operativen Ergebnis zwischen 2,4 und 2,6 Milliarden Euro – am Mittelwert gemessen rund zehn Prozent unter dem Marktkonsens. Trotz einer aus seiner Sicht günstigen Bewertung strich der Analyst seine Empfehlung. Das Branchenumfeld bleibe schwierig, geprägt von Überangebot und einem veränderten Konsumverhalten in China.

RBC steht nicht allein da

Auch Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) hat seinen Ton gegenüber Adidas verschärft. Die US-Investmentbank senkte das Kursziel von 210 auf 180 Euro und verweist auf ein moderateres Wachstum im gesamten Sportartikel-Sektor. Zwar belässt Goldman das Rating auf "Neutral", doch die Botschaft ist klar: Der Rückenwind der vergangenen Jahre lässt nach.

Bank of Amerika stuft gleich doppelt ab

Noch deutlicher fiel die Kehrtwende der Bank of America (Bank of America Aktie) aus. Kurz nach Jahresbeginn gab es für den Sportartikelhersteller eine Herabstufung von "Buy" auf "Underperform". Das ließ die Aktie zeitweise um sieben Prozent einbrechen. Analyst Thierry Cota kappte das Kursziel von 213 auf 160 Euro und sieht Adidas inzwischen als einen der unattraktivsten Werte in seinem Branchenuniversum. Die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung – auch mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – hält er für überzogen.

Cota sieht keine Anzeichen für eine baldige Trendwende in der gesamten Sportartikelbranche. Zwar sei der Abschwung, der im zweiten Quartal 2023 begonnen habe, theoretisch beendet, doch es fehlten klare Signale für eine echte Erholung. Vielmehr könnte sich die Phase schwacher Umsätze noch weiter verlängern. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: Der jahrzehntelange Freizeit-Sportartikel-Boom sei vorbei.

Zu den strukturellen Problemen kommen operative Risiken. Für das vierte Quartal erwartet Cota branchenweit sogar einen Umsatzrückgang, getrieben vor allem von Nike (Nike Aktie) und Puma (Puma Aktie). Auch bei Adidas lasse die Dynamik nach, während die schwachen Branchentrends die Margenaussichten begrenzen.

Personalkampf hinter den Kulissen

Zusätzliche Brisanz bringt der Wettbewerb mit Puma. Berichte über gezielte Abwerbungen von Top-Managern zeigen, wie intensiv der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Herzogenauracher Rivalen geworden ist. Der Kampf um Talente könnte mittelfristig Einfluss auf Innovationskraft und Strategie haben.

Aktie gehört nicht ins Depot

Das Bild bei Adidas bleibt angespannt. Ein schwaches Chartbild, ein herausforderndes Branchenumfeld und zunehmend skeptische Analysten sprechen derzeit gegen ein Engagement. Auch wenn einzelne Stimmen auf Erholungspotenzial verweisen, fehlen klare operative und strukturelle Signale für eine nachhaltige Trendwende. Anleger sollten vorerst außerhalb des Spielfeldes bleiben. Das Bild könnte sich frühestens mit der Vorlage der Jahreszahlen am 4. März ändern.

Redaktion Ariva/MW


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