Ein alter Globus (Symbolbild).
Quelle: - © PIRO4D / Pixabay :
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 194

Simulation der 'Welt' spielt russischen Angriff durch

HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - "Ernstfall - Was, wenn Russland uns angreift?" Unter diesem Titel haben die Medienmarke "Welt" und das German Wargaming Center der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg eine sicherheitspolitische Krise in Europa simuliert. Es sei ein hypothetisches Eskalationsszenario im Baltikum durchgespielt worden, teilte Axel Springer mit. Die Simulation - inklusive hybrider Angriffe auf die deutsche Infrastruktur - habe bereits im Dezember 2025 stattgefunden. Die "Welt" veröffentlicht die Simulation nun in Podcasts, Print- und Online-Beiträgen sowie in einer TV-Reportage.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern

Hypothetische Folgen für den Alltag

Den Angaben zufolge zeigt die Simulation, welche direkten Auswirkungen eine solche Krise für die Bevölkerung haben könnte: So könnten Cyberangriffe etwa das Online-Banking lahmlegen und Geldautomaten ausfallen lassen, während gezielte Desinformation Unsicherheit und Verunsicherung verbreite. Das durchgespielte Szenario sei dabei ausdrücklich hypothetisch gewesen und stelle einen von mehreren möglichen Krisenverläufen dar, hieß es.

Politische und militärische Rollen

Frühere politische Entscheidungsträger, Militärs und Sicherheitsexperten übernahmen die Rollen zentraler Akteure: Das "Blue Team" stellte die Bundesregierung dar, das "Red Team" die russische Führung.

Zur deutschen Seite gehörten nach Angaben der "Welt" etwa der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der in der Simulation den Bundeskanzler spielte, der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter als Verteidigungsminister und der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, der im Spiel seine frühere Position übernahm.

Im "Red Team" spielten zum Beispiel der Russlandexperte Alexander Gabuev den Präsidenten der Russischen Föderation und der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven den russischen Außenminister.

Kiesewetter für frühzeitige Information der Bevölkerung

Kiesewetter sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Simulation habe gezeigt, wie stark Deutschland bis heute vom Leitmotiv "Nie wieder Krieg" geprägt sei. Viele Nachbarstaaten, die unter deutscher Besatzung gelitten hätten, seien dagegen vom Gedanken "Nie wieder wehrlos" geprägt. Beides müsse zusammengebracht werden. "Wer nie wieder Krieg will, darf nie wieder wehrlos sein", sagte der CDU-Politiker.

Zugleich habe das Planspiel verdeutlicht, wie wichtig eine frühzeitige und klare Information der Bevölkerung sei. Verzögerungen und Unklarheiten spielten Gegnern in die Hände und schürten Ängste, sagte Kiesewetter./svv/DP/zb

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend