Der Chip-Konzern Intel hat in den vergangenen Quartalen eindrucksvoll gezeigt, dass man auch im aktuell schwierigen Umfeld gutes Geld verdienen kann. So auch im ersten Jahresabschnitt 2008. Das Unternehmen schnitt dabei deutlich besser ab als der langjährige Wettbewerber AMD. Von der Stärke sollten auch die Investoren profitieren, und Intel könnte für spekulative Investoren eine gute Depotbeimischung sein! Name ist Programm Bei der Intel Corporation (Intel steht für Integrated Electronics) handelt es sich um einen amerikanischen Halbleiterhersteller mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien. Der Konzern wurde 1968 von Gordon E. Moore und Robert Noyce als Moore-Noyce Electronics gegründet, nachdem sie Fairchild Semiconductor verlassen hatten. Aber erst 1975 gelang der Durchbruch. Intel stellte unter der Produktbezeichnung "1103" den ersten DRAM-Speicherbaustein vor. Der Erfolg war bis Mitte der 80er Jahre groß, doch dann musste das Kerngeschäft im Zuge der wachsenden Konkurrenz durch japanische Halbleiterhersteller umgestellt werden, zumal mit IBM auch noch ein PC-Konzern Intel dazu veranlasste, sich künftig auf Mikroprozessoren zu konzentrieren und die DRAM-Produktion erst einmal aufzugeben. Heute hält der Intel-Konzern bei PC-Mikroprozessoren einen Marktanteil von mehr als 75%. Zufriedene Gesichter Nachdem im Zuge der Quartalsberichtssaison in den USA einige Zahlen zur Enttäuschung der Analysten beitrugen, gab es auch mit Blick auf Intel die Befürchtung, dass die Prognosen verfehlt werden. Doch diese Ängste erwiesen sich als unbegründet, wie die in der vergangenen Woche veröffentlichte Bilanz zeigt. Erwartungsgemäß trugen die Kosten des Konzernumbaus und fallende Speicherchip-Preise dazu bei, dass es zu einem Gewinnrückgang kam. Allerdings fiel dieser geringer aus als vorhergesagt. Unter dem Strich verdiente Intel in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 1,4 Mrd. US- Dollar und damit 12% weniger als ein Jahr zuvor. Beim Umsatz gab es einen Zuwachs von 9% auf 9,7 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie (EPS) fiel bereinigt um Sonderposten von 0,33 auf 0,29 US-Dollar. Die Schätzungen der Analysten lagen jedoch deutlich darunter. Ohne Berücksichtigung der Kosten für Restrukturierungen und Bewertungsänderungen von Vermögenswerten von 0,04 US-Dollar erreichte das EPS 0,25 US- Dollar. Mitbewerber deutlich schwächer Konzernchef Paul Otellini zeigte sich angesichts dieser Zahlen zuversichtlich für die weiteren Wachstumschancen. Aus gutem Grund, wie die Prognose für das Gesamtjahr und ein kleiner Blick auf die Zahlen des größten Mitbewerbers AMD zeigt. Denn dieser hatte ebenfalls letzte Woche sein Zahlenwerk vorgelegt: AMD ist allerdings im Wettlauf um immer leistungsfähigere Chips ins Hintertreffen geraten. Die Folge: Arbeitsplätze müssen gestrichen werden. Ferner gibt es technische Probleme bei den neuen Vier-Kerne-Prozessoren für den lukrativen Server-Markt. Immerhin konnte der Verlust vor Sonderposten im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um gut 40% auf 358 Mio. US-Dollar gesenkt werden. Der Verlust je Aktie fiel vor Sonderposten von 0,90 auf 0,51 US-Dollar. Der Umsatz stieg um 22% auf 1,51 Mrd. US-Dollar. Die Zuversicht, die zahlreiche Analysten mit Blick auf Intel haben, sucht man bei AMD allerdings recht lange. Daher erscheint die Intel-Aktie derzeit im Vergleich zu seinen Wettbewerbern keinen Vergleich scheuen zu müssen und steht deutlich besser da. Prognose leicht angehoben Dafür sprechen auch die soliden Prognosen. Intel rechnet für das laufende Quartal nun mit einem Umsatz von 9 bis 9,6 Mrd. US- Dollar. Die Bruttorendite soll bei etwa 56% liegen. Positive Impulse kommen durch eine verstärkte Nachfrage nach technischer Infrastruktur: Nach Aussagen des Intel-Deutschlandchefs Hannes Schwaderer ist vor allem die Nachfrage nach Servern sowohl in den USA als auch in Europa höher denn je. Während in Nordamerika vor allem auch die zuletzt krisengeschüttelten Banken ihre IT-Infrastruktur aufrüsteten, treibe in Deutschland vorwiegend der Mittelstand die Erneuerung seiner Datentechnik voran. Die Basis für eine fortgesetzte positive Geschäftsentwicklung scheint damit gelegt. Fazit Die Befürchtungen, wonach auch dieses Segment vom Vertrauensverlust und der Krise heimgesucht werden könnte, haben sich somit nicht bewahrheitet. Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wider. Die Intel-Aktie brannte nach Bekanntgabe von Bilanz und Ausblick ein kleines Kursfeuerwerk ab. Von ihrem Tief im Januar, das aus einer kräftigen Korrektur aufgrund der gekürzten Prognose für das erste Quartal resultierte, konnte sich das Papier bereits deutlich erholen. Und es ist weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden. Nicht zuletzt wegen der guten Margen und eines starken Kerngeschäfts dürfte Intel in den nächsten Quartalen weiterhin gut abschneiden. Nachdem nun auch die kurzfristige Hürde bei 22,45 US-Dollar knapp überwunden wurde, könnten, sollte sich dieser Ausbruch bestätigen, spekulative Käufe in Erwägung gezogen werden. Für ein Engagement sprechen zudem Kennzahlen wie das KGV (2008e) von rund 17 und eine Dividendenrendite von 2,3%.

MfG bauwi
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.