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Der USA Bären-Thread


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Platschquatsc.:

@Anti / wawidu

2
20.03.10 21:36
Also Anti ich bin nicht ganz beschränkt.
Wenn ich hier den Trans mit Wiki verlinke kannst du spätestens hier Schlußfolgern das mir die Historie bekannt ist und dein Hinweis (NUR Eisenbahnen...) somit überflüssig.
Wieso ich deshalb schwerlich behaupten kann (mit Quelle) "....im $TRAN "dominieren zweifelsfrei die Airlines"..." ist mir zwar nicht so ganz klar aber was solls.

@wawidu

"....Die notorisch unterkapitalisíerten US-Airlines stecken in Anbetracht der immer noch recht hohen Treibstoffpreise und starken Konkurrenzdrucks in einer massiven Gewinn- und Kreditklemme. Sie leben sozusagen "von der Hand in den Mund". (> @platschquatsch!)..."

Ich hab zu den Airlines keine fundamentale Aussage gemacht und nie behauptet es wäre so oder anders also was willst du von mir hören?

".....Hier die zentrale Information zum $TRAN:..."
web.streetauthority.com/terms/index/transportation.asp

Ist nicht dein ernst oder?
Ne Gewichtung aus 2004 und dabei hab ichs dir mit dem Wikilink ja wirklich einfach gemacht indem du einfach auf die Seite des DowJones gehst und dort die TagesGewichtung nimmst.
(Verkleinert auf 63%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 308051
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wawidu:

platschquatsch - # 59326

 
20.03.10 23:03
In der Preisgewichtung des $TRAN hat sich seit 2004 grundsätzlich nichts geändert. Aktuell ist der von mir von den Waggonladungen her gesehen als höchst fragwürdig definierte Eisenbahnsektor darin mit rd. 27,6 % und der Sektor Delivery Services ($DJUSAF) mit rd. 25 % gewichtet. UPS halte ich für den zentralen "Push-Wert" ím Rahmen der Rally des $DJUSAF seit März 2009. Die völlig irrationale Preisentwicklung seit Februar 2010 bestärkt meine Vermutung (siehe Folgeposting!).
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 308057
Antworten
wawidu:

UPS kurzfristig

 
20.03.10 23:25
Die Volumenbalken im September 2009 und im Januar 2010 deuten zweifelsfrei auf massives Pushing hin.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 308060
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Hagen v. Tronje:

Mensch Platschquatsch,

7
20.03.10 23:42

Du scheinst ja wirklich ein renitentes Kerlchen zu sein.

Na ja, solange sich hinter Deiner Renitenz Fachwissen vebirgt, ist es ja aktzeptabel.

Aber wehe Dir, wenn wir hinter Deinen Argumentationsmustern eine Unkorrektheit erkennen ;-);-),-)

Antworten
wawidu:

DJ Coal Index

 
21.03.10 01:02
Aus Sicht der Waggonladungen via Eisenbahn liegen die Kohletransporte schon seit vielen Monaten deutlich unter den Ladungen yr/yr und quarter to date 2008/2009. Dies gibt im Vergleich zum Coal Index sehr zu denken! Der Verbrauch an Kohle ist der zentrale Indikator für die Industrieproduktion! Der MACD zum Wochenchart lässt in der Phase 2006 bis 2008 eine nach oben tendierende parabolische Trendkurve erkennen, doch die Trendkurve seit November 2008 nimmt sukzessiv den Charakter einer Wurfparabel an!
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 308064
Antworten
Platschquatsc.:

@wawidu 59327

5
21.03.10 01:10
".....In der Preisgewichtung des $TRAN hat sich seit 2004 grundsätzlich nichts geändert......"

Wenn 25% der Werte (YELL,CNF,BNI,USFC,NWAC) ausgetauscht werden seit 2004 ist "grundsätzlich nichts geändert" Gewöhnungsbedürftig für mich aber ich lerne ja dazu.
Wenn ca. 30% der Gewichtung von den selben drei Werten (FDX,UPS,UNP)  bestimmt werden hat sich natürlich "grundsätzlich nichts geändert" aber dann würde ich auch den Fokus auf diese 30% legen und nicht auf einen Sektor.

"....Aktuell ist der von mir von den Waggonladungen her gesehen als höchst fragwürdig definierte Eisenbahnsektor darin mit rd. 27,6 % und der Sektor Delivery Services ($DJUSAF) mit rd. 25 % gewichtet...."

Schön das du meine aktuelle Tabelle als Bezugsquelle in #59326 nutzt.
Das bestätigt mich wiedermal in der Hinsicht wie die ürsprungliche Aussage in #59308 zustande kam.

"...UPS halte ich für den zentralen "Push-Wert" ím Rahmen der Rally des $DJUSAF seit März 2009. Die völlig irrationale Preisentwicklung seit Februar 2010 bestärkt meine Vermutung (siehe Folgeposting!)....."

War es in #59308 noch ein Freund der dir den "Bärendenkanstoß" gegeben hat mal über den Tran als solches und seine Eisenbahnwerte zu orakeln ist es nun die Gewichtung mithilfe eines Push-Wertes welcher deine Bärenphantasie beflügelt.

Es ging mir eigentlich immer nur um das: "....Der $TRAN wird zweifelsfrei vom Index der Eisenbahnwerte ($DJUSRR) dominiert...." und diese Aussage ist genauso richtig/falsch wie:
Der $TRAN wird zweifelsfrei von den Airlines dominiert (Anzahl der Wert)
oder
Der $TRAN wird zweifelsfrei von drei Werten(FDX,UPS,UNP ca.30%) dominiert.

ZWEIFELSFREI ist jedesmal lediglich deine Schlußfolgerung.
Antworten
wawidu:

Hagen von Troja - # 59329

3
21.03.10 01:19
Platschquatsch liegt mE im Hinblick auf die Index- und Einzelwerte-Charts des Transportsektors weitgehend richtig, doch er verkennt - möglicherweise - die von AL und mir angesprochene wirtschaftliche Realität. Aber diesbezüglich diskutieren wir ja schon seit längerer Zeit.
Antworten
Platschquatsc.:

Hagen v. Tro.

11
21.03.10 01:26
"...Na ja, solange sich hinter Deiner Renitenz Fachwissen vebirgt, ist es ja aktzeptabel.
Aber wehe Dir, wenn wir hinter Deinen Argumentationsmustern eine Unkorrektheit erkennen..."

Dann will ich sie wissen!!!!!!!
Ich poste hier nicht Charts,Meinungen, Kommentare usw. um zuspruch zu bekommen sondern eben um
Unkorrektheit in meinen Argumentationsmustern zu erkennen und daraus zu lernen.
Wozu dient wohl ein Börsenforum/Thread in erster Linie?
Doch wohl zum Meinungsaustausch, um zu lernen und Fehler zu vermeiden und sowas funktioniert nicht wenn sich alle gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich dabei kritiklos in der Sache selbst bestätigen.
Antworten
Kicky:

was wir vielleicht so detailliert nicht kennen

7
21.03.10 11:08
habe mir mal in einige Veröffentlichungen von Lunapark vorgenommen,die mir schlüssig erscheinen und von denen ich annehme,dass sie wissenschaftlich begründet sind und vielleicht interessanter als die Diskussion um Zusammensetzung  des TRAN,weil zumindest auch sozialpolitisch relevant.Allerdings sollte ich wohl dazu sagen,dass Winfried Wolf eine aktive Vergangenheit als PDS-Abgeordneter hat,weswegen ich hier vermutlich gleich zerrissen werde ggg de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Wolf
aber dann wendet sich die Diskussion vielleicht interessanterewn Thesen zu als dem TRAN und dem Anteil der Airlines
Conrad Schuhler · Die Krise und die Lust am Untergang

www.lunapark21.net/archiv/lp21/lp21_09_05_2-3.pdf
Conrad Schuhler ist Leiter des ISW, Institut
für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung,
München.
.....Noch 1980 entsprach
das weltweite Bruttosozialprodukt ungefähr
dem Geldvermögen. 2006 übertrafen
diese Finanzmittel das reale Sozialprodukt
um das Vierfache. Eine Folge der ständigen
Absenkung der Lohn- und der ständigen
Erhöhung der Profitquote
. In
Deutschland zum Beispiel verringerte sich
die Lohnquote in den letzten sieben Jahren
von 72 auf 64 Prozent. Hätten wir
noch die selbe Verteilung von Löhnen
und Profiten wie vor sieben Jahren, dann
hätten die Arbeiter und Angestellten
rund 150 Milliarden Euro mehr im Geldbeutel
– das größte Konjunkturprogramm,
das man sich vorstellen kann.

Es geht nicht um einen psychischen Todestrieb,
sondern um eingebaute Vernichtungstreibsätze
im System der kapitalistischen
Wirtschaft. Ganz ohne Hölderlin
muss man feststellen: Es wird alles noch
viel schlimmer. Bisher ist wohl nicht einmal
eine Billion US-Dollar an faulen Kreditverbriefungen
aufgeflogen. Der weltweite
Markt an solchen Verbriefungen
(CDS) umfasst aber ein Volumen von 54
Billionen US-Dollar, und niemand weiß,
wie viele davon „toxisch“, also faul sind.

Wir können selbst eine Katastrophe nicht
ausschließen, deren „toxischer“ Kern
50mal höher ist als die bisher hoch gegangenen
Sprengsätze im Finanzmarkt.
Die Verschuldung der Banken, die 1980
noch 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
ausmachte, liegt heute in den USA,
dem Mutterland von Kapitalismus und
Krise, bei über 110 Prozent.
Wenn diese
Schulden sich als „faul“ erweisen, liegt
das Finanzwesen des globalen Kapitalismus
nicht mehr auf der Intensivstation,
sondern im Leichenschauhaus.

...Die Krise ist das Resultat von zu viel Geld
und Kredit und zu wenig Wachstum der
realen Wirtschaft, die noch dazu in einer
fatalen Richtung wuchs, Umwelt, Ressourcen
und menschliche Arbeit verschlingend

www.lunapark21.net/archiv/lp21/lp21_0804_46-48.pdf
Weltweit war es eine kleine Gruppe von Bankern,
die die Rettungspläne diktierte

Winfried Wolf

Banken-Rettungskomitee Der 500 Milliarden Euro schwere
deutsche Bankenrettungsplan wird nach außen vor allem von
Finanzminister Peer Steinbrück vertreten. Hinter ihm stand jedoch
ein kleiner Kreis von Bankern und Finanzleuten. Die
„Süddeutsche Zeitung“ (13.10.) sprach von einem sechsköpfigen
„Komitee zur Rettung der deutschen Banken“, bestehend
aus dem Bundesbank-Chef Axel Weber, dem Präsidenten der
Finanzaufsicht Bafin, Jochen Sanio, dem Deutsche-Bank-Chef
Josef Ackermann, dem Finanzminister Peer Steinbrück mit seinem
Staatssekretär Jörg Asmussen und dem Abteilungsleiter
Wirtschaft im Kanzleramt, Jens Weidmann.
Diese Sechserbande
erarbeitete seit Mitte September einzelne Krisenpläne, u.a. den
zur Rettung des Instituts HypoRealEstate und schließlich den
500-Milliarden-Euro-Plan, der am 13. Oktober von der Kanzlerin
und dem Finanzminister vorgestellt wurde.
Eine Schlüsselrolle spielte dabei Staatssekretär Asmussen, dem
ein besonders enges Verhältnis zum Kreis der Top-Banker
nachgesagt wird. Asmussen war als Leiter des Referats für internationale
Finanz- und Währungspolitik im Bundesfinanzministerium
maßgeblich daran beteiligt, just jene Kreditverbriefungen
(z.B. CDS – Credit Default Swaps) zu fördern, die heute
als entscheidender Faktor der weltweiten Finanzmarktkrise angesehen
werden. Noch 2006 schrieb Asmussen, das Bundesfinanzministerium
achte darauf, „dass den Instituten keine unnötigen
Prüf- und Dokumenationspflichten entstehen werden,
wenn sie in gängige ABS-Produkte mit gutem Rating investieren.“

(ABS = Asset Backes Securities, Wertpapiere, die mit Vermögensansprüchen
– z.B. Immobilienkrediten, Pfandbriefen –
besichert sind). Just solche ABS-Produkte stehen seit Mitte
2007 im Zentrum der weltweiten Finanzkrise und werden inzwischen
weltweit als überwiegend faule Kredite identifiziert.

Im Koalitionsvertrag der CDU/CSU-SPD-Regierung
vom Herbst 2005 findet sich eine vergleichbare Passa-
ge: Die Bundesregierung werde „den verstärkten Einsatz neuer
Finanzierungsinstrumente“ vorschlagen. Und: „Zur Erleichterung
der Kreditvergabe durch die Banken werden wir auch die
Regulierung der Finanzaufsicht auf das notwendige Maß zurückführen.“
Ein- und dieselbe Person und ein- und dieselbe
Regierung verkörperten demnach die beiden scheinbaren Extreme:
Deregulierung und Regulierung. Dasselbe trifft auf die
Top-Leute zu, die den britischen Banken-Rettungsplan ausarbeiteten.
Vadera war z.B. verantwortlich für die Privatisierung
der Londoner U-Bahn. Hank Paulson wiederum war als Goldman
Sachs-Chef ein besonders vehementer Verfechter der
Banken-Deregulierung. Auf dieser Linie agierte er auch im
Zeitraum Juni 2006 bis Sommer 2008 als Finanzminister, um
dann die beschriebene radikale Kehrtwende zu vollziehen.

Das aber unterstreicht ein weiteres Mal: Entscheidend ist gar
nicht die Frage Regulierung oder Deregulierung. Entscheidend
ist vielmehr, wie eine maximale Rendite privater Anlagen gesichert
werden kann
. Die Antwort lautet: mal so, mal so. Mal mit
Deregulierung, aktuell aber mittels enormer staatlicher Eingriffe
Alle Bankenrettungs-Programme
sind gewaltige Umverteilungsprogramme; Hunderte Milliarden
Euro werden von der durchschnittlichen Bevölkerung aufzubringen
sein, um eine kleine Gruppe von Bankern zu alimentieren.
Die Entscheidung über diese Programme wiederum wird
von Leuten gefällt, die mit den Profiteuren in enger Verbindung
stehen. Auch die Detailentscheidungen, wer welche Summen
aus den beschlossenen großen Fonds erhält, liegt in der
Regel in einem vergleichbaren intimen Kreis.
In den Worten des
Ökonomen Nouriel Roubini von der New York University, der
bereits 2006 den Finanzkrach vorhergesagt hatte: „Da sagt dieser
Paulson: ´Glaubt mir, ich werde alles richtig machen, wenn
ich die absolute Kontrolle bekomme.`...

Das offiziell entscheidende Ziel der Banken-Rettungspläne, die
Lösung der Vertrauenskrise und die Vergabe neuer Kredite,
wird höchstens in Einzelfällen erreicht. Warum sollten die weiterhin
privaten Banken auch neue Kredite vergeben, wenn sich
die Geschäftsaussichten von Tag zu Tag eintrüben? Die New
York Times vom 25.10. berichtete über eine Konferenz von JP
Morgan Chase-Managern. Als diese gefragt wurden, wie sich
der 25-Milliarden-Dollar-Betrag, den die Bank aus dem Bankenrettungs-
Fonds erhält, auswirken würde, antwortete ein
Manager, man werde damit vor allem andere Banken aufkaufen.
Ein Top-Manager
argumentierte, man werde die harte Kreditpraxis noch
verschärfen. Aus anderen Berichten geht hervor, dass solche
Gelder für neue Boni- und Dividendenzahlungen eingesetzt
werden.
Antworten
Kicky:

2.Teil

8
21.03.10 11:09
Gelegentlich dringt aus den zurückhaltenden Banken-Kreisen
durch, wie Plan B begossen wurde. Als die belgische Regierung
Mitte Oktober ein Programm zur Rettung der Institute Fortis
und Dexia beschlossen hatte, feierte das Management dies kurz
darauf in exklusiven Etablissements in Monaco. Laut der flämischen
Zeitung „De Morgen“ lud die franco-belgische Dexia-
Bank mehr als 200 Gäste zu einem festlichen Bankett in die
teuerste Herberge von Monte Carlo, in das Hotel de Paris, ein.
Am Tag darauf ließ die Fortis-Bank ihrerseits eine große Zahl
von Gästen nach Monaco einfliegen, um sie im Gourmet-Tempel
Louis XV zu bewirten. Der Champagner sei in Strömen geflossen.
„De Morgen“ über die Fortis-Sause: „Spät nachts hörten
die Journalisten von der Terrasse den Trinkspruch. ´Auf alle,
die ihr Geld verloren haben!´“

Die Pleite von Lehman Brothers wird hierzulande als US-Angelegenheit
behandelt. Kanzlerkandidat Walter Steinmeier erntete
im Oktober auf dem SPD-Parteitag tosenden Beifall, als er,
auf Lehman gemünzt, in den Saal rief: „Jetzt sind sie abgestürzt,
diese Herren des Universum“.
Dabei wissen viele der Delegierten-Genossen,
wie massiv Dutzende  Kommunen von der Pleite des
US-Investmenthauses betroffen sind. Deutsche Kommunen
haben bei der Lehman-Tochter, der „Lehman
Brothers Bankhaus AG“, mindestens
eine Milliarde Euro angelegt. Städte und Kreise
wie Freiburg, Lörrach, Frankfurt/M., Köln, Euskirchen und
Frechen sind betroffen. Auch die Deutsche Rentenversicherung
Rheinland und die Barmer Ersatzkasse hatten bei Lehman Geld
angelegt. Die Liste der Betroffenen ist ein von der Finanzaufsicht
Bafin gut gehütetes Geheimnis. Warum eigentlich?
Immerhin

geht es nicht um private, sondern um Steuergelder

Der professionelle Lehman-Erfolg in Deutschland ist auch Hans
Martin Bury
– seit 2005 Lehman-Managing Director, seit 2008
Vorstand bei der Lehman Brothers Bankhaus AG, zu verdanken.
Bury war 1990-2005 MdB und unter Kanzler Schröder 1999-
2005 Staatsminister. Er gilt auch nach der Lehman-Pleite „als
anerkannter SPD-Finanzpolitiker“, so die Sprecherin des SPD-
„Netzwerkes“ Nina Hauer.
.......
Hedgefonds
Mitte November kam es vor dem US-Kongress
zu einem imposanten Auftritt der
reichsten und mächtigsten Hedgefonds-Managern
der Welt: George Soros, James Simons
(Renaissance), John Paulson, Philip
Falcone (Harbinger) und Kenneth Griffin
(Citadel) sollten zur Rolle der Hedge Fonds
in der Krise Stellung nehmen. Natürlich
wurden sie nur um Auskunft gebeten und
nicht zu irgendeiner Art Verantwortung gezogen.
Die Fonds hatten in den Jahren zuvor
gewaltige Gewinne gemacht und den
Anlegern Renditen mit zweistelligen Raten
garantiert. Doch in den vorausgegangenen
Monaten hatten fast alle Hedge Fonds große
Verluste eingefahren. Viele Anleger zogen
große Vermögen ab. Um sie auszuzahlen,
mussten Fonds auch bei niedrigen Kursen
im großen Stil Wertpapiere verkaufen.
Dies verstärkte die Börsentrends nach unten.
Bei der Anhörung vor dem Kongress gab es
einen bemerkenswerten Meinungswandel.
Die Mehrheit der geladenen Hedge Fonds-
Leute kritisierte die unzureichende staatliche
Aufsicht. Der Staat müsse „zukünftig
Transparenz bei Kreditversicherungen und
Derivaten“ schaffen. So Philip Falcone. Allerdings
sprachen sich dann wieder alle,
George Soros eingeschlossen, gegen „zu viel
Regulierung“ aus. Ein Kongress-Abgeordneter
verwies auf weitreichende Steuervergünstigungen
in der Branche, so dass viele
Manager bei ihren großen Einkommen „einem
niedrigeren Steuersatz als Feuerwehrleute
oder Klempner“ unterliegen.

www.lunapark21.net/archiv/lp21/lp21_0804_54-55.pdf

www.labournet.de/diskussion/wipo/finanz/wolf_luna5.pdf
Parallel mit der Verschärfung der weltweite
Krise wird eine fatale Politik der
„immanenten Krisenbewältigung“ verfolgt.
Akteure sind die jeweiligen Regierungen
und Staaten, die wiederum als
Agenten der großen nationalen Banken
und Konzerne handeln. Es handelt sich
um eine Antwort mit drei Modulen:
erstens kaum begrenzte Staatsknete für
diejenigen, die die Krise mit verursachten
zweitens eine staatlich konzertierte Kapitalkonzentration
drittens Jobvernichtung und Betonverdichtung
- die Verstärkung von Strukturen,
die die Zukunftsfähigkeit der
menschlichen Gemeinschaft untergraben.
Modul 1: Im Zeitraum September 2008
bis Ende Februar 2009 wurden auf weltweiter
Ebene staatliche Sonderetats zur
„Rettung des Finanzsektors“ in Höhe von
4000 Milliarden Euro aufgelegt. Gleichzeitig
gab es direkte staatliche Hilfen für
Konzerne der Realwirtschaft in Höhe von
mehreren hundert Milliarden Euro. Ein
größerer Teil der Bankenhilfen wird an
die Konzerne durchgereicht. Der Wert aller
an Börsen notierten Banken und Konzerne
liegt derzeit bei rund 30000 Milliarden
(oder 30 Billionen) Euro. Damit
wird privaten Unternehmen durch die
Staaten – und letztlich durch die Steuerzahlenden
– ein Betrag zur Verfügung
gestellt, der rund 15 Prozent des Werts
dieser Unternehmen entspricht. Wobei
der Wert der Konzerne und Banken von
Börsenwoche zu Börsenwoche sinkt, wohingegen
sich die Subventionssummen
von Monat zu Monat erhöhen.
Modul 2: Überall auf der Welt, vor allem
in den kapitalistischen Zentren Nordamerika
und Westeuropa, kommt es zu großen
Kapitalkonzentrationen, die direkt
oder indirekt durch die staatlichen Administrationen
orchestriert und kofinanziert
werden. In einer ersten Phase zwischen
September 2008 und Anfang 2009
kam es auf diese Weise zu einem guten
Dutzend großer Zusammenschlüsse
von Finanzinstituten. Spektakulär
sind in Deutschland das Zusammengehen
von Commerzbank und Dresdner Bank, das bereits mit
18 Milliarden Euro Steuergelder kofinanziert
wird, und die Übernahmeder Postbank  durch die Deutsche
Bank, wo sich die noch halbstaatliche
Postbank an der Deutschen Bank beteiligt.
Inzwischen setzt sich dieser Prozess
in der Realwirtschaft fort. Der
US-Pharmariese Pfizer übernimmt
den Konkurrenten Wyeth; die
Kaufsumme von 68 Milliarden
US-Dollar wird zu einem großen
Teil von den bereits teilverstaatlichen
Instituten Citigroup und
Bank of America finanziert. Die
österreichische Fluglinie AUA wird von
der deutschen Lufthansa übernommen –
der österreichische Staat zahlt als Mitgift
mindestens eine halbe Milliarde Euro. In
Frankreich gehen die Rüstungskonzerne
Thales und Dassault zusammen – mit
Rüstungsausgaben dauerhaft staatlich
kofinanziert. In Deutschland übernimmt
der Autozulieferer Schaeffler (66000 Beschäftigte)
den weit größeren Autozulieferer
Conti (150000 Beschäftigte). Auch
hier wird die Überahme mit Kredit finanziert;
sodass Conti-Schaeffler inzwischen
mit 22,5 Milliarden Euro Verbindlichkeiten
völlig überschuldet ist. Auch hier wird
der Staat zur Kasse gebeten. Der als Automobil-
Professor titulierte Autolobbyist
Ferdinand Dudenhöffer sagt, worum es
geht: „Alle (Auto-) Hersteller haben gesagt,
sie wollen genau das: einen zweiten
starken deutschen Zulieferer-Konzern
neben Bosch.“
Modul 3: Gelegentlich geistert durch die
öffentlichen Debatten die These, die Regierungen
würden in einem erstaunlichen
Keynesianismus-Hype Staatsgelder zur
Stützung der Konjunktur und zur Rettung
von Arbeitsplätzen einsetzen. Das
Gegenteil trifft zu. Mit den gewaltigen
Prozessen der Kapitalkonzentration werden
die Tendenzen zur Schaffung von
Überkapazitäten und zur Wegrationalisierung
von Millionen Arbeitsplätzen gestärkt.
Der Deal Pfizer-Wyeth wird
60000, die Übernahme der Dresdner
Bank durch die Commerzbank 20000
Jobs und das Projekt Schaeffler-Conti
30000 bis 40000 Arbeitsplätze kosten.
Auf weltweiter Ebene werden Hunderte
Milliarden Euro und Dollar an Steuergeldern
für Kapitalkonzentrationen und zur
Vernichtung von Millionen Arbeitsplätzen
eingesetzt. Dabei wird am Ende der private
Finanzsektor, der diese Krise mit verursacht
hat, ein weiteres Mal aufgepäppelt
(die teilweise verstaatlichten Banken
sollen ja „so bald wie möglich“ reprivatisiert
werden). Gleichzeitig werden die
Branchen Automobilindustrie, Flugzeugbau
und Fluglinien gestärkt. Doch gerade
diese sind charakteristisch sind für ein fatale
Ausrichtung der Weltwirtschaft auf
den Konsum von Öl mit seinen Derivaten
Benzin, Diesel und Kerosin, was eine wesentliche
Triebkraft für Umweltzerstörung
und Klimaerwärmung ist.
Sprunghaft ansteigende
Arbeitslosigkeit und verstärkter Sozialabbau
sind programmiert; Deflation und
Hyperinflation denkbar.

...Tatsächlich zerstörten
bereits die „Finanzjongleure“
der vom Staat übernommenen
US-amerikanischen Versicherung AIG und
die Finanzjongleure der Hypo Real Estate
(HRE) jeweils zehn Mal größere Werte als
Madoff. Die Steuermilliarden, die in die
HRE gepumpt werden, fließen im übrigen
zu einem größeren Teil der Deutschen
Bank zu, die die Geschäfte der HRE-Tochter
Depfa kreditierte und die auf diese
Weise - marktwidrig – ihre Milliarden-
Kredite durch staatliche Hilfe zurückerhält


Verantwortlich für die „Katastrophe“
sind alle großen Finanzinstitute und ein
großer Teil der Konzerne in der westlichen
Welt. Ursache für diese Krise ist
letzten Endes die ausschließliche Orientierung
auf die Profitmaximierung, die
alle kapitalistische Unternehmen bestimmt.
Die aktuellen Strategien zur Krisenbewältigung
verstärken diese Orientierung.
Antworten
Malko07:

A.L. (#59309), Versicherungen und

8
21.03.10 11:26
Pensionsfonds brauchen auch heute und in Zukunft Staatsanleihen. Sie brauchen sie von allen Laufzeiten. Es hängt dann von den Regelwerken und oder von der spekulativen Sicht des Managers ab ob sie jetzt eher kurzfristig oder längerfristig orientiert sind. So ist z.B. die durchschnittliche Restlaufzeit der Staatsschulden  in Großbritannien so hoch weil derartige Regelwerke (längerfristige Absicherung) dort weit verbreitet sind.

Man muss sich als als Manager in derartigen Instituten mit nachfolgenden Fragen beschäftigen und versuchen sie zu beantworten:

- Laufen wir in der westlichen Welt in eine heftige Deflation und damit sind die Renditen momentan noch sehr hoch oder haben wir mit einer stärkeren Inflation zu rechnen und die Kurse werden deutlich fallen?

- Sind die westlichen Staaten gezwungen in einigen Jahren in einen brutalen Sparmodus zu schalten und die Neuemissionen werden stark abnehmen und damit die Deflation explodieren?

Je nach der Antwort auf diese Fragen wird der Manager bei fallenden Kursen stark zugreifen oder er wird abwarten soweit es seine Regeln erlauben.

Die Frage ist also nicht alleine ob es kalt im August in den Wohnungen in Köln sein wird wenn es dort schneit sondern auch ob dann die Bewohner die Heizung hochfahren werden.

Wir es  am Bonds-Markt wackeln, steigt die Angst vor dem Zusammenbrechen von Banken stark an. Mit Recht, wenn man sieht, wie die ihre Anleiheläufe finanzieren. Das führt zu einer großen Flucht von Tagesgeldern in Staatsanleihen. Betrachtet man das dortige Volumen, stellt man fest, dass die bevorstehenden Neuemissionen von "sicheren" Staaten Peanuts sind.
Antworten
Kicky:

Die dritte Stufe der Eskalation

16
21.03.10 11:35
www.zeit.de/2010/12/Wirtschaftskrise-Europa?   Das Geld ist alle, doch die Krise geht weiter.
.....Wäre die weltweite Krise ein Computerspiel, eine virtuelle Wirtschaftsschlacht mit Schurken und Rettern, dann könnte man sagen: Wir haben die dritte Eskalationsstufe erreicht. Erst ging es darum, die Banken zu retten. Dann die Unternehmen. Jetzt aber drohen ganze Länder zu kippen. Zwei Jahre dauert die Krise bereits, doch ihre dritte Stufe lässt die ersten Retter zweifeln: Was, wenn es niemals endet? Bislang dachte man, die Staaten müssten nur genug Geld ausgeben, dann käme alles wieder ins Lot. Nun jedoch geht den ersten Staaten das Geld aus – und die Probleme bleiben.

So gefährlich ist die dritte Eskalationsstufe, so dramatisch, dass nun auch über grundlegend neue Regeln debattiert wird, speziell innerhalb der Euro-Zone. Wer muss künftig für wen einstehen? Wie müsste die Währungsgemeinschaft konstruiert sein, um Staatsbankrotte gar nicht erst aufkommen zu lassen? Schäubles Idee eines Europäischen Währungsfonds hat vor allem die Regierungen in Frankreich und Großbritannien verunsichert – und erstmals in der Krise sind sich nicht einmal mehr die deutschen Retter einig. Auch das ist ein Merkmal der dritten Phase.

Das Einzige, was rekordverdächtig wächst, ist der Schuldenberg
Unglaubliche 25 Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung hat die Staatengemeinschaft für die Rettung der Finanzwirtschaft aufs Spiel gesetzt – und doch stehen noch jede Menge Problemkredite in den Bilanzen, während die Investmentbanker schon wieder zocken, als sei nichts geschehen. Zig Milliarden Euro haben die Regierungen für die Konjunktur aufgewendet – und doch springt die Wirtschaft nur zögerlich an. Um schlappe 1,3 Prozent wird sie in den Industrieländern nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr wachsen – das ist deutlich weniger als vor der Krise.

Das Einzige, was rekordverdächtig wächst, ist der Schuldenberg. Nach Berechnungen der Europäischen Zentralbank (EZB) werden die Staatsschulden in Europa ohne neue Sparpakete bis zum Jahr 2026 auf 150 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Erlaubt sind maximal 60 Prozent. Schon jetzt bekommt ein stark verschuldetes Land wie Griechenland von den internationalen Investoren nur noch gegen sehr hohe Zinsen Geld geliehen......

Aber nicht nur die Staaten, auch die privaten Haushalte stehen weltweit tief in der Kreide. In den USA etwa lag die Schuldenquote der Bevölkerung zuletzt bei fast 100 Prozent der Wirtschaftsleistung. Normal waren früher 50 Prozent.....

Am 14. Februar veröffentlichen 14 namhafte Wissenschaftler um den Wirtschaftsexperten Tim Besley von der London School of Economics in der Sunday Times einen Brief, in dem sie die Regierung angesichts der leeren Staatskassen zu einem verschärften Sparkurs auffordern. Skidelsky traut seinen Augen nicht. Er greift zum Telefon, schreibt Briefe und E-Mails. Am 18. Februar hat er 59 Gleichgesinnte zusammengetrommelt. In der Financial Times holen sie zum Gegenschlag aus.
»Falsch« seien die Thesen der Ökonomen um Besley. Wichtig sei, »die Wirtschaft wieder zum Wachsen zu bringen«. Und wenn die Unternehmen und die Haushalte ihr Geld zusammenhielten, müsse eben der Staat die Schleusen öffnen und den Ausfall der privaten Nachfrage ausgleichen. Genau so hatte es Keynes gelehrt. Mehr Geld ausgeben, das war die Strategie in den ersten beiden Krisenstufen......

Aus Angst vor weiteren Pleiten horten die Banken nun ihr Geld, statt es zu verleihen. Das Finanzsystem steht vor dem Kollaps und damit auch das gesamte Wirtschaftssystem. Denn ohne Kapital kein Kapitalismus.

Am 5. Oktober 2008, einem Sonntagnachmittag, treten in Berlin die Kanzlerin und ihr Finanzminister vor die Presse: Der deutsche Staat, sagen Angela Merkel und Peer Steinbrück, garantiere fortan für die Sicherheit aller privaten Spareinlagen. Wenig später spannt die Regierung einen Schutzschirm für die Banken auf. Zu den Gesichtern der Rettung werden, neben Kanzlerin und Finanzminister, fortan drei Personen: Bundesbankpräsident Axel Weber, Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann und der Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.

...Am 1. Dezember hält Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart eine lange Rede. Im kleinen Kreis hat sie zuvor über die »sogenannten Experten« und ihre Ratschläge gespottet. Auf der Bühne spricht sie dann über die schwäbische Hausfrau, die nur Geld ausgebe, das sie auch habe. Acht Wochen später ist das vergessen. Deutschland legt ein Konjunkturprogramm auf, und es ist eines der größten weltweit.
Insgesamt 80 Milliarden Euro fließen in den Wirtschaftskreislauf, als Investitionen, Steuererleichterungen oder direkte Hilfe. Einzelne Maßnahmen wie etwa die Abwrackprämie für die Autoindustrie sind auch in der Regierung umstritten.
Man ist sich einig, dass gerettet werden muss – aber nicht darüber, wie.Die Konjunkturstützen treiben den Staatshaushalt tief in die roten Zahlen: 40 Milliarden Euro neue Schulden nimmt Finanzminister Steinbrück 2009 auf, sein Nachfolger Schäuble in diesem Jahr sogar fast 80 Milliarden.

Schon mit den Folgen der ersten beiden Eskalationsstufen werden die Regierungen überall auf der Welt lange zu kämpfen haben. Um etwa in Europa die Staatsschulden wieder auf ein erträgliches Maß zu senken, müssen die Regierungen nach Schätzungen der EZB 20 Jahre lang maßhalten – also Steuern erhöhen oder Ausgaben kürzen. Wenn alles gut geht, also die Wirtschaft wie vor der Krise wächst und die Zinsen weiterhin niedrig bleiben.

Und wenn nicht? Wenn sich die Konjunktur nicht erholt, trotz der Milliarden vom Staat?
William White stellt sich diese Frage oft. Der Kanadier war lange Jahre Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, dann berief ihn Angela Merkel in ihre Kommission für die Reform der Finanzmärkte. »Wir können die Probleme nicht einfach durch eine Extradosis Nachfrage lösen«, sagt er. »Wir haben es mit strukturellen Überkapazitäten zu tun, viele unserer Branchen – die Automobilindustrie, der Bau, der Handel – sind einfach zu groß geworden und müssen schrumpfen.«
Für Robert Skidelsky ist die Krise eine Art Stromausfall, der durch einen Notgenerator überbrückt werden kann. Für William White ist das ganze Kraftwerk kaputt.

Whites Sicht auf die Welt ist von den Lehren des österreichischen Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August von Hayek geprägt. Hayek glaubte, dass in ausgeprägten Boomphasen Kapital fehlgeleitet wird. Die Krise hätte dann eine reinigende Kraft. Die Marktkräfte würden dafür sorgen, dass unproduktive Firmen von der Bildfläche verschwänden und Ressourcen frei würden für zukunftsträchtige Unternehmungen. Weil es einige Zeit dauerte, bis sich die Wirtschaft umstellt, würden die Wachstumsraten unweigerlich zurückgehen. Der Staat könnte die Wirtschaft nicht retten, er könnte nur den Tag der Abrechnung hinauszögern.

Wenn Skidelsky recht hat, dann müssten auch die Griechen gerettet werden.

Wenn White recht hat, dann nicht.

Einerseits steht Schäuble also William White nahe, wie so viele in Deutschland. Deshalb hat die Regierung lange gezögert, als es vor einem Jahr um die Konjunkturprogramme ging. Und deshalb haben die Deutschen dem Staat in der europäischen Währungsunion enge Fesseln angelegt. Auf Druck Deutschlands wurde der Stabilitätspakt eingeführt, der die staatliche Kreditaufnahme begrenzt. Die Deutschen setzten durch, dass sich die Euro-Länder in der Not untereinander nicht mit Finanzspritzen helfen dürfen. Und sie sorgten dafür, dass die EZB ebenso unabhängig von der Politik wurde wie vorher die Bundesbank.

Andererseits aber ist Schäuble ein überzeugter Europäer, er war Fraktionsvorsitzender der CDU, als die Währungsunion ausgehandelt wurde. Und schon damals wollte er mehr als seine Partei. Integrationswillige Länder sollten sich zu einem »Kerneuropa« zusammenschließen, eine »politische Union« bilden. Insofern steht Schäuble – was die Rettung von Staaten in der Krise angeht – auch dem Keynesianer Skidelsky nahe. Viel näher jedenfalls als der Rest der Regierung.

Als sich in Griechenland die Lage zuspitzt, lässt Schäuble in seinem Ministerium ein Konzept für den Europäischen Währungsfonds ausarbeiten. Der Fonds soll Ländern mit Finanzschwierigkeiten helfen – im Gegenzug werden sie strenger überwacht und müssen bei Fehlverhalten mit harten Sanktionen rechnen, bis hin zum Ausschluss aus der Euro-Zone. Es wäre der erste Schritt in Richtung eines innereuropäischen Finanzausgleichs, so wie es ihn zwischen den deutschen Bundesländern gibt. Die Rettung würde institutionalisiert.

In Deutschland ist die Reaktion regelrecht vernichtend. Der langjährige EZB-Chefökonom Otmar Issing geißelt den »klaren Verstoß gegen die No-bail-out-Klausel«, also das Verbot staatlicher Hilfsaktionen für angeschlagene Länder. Es sei schädlich, »über einen Plan B« zu diskutieren, sagte Bundesbankpräsident Axel Weber. Die Bundesbank war über die Pläne des Finanzministers nicht einmal informiert. Auch die Währungsfachleute im Kanzleramt machen aus ihrer Skepsis kein Geheimnis. Erstmals seit Ausbruch der Krise ist das deutsche Rettungsteam zerstritten.
.....

Von einer einheitlichen Position ist Europa weit entfernt. Das gilt nicht nur für die Meinung zu Schäubles neuer Institution. Im Kanzleramt in Berlin bringt man auf einmal doch wieder den IWF als potenziellen Retter für Griechenland ins Spiel, obwohl Schäuble strikt dagegen ist. Die Kanzlerin fürchtet den Zorn des Volkes, falls die deutsche Regierung Geld nach Athen überweist. Ihre Berater bezweifeln, dass eine Rettung überhaupt mit der Verfassung vereinbar sei.

Auf den ersten Eskalationsstufen der Krise ging es um Wirtschaft – jetzt geht es um Politik. Wie wollen die Staaten künftig zusammenarbeiten? Wo werden die Entscheidungen gefällt? Nur auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätten sich die Bedenkenträger durchgesetzt. Tatsächlich ist ein Bankrott Griechenlands – und damit eine schnelle finanzielle Hilfe durch andere Länder Europas – nicht vom Tisch. In deutschen Regierungskreisen heißt es, die Verhandlungen über langfristig neue Regeln für die Euro-Zone seien »nach wie vor offen«.
Antworten
Kicky:

Deutsche Bank warnt

15
21.03.10 11:42

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/...hreckt-investoren/50090047.html

Das Zögern der deutschen Regierung beunruhigt auch die Banken. Deutsche-Bank -Vorstandschef Josef Ackermann warnte vor dramatischen Folgen

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/...hreckt-investoren/50090047.html
Moderation
Zeitpunkt: 09.04.10 10:55
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Kicky:

Finanzskandal in Leipzig

12
21.03.10 11:57
www.tagesanzeiger.ch/zuerich/unterland/...remse/story/26797844
Die in Glattbrugg ansässige Firma Value Partners Associates (VPA) ist in einen Finanzskandal involviert. Die beiden Chefs wurden verhaftet. Thomas Wagner tritt als Verwaltungsratspräsident ab.
Seit 2004 ist der frühere Zürcher Stadtpräsident Thomas Wagner Verwaltungsratspräsident der in Glattbrugg ansässigen Finanzdienstleistungsfirma Value Partners Associates (VPA). Nun hat er die Notbremse gezogen. Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» erklärte er, er habe am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt eingereicht - dies nach einem Telefongespräch mit der Revisionsstelle von Value Partners. Die Revision für 2009 könne nicht abgeschlossen werden. Über die Gründe für die Verzögerung wollte Wagner nichts sagen.

Doch sein Absprung kommt in letzter Minute. Gestern wurde in Deutschland bekannt, dass die beiden Chefs von Value Partners, Jürgen Blatz und Berthold Senf, im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet verhaftet worden waren.


Leipzig drohen Verluste von 290 Millionen

Die Glattbrugger Firma ist in den Skandal um ein hochriskantes Finanzgeschäft der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) involviert. Blatz und Senf, Experten für komplexe Leasinggeschäfte, hatten das Finanzgeschäft zwischen der KWL und der UBS vermittelt. Heute drohen der Stadt Leipzig aus diesem Deal Verluste von bis zu 290 Millionen Euro. Ein KWL-Verantwortlicher sitzt seit Ende Februar in Untersuchungshaft.

Blatz und Senf kassierten für ihre Dienste ein Honorar von über 20 Millionen Euro. Laut Informationen aus Deutschland sollen Blatz und Senf sich vor ihrer Verhaftung in den USA aufgehalten haben, um Millionen aus dem KWL-Geschäft verschwinden zu lassen.


Den Männern werde Bestechung vorgeworfen. Sie stünden im Verdacht, den früheren KWL-Geschäftsführer Klaus Heininger mit drei Millionen US-Dollar bestochen zu haben, sagte Klein. Laut einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» erfolgte der Zugriff bereits am Mittwoch.
www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/...-will-UBS-verklagen
Gelder in die USA verschoben?

Dem Blatt zufolge sollen die beiden Geschäftsleute vor ihrer Verhaftung in den USA gewesen sein, um dort mehrere Millionen Euro aus einem Geschäft mit den Leipziger Wasserwerken beiseite zu schaffen.

Wie eine Task-Force des Leipziger Rathauses herausfand, war die Firma Value Partners als Berater und Vermittler von hochriskanten Spekulationsgeschäften zwischen der KWL und der Schweizer Grossbank UBS aufgetreten. Die beiden verhafteten Manager sollen zudem für eine andere Schweizer Firma bereits bei der Vermittlung des ursprünglichen Cross-Border-Geschäftes der Leipziger Wasserwerke geholfen haben.

UBS verlangt Millionen-Überweisung

Die hochspekulativen Finanzgeschäfte der Leipziger Wasserwerke hatten bereits erste Konsequenzen für die Stadt. Die betroffenen Banken, darunter die Schweizer UBS, verlangten die Überweisung von 84 Millionen Euro bis zum Ende dieser Woche.

Die Geldforderung basiert auf risikoreichen Geld-Geschäften. Für diese Finanzwetten, welche die inzwischen entlassenen Geschäftsführer der KWL im Jahr 2006 mit den Kreditinstituten vereinbart haben und die anschliessend geplatzt sind, soll nun die Stadt geradestehen.

Stadtrat steht hinter Klage

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) will jedoch nicht zahlen, zumal es wohl nicht bei 84 Millionen Euro bleibt. Insgesamt dürften auf die Stadt Forderungen von schätzungsweise 290 Millionen Euro zukommen – eine Summe, die der ohnehin hochverschuldeten Kommune über Jahre finanziell die Hände binden würde.

Jung sagte, das Nein des Stadtrates am Mittwoch zu den von UBS und Depfa-Bank geforderten rund 84 Millionen Euro sei ein klares und gutes moralisches Zeichen.

Leipzig ist nach den Medien-Recherchen die erste deutsche Kommune, die wegen undurchsichtiger Finanz-Deals mit ausländischen Instituten vor Gericht zieht. Leipzig sei auch die Kommune, die es bei den umstrittenen Cross-Boarder-Leasing-Geschäften (CBL) besonders bunt getrieben habe. Bundesweit wurden 130 CBL-Verträge geschlossen, acht davon in Leipzig.

www.l-iz.de/Politik/Brennpunkt/2010/03/...llionenhonorare.html
...Die KPMG hatte den vorläufigen Abschlussbericht vorgelegt. Und der bestätigte augenscheinlich alles, was seit Bekanntwerden der Affäre Mitte Dezember 2009 befürchtet worden war und schon im ersten Zwischenbericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG in großen Umrissen sichtbar wurde. Das Risiko aus den vier abgeschlossenen Collateralized Debt Obligations (CDOs) beträgt 290 Millionen Euro. Alle Aufsicht führenden Gremien wurden umgangen. Und selbst die Prämien aus den "risikoreichen" Geschäften sind futsch.

Jene immer wieder im Raum schwebenden 40 Millionen Euro, die eigentlich auf irgendeinem der in England und den USA gefundenen Konten noch hätten vorhanden sein müssen. Abzüglich von 10 Millionen Euro, die für die CDS-Geschäfte eingesetzt wurden.

Hätten noch runde 30 Millionen Euro bleiben müssen. Ihre Spur, so berichtete am Abend in einer Pressekonferenz Dr. Georg Flascha, Niederlassungsleiter der KPMG in Leipzig, fand sich tatsächlich in den Akten und führte zu den in den USA geführten Konten. Auf diese hatten, wie es aussieht, nur drei Personen Zugriff: der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL), Klaus Heininger, und die beiden Vertreter der in der Schweiz ansässigen Valua Partners Associates AG, Berthold S. und Jürgen B.

Beide in Leipzig bestens bekannt. Sie haben die diversen Cross Boarder Leasing Geschäfte für Leipziger Kommunalunternehmen vermittelt und waren in Betreuung dieser Geschäfte auch in den letzten Jahren weiter tätig, haben dafür auch einen "eher sechsstelligen Betrag" an Berater-Honorar kassiert, wie Josef Rahmen, Geschäftsführer der Stadtholding LVV, bestätigt.

Aber das waren augenscheinlich Summen, mit denen die Berater aus der Schweiz nicht ganz zufrieden waren. Denn wie sonst wäre zu verstehen, dass sie schon 2006, 2007 daran gingen, den Leipziger Wasserwerken im ersten Schritt eine Versicherung für die CBL-Verträge anzudienen (die so genannten CDS-Verträge) und diese - an den Aufsichtgremien vorbei - mit CDOs zu finanzieren, das Unternehmen also auch noch zum Versicherer für risikoreiche Finanzprodukte zu machen?

Und nicht nur dass: Die Versicherungsprämien blieben nicht auf den Konten in den USA. Man hatte sich augenscheinlich auf saftige Beraterhonorare geeinigt, die selbst die Branche etwas recht Seltsames darstellen: Für die als Versicherer das volle Risiko tragende "KWL" blieben nur etwa 7 Millionen Euro, während die Bonifikation für die Berater von Value Partners runde 70 Prozent der Summe ausmachte: 18 Millionen US-Dolar plus 6,4 Millionen Euro. Das Geld war auf dem us-amerikanischen Konto augenscheinlich schon verschwunden, als man am 31. Dezember 2009 das Konto sperren ließ. Der letzte Kontoauszug wies nur noch 2,2 Millionen US-Dollar aus.
Antworten
pfeifenlümmel:

Man kann den

3
21.03.10 13:04
Leipzigern nur empfehlen, schnell einen eigenen Brunnen zu bauen, um den zukünftig horrenden Wasserrechnungen zu entgehen. Wir sind das Volk und wir sind das Wasser!
Antworten
Kicky:

192 Banken pleite

8
21.03.10 15:12
.......Wie sieht es aktuell aus? Gut 192 Banken hat es erwischt, die Karte zeigt, wie sich die Insolvenzen, die jetzt hauptsächlich Regionalbanken treffen, über den nördlichen Teil des Kontinents ausbreiten. Nicht vertreten sind übrigens Kreditgenossenschaften, von denen es allein in 2010 schon vier Institute in den Ruin getrieben hat (2009: 14).

In den vergangenen Monaten hat sich die Seuche auf den Osten ausgebreitet. In den Rocky Mountains dagegen herrscht offensichtlich relative Ruhe, wahrscheinlich ist der Weg zum nächsten Bank Run dort schlicht zu viele Tagesritte entfernt, und die einsamen Reiter haben sicher noch ihre alten Silver Eagles in der Satteltasche, neue sind ja schwer zu bekommen.

Die offizielle „problem list“ der FDIC, von der sinnigerweise nur die Größenordnung veröffentlicht wird, umfasst mittlerweile mehr als 700 noch bestehende Banken mit Assets von mehr als $400 Mrd. Damit hat diese von der Behörde geführte Liste nun sogar einige inoffizielle Listen überholt, deren Publizisten noch vor 12 Monaten als eine Art „Bilanzskeptiker“ bezeichnet wurden...... bankhaus-rott.de/wordpress/?p=726
Der USA Bären-Thread 7686815bankhaus-rott.de/wordpress/wp-content/.../032009_failures.JPG" style="max-width:560px" />
Der USA Bären-Thread 7686815bankhaus-rott.de/wordpress/wp-content/...ds/failure032010.JPG" style="max-width:560px" />
Antworten
Kicky:

Martin Wolf:soll Deutschland d. Eurozone verlassen

5
21.03.10 15:26
www.ft.com/cms/s/0/cd01f69e-3134-11df-8e6f-00144feabdc0.html
Martin Wolf:
.....Let me introduce you to Chermany, a composite of the world’s biggest net exporters: China, with a forecast current account surplus of $291bn this year and Germany, with a forecast surplus of $187bn .China and Germany are, of course, very different from each other. Yet, for all their differences, these countries share some characteristics: they are the largest exporters of manufactures, with China now ahead of Germany; they have massive surpluses of saving over investment; and they have huge trade surpluses.

Both also believe that their customers should keep buying, but stop irresponsible borrowing. Since their surpluses entail others’ deficits, this position is incoherent. Surplus countries have to finance those in deficit. If the stock of debt becomes too big, the debtors will default. If so, the vaunted “savings” of surplus countries will prove to have been illusory: vendor finance becomes, after the fact, open export subsidies.

I am beginning to wonder whether the open global economy is going to survive this crisis. The eurozone may also be in some danger. Last week’s interventions by Wen Jiabao, China’s premier, and Wolfgang Schäuble, Germany’s finance minister, illuminate these dangers perfectly.
The core of Mr Schäuble’s argument was not about the mooted European Monetary Fund, which could not, even if agreed and implemented, alter the pressures created by the huge macroeconomic imbalances within the eurozone. His central ideas are: combining emergency aid for countries running excessive fiscal deficits with fierce penalties; suspending voting rights of badly behaving members within the eurogroup; and allowing a member to exit the monetary union, while remaining inside the European Union. Suddenly, the eurozone is not so irrevocable: Germany has said so.

Three points can be drawn from this démarche from Europe’s most powerful country: first, it will have an overwhelmingly deflationary impact; second, it is unworkable; and, third, it might pave the way for Germany’s exit from the eurozone.

I explained the first point last week. If Germany gets what it wants, the world’s second-largest economy would play an altogether negative role in the search for a way out from the global slump in aggregate demand. The eurozone would not be exporting the demand the world now needs. It would export excess supply, instead.
Imagine that weaker eurozone countries were forced to contract their fiscal deficits sharply. This would surely weaken the entire eurozone economy. But the result would also be fiscal deterioration in Germany and France. Imagine that Germany then did don the hair shirt. Would it instruct France to do the same? After all, France already has a general government deficit forecast by the Organisation for Economic Co-operation and Development at close to 9 per cent of gross domestic product this year. Does Mr Schäuble imagine France could be fined? Surely not. Yet it is not Greek public finances that threaten the stability of the eurozone. These are a mere bagatelle. The threat is the public finances of big countries. Since Germany could not force such countries to behave and has no chance of expelling any member it disapproves of from the eurozone, it would have to leave itself. That is the logic of Mr Schäuble’s ideas. This must be obvious to him, too......
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Wochenend Wellenreiter

7
21.03.10 15:38

Wochenend-Wellenreiter vom 20. März 2010
Spekulation und Wirtschaftsentwicklung

Wechselkurse spiegeln realwirtschaftliche Prozesse wider. Ein Land mit einem starken Wirtschaftswachstum verfügt in der Regel über eine starke Währung. Umgekehrt gilt dies ebenfalls. Währungen gelten als ein Ausgleichsmechanismus gegen Extreme, die sich in die eine oder andere Richtung ausbilden können. Man nehme die Entwicklung der deutschen Mark. Die DM wertete beständig gegenüber Währungen wie der italienischen Lira oder dem französischen Franc auf. Dies führte dazu, dass der deutschen Export-stärke eine Art Ausgleichsmechanismus in Form steigender Exportpreise entgegengestellt wurde. Deutsche Waren verteuerten sich in Frankreich und Italien, so dass er Expansion über den Preis in den jeweiligen Ländern Grenzen gesetzt wurden.

Seit der Einführung des Euro funktioniert dieses Ventil innerhalb Eurolands nicht mehr. Da sich die Reallöhne in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern in den vergangenen 20 Jahren kaum erhöht haben, können deutsche Unternehmer Qualitätswaren zu günstigen Preisen anbieten. Früher haben sich Staaten in den Grenzen der heutigen Europäischen Union nicht nur mit Abwertungen, sondern auch mit der Erhebung von Warenzöllen und Importsteuern vor der überlegenen Konkurrenz geschützt. Der freie Waren- und Handelsverkehr ist eine Errungenschaft, die insbesondere exportstarken Ländern wie Deutschland zugute kommt.

Das Verhältnis zwischen China und den USA ist in dieser Hinsicht ähnlich dem Verhältnis Frankreichs zu Deutschland. Auch zwischen den USA und China besteht eine – wenn auch nur einseitig gewollte – Währungsunion, und auch die USA beklagen sich über die chinesische Exportstärke. Doch anders als Frankreich wird die Anwendung protektionistischer Mittel in den USA diskutiert, solange das Mittel des Wechselkursmechanismus außer Kraft gesetzt ist.

Wie aber funktioniert so ein Wechselkursmechanismus? Die Währungsbeziehung zweier Staaten ist prinzipiell nichts anderes als eine Funktion der Realzins-Differenz. Verfügt ein Land über einen hohen Realzins, so zeigt seine Währung im Vergleich zu einem Land mit einem niedrigen oder gar negativen Realzins relative Stärke. Der Vergleich zwischen den Realzinsen in Euroland und den USA (nächster Chart) ist dafür ein gutes Beispiel.

Was ist der Realzins? Der Realzins ist die Differenz zwischen dem Zinssatz auf 10jährige US-Anleihen und der Inflationsrate. In den USA beträgt die Inflationsrate derzeit 2,2 Prozent. Der Zinssatz für 10jährige US-Anleihen beträgt 3,7 Prozent. Das bedeutet, dass der Zinssatz real (=inflationsbereinigt) 1,5 Prozent beträgt.

Der USA Bären-Thread 7686945

Die Konsequenz aus diesen Überlegungen: Der Euro kann nur dann gegenüber dem US-Dollar steigen, wenn der Euroland-Realzins gegenüber dem US-Realzins zulegen kann.

Eine steigende Inflationsrate wirkt sich negativ auf den Realzins aus. Länder mit hohen Inflationsraten haben Probleme mit ihrer Währung. Sollten sich in Europa Inflations-tendenzen breit machen – die Benzinpreise an den Tankstellen befinden sich auf dem Weg zu den Hochs vom Sommer 2008 – so würde der Euro unter Druck bleiben.

Interessant ist auch der Blick an Japan. Die Realzins-Differenz zwischen Japan und den USA befindet sich derzeit auf einem Extremniveau. Durch die hohe Deflation verfügt Japan – trotz eines wesentlich niedrigen Zinssatzes – ein um zwei Prozent-Punkte besseres Realzinsniveau als die USA.

Der USA Bären-Thread 7686945

Die Differenz von zwei Prozentpunkten war in den vergangenen 20 Jahren bereits zweimal ein Umkehrpunkt: Ende 1990 und Ende 2005. Wir halten es deshalb für wahrscheinlich, dass die Realzinsdifferenz jetzt beginnt, sich Richtung Nulllinie zu begeben (gestrichelte Linie obiger Chart). Das würde eine Abnahme der Deflation in Japan bei nicht oder nur wenig zunehmender Inflation in den USA bedeuten.

Wir hatten weiter oben geschrieben, dass die Wechselkursentwicklung der Währungen zweier Staaten eine Funktion der Realzinsdifferenz ist. Dies mag für „normale Zeiten“ gelten. Was aber, wenn – wie aktuell – ein extrem spekulatives Momentum im Euro aktiv ist? In diesem Fall beeinflussen die spekulativen Kräfte über den Wechselkurs den Realzins - und damit das Zinsniveau und die Inflationsrate - eines Wirtschaftsraums.

Fazit: Wie in der Vorwoche bereits angesprochen erwarten wir für die kommenden Monate einen stärker werdenden Dollar/Yen. Die wahrscheinliche Entwicklung der Realzinsdifferenz bestärkt uns in dieser Haltung. Für den Euroraum gilt es, Inflationstendenzen zu vermeiden. Die extreme Spekulation gegen den Euro lässt das Aufkommen von Inflation im Euroraum – über die Verteuerung der Rohstoffpreise - wahrscheinlicher werden.

Ich bin mir sicher, dass sich die Politik dies nicht gefallen lassen wird. Wenn es darum geht, entweder einen in seiner Existenz gefährdeten Staat zu retten oder Spekulanten zu Gewinnen zu verhelfen, ist klar, für welchen Weg sich die Politik - unter Nutzung ihrer legislativen Gewalt - entscheiden wird.

Verfolgen Sie das Geschehen an den Finanzmärkten in unserer handelstäglich vor Marktbeginn erscheinenden Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

Antworten
Hagen v. Tronje:

@Platschquatsch (#9333)

5
21.03.10 16:00

Erste Unkorrektheit:

Du hast mich in #9333 falsch zitiert, indem Du die hier   " ;-);-),-) "   weggelassen und damit meiner Äußerung durch Auslassung wesentlicher Elemente einen abweichenden Sinn gegeben hast.

Absicht oder Flüchtigkeitsfehler ?

Ich gehe mal (mit dem mir wesenseigenen Wohlwollen) von Letzterem aus (obwohl ich grundsätzlich auf sinnentstellende Zitate meiner Person recht dünnhäutig reagiere).

Im Übrigen würde ich an Deiner Stelle nicht ganz so vehement nach Fehlerkorrekturen schreien (obwohl die dahinterstehende Absicht natürlich höchst löblich erscheint), da Du - angesichts der hier versammelten Koryphäen und Egos -  ansonsten über kurz oder lang schon mit mehr Schreibarbeit beschäftigt sein könntest, als Dir eventuell lieb ist. ;-)

Ich persönlich vermag nur festzustellen, dass sich gerade hier in diesem Thread regelmäßig ein höchst interessanter (Meinungs-) Schlagabtausch auf hohem Niveau vollzieht, während mir hingegen für gewisse Äußerungen dahingehend, im BT herrsche nur kollektives Schulterklopfen vor etc., jegliches Verständnis abgeht.

Insofern:

Nichts für ungut, weiterhin interessante (kontroverse) Postings und noch einen schönen Sonntag.

 

 

 

Antworten
Anti Lemming:

Alles wird gut

13
21.03.10 17:14
Der USA Bären-Thread 308156
Antworten
Platschquatsc.:

@Hagen v. Tro

 
21.03.10 17:50
"....im BT herrsche nur kollektives Schulterklopfen vor etc., jegliches Verständnis abgeht...."

Ich schrieb in meinem Posting absichtlich Börsenforum/Thread und nicht BT.
Antworten
Kicky:

Warnung ggg

6
21.03.10 18:22
phinance's phavorite political prisoner,Martin Armstrong, cautions that "the EU is in dire position", on the precipice of shattering. Since "debts will never be paid and interest expenditures are the greatest transfer of wealth in history ... Western society is falling apart ... If we do not act, civil unrest will explode. The current choice is DEFAULT or HIGHER TAXES & CIVIL UNREST ... Someone has to step forward to save us or we may be doomed. It's time to wake up for this is the future of our children and their children
www.zerohedge.com/article/...s-entering-phase-ii-debt-crisis-0
www.martinarmstrong.org/files/...Hole-3910-1-from-the-Hole.pdf

sorry versuche gerade,mich an den laptop zu gewöhnen
Antworten
Malko07:

A.L. (#59345), du bringst es auf den

11
21.03.10 18:53
Punkt und deshalb wird es auch so kommen. Du hättest allerdings noch "durch die EU" dazu schreiben müssen. Damit die EU hilft, müsste schon einstimmige Einigkeit herrschen. Die ist nicht in Sicht. Ob der internationale Währungsfonds helfen wird wo doch Griechenland keine eigene Währung hat? Warten wir es ab. Griechenland wird wohl oder übel den Gürtel richtig eng schnallen müssen. Mit dem Hetzen gegen Deutschland und dem Verlangen nach einem Zins von 3 % haben sie ausgespielt. Ganz einfach eine Runde zu viel gepokert.

Ist aber nicht so schlimm. Die anderen Staaten der westlichen Hemisphäre werden den Griechen auf ihrem Pfad innerhalb der kommenden 2 Jahre alle folgen. Die Griechen haben also die Chance zu den Ersten zu gehören. Das wird ihrem Stolz zu Gute kommen.
Antworten
daiphong:

als nächstes müsste eigentlich UK durchs Dorf

5
21.03.10 19:05
traben. Sie scharren doch schon mit den Hufen hinten am Dorfeingang.
Antworten
permanent:

Barroso erhöht Druck auf Kanzlerin Merkel

12
21.03.10 19:27

Kommissionspräsident José Manuel Barroso geht im Streit um Finanzhilfen für Griechenland auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Es liegt im deutschen Interesse, die Stabilität der Europäischen Währungsunion zu sichern“, sagte Barroso dem Handelsblatt. Deshalb müsse „Deutschland einen konstruktiven Beitrag zur Lösung der aktuellen Krise leisten“, sagte der Kommissionschef. Der Portugiese will den EU-Staats- und Regierungschefs beim Gipfel am Donnerstag ein „System koordinierter bilateraler Kredite für Griechenland“ vorschlagen. Ihm sei klar, dass die Mehrheit der Deutschen einen solchen Finanzierungsmechanismus ablehne, sagte er. Die Unsicherheit in der Euro-Zone sei aber so groß, dass die Kanzlerin um unbequeme Entscheidungen nicht mehr herumkomme.

Die deutsche Regierungschefin blieb am Wochenende aber bei ihrem kategorischen Nein zu einem Notfallplan jedweder Art für Griechenland. Selbst die aktuelle Debatte darüber hält sie nicht für zielführend. Man dürfe keine „falschen Erwartungen für den Rat am nächsten Donnerstag wecken“, sagte sie im Deutschlandfunk.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...n-merkel;2549556

Wer versucht eine Kuh in eine Richtung zu schieben erntet nur Gegendruck. (alter Bauernspruch)

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