In der vergangenen Woche hatte der Euro abermals von einer breiten Dollar-Schwäche profitiert. Treiber waren der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran, der die Risikofreude von Finanzmarktinvestoren steigerte, sowie zunehmende Zinssenkungsfantasien mit Blick auf die US-Notenbank Fed. Letztere wurden genährt von einem Medienbericht, demzufolge US-Präsident Donald Trump bereits im September oder Oktober einen Nachfolger für Fed-Chef Jerome Powell bekannt geben will, der ihm wegen seiner umsichtigen Zinspolitik ein Dorn um Auge ist.
Auch wenn Powells Amtszeit erst im Mai 2026 endet, würde Trump ihn damit laut Stephen Innes von SPI Asset Management unter Druck setzen. Schließlich wolle Trump einen Notenbank-Chef, der die Zinsen senkt, egal ob das angemessen sei oder vielleicht sogar riskant.
Ob der Dollar nun kurzfristig noch weiter unter Druck gerät und der Euro damit weiter Luft nach oben hat, hänge von den Gründen für die gestiegenen Zinssenkungserwartungen ab, erklärt Devisen-Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank (Commerzbank Aktie). Denn: Es mache einen großen Unterschied, ob diese durch die Erwartung ausgelöst worden, dass der Inflationseffekt der US-Zölle begrenzter ausfällt als zunächst gedacht oder durch die Annahme, dass die Notenbank unter politischem Druck einknickt.
"Sollte Ersteres der Grund sein, sehen wir Potenzial für eine kurzfristige Dollar-Erholung. Unsere Volkswirte gehen nämlich davon aus, dass der Zolleffekt in der zweiten Jahreshälfte auf die US-Preise durchschlagen wird", so die Commerzbank-Expertin. Daher sei das Abwarten der Fed bei Zinssenkungen auch gerechtfertigt. Sollte sich hingegen unter dem politischen Druck ein Bruch innerhalb der Fed abzeichnen, würde das den Ängsten der Marktteilnehmer vor einer Politisierung der Notenbank Nahrung geben./mis/zb/stk
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