- Hims & Hers plant Nachahmerpräparat zu Wegovy.
- FDA kündigt rechtliche Schritte gegen Hims & Hers an.
- Aktie von Hims & Hers fiel um 15,9 Prozent nach der Ankündigung.
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Auseinandersetzung eskaliert: Novo Nordisk und Hims & Hers im Krieg
Als wäre die schockierende Prognosesenkung für 2026 in der vergangenen Woche für die Aktie von Novo Nordisk und seine Anlegerinnen und Anleger noch nicht genug gewesen, kündigte am Donnerstag die US-Onlineapotheke Hims & Hers an, ein Nachahmerpräparat von Wegovy auf den Markt zu bringen – zu einem Preis deutlich unter dem der Dänen.
Das führte zu einem weiteren Abverkauf der ohnehin schon unter Druck stehenden Novo-Nordisk-Aktie, während die Anteile des früheren Kooperationspartners mit kräftigen Kursaufschlägen belohnt wurden.
Arzneimittelbehörde kündigt entschiedenes Vorgehen an
Doch die Freude währte nicht lange. Die Anteile von Hims & Hers, das in der Vergangenheit schon häufiger mit Nachahmerpräparaten aufgefallen war und zwischenzeitlich im Fall von Abnehmpräparaten diese sogar offiziell vertreiben durfte, weil die US-Gesundheitsbehörde FDA eine Mangellage festgestellt hatte, gaben ihre Gewinne vollständig ab und wechselten schließlich das Vorzeichen.
Der Grund war, dass die FDA ihr Einschreiten mitgeteilt und ein Vorgehen gegen "Unternehmen, die massenwirksam illegale Nachahmerpräparate bewerben" angekündigt hatte. Ein unmissverständlicher Seitenhieb auf Hims & Hers.
Während die Anteile von Novo Nordisk und Mitbewerber Eli Lilly sich am Freitag erholen konnten, brach Hims & Hers weiter ein. Anlegerinnen und Anleger mussten ihre Hoffnungen darauf, dass die FDA untätig bleiben würde, begraben.
Talfahrt beschleunigt sich: -15,9 Prozent in der US-Nachbörse
Nach Börsenschluss am Freitagabend legte die FDA noch einmal nach und erwähnte Hims & Hers schließlich auch namentlich. Im erweiterten Handel fiel die Aktie um 15,9 Prozent auf 19,36 US-Dollar (Novo Nordisk: 4,7 Prozent). Das stellt ein neues 52-Wochen-Tief und damit ein technisches Verkaufssignal dar. Neben der FDA kündigte auch Novo Nordisk an, juristisch gegen die zuletzt schnell wachsende Online-Apotheke vorgehen zu wollen.
Das war Hims & Hers offenbar Warnung genug. In einem Post auf der Social-Media-Plattform X kündigte das Unternehmen am Samstagnachmittag (US-amerikanischer Zeit) an, auf den Vertrieb eines Nachahmerpräparats zu verzichten.
Es habe "konstruktive" Gespräche mit Branchenvertretern gegeben, weswegen man auf den Verkauf von Semaglutid mit sofortiger Wirkung verzichten wolle.
Hims & Hers vor ungewissem Schicksal
Die Reaktion des Marktes zum Wochenauftakt verspricht Spannung. Während sich die Anteile von Eli Lilly und Novo Nordisk weiter erholen könnten, weil ein reichweitenstarker Mitwerber aufgeben musste, ist das Schicksal von Hims & Hers ungewiss.
Hier besteht einerseits die Möglichkeit, dass die Aktie weitere Verlust verzeichnet, weil ein Wachstumstreiber der vergangenen Jahre endgültig vom Tisch sein dürfte und auch nach dem Rückzieher des Unternehmens juristische Maßnahmen erfolgen könnten.
Andererseits könnte es auch zu einer Erleichterungsrallye und Short-Eindeckungen kommen, denn immerhin ist die Aktie zuletzt zu fast 35 Prozent leerverkauft gewesen. Die Shortseller könnten nun einige ihrer Gewinne mitnehmen wollen, nachdem das Papier in den vergangenen 12 Monaten fast die Hälfte seines Wertes verloren hatte.
Fazit: Die Interessen der Branche bleiben gewahrt
In der völlig eskalierten Auseinandersetzung von zwei früheren Geschäftspartnern ist Novo Nordisk als Sieger vom Platz gegangen. Der Druck auf Hims & Hers, sein Nachahmerpräparat vom Markt zu nehmen, war zuletzt zu groß geworden – sicherlich nicht nur von Seiten der FDA, sondern auch den eigenen Stakeholdern, die sich vor den möglichen juristischen Folgen gefürchtet haben dürften.
Das konsequente Einschreiten der FDA ist auch ein Sieg für die gesamte Pharmabranche. Die Diskussionen um erschwinglichere Medikamentenpreise in den USA dürften zwar weitergehen, doch die Arzneimittelbehörde hat bewiesen, dass sie die Interessen von Unternehmen, welche jahrelange Forschungsarbeit geleistet und hierfür Milliardensummen an Geldern ausgegeben haben, schützen wird.
Bei Hims & Hers bleibt abzuwarten, wie groß der Image-Schaden für die Geschäftsentwicklung sein wird. Die hohe Unternehmensbewertung war zuletzt nur durch das starke Umsatzwachstum zu rechtfertigen. Genau das könnte jetzt implodieren.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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