FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit Rückenwind von weiteren Rekorden an den US-Börsen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag von den Verlusten zum Wochenauftakt erholt. Der Dax notierte am Nachmittag 0,7 Prozent im Plus bei 25.185 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen gewann 0,4 Prozent auf 33.038 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,0 Prozent nach oben.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax stieg am Dienstag um 0,7 Prozent auf 25.185 Punkte.
Die Aktien von Infineon erreichten einen Höchststand seit 2000.
Bayer-Papiere fielen um 4,7 Prozent auf das Tief seit Dezember.
Die seit Wochen erhoffte Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran lässt immer noch auf sich warten. Immerhin wird aber weiter verhandelt, US-Präsident Donald Trump sprach sogar von einem "schnellen Tempo". "Die Anleger hierzulande scheinen derzeit jede geopolitische Nachricht vorsorglich auf die Goldwaage zu legen", bemerkte Marktanalyst Timo Emden. Im Gegensatz zur Wall Street fehle dem deutschen Aktienmarkt ein durchschlagendes Zukunftsthema. Während jenseits des Atlantik die KI-Fantasie viele Anleger beinahe elektrisiere, überwiege diesseits die Skepsis, konstatierte der Experte.
Die Aktien von Infineon (Infineon Aktie) setzten ihre KI-getriebene Kursrally fort und erreichten einen weiteren Höchststand seit dem Jahr 2000. Sie kletterten an der Dax-Spitze um weitere 6,8 Prozent, womit sich der Kursgewinn im laufenden Jahr bereits auf rund 127 Prozent summiert.
Der niederländische Chipkonzern STMicro hatte sein Umsatzziel für das Geschäft mit Rechenzentren verdoppelt. Bereits am Vorabend hatte Hewlett Packard Enterprise wegen der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur seine Umsatzziele deutlich angehoben, was der Aktie im vorbörslichen US-Handel einen Kurssprung von mehr als 25 Prozent bescherte.
Die Papiere von Bayer (Bayer Aktie) sackten auf das tiefste Niveau seit Anfang Dezember ab und verloren als Dax-Schlusslicht 4,7 Prozent. Am Markt nehmen die Sorgen um den Glyphosat-Vergleich in den USA laut Börsianern zu, nachdem die Zuständigkeit für den Widerstand dagegen vom Bundesgericht in Missouri zu einem anderen Bundesgericht im Staat Kalifornien gewandert sei. Dort liege der Fall beim Bundesrichter Vince Chhabria, einem ausgesprochenen Kritiker der Vergleichsstrategie der Leverkusener, wie es von mehreren Brokern hieß.
Die Unicredit hat mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank (Commerzbank Aktie) laut Insidern die wichtige Marke von 30 Prozent überschritten. Der Kurs der Commerzbank-Aktie lag nach den Neuigkeiten zuletzt mit 1,3 Prozent im Plus. Indem die Unicredit mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot die 30-Prozent-Schwelle überschreitet, vermeidet sie, ein deutlich teureres Pflichtangebot für alle Commerzbank-Aktien abgeben zu müssen.
Die Anteilsscheine von K+S reagierten mit zuletzt plus 0,7 Prozent nur geringfügig auf die Nachricht, dass der Salz- und Düngerkonzern das Salzgeschäft des polnischen Chemieunternehmens Qemetica kaufen will. Der Kaufpreis liege abhängig vom Geschäftsverlauf in den Jahren 2026 und 2027 zwischen 350 und 380 Millionen Euro, hieß es.
Die Aktien von Salzgitter erklommen den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren und notierten als MDax-Spitzenreiter 3,8 Prozent im Plus. Zuvor hatte die US-Investmentbank Morgan Stanley die Papiere des Stahlkonzerns von "Equal-weight" auf "Overweight" hochgestuft. Die Jahresziele von Salzgitter seien nach wie vor konservativ und die Gewinndynamik nehme mit Blick auf 2027 noch Fahrt auf, schrieb Analyst Alain Gabriel.
Die Analysten von Kepler Cheuvreux gaben eine Kaufempfehlung für die Anteilsscheine der DHL Group . Die Papiere der Bonner stiegen um 3,0 Prozent auf ein Hoch seit vier Jahren. Die Anleger unterschätzten das Gewinnpotenzial im Expressgeschäft des Logistikkonzerns, hieß es.
Die Aktien von Alzchem setzten sich mit plus 4,7 Prozent an die Spitze des SDax und auf den höchsten Stand seit 2017. Im laufenden Jahr gewannen die Papiere des Spezialchemie- und Sprengstoffherstellers damit 27 Prozent an Wert. Der tschechische Rüstungskonzern CSG (Czechoslokav Group) hat seinen Anteil an Alzchem direkt und indirekt auf insgesamt 20,1 Prozent ausgebaut./edh/jha/
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