
Im Rücken hat MegaETH 20 Millionen Dollar Seed-Kapital von Dragonfly, einen 27-fach überzeichneten Token-Sale über 50 Millionen Dollar – und Vitalik Buterin sowie andere Ethereum-Größen als Angel-Investoren.
Sechs Tage vor dem Launch schrieb Buterin allerdings, die rollup-zentrierte Roadmap “ergibt keinen Sinn mehr”. Layer-2s hätten sich zu langsam dezentralisiert, Ethereum selbst skaliere besser als erwartet. Sein Satz: “Wenn du eine 10.000-TPS-EVM-Chain baust, deren Verbindung zur L1 über eine Multisig-Bridge läuft, dann skalierst du nicht Ethereum.”
Klingt nach einem Todesurteil für MegaETH – ist es aber nicht. Buterin hat die L2-Vision lediglich umdefiniert. L2s, die sich über “ultra-low latency” und “custom sequencing properties” differenzieren, hätten weiterhin eine Berechtigung. Das ist praktisch die Produktbeschreibung von MegaETH.
Die Architektur dahinter: Ein einzelner hochspezialisierter Sequencer mit 100 CPU-Kernen und bis zu vier Terabyte RAM führt Transaktionen aus. Prover-Nodes validieren, Replica-Nodes halten den State aktuell. EigenDA übernimmt die Datenverfügbarkeit. Das ergibt Geschwindigkeit – aber auch Zentralisierung. Staking und Governance sollen erst bis zu 18 Monate nach Launch folgen. Stand heute kontrolliert ein einzelner Server das gesamte Netzwerk.

Das Ungewöhnlichste an MegaETH ist jedoch nicht unbedingt die Technik, sondern die Tokenomics. 53,3 Prozent des gesamten MEGA-Supplies von zehn Milliarden Token sind an KPI-basierte Staking Rewards geknüpft – und werden erst freigeschaltet, wenn das Netzwerk echte Meilensteine erreicht.

Der Token Generation Event findet sieben Tage nach Erfüllung eines von drei Triggern statt: 500 Millionen Dollar zirkulierende USDm-Stablecoins, zehn MegaMafia-Apps live auf dem Mainnet oder drei Anwendungen mit jeweils mindestens 50.000 US-Dollar tägliche Gebühren über 30 Tage.

Ein Blick auf die Launch-Day-Zahlen zeigt, wie weit der Weg noch ist. Die USDm-Supply liegt bei 73 Millionen Dollar. Der tatsächliche Durchsatz bei 29 TPS. Das TVL bei 40 Millionen Dollar.
Im Vergleich zum Hype wirken die Zahlen zunächst ernüchternd. MegaETH-Befürworter verweisen aber auf den Unterschied zwischen “organischen” und “gefälschten” KPIs im Krypto-Space. “Wenn man nur gefälschte Kennzahlen kennt, sehen echte im Vergleich dazu furchtbar aus” schreibt Viktor Bunin auf X.
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