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GBP: Zusammenhang von Einzelhandelsumsätzen, Wachstum und Währung am Beispiel Großbritanniens

In den letzten Monaten hat sich der Fokus auf diesen Seiten etwas verlagert. War in den Jahren zuvor oft noch die Inflation das große Thema, haben wir nun oftmals die Entwicklungen beim Wachstum diskutiert. Praktisch ähnlich, wie sich die Prioritäten auch bei den Zentralbanken verschoben haben. Nur wie weit geht die Beziehung zwischen Wachstumszahlen und der Performance einer Währung? Und haben auch vorlaufende Indikatoren, die uns ein besseres Bild vom Wachstum ermöglichen, einen Einfluss?

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Letzte Woche Freitag wurden beispielsweise eine ganze Reihe an Indikatoren aus Großbritannien veröffentlicht. Die Einzelhandelsumsätze ohne Benzin überraschten mit 0,3% im Monatsvergleich im Dezember deutlich nach oben und auch die erste Schätzung für die PMIs im Januar fiel durchweg höher aus. Im Grunde deuten die Zahlen an, dass die wirtschaftliche Dynamik im Land nach den November-Budgetmaßnahmen an Fahrt gewinnt. Allerdings: Auf die Überraschung bei den Einzelhandelsumsätzen reagierte das Pfund nur mit einer hauchzarten Stärke, erst die PMIs reichten aus, um den Pfund einen stärkeren Schub zu verleihen – auch wenn dieser ebenfalls nicht der große Gamechanger war und teilweise im Nachhinein an Kraft verloren hat.

Nun sollte man sich bewusst machen, dass beides zwar vorlaufende Indikatoren sind, die uns einen Hinweis auf das kommende Wachstum geben, aber es sind eben nur Indikatoren. Bestes Beispiel sind die Einzelhandelsumsätze. Die Korrelation zwischen diesen und dem monatlichen Wachstumszahlen ist zwar oftmals positiv (wenn auch nicht dauerhaft), aber ist keinesfalls konstant (siehe die linke untere Abbildung). Sprich: Es ist nicht so einfach, aus den Einzelhandelsumsätzen abzulesen, was das für das Wachstum nun endgültig bedeutet. Kein Wunder also, dass das Pfund kaum auf Überraschung bei den Einzelhandelsumsätzen reagiert (siehe die rechte untere Abbildung).

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Warum assoziieren wir denn überhaupt ein stärkeres Wachstum mit einer stärkeren Währung? Zwei Argumente sprechen dafür:

  • Ein stärkeres Wachstum gibt der Zentralbank die Möglichkeit, stärker den Fokus auf die Inflationsrisiken zu richten. Gleichzeitig sorgt ein stärkeres Wachstum auch indirekt für einen stärkeren Preisdruck. Beides sorgt dafür, dass die Zentralbank weniger stark die Zinsen senkt bzw. sie möglicherweise sogar erhöht. Und dieser geldpolitische Kanal sorgt für eine stärkere Währung.
  • Ein stärkeres Wachstum könnte aber auch die Investitionen in dem jeweiligen Land attraktiver machen, indem es eine stärkere Rendite für internationale Investoren in Aussicht stellt. Diese Investoren schichten dann ihre Investments aus anderen Ländern in das jeweilige Land um und die Währung wertet auf – sozusagen ein Portfoliokanal.

Beides sind eher mittelfristige Argumente. Es erscheint sehr fraglich, ob solche Effekte bereits eintreten, wenn vorlaufende Indikatoren, die im Nachhinein noch revidiert werden, ein stärkeres Wachstum nur andeuten. Hinzu kommt: Die Vermutung liegt nahe, dass die Beziehung zwischen einem stärkeren Wachstum und einer stärkeren Währung nicht ganz so ausgeprägt ist, wie es die Beziehung zwischen einer höheren Inflation und einer stärkeren Währung ist. Im Zweifelsfall war die Inflation in den letzten Jahren eher ein Problem als ein zu großes Wachstum. Kurzum: Es dürfte wenig überraschend kommen, dass Währungen auf vorlaufende Indikatoren wie Einzelhandelsumsätze oder PMIs nicht so stark wie von manchen erhofft reagieren.

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