Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX


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EinsamerSam.:

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX

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03.06.05 07:39
DAX setzt Bären unter Strom

Obwohl die Kommentatoren weiterhin alles trüb sehen, steigen die Bluechip-Kurse auf ein Drei-Jahreshoch. Die Investoren kaufen vermutlich nicht aus Überzeugung, sondern müssen eindecken. Denn im Bärenlager scheint die Kursluft zu dünn.

01. Juni 2005. Hat da nicht gerade jemand behauptet, Europa befände sich in einer politischen und wirtschaftlichen Krise? Befürchtete man nicht, die europäische Währungsunion könne aus den Angeln gehoben werden? Die Finanzpresse war seit dem französischen ‚“Nein“ zur EU-Verfassung mit solchen Aussagen gespickt. Breitgetreten wurde das Thema aber nur von Devisenhändlern. Diese sahen in der ablehnenden Haltung der Franzosen drohendes Unheil für Europa und für den Euro. Am Aktien- und Rentenmarkt schien sich niemand solche Sorgen zu machen. Im Gegenteil. Hier zeigte man sich weiterhin voll in Kauflaune. Der DAX® schoss auf ein neues Drei-Jahres-Hoch, der DJ Euro Stoxx 50 kratzt ebenfalls an seiner Jahresbestmarke und für europäische Bonds zahlten Investoren Rekordpreise. Wo also ist die Krise, wenn solche, ansonsten sensiblen Märkte weiter haussieren? Hätten die Akteure wirklich Angst, dass Europa aus den Fugen gerät, dann hätten sie wahrscheinlich besseres zu tun, als in heimische Unternehmen und deren Schuldverschreibungen zu investieren.

Plötzlich mutierte der Kursverfall des Euro selbst zum Argument für den deutschen Aktienmarkt. Analysten erkannten, dass dadurch die Welt der Exporteure wesentlich besser aussehen würde als noch vor sechs Monaten. Abgesehen von dem bisschen Übernahmefantasie, das durch die jüngsten Fusionsverhandlungen von HVB mit der italienischen Unicredito entstanden ist, gab es wenig, was die Händler zum Kaufen inspirierte. Stattdessen überwog wieder der negative Diskussionsstoff. Beispielsweise moserte man über eine fast schon chronisch leidende deutsche Konsumnachfrage, wetterte über dünnen Feiertags-Börsenhandel oder sorgte sich um eine abflachende heimische Investitionstätigkeit. Diese Beobachtungen zeigen klar, dass für die Mehrheit der Akteure die Kursreise nicht unbedingt nach oben geht.

Über diesen Eindruck kann auch unsere jüngste Sentiment-Erhebung nicht hinwegtäuschen. Sie zeigt zwar einen zur Vorwoche leicht gestiegen Optimismus, liegt aber im absoluten Vergleich nur knapp über dem ohnehin sehr dürftigen Jahresmittelwert. Dies erklärt auch, warum einige Händler nach wie vor unbeirrt eine Seitwärtsbewegung sehen wollen. Obwohl der DAX derzeit mit guter Performance von sich reden macht, fällt die Zuversicht der befragten Investoren viel zu bescheiden aus. Ein Phänomen, auf das wir unsere Leser schon seit Jahresbeginn hinweisen. Diesmal fanden lediglich drei Prozent den Weg aus dem Bären- ins Bullenlager. Auch dieser Austausch fand sicherlich nicht aus Überzeugung statt. Die Pessimisten stehen unter Strom und mit jedem Prozent, das der DAX zulegt, erhöht sich die Spannung. Umgeschichtet wird also nicht aufgrund gestiegen Vertrauens, sondern lediglich aus Performance-Druck.

Die oft beschriebene Short-Squeeze scheint bereits losgetreten worden zu sein. Bis sie in voller Blühte steht, bedarf es aber noch einiger Prozentpunkte. Wir vermuten, dass die potenzielle Nachfrage, die noch in der mittelfristigen (Fehl-)Positionierung steckt, ausreicht, den DAX um rund weitere 200 Punkte nach oben zu hieven. Dafür müssen Rückschläge aber überschaubar bleiben. Das werden sie sicherlich auch sein.

Dax-Stimmungsbarometer:

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1964247



Privatanleger drücken TecDAX nach oben

Bei den Technologietitel haben vor allem die Privaten die Kurse nach Norden geschickt. Sie freuen sich über gute Nachrichten. Die Neutralen stehen weiterhin an der Seitenlinie. Was den Index nach Süden abpuffert.

1. Juni 2005. Rosarot scheint auf der Farbpalette der Akteure im Technologiesegment derzeit die eindeutige Lieblingsfarbe zu sein. Zumindest die der Privatanleger. Denn diese zeigen sich in unserer aktuellen Sentimenterhebung ausgesprochen zuversichtlich gestimmt. Während es ihre institutionellen Mitstreiter vom optimistischen ins neutrale Lager zieht, strömen die Privaten breitflächig ins Bullencamp und treiben den Bull/Bear-Index® somit auf den zweithöchsten Stand des Jahres.

Ganz offensichtlich haben die steigenden Notierungen viele Investoren zum Einstieg gelockt. Vor dem Hintergrund, dass es im TecDAX® quasi seit Anfang Februar mit Long- Strategien keinen Blumentopf mehr zu gewinnen gab, ist diese Einstellung verständlich. Für eine Rechtfertigung ihres hohen Optimismus dürfte den jungen Bullen dabei ein Blick über den Atlantik genügt haben: Im Mai hatte dort der Nasdaq-Composite so stark zugelegt wie seit Oktober 2003 nicht mehr. Das wiederum veranlasste einige dazu, den aktuellen Aufwärtstrend an den US-Börsen speziell der starken Performance von Technologietiteln zuzuschreiben. Für viele mag das alleine Grund genug gewesen sein, um auch bei deutschen Technologie-Werten an eine rosige Zukunft zu glauben. Dass man in der zurückliegenden Woche bei positiven Nachrichten aus dem Vollen schöpfen konnte, dürfte die Akteure bestärkt haben. Manch einer hat sich vermutlich über die Prognose eines Marktforschungsinstituts gefreut, wonach der weltweite Umsatz mit Halbleitern im laufenden Jahr zunehmen werde. Und auch die Meldung, dass deutsche Unternehmen wieder mehr in IT-Beratung investieren, werden Technologie-Anhänger mit Genugtuung vernommen haben.

Weil das Bullenlager nicht nur in der jüngsten Befragung, sondern bereits seit drei Wochen stets zulasten des Bärencamps anschwoll, werden die Käufe mitunter weniger aus Überzeugung, als vielmehr aus der Not heraus erfolgt sein. Potenzial für eine Short-Squeeze, die den TecDAX weiter nach oben drücken könnte, dürfte mittlerweile größtenteils erschöpft sein. Lohnenswert ist aber der Blick auf das Lager derer, die es bislang vorzogen, ihr Geld zu „parken“ und erst einmal an der Seitenlinie zu verharren. Wer davon einst versäumte, bei Kursen um 500 Punkte in den Markt einzusteigen, wird sich nun, bei einem , gut 30 Zähler höheren Index, noch schwerer zum Kauf entschließen. Mögliche Nachfrage stünde dem TecDAX somit bereits ins Haus, wenn die Kurse wieder etwas nachgeben und sich die Riege der „Unentschiedenen“ schließlich doch noch entschlossen zeigt.

TexDAX-Stimmungsbarometer:

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EinsamerSam.:

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX

 
09.06.05 14:03
DAX-Hausse vermag nicht zu überzeugen

Auch wenn die Stimmung etwas unter der Skepsis von Marktbeobachtern und -kommentatoren leidet, geben die Bullen im DAX-Index weiterhin den Ton an. Nur eine geringe Anzahl an Optimisten ließ sich anstiften, das Kursplus zu versilbern. Die anderen setzen auf weitere Höchststände. Deren Chancen stehen nicht schlecht, weil das Lager der potenziellen Nachfrager gut gefüllt ist.

08. Juni 2005. Der Börsenzug fährt weiter in Richtung Norden und das mit fast unverminderter Geschwindigkeit. Der DAX®-Index konnte im Wochenvergleich mit 1,8 Prozent zum sechsten Mal in Folge zulegen. Seit Ende April ergibt sich auf Erhebungsbasis ein stattlicher Gewinn von mehr als 8 Prozent. Leider hat sich unser Stimmungsbarometer, der Bull/Bear-Index®, im gleichen Zeitraum nicht gerade euphorisch nach oben entwickelt. Im Vergleich zur Vorwoche mussten wir sogar einen Rückgang beim Optimismus feststellen. Dieser ist exakt auf den Stand von vor 14 Tagen zurückgefallen, als die jüngste Rallye der Aktienkurse auf neue Dreijahreshochs gerade erst begann.

Eigentlich müssten viele Akteure und Analysten mit der positiven Performance des DAX-Index zufrieden sein, denn der Aufwärtstrend ist klar geschnitten und dynamisch. Stattdessen werden bei den Kommentatoren vor allem die Tage der Konsolidierung und Konjunktursorgen hervorgehoben. Allerdings ohne Folgen. Selbst die schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vermochten Haussiers nicht wirklich zu beeindrucken. Vielmehr hatte man den Eindruck, dass selbst kleine Korrekturen zu Käufen genutzt wurden. Vielleicht hat die Belebung der Automobil-Nachfrage im Monat Mai auch den einen oder anderen dazu ermutigt, auf ein baldiges Ende des Konsumentenstreiks zu setzen. Wo doch die Fußball-WM einer Studie der Postbank zufolge im nächsten Jahr in Deutschland zu einem klaren Wachstumsimpuls führen wird.

Analysten waren in den vergangenen Wochen nicht zu beneiden. Das vielerorts herbeigeunkte Eurodesaster mit dem befürchtete Zerfall der Einheitswährung als Worst Case, blieb aus. Auch die Techniker mussten ob der dynamischen Aufwärtsbewegung und trotz eines „total überkauften“ Marktes ihre Prognosen drehen. Immerhin liest man hie und da schon von einem Test der 5.000er Marke, aber andere Prognostiker sind da weitaus vorsichtiger. Lieber noch nicht die nächste große Marke in den Mund nehmen, wird sich da manch einer gedacht haben. Lieber nur 4.800 oder 4.900 Zähler auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten vorhersagen und Recht bekommen, als mit zu forschen 5.000 Punkten untergehen.  

Einem kleinen Teil unseres Panels muss es ganz ähnlich ergangen sein. Sonst hätten sie ihre Gewinne nicht so schnell mitgenommen. Mehr noch: Einige Händler haben sich offenbar nach unten schon wieder abgesichert. Vielleicht mangels anderer Alternativen. Denn bei den vielerorts noch skeptischen Kommentaren ein Long-Engagement durchzuhalten, könnte für viele psychisch belastend sein. Vielleicht ist es aber auch der Reiz, an der Spitze der Kursentwicklung auf der richtigen Seite agiert zu haben. Die potenzielle Nachfrage aus der mittelfristigen (Fehl-)Positionierung hat sich durch die jüngste Stimmungserhebung allerdings nicht verringert. Zumal der Optimismus im 52-Wochen-Vergleich und an den Extrema der Jahresentwicklung gemessen, zu niedrig ist, um aus Sentiment-Sicht ein schnelles Ende der Hausse auszurufen. Im Gegenteil: Die Skeptiker und nicht ausreichend positionierten Bullen von heute werden als Nachfrager von morgen dem DAX-Index eine Stütze sein. Entweder durch Käufe bei Abwärtskorrekturen oder als Initiatoren einer erneuten Short-Squeeze.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1972141


TecDAX-Stimmung gerät ins Stocken

Der Optimismus der TecDAX-Anleger rangiert dagegen auf unverändert hohem Niveau. Sie gehen davon aus, dass der Technologie-Index nach einer kurzen Verschnaufpause weiter zulegen kann. Leider ist die Anzahl neuer Nachfrager auf einen kleinen Kreis beschränkt.

8. Juni 2005. Die Akteure im TecDAX®-Index sind derzeit die Ruhe selbst. Sie zeigen sich in der aktuellen Sentimenterhebung genauso stoisch wie der Index selbst. Lediglich ein ganz kleiner Teil der von uns befragten Marktteilnehmer entschloss sich zur Abwanderung ins Bärencamp. Auf diese Weise geht der Bull/Bear-Index® zwar marginal zurück, bewegt sich aber nach wie vor in sehr hohen Gefilden. Allerdings registrieren wir nun zum ersten Mal seit vier Wochen wieder einen Stillstand im Gesamtoptimismus.

Möglicherweise handelt es sich bei den neu hinzugekommenen Skeptikern um Investoren, die erst spät in den Markt eingestiegen sind und nun erste Anzeichen von Nervosität äußern. Der Hauch von Vorsicht, der bei einigen zutage tritt, dürfte in erster Linie im jüngsten Kursverlauf begründet liegen. Schließlich wollte es dem TecDAX-Index zuletzt einfach nicht gelingen, die Steilvorlage zu nutzen, die ihm der große Bruder DAX-Index geliefert hatte. Kräftige Kursgewinne waren für Technologie-Aktien nicht drin. Während der Leitindex neue Drei-Jahres-Hochs markierte, geriet die Entwicklung beim Technologie-Barometer ins Stocken. Dabei hatte es im Technologie-Sektor einige vielversprechende Meldungen gegeben. Zum Beispiel aus den USA, wo Texas Instruments seine Prognosen für das laufende Jahr nach oben korrigierte. Weil aber auf leichte Kursgewinne stets sofort wieder Rückschläge folgten und die Notierungen einfach nicht vom Fleck kamen, sahen einige Akteure offenbar Erklärungsbedarf und pickten sich dazu Einzeltitel heraus. Beim Spezialmaschinenbauer Singulus störte man sich an negativen Analystenkommentaren und bei Süss Microtec wertete man das baldige Ausscheiden aus dem TecDAX-Index als negativ.

Mit dem nur unwesentlich veränderten Stimmungsbild hat sich der Ausblick für deutsche Technologiewerte so gut wie gar nicht verändert. Potenzielle Nachfrage dürfte weiterhin allenfalls von Seiten der noch unentschlossenen Akteure winken. Sollten jene „Stoiker“ schließlich doch noch Tatendrang entwickeln, dann könnte der TecDAX-Index den Standardwerten nacheifern und sich aus seiner momentanen Starre lösen.

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DAX strahlt, Optimismus verkümmert

 
17.06.05 08:00
DAX strahlt, Optimismus verkümmert

Der Optimismus der DAX-Anleger kann mit den Kursgewinnen der Standardtitel nicht mithalten. Die Vielzahl der Investoren, die die Marktrichtung falsch eingeschätzt haben, müssen mit Käufen korrigieren, ziehen aber zum Verbleib das Lager der Neutralen vor. Was die Analysten von Cognitrend positiv werten.

15. Juni 2005. Die internationalen Rentenmärkte geben nicht nur dem US-Notenbankchef Alan Greenspan Rätsel auf. Seit seiner „Conundrum*-Rede“ im Februar verstehen immer weniger Analysten den Gleichlauf von Bond- und Aktienpreisen. Während die Hausse bei den Dividendentiteln als Konjunkturoptimismus interpretiert wird, wertet man den Rekordverfall der Rentenrenditen als pessimistisch. Strategen ließen sich deshalb sogar jüngst zu der Aussage hinreisen, dass sich „einer der beiden Märkte irren muss“. Davon, dass sich seit über 18 Monaten Analysten, Strategen und Händler mit einer richtigen Einschätzung des Rentenmarktes schwer tun, war bislang wenig zu hören. Zu sehen war lediglich, dass die durchschnittliche Performance der Hedge-Fonds im vergangenen Monat leicht im Minus lag. Hierbei handelt es sich um eine repräsentative Gruppe von Marktteilnehmern, die augenscheinlich weder vom Aufschwung am Aktien- noch von der Rallye am Rentenmarkt richtig profitieren konnte.

Schwer getan haben sich auch die Aktienmarkt-Pessimisten unter unseren Panelteilnehmern. Der DAX® gab ihnen auch diesmal keine Chance. Sie mussten ihre bearishen Einschätzungen der vorangegangenen Woche flugs zurücknehmen, die sich auf eine „Überkauftsituation“, auf um über zehn Prozent gestiegene Ölpreise oder was auch immer für Argumente stützten. Mit anderen Worten: Sie mussten ihre Leerverkäufe eindecken. Denn der DAX zog es – aller Unkenrufe zum Trotz – vor, weiter zu steigen; im Berichtszeitraum immerhin um über 1,5 Prozent. Vor allem aber ging es auch (zum ersten Mal seit drei Jahren) über die 4.600er Marke, bei der sich die meisten Marktkommentatoren glücklicherweise ersparten, von einem psychologisch wichtigen Widerstand zu reden.

Die Eindeckungsaktionen der ehemaligen Bären haben den Gesamtoptimismus auf das Niveau von vor 14 Tagen zurückgebracht. Im gleichen Zeitraum kann der Leitindex ein Plus von über 1,5 Prozent verbuchen. Bezeichnend bleibt aber die sehr zugeknöpfte Haltung der Akteure. Seit geraumer Zeit dümpelt der Bull/Bear-Index® vor sich hin. Besonders deutlich wird dies beim Betrachten der vergangenen fünf Wochen, in denen der DAX fast ohne Korrektur um gut zehn Prozent gestiegen ist. Eigentlich ist so eine Performance Sonnenschein für Investoren. Stattdessen verkümmert der Optimismus in dieser Zeit. Wenn selbst eine so starke Rallye die Händler nicht überzeugen kann, sondern bestenfalls zu Korrekturen vorangegangener (Fehl-)Entscheidungen führt, müssen die Akteure immer noch erheblich unter der Marktrichtung leiden. Dies gab und gibt uns weiterhin die nötige Gewissheit, an unserer positiven Einschätzung des deutschen Aktienmarktes festzuhalten und dem Aufwärtstrend, den wir bereits die letzen 400 Punkte über mit bullishen Kommentaren begleitet haben, auch weiterhin treu zu bleiben. Denn die Voraussetzungen für eine finale Short-Squeeze sind trotz des jüngsten Rückzuges einiger Bären immer noch gegeben. Genauso wie die gute Nachfrage, auf die sich der DAX auf tieferem Niveau verlassen kann.


* Englisch für Rätsel, Scherzfrage. Als solches bezeichnete Alan Greenspan das Verhalten der Rentenmärkte in seinem halbjährlichen Statement zu Konjunktur und Geldpolitik.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1981219


Größte Furcht der Händler: Neue Jahreshochs

Die Kursgewinne des TecDAX-Index können die Anleger gar nicht überzeugen. Stattdessen versuchen es nun einige mit Leerverkäufen.

15. Juni 2005. Nachdem sich die TecDAX®-Akteure in der vergangenen Woche kaum bewegten, geben sie sich heute deutlich entschlussfreudiger. Wie bereits vermutet, hält es ehemals „neutral“ positionierte Anleger nicht länger an der Seitenlinie: Sie prägen durch ihre Abwanderung ins Bullen- oder Bärenlager das momentane Stimmungsbild. Weil wir aber dreimal so viele neue Pessimisten wie Optimisten registrieren, ist der Bull/Bear-Index® insgesamt ein Stück zurückgegangen.

Vom jüngsten Kursverlauf zeigt sich das Gros der Akteure offensichtlich recht unbeeindruckt. Immerhin markierte der Technologie-Index im Berichtszeitraum zwar keine neuen Jahreshochs, doch zumindest die höchsten Kurse seit dem Frühjahr. Allerdings verlief die Entwicklung in den letzten zwei Tagen wesentlich weniger dynamisch. Das könnte an den neu hinzugekommenen Bären liegen. Weil es keine größeren Rückschläge im TecDAX gab, die man zu Dip-Käufen hätte nutzen können, sahen sich augenscheinlich einige dazu veranlasst, es mit der gegenteiligen Strategie, sprich mit der Short-Seite, zu versuchen. Leicht dürfte es den Pessimisten in den zurückliegenden Tagen indes nicht gefallen sein, ihre Position adäquat zu begründen. Denn schließlich kamen insbesondere aus dem Halbleiter-Sektor eine ganze Reihe eindeutig positiv lautender Meldungen. Sei es der optimistische Ausblick des Chip-Weltmarktführers Intel war oder die jüngste Prognose des US-Verbandes der Chipindustrie, SIA, in der für das laufende Jahr mit einem weltweiten Absatzwachstum gerechnet wird. Insofern dürfte es den Skeptikern deutlich eher behagt haben, dass nach Einschätzung des Branchenverbandes ZVEI der deutsche Halbleitermarkt in 2005 voraussichtlich weniger stark als erwartet wachsen wird.

Durch die Stimmungseintrübung präsentiert sich das Umfeld für die Technologie-Werte nun wieder etwas freundlicher. Spätestens der nächste größere Pullback dürfte erste Bären zu Gewinnmitnahmen aus ihren Short-Positionen, also zu Käufen, veranlassen. Schließlich müssen viele von ihnen, ihre Performance aus der verpassten Aufwärtsbewegung aufbessern. Umgekehrt dürften im Falle fortgesetzter Kurssteigerungen Zwangskäufe der Pessimisten den TecDAX weiter voranbringen. Damit es aber dazu kommt, dass die skeptischen Akteure Farbe bekennen, müsste das Technologie-Barometer vermutlich zunächst dahin klettern, wo es partout keiner sehen will: auf ein neues Jahreshoch.

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EinsamerSam.:

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23.06.05 11:00
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Risikoaversion droht teuer zu werden

Trotz stetig steigender Kurse hat der Optimismus am Aktienmarkt einen neuen Tiefststand erreicht. Diese Skepsis ist aber eher positiv zu werten. Nach unten schützen die Leerverkäufer mit Gewinnmitnahmen, nach oben könnten sie die Kurse weiter treiben.

22. Juni 2005. Zu Risiken und Nebenwirkungen beim Aufwärtstrend des DAX® fragen Sie bitte Ihren Arzt oder…… die Akteure am deutschen Aktienmarkt. Genau diesen Eindruck bekommt man beim Kommentieren der aktuellen Umfrage. Statt uneingeschränkt den achten Wochengewinn des Börsenbarometers in Folge zu genießen, freuen sich viele Teilnehmer unseres Panels scheinbar nicht einmal im Stillen. Geschweige denn, dass sie euphorische Äußerungen wagen. Vielmehr ist der Optimismus, gemessen an unserem Bull/Bear-Index®, auf den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Wochen gefallen. Dabei haben einerseits einige übervorsichtige Optimisten Gewinne in beschränktem Umfang mitgenommen. Andererseits hat das Lager der Pessimisten Zuwachs von Akteuren erhalten, die zuletzt kein Commitment mehr eingehen wollten. Also von Händlern, die den Kurssteigerungen bislang eher passiv von der Seitenlinie aus zugeschaut hatten.

Dieses Verhalten ist nichts anderes als eine logische Konsequenz. Denn in der zurückliegenden Woche verstanden es die Marktteilnehmer vortrefflich, fortwährend verschiedenste Ängste zu schüren. Und das, obwohl die Notierungen im Berichtszeitraum erneut auf ein Dreijahres-Hochs geklettert waren. Natürlich ist der gestiegene Ölpreis in den Medien auch immer wieder als Killer-Argument für positive Börsengedanken genannt worden. Wen wundert es, dass selbst der schwache Euro - normalerweise Stimulant für europäische Exporteure und die Konjunktur - diesmal eher skeptisch beäugt wird. Vielleicht zu Recht, denn ein teurer Dollar verteuert die Ölrechnung noch zusätzlich.

Chancen hingegen wollten oder konnten deutschen Standartwerten offenbar nur die allerwenigsten abgewinnen. Da passte es ins Bild, dass eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Mummert im Auftrag der US-Fondsgesellschaft Fidelity zu dem Ergebnis kommt, dass Privatanleger hierzulande viel zu stark auf Sicherheit setzten und damit Chancen auf höhere Renditen verschenkten. Dabei schlummert in der „Sparschwein-Republik“ - wie sie die Financial Times Deutschland unlängst bezeichnete - jede Menge Investitionspotenzial. Zumal die Bundesbank in ihrem Monatsbericht äußerte, das Geldvermögen in Deutschland sei im vergangenen Jahr auf einen Rekordstand gestiegen.

Aber selbst jene Anleger, die noch zu Wochenbeginn über Impulslosigkeit wegen des nicht gerade üppig gefüllten Datenkalenders geklagt hatten, schien nichts aus der Reserve locken zu können. Nicht einmal ein über den Erwartungen ausgefallener ZEW-Index. Auch wir lassen uns durch die jüngste Stimmungserhebung nicht zu einer neuen Meinung hinreißen. Im Gegenteil: Wir fühlen unseren bullishen Standpunkt durch die heutigen Daten und die Informationslage abermals bestätigt. Denn die jungen Bären sind eine weitere Stütze für den DAX, sollte er tatsächlich eine ernst zu nehmende Abwärtskorrektur erleiden. Deren Nachfrage ist es auch, die deutschen Aktien mächtige Flügel verleihen kann, sollte die nächste Short-Squeeze losgetreten

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1988282


Jahreshoch in Reichweite lockt zu Gewinnmitnahmen

Die TecDAX-Investoren wechseln dagegen ins neutrale Lager. Aber auch für den TecDAX stehen die Zeichen günstig. Alte und neue Pessimisten müssten sich bei weiteren Kursgewinnen eindecken.

22. Juni 2005. „Kommando zurück“ haben sich anscheinend die Akteure im TecDAX® gesagt. Denn in unserer aktuellen Sentimenterhebung verzeichnet das Optimisten-Camp derart hohe Abgänge ins Lager der „Neutralen“, dass der Bull/Bear-Index® nunmehr deutlich nach unten gedrückt wird. Und zwar etwa auf das Niveau von Mitte Mai, als der kontinuierliche Anstieg des Optimismus gerade begann. Dass gleichzeitig auch einige wenige Bären von Bord gingen, fällt in der Gesamtbetrachtung daher kaum ins Gewicht.

Bei den nun abtrünnig gewordenen Bullen handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um jene Anleger, die bereits seit Frühjahr an der Kursrallye der Technologie-Titel partizipiert haben. Dass sie sich ausgerechnet jetzt und in so großer Zahl zu Gewinnmitnahmen aus diesen Long-Engagements entschlossen haben, liegt vermutlich einzig und allein am Stand des TecDAX. Dieser ist im Berichtszeitraum „bedrohlich“ nahe an sein Jahreshoch herangekommen, dem maßgeblichen Referenzpunkt jener Akteure. Dabei waren die Käufer zuvor wohl vor allem kurzfristig orientierte Händler, die sich von einem äußerst positiven Nachrichtenfluss mitreißen ließen und die Notierungen damit nach oben getrieben haben. Denn es schien in der zurückliegenden Woche für die meisten nur ein Gesprächsthema zu gegen: Solarenergie. Pünktlich zu Beginn der Sommerzeit strahlte deshalb ein Technologie-Titel besonders hell: Solarworld. Eine Aktie, die Tag um Tag zu neuen Höhenflügen angesetzt. Da kam die Meldung des Bundesverbandes der deutschen Solarindustrie, man rechne in diesem Jahr mit zweistelligen Zuwachsraten für die Branche, vielen wie gerufen. Doch an besagter Referenzmarke nahe am Jahreshoch machte der TecDAX kehrt. Hier war die mittelfristige Abgabebereitschaft schließlich so ausgeprägt, dass Positives fortan beharrlich ignoriert wurde. Da konnte die Sonne so hell scheinen, wie sie wollte.

Sollten die Jahreshöchststände nun doch noch geknackt werden, dann würde das sicherlich nicht nur zu Verdruss bei den neuen Pessimisten führen. Auch die früheren Skeptiker sollten sich dann zu Zwangseindeckungen gezwungen sehen. Gerade vor dem Hintergrund, dass die jüngst erfolgten Abgaben vom Markt bislang verhältnismäßig gut verdaut worden sind, stehen die Chancen für einen erneuten Anlauf nach oben jedoch äußerst gut.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1988282

Quelle: deutsche-boerse.de

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DAX gewinnt neue, aber keine treuen Freunde

 
01.07.05 11:17
DAX gewinnt neue, aber keine treuen Freunde

Die Anleger bleiben wankelmutig. Die Kursdelle dieser Woche hat die Anleger zu Optimisten werden lassen. Fraglich, wie lange sie bei der Stange bleiben.

29. Juni 2005. Es hat für die deutschen Standardwerte einen deutlichen Stimmungswechsel gegeben. Zum dritten Mal in diesem Jahr gab es eine sehr deutliche Verschiebung zugunsten der Optimisten, weil die Pessimisten der Vorwoche ihre Gewinne beim DAX® flugs mitnahmen und somit schnell und flexibel auf das Kursgeschehen reagierten. Denn das Börsenbarometer hat im Punktvergleich zum vergangenen Mittwoch ein Prozent an Wert verloren. Gleichzeitig ist unser Bull/Bear-Index® auf den zweithöchsten Stand seit Jahresbeginn gestiegen. Dieser, seit 9 Februar höchste Stand der Stimmung nimmt aber im 52-Wochen-Fenster nur einen mittleren Rang ein.  

Damit wird klar, dass der neu aufgekeimte Optimismus keineswegs euphorische Züge trägt. Zwar haben jüngst einige Banken ihre Prognosen für den DAX angehoben, doch mit Index-Vorhersagen, denen eine 5 voranstand, hielt man sich lieber zurück. Man könnte von einem „Optimismus mit angezogener Handbremse“ sprechen. Genau das gleiche gilt auch für das Ergebnis unserer jüngsten Sentimenterhebung. Zumal für Kommentatoren und fast alle Börsianer klar zu sein scheint: Wenn die Anleihen nach oben ziehen, dann müssen die Aktien runter, da ein Gleichlauf der beiden kategorisch ausgeschlossen sei, war vielerorts zu lesen. Wenn beide Märkte dennoch nach oben gingen, müsste man Schlimmes für die Aktienmärkte befürchten, mag da mancher Investor gedacht haben.

Für viele Bären kam zumindest über das Wochenende die Belohnung. Die eingeleitete Abwärtskorrektur setzte sich am Montag fort. Seltsamerweise war von den meisten Technikern nichts zu vernehmen. Sah doch die Gestalt der Kurskorrektur, wie bereits einige ihrer Vorgängerinnen in diesem Jahr, Furcht einflößend aus. Aber man scheint aus den diversen Bärenfallen der vergangenen Monate gelernt zu haben und wollte nicht schon wieder vorschnell das Ende der Aktienhausse ausrufen.  

Für uns hat der sprunghafte Anstieg im Bullenlager allerdings einige, wenn auch nicht dramatische Konsequenzen. Man kann ausgehen, dass die neuen Freunde des Aufwärtstrends dem DAX nicht lange die Treue halten werden. Zwar sind ihre Käufe in die Schwäche derzeit von Erfolg gekrönt, aber genau dieser kann nur durch Gewinnmitnahmen festgeschrieben werden. Das würde die Kurse auf dem Weg nach oben zumindest bremsen. Sollte dieser Punkt indes verpasst werden, fehlen der Börse die Nachfrager an der Unterseite, so dass eine erneute Abwärtskorrektur erst 100 Punkte unterhalb des Montagstiefs einen Boden inden würde.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1997651

TexDax: Jahreshoch kein rotes Tuch mehr

Trotz heftiger Schwankungen in den vergangenen Tagen steigt die Zuversicht der Investoren. Neue Höchstmarken scheinen erklimmbar.

29. Juni 2005. Nachdem sich die Optimisten in den letzten vierzehn Tagen aus dem Markt zurückgezogen hatten, äußern sich in der heutigen Sentimentumfrage wieder mehr Akteure zuversichtlich für deutsche Technologiewerte. Ihr zurückerlangter Glaube an den TecDAX® ist sogar so hoch, dass der Bull/Bear-Index® einen mächtigen Satz nach oben macht und nunmehr in der Nähe seiner Extremwerte dieses Jahres rangiert.

Zumindest bis zum Dienstag dürften sich die in der Vorwoche abtrünnig gewordenen Bullen ins Fäustchen gelacht haben – bis dahin lief für Skeptiker alles bestens. Denn was der flüchtige Blick auf die positive Wochenperformance des TecDAX nicht entlarvt: Im Berichtszeitraum waren die Kurse zwischenzeitlich in die tiefsten Gefilde seit Anfang Juni abgetaucht. Erst ganz zuletzt hatten sich die Notierungen wieder beachtlich aufgerappelt. Wobei die von uns befragten mittelfristigen Akteure als treibende Kraft dieser Bewegung einzustufen sind. Ganz offensichtlich hat vielen Investoren der gut zweieinhalbprozentige Pullback von den jüngsten Kursspitzen als ausreichender „Sicherheitsabschlag“ genügt, um hier erneut den Wiedereinsteig zu wagen. Viele Marktteilnehmer sahen jetzt vermutlich die Chance, zu den gleichen Kursen, zu denen sie sich am Monatsbeginn schon einmal äußerst optimistisch zeigten, wieder neue Kauf-Engagements einzugehen. Mit der Strategie, in die steigenden Kurse hinein Gewinne mitzunehmen, war man zuletzt erfolgreich gefahren. Nach positiv lautenden Argumenten zur Begründung der Stimmungsaufhellung brauchten die Akteure in den vergangenen zwei Tagen überdies nicht lange suchen. Die neuen Optimisten führten einfach den gesunkenen Ölpreis sowie die festeren Vorgaben von der Nasdaq und vom Branchenbarometer Philadelphia-Semiconductor-Index (SOX) ins Feld.

Wir gehen davon aus, dass die Mai-Hochs den neuen Bullen augenscheinlich als Referenzpunkt gedient haben. Sollten diese jetzt noch einmal getestet werden, dann wäre die Nachfrage auf diesem Niveau aufgrund des gewachsenen Gesamtoptimismus zweifellos eher dünn. Denn die Situation hat sich durch den eingeschlagenen Richtungswechsel grundlegend verändert: Das Jahreshoch ist nun nicht mehr jenes rote Tuch, vor dem man sich noch in der letzten Woche so sehr fürchtete. Im Gegenteil: Neue Höchstmarken wären nun genau das, was man sich wünscht – weil nur dann Gewinne fließen.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 1997651

Quelle: deutsche-boerse.de

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Deutsche Standardwerte sind weiterhin willkommen

 
07.07.05 15:19
Deutsche Standardwerte sind weiterhin willkommen

Nach der kurzen Verschnaufpause sehen die Investoren deutsche Standardtitel wieder auf dem Weg zu neuen Rekorden. Negative Meldungen wirken sich nur geringfügig auf die Stimmung der Anleger aus. Selbst wenn einige Bullen Kasse machen sollten, würde das den Index nur kurzfristig belasten.

6. Juli 2005. Eigentlich hat der DAX®-Index nicht viel zugelegt. Gerade einmal 1,2 Prozent kletterte das Börsenbarometer nach oben, nachdem bei unserer letzten Stimmungserhebung der Optimismus der mittelfristig orientierten Akteure deutlich aufgeflammt war. Was die Börsianer zu sehen bekamen war wohl eher ein kleines Strohfeuer als die ganz große Kursentwicklung. So wundert es nicht, dass sich sogleich einige Marktteilnehmer wieder verabschiedeten, ihre kleinen Gewinne mitnahmen und schon wieder auf eine Korrektur hoffen. Denn der Optimismus hat sich, gemessen am Bull/Bear-Index®, wieder etwas zurück gebildet. Das Gros der Bullen hat jedoch wegen der mageren Kurszuwächse dem DAX-Index noch einmal die Stange gehalten.

Diese Treue ist trotzdem verwunderlich, weil der Ölpreis – normalerweise die Quelle vieler Unkenrufe – fast schon wieder sein Rekordhoch erreicht hat. Zudem die Europäische Zentralbank entgegen einiger Forderungen, die Leitzinsen nach mehrheitlicher Analystenmeinung nicht weiter senken wird. Beim nächsten Zinsschritt werde es sich wohl eher um eine Zinserhöhung handeln war aus den Kreisen der EZB zu hören. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, wie viel Geduld viele Marktteilnehmer für deutsche Standardwerte aufbringen. Vielleicht waren es die technisch orientierten Analysten, die hier ermutigten. Sie hatten bereits zu Wochenbeginn neue Jahreshochs als Ziel ausgegeben. Möglicherweise war es ihr beinahe uneingeschränkter Optimismus, der selbst andere, bislang kritische Kommentatoren angesteckt oder gar überzeugt hatte. Beachtlich indes: Man war nicht, wie schon einige Male zuvor in diesem Jahr, wieder in eine Bärenfalle getappt.  

Aber auch andere Strategen zeigen sich plötzlich erheblich zuversichtlicher als noch vor ein paar Wochen. Mit einem Mal gelten deutsche Aktien als historisch günstig und im Verhältnis zum Rentenmarkt unterbewertet. Eine Erkenntnis, die noch vor kurzem bei einigen Top-Analysten für Rätsel sorgte. Mit Blick auf die Aktien- und Rentenmärkte hieß es damals, dass einer von beiden falsch läge.

Trotz der momentan positiven Marktstimmung bleiben wir für die weitere Entwicklung des DAX-Index freundlich gestimmt. Natürlich ist wie nach wie vor mit Gewinnmitnahmen von Bullen zu rechnen. Allerdings erst nach Erreichen neuer Jahreshochs. Das könnte noch einmal für Bremsspuren beim klaren Aufwärtstrend sorgen. Sollte es dem DAX-Index aus irgendwelchen Gründen durch andere Verkäufer schon vorher an den Kragen gehen, wäre ebenfalls mit Abgaben unserer mittelfristigen Händler zu rechnen. Allerdings erst mit Verzögerung und auf deutlich niedrigeren Niveaus als zurzeit.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2004671

Hohe Kurse und gute Aussichten werden nicht honoriert

Über neue Höchstände konnten sich die Investoren bei Technologie-Titeln freuen. Für erste Anleger war dies Grund genug, um Kasse zu machen. Es ist jedoch zu befürchten, dass marginale Kursgewinne auch in Zukunft ausreichen, um weitere Gewinnmitnahmen auszulösen. Damit wäre die Dynamik der Aufwärtsbewegung deutlich verlangsamt.

6. Juli 2005. Technologietitel führen endlich wieder ein Eigenleben. Die Händler dieses Marktsegments orientieren sich kaum noch an der Entwicklung der Standardwerte und scheren sich sogar wenig um fallende NASDAQ-Kurse. Blickt man lediglich auf den Kursverlauf des TecDAX®-Index, ist diese Unabhängigkeit seit Anfang Juni zu beobachten. Zum damaligen Zeitpunkt war auch der Optimismus der von uns regelmäßig befragten Akteure sehr ausgeprägt und lag nahe seinem Jahreshoch. Diese Stimmungsspitze wurde aber seitdem nicht mehr überwunden. Ein Umstand, der zugleich als enttäuschend und bezeichnend gewertet werden kann. Denn statt sich über die höchsten TecDAX-Notierungen seit einem Jahr zu freuen und dies mit einem noch höheren Maß an Zuversicht zu würdigen, distanzieren sich schon wieder die ersten Optimisten vom Markt und mischen sich lieber wieder unter das neutrale Volk.

Die jüngste zweiprozentige Verschiebung vom Bullenlager ins Neutrale Camp ist alles andere als gewichtig und damit unproblematisch. Sie zeigt aber klar, dass bei (für Technologieaktien) verhältnismäßig kleinen Kursgewinnen, zumindest einheimische Investoren schnell Kasse machen. Unser Bull/Bear-Index® belegt dies mit einer geringfügigen Abnahme gegenüber der Vorwochenbetrachtung. Dies hat sicherlich nicht an der fundamentalen Seite gelegen. Von dort kam eher Unterstützendes. Beispielsweise verspreche das Jahr 2005 zum besten Jahr der Informationswirtschaft der vergangenen fünf Jahre zu werden. Dies haben TNS Infratest und das Institute for Information Economics (IIE), die seit dem Jahr 2000 im Auftrag des Wirtschaftsministeriums regelmäßig die Situation der deutschen Informationswirtschaft analysieren, jüngst herausgefunden.

Die generelle Tendenz der Händler, sich auf steigende Kurse und damit neuen Jahreshochs freuen, ist uns diese Woche erhalten geblieben. Lediglich das Ausmaß ihrer Zuversicht lässt etwas zu wünschen übrig. Außerdem ist die Neigung spürbar, sich bereits von kleineren Kurssteigerungen zu Gewinnmitnahmen hinreißen zu lassen. Das sind nicht die allerbesten Voraussetzungen für eine gradlinige Hausse. Eher ist damit zu rechnen, dass weitere Bullen dazu übergehen werden, Profite festzufrieren. Nochmals zwei Prozent höhere Kurse würden für solche Aktionen wahrscheinlich schon ausreichen.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2004671

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Stimmungsindikatoren DAX und TecDax: Euphorie ?

 
01.08.05 10:14
Euphorie oder nicht ist jetzt die Frage

Die Bären haben auf den anhaltenden Kursaufschwung reagiert und sich zu einem großen Teil von ihren Short-Positionen getrennt. Dennoch wollen sie noch nicht einsteigen, sondern warten neutral gestimmt die weitere Entwicklung ab. Diese Akteure sind potentielle Nachfrager und nehmen der Euphorie-Angst die Basis.

27. Juli 2005. Ist der deutsche Aktienmarkt bereits zu euphorisch? Das haben sich vor allem zu Beginn der Woche einige Kommentatoren gefragt. Beachtenswert ist dabei, wie stark der Aufschwung in den Medien aufgegriffen wurde. Als gebe es einen besonderen Grund, ausgerechnet jetzt ins Bullenhorn zu blasen, nachdem die DAX-Rallye seit Mitte April über 15 Prozent zurück gelegt hat. Es gibt allerdings auch Warner, die sich an die letzte Phase des Aufwärtstrends zur Jahrtausendwende erinnern, wenn jetzt erste Analysten von Kurszielen deutlich über 5.000, 6.000 oder höher sprechen. Jedoch ist die Zahl derer gering, die das Börsenbarometer als „überkauft“ beurteilen.

Wer jedoch einen massiven Stimmungsumschwung zugunsten der Optimisten bei den Teilnehmern unseres Panels erwartet, wird von den Ergebnissen der jüngsten Erhebung enttäuscht sein. Zwar ist unser Bull/Bear-Index® deutlich gestiegen, liegt aber sowohl im 52-Wochenvergleich als auch für dieses Jahr ziemlich genau am Mittelwert. Kein Zeichen wirklicher Euphorie unter Händlern mit Engagements. Tatsächlich haben einige frühere Baissiers möglicherweise angesichts besserer Aussichten für die Weltkonjunktur und des plötzlich aufgekommenen Nachholbedarfs für deutsche Aktien die Notbremse gezogen und ihre auf Absicherung ausgerichteten Short-Positionen zurück genommen. Ohne jetzt als Optimisten neue Wege zu beschreiben. Vielmehr bleibt das Gros dieser Gruppe an der Seitenlinie, um dem weiteren Treiben der Aktienmärkte zunächst aus der Distanz zuzuschauen. Schließlich will man aus den Fehlern der letzten Börsenhausse etwas gelernt haben und nicht zu überschwänglich werden.

Aber der deutsche Aktienmarkt sei der attraktivste in Europa, befand kürzlich Goldman Sachs. Und dies scheinen auch ausländische Nachfrager zu glauben, die sich vermutlich kaum wegen der anstehenden Neuwahlen im DAX®-Index engagieren. Dieser Kapitalstrom ist auch nicht erst gestern entstanden, sondern dauert bereits einige Jahre. Und die Terrorängste? Sie scheinen beinahe schon verflogen, wenn man allein – und nur oberflächlich – auf die Kursentwicklung seit vergangenem Donnerstag blickt. Dabei ist die ausgebliebene Reaktion an diesem Tage nicht zwangsläufig auf die abnehmende Sensitivität der Akteure gegenüber solch schrecklichen Ereignissen zurückzuführen. Vielmehr dürften die heimischen Long-Positionen immer noch gering oder zu wenig profitabel sein, um tatsächlich größere Abgaben bei negativen Nachrichten hervor zu rufen. Und wer sich bereits gegen Ungemach und fallende Kurse abgesichert hat, der braucht ohnehin keine Schreckensmeldungen zu befürchten. Diese Bären, aber auch neutral positionierte Akteure, die einen Gutteil des Aufwärtstrends verpasst haben, stehen als Nachfrager in Reserve. Und genau deshalb ist der Optimismus noch nicht überzogen. Es macht eben einen Unterschied, ob man über einen DAX-Stand bei 6.000 Punkten nur spricht, oder darauf handeln muss, und das  womöglich zu steigenden Preisen.
Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2036258

Privatanleger und Institutionelle wieder im Einklang

Die Gewinnmitnahmen privater Investoren konnten den TecDAX-Index nicht bremsen. Dennoch müssen die institutionellen Investoren ihre zögerliche Haltung erst aufgeben, damit wieder Bewegung in das Technologie-Barometer kommen kann.

27. Juli 2005. Im Gegensatz zur Vorwoche sind sich institutionelle Investoren und Privatanleger diesmal in ihrem Votum für deutsche Technologiewerte einig: Obwohl der TecDAX®-Index im Berichtszeitraum gleich mehrfach neue Höchststände markierte, äußern sich die Panelteilnehmer in unserer aktuellen Sentimenterhebung insgesamt etwas verhaltener. Doch weil es die Befragten überwiegend ins neutrale Lager zieht, hält sich die Stimmungseintrübung in Grenzen: Der Bull/Bear®-Index erhält lediglich einen moderaten Dämpfer.

Offenbar haben sich die zuvor noch optimistischen Privatanleger bereits jetzt zu leichten Gewinnmitnahmen aus ihren Long-Engagements entschlossen. Teilweise schon zu Beginn des Berichtszeitraumes. Denn just als der Technologie-Index am vergangenen Donnerstag vorübergehend auf ein neues Hoch geklettert war, mehrten sich schwarzmalende Kommentare. So beurteilten einige Marktteilnehmer die Lage nach den starken Kurssteigerungen als „überhitzt“ und sahen die Gefahr einer technischen Gegenreaktion. Andere gaben Microsoft und Google aufgrund schwacher Geschäftszahlen die Schuld daran, dass sich die amerikanische Nasdaq und in der Folge auch der TecDAX-Index gegen Ende der Woche recht schlapp präsentierten. Mit Beginn der neuen Handelswoche aber nahmen mit erneut steigenden Kursen auch freundlicher lautende Einschätzungen zu. So hätten zuletzt die Halbleiterwerte vom guten Quartalsbereicht des US-Konzerns Texas Instruments profitieren können, hieß es. Vielleicht mögen dies ja die Stimmen derer gewesen sein, die sich aus dem Bärencamp nun ins Lager der auf eine Seitwärtsbewegung spekulierenden Akteure verabschiedet haben.

Am mittelfristigen Ausblick für den TecDAX-Index hat sich summa summarum recht wenig verändert. Die erfolgten Gewinnmitnahmen haben dem Technologie-Barometer erwartungsgemäß nichts anhaben können. Dazu sind die Positionsgrößen der Privatanleger derzeit offenbar nicht hoch genug. Im Falle sinkender Notierungen ist zwar davon auszugehen, dass sich jene Anlegergruppe erneut flexibel zeigen und tiefere Kurse zum Wiedereinstieg nutzen wird. Doch das Zünglein an der Waage sind und bleiben die momentan zögerlichen Institutionellen – und die haben im Zweifel noch etwas zu kaufen.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2036258
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DAX-Bären machen ernst

 
04.08.05 17:51
DAX-Bären machen ernst

Immer mehr unserer befragten Anleger sehen der weiteren Entwicklung des DAX-Index pessimistisch entgegen. Sie konnten von der Aufwärtsbewegung deutscher Standardtitel kaum profitieren und wollen nun durch fallende Kurse Profite einfahren. Ein riskantes Unterfangen.

03. August 2005. In der vergangenen Woche war sehr oft vom „Merkel-Effekt“ zu hören. Vorwiegend Unionspolitiker schmückten sich mit der ausgezeichneten Performance des deutschen Aktienmarktes. Denn seit Bundeskanzler Schröder Ende Mai Neuwahlen in Aussicht stellte, hat der DAX®-Index über 13 Prozent zugelegt. Wenn das nicht perfekt zusammenpasst. Was sonst sollte die Kurse so stark nach oben getrieben haben? Aber nicht nur Politiker, die die Reformbereitschaft und die Wirtschaftsnähe von Frau Merkel für den Wahlkampf ausschlachten wollten, auch Aktienmarktanalysten und -kommentatoren verwiesen auf diese augenscheinliche Korrelation. Glücklicherweise aber nicht alle. Ein namhafter Kolumnist brachte es vor kurzem auf den Punkt: Das Zusammentreffen eines möglichen Regierungswechsels und des steigenden Aktienmarktes könnte nichts anderes als purer Zufall sein – eine Meinung, die wir ebenfalls seit längerem vertreten. Und zwar keinesfalls grundlos. Denn untermauert wird diese Auffassung durch unsere Stimmungserhebung. Wenn institutionelle Investoren wirklich ihre Anlageentscheidung auf dieses Argument aufgebaut hätten, stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in der Woche nach Schröders Bekanntgabe die Zuversicht unter den Investmentprofis sank und sich auch nicht wesentlich verbesserte, als die Entscheidung über Neuwahlen immer stärkere Konturen annahm. Aber das ist noch nicht alles. Seit drei Wochen hat sich die Stimmung unter den Marktteilnehmern drastisch verschlechtert und mittlerweile sogar das tiefste Niveau seit Schröders Verkündung erreicht. Dabei liegt die Unionskoalition bei den Wahlumfragen immer noch vorne. Vielleicht bekommen wir ja demnächst zu hören, dass dies mit der wachsenden Popularität der Linkspartei zu tun haben könnte.

Wir beteiligen uns nicht an politischen Spekulationen, sondern klammern diesen Teil aus unserer Marktanalyse aus. Stattdessen halten wir uns an bekannte Fakten: Von der ersten Stufe der Kursrakete, die den DAX-Index von zirka 4.200 auf 4.600 Punkte hievte, hatten die Institutionellen nicht viel, da sie zu dieser Zeit nur halbherzig engagiert waren. Auch die zweite Rallye mit 300 Punkten Kursgewinn verfolgte man mehrheitlich als Zuschauer. Denn der Optimismus bildete sich in den vergangenen drei Wochen wieder dramatisch zurück, während der DAX-Index weiter zulegen konnte. Seit einigen Tagen scheinen Bären nun richtig ernst zu machen – unser Stimmungsbarometer ist nämlich auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai gerutscht. Zur Erinnerung: Damals schloss der DAX-Index gerade seine Bodenbildung ab und setzte zur laufenden Rallye an.

Auch wenn der Bull/Bear-Index® noch nicht ganz in den pessimistischen Bereich abgerutscht ist. Die Stimmung unter den Händlern ist angesichts der außerordentlichen DAX-Gewinne viel zu mies und zeugt davon, dass man nur noch in der Lage ist, sich Performance zurückzuholen, indem die Korrekturen erfolgreich mitgespielt werden. Dies ist eine sehr riskante Angelegenheit, da der DAX-Index den Akteuren nun regelrecht davon rennen könnte. Gehen wir vom positiven Fall aus und unterstellen, dass eine solche Abwärtsreaktion zum Tragen kommt, wird sich dies positiv auf die Nachfragesituation auswirken. Das Gros der Bären wird bei spätestens 4.750 Punkten versuchen, Gewinne aus Short-Positionen mitzunehmen. Sollten die Befragten mit ihrem Timing aber weiterhin so viel Pech haben, könnte dieser bearishe Angriff in einem Desaster und somit in einer fulminanten Short-Squeeze enden.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2042716

Gewinnmitnahmen im TecDAX lassen auf sich warten

Privatanleger freuen sich über eine positive Wochenbilanz des TecDAX-Index. Dennoch sind sie noch nicht bereit, ihre Gewinne zu versilbern. Die institutionellen Investoren haben bislang vergeblich auf neue Einstiegschancen gewartet. Ihre potenzielle Nachfrage stützt weiterhin den Index.

03. August 2005. Nochmals satte zwei Prozent konnte das Technologie-Barometer im Berichtszeitraum zulegen. Doch lediglich die Privatanleger scheinen hierüber erfreut: Sie zieht es in unserer heutigen Sentimenterhebung mehrheitlich ins Bullenlager. Im Gegensatz dazu trauen die institutionellen Investoren, die sich in der Vorwoche noch an der Seitenlinie tummelten, dem TecDAX®-Index offenbar keine allzu großen Sprünge mehr zu. Jedenfalls wechselt ein Teil jener Anleger vom neutralen ins bearishe Camp, womit der Bull/Bear-Index® einen neuerlichen, wenngleich zaghaften Dämpfer erhält. Dass zuletzt keine neuen Technologie-Bullen an Bord gekommen sind, ist vor dem Hintergrund, dass zwischenzeitlich gar die höchsten Kurse seit dem Frühjahr 2004 markiert wurden, nur allzu nachvollziehbar. Diesen potenziellen Käufern laufen schlichtweg die Preise davon. Doch der Optimistenanteil ist nach wie vor recht hoch. Und das wiederum zeigt: Auch die Neigung zu Gewinnmitnahmen ist momentan nicht sonderlich ausgeprägt. Sei es, weil man vielleicht nicht mit vollem Herzen bei der Sache ist oder weil man Tech-Werten mit Blick auf die Vergangenheit (trotz des hohen Kursniveaus) durchaus noch Steigerungspotenzial attestiert.

Überdies dürfte wohl nicht zuletzt der ausgesprochen positive Nachrichtenfluss der vergangenen Tage manch einen darin bestärkt haben, noch ein Weilchen an bestehenden Long-Engagements festzuhalten. Insbesondere die vorgelegten Quartalsberichte der TecDAX-Firmen boten wenig Anlass zur Skepsis. Allzu leicht dürfte es den jungen Bären demnach nicht gefallen sein, ihre Verkäufe zu rechtfertigen. Sie könnten allenfalls auf die Meldung geschielt haben, dass der Halbleiter-Umsatz im Juni weltweit zurückgegangen ist. Wahrscheinlicher aber ist, dass jene Pessimisten sich einzig und allein aufgrund der neuen Höchstkurse dazu entschlossen haben, Short zu gehen.

Gerade von den Bären – sie stellen gegenwärtig immerhin über ein Viertel der befragten Akteure – könnte der TecDAX-Index in naher Zukunft profitieren. Ein guter Teil dieser Pessimisten sieht bereits seit Kursen um 580 Punkten der Technologie-Hausse zu. Somit ist davon auszugehen, dass im Falle unvermindert aufwärts kletternder Notierungen beachtlich viele Marktteilnehmer in Not geraten würden. Ihre Zwangseindeckungen wären es, die den TecDAX-Index dann auch weiterhin höchst dynamisch aussehen ließen.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2042716

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DAX-Bären ziehen die Reißleine

 
12.08.05 08:30
DAX-Bären ziehen die Reißleine

Der Angriff der DAX-Pessimisten war zu Beginn der Woche zunächst von Erfolg gekrönt. Als die Kurse jedoch schnell wieder nach oben drehten, brach bei den Bären Panik aus. Sie lösten ihre Short-Positionen auf und sorgten mit Eindeckungskäufen für weiter steigende Kurse. Obwohl sich die Stimmung wieder verbessert hat, bleiben die Aussichten für den DAX-Index positiv.

10. August 2005. Noch vor 48 Stunden lief für die Skeptiker unserer Befragung alles nach Plan. Der DAX®-Index korrigierte seit Mitte vergangener Woche. Händler bekundeten, dass es ohnehin Zeit für eine Gegenbewegung gewesen sei. Besonders vor dem Hintergrund neuer Preisrekorde an den Energiemärkten und einigen (wenn auch wenigen) enttäuschender Unternehmensdaten. Andere Marktbeobachter äußerten Bedenken ganz anderer Art. Das Wort „Übertreibung“ fiel zwar nicht, aber man zog stellenweise Parallelen zur Aktienhausse der Jahre 1999/2000 und erinnerte an die grotesken Rahmenbedingungen dieser Rallye – beispielsweise die damalige Berichterstattung in den Medien. Man verwies mit Besorgnis auf einen bekannte TV-Zeitung, die eingehend über den derzeit aufstrebenden deutschen Aktienmarkt berichtet hatte. Vollends bestätigt sahen sich Warner damals aber erst, als die „Bild“-Zeitung einen DAX-Bericht auf der Titelseite abgedruckt hatte. Das reichte einigen Kommentatoren, um das Überhitzungsstadium auszurufen. Anscheinend haben sich die Ereignisse von vor fünf Jahren fest in die Köpfen der Marktteilnehmer eingebrannt. Diese Warnsignale sind nun eine einfach verfügbare Information. Die Freude der Bären, die sich in unserer vorangegangenen Erhebung offenbarten, währte jedoch nicht allzu lange. Die Kurskorrektur endete gestern ganz ohne Vorwarnung. Gerade ein einziger Konsolidierungstag lag zwischen dem drei Tage dauernden Rückschlag und der anschließenden Eindeckungswelle, die den DAX-Index deutlich auf neue Jahreshochs hievte. Die positiven Effekte, die durch die skeptische Haltung vieler Händler in der vergangenen Woche zu beobachten waren – nämlich Kaufbereitschaft bei Abwärtskorrekturen bzw. Short-Squeeze-Potenzial – haben wir zwar als Resümee unserer letzten Analyse hervorgehoben. Welche dieser beiden Aktivitäten aber letztendlich auf das Konto der Befragten ging, ist nicht ganz nachvollziehbar.

Klar ist lediglich, dass sich die Bären, die sich letzte Woche zu einem nicht ganz ungefährlichen Manöver hinreißen ließen, schnell wieder zurückgezogen haben. Vermutlich kam es zu einer Mixtur aus (sehr kleinen) Gewinnmitnahmen und Stop-loss-Käufen. Denn idealerweise hätten Pessimisten gerne etwas tiefer zugeschlagen. Wir vermuteten bei spätestens 4.750 DAX-Punkten. Die meisten haben sich mit der Realisierung ihrer Profite noch zurückhalten wollen. Als aber die Kurse bereits gestern wieder stiegen, zogen Bären die Reißleine. Eindecken bevor es zu spät ist, schien die Devise zu lauten. Wahrscheinlich waren es also mehrheitlich diese Investoren, die für die nötige Nachfrage des jüngsten DAX-Spurts sorgten.

Bislang ist lediglich der bearishe Angriff der vergangenen Woche neutralisiert worden. Der Bull/Bear-Index® befindet sich wieder exakt in der Ausgangssituation von vor 14 Tagen. Und die war für die Dauer-Pessimisten unter den Investoren schon ziemlich unvorteilhaft. Das sehr niedrige Stimmungsniveau unseres repräsentativen Marktausschnitts passt ganz und gar nicht zur laufenden Hausse und deutet weiterhin auf eine deutlich unterinvestierte Händlerschaft hin. Für den DAX-Index bleiben die kurzfristigen Aussichten damit auf jeden Fall sonniger, als für den deutschen Sommer.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2053542

TecDax: Private Investoren streichen zaghaft Gewinne ein

Die Skepsis der Privatanleger lässt die Stimmung der Technologie-Investoren zum dritten Mal in Folge sinken. Dies beunruhigt die mittelfristig orientierten Anleger jedoch nicht. Sie warten weiterhin auf eindeutige Signale.

10. August 2005. Auf den ersten Kursrückgang seit Ende April reagierten die Anleger im Technologie-Segment in unserer heutigen Sentimenterhebung mit der dritten Stimmungsverschlechterung in Folge. Während es dabei die institutionellen Investoren lediglich ins neutrale Camp zog, wanderte ein guter Teil der Privatanleger gar ins Bärenlager ab. Letztere sind es auch, die durch ihre gewachsene Skepsis dem Bull/Bear-Index® abermals einen Stoß nach unten versetzen. Die Verschiebungen im Gesamtoptimismus spielen sich jedoch noch immer in einem begrenzten Rahmen ab.

Angesichts der jüngsten, verhältnismäßig kräftigen Korrekturen im TecDAX®-Index, ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass die Teilnehmer unseres Panels hierfür alleine verantwortlich sind. Dazu ist die Zahl der neu hinzugekommenen Bären zu gering. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass an diesen Abgaben andere, mitunter langfristig orientierte Quellen, mitgewirkt haben. Dass sich aber dennoch ein geringer Teil der Privatanleger pessimistischer gibt, ist durchaus plausibel. Vermutlich haben jene Akteure das kurze Aufbäumen des Technologie-Index zu Beginn der neuen Handelswoche als Warnsignal interpretiert. Schließlich hatten die DAX-Werte zu diesem Zeitpunkt korrigiert, weswegen man offenbar nicht so recht an die Nachhaltigkeit von Kursgewinnen im TecDAX-Index glauben mochte und sich lieber zu ersten, zaghaften Gewinnmitnahmen entschloss. Von der Nachrichtenfront erhielten die jungen Bären indes wenig Unterstützung.

Zwar bot die Quartalsberichterstattung der TecDAX-Unternehmen zuletzt ein eher gemischtes Bild, aber unter dem Strich hatten hier doch eindeutig die positiven Meldungen dominiert. Auch die Übernahmefantasien rund um Cisco und Nokia, die am Montag im europäischen Aktienmarkt die Runde machten, schienen die jungen Bären herzlich wenig beeindruckt zu haben.

Offensichtlich haben die mittelfristigen Akteure zuletzt nicht die regieführende Gruppe von Marktteilnehmern im TecDAX-Index gestellt. Beunruhigt hat sie der jüngste Pullback aber auch nicht. Vermutlich müssen sich die Kurse schon etwas stärker bewegen, um die Akteure – allen voran die Institutionellen – wieder ins Geschehen zurückzuholen.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2053542
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Rekordpessimismus tritt erste Korrekturwelle los

 
18.08.05 23:43
Rekordpessimismus tritt erste Korrekturwelle los

Der Halt des DAX knapp vor der 5.000er Marke machte viele Bullen zu Bären, die auf eine größere Korrektur warten. Hoffnung könnte Vater dieser Gedanken sein - Hoffnung auf günstigere Einstiegspreise der zahlreichen Anleger, die den Aufschwung verpasst haben.

17. August 2005. Eigentlich war es schon zu Beginn der Woche klar. Kommentatoren und Händler wollten es endlich wissen und versuchten fast mit Gewalt dem Ölpreis einen negativen Einfluss auf den DAX®-Index anzudichten. Irgendwann müsse der ungebrochene Aufwärtstrend des schwarzen Goldes einen negativen Einfluss auf Inflation und Unternehmensgewinne haben, war mancherorts zu vernehmen. Prompt kam die sehnlich erwartete, bislang jedoch mager ausgefallene Korrektur, die den DAX-Index weg vom magischen 5.000er-Thron drückte. Vorbei waren die Träume von einer Festtagstorte, die man in den Börsensaal hätte rollen können. Aber was hätte man überhaupt feiern sollen? Es waren doch ohnehin viele Marktteilnehmer nicht ausreichend im Aktienmarkt investiert. Die hätten sich wahrscheinlich in der vergangenen Woche erstmalig über eine sauer gewordene Sahnetorte gefreut.

Immerhin schaffte der DAX-Index zeitgleich mit unserer vorherigen Stimmungsumfrage knapp vor 5.000 Punkten ein neues Dreijahreshoch. Die heutigen Sentiment-Ergebnisse zeichnen dieses Bild: Offenbar haben sich auch die mittelfristig orientierten Investoren mehrheitlich und in zahlenmäßig hohem Umfang nicht nur von ihren Beständen getrennt, sondern sich auch gegen eine größere Abwärtskorrektur abgesichert. Unser Bull/Bear-Index® markiert das bislang niedrigste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch nie lag der Stimmungsindikator unter 40 Punkten. Die jüngste Verschiebung deutet somit auf neue Short-Positionen. Zumal die meisten Akteure aus dem Bullenlager direkt ins Bärenlager gezogen sind. Zumindest die Teilnehmer unseres Panels haben sich jetzt schon auf starke Spätsommerstürme eingerichtet.

Die Quartalsberichtssaison sei nun vorbei und mehr Positives nicht zu erwarten, war zu vernehmen. Auch scheint man nicht davon auszugehen, dass ein großer Bruchteil der Erbschaften in Deutschland an die Börse fließen wird. Immerhin wird laut einer Studie der Dresdner Bank bis zum Jahre 2010 ein Volumen von gut einer Billion Euro erwartet. Stattdessen konzentriert man sich in Deutschland auf die jüngsten US-Preisindizes, um endlich den Beweis zu bekommen, dass der Ölpreis Inflationstreibend sei.
Die jüngste Abwärtskorrektur des DAX-Index, die im Wochenvergleich gerade einmal 1,3 Prozent ausmacht, lässt sich also mittelfristigen Quellen zuzuordnen. Diese Engagements warten nun auf schnelle, möglichst heftige Abwärtskorrekturen. Nicht nur mit dem Ziel, die Aktien wieder billiger einzudecken, sondern nach dem verpassten Aufwärtstrend seit 7. Juli die schon längst beabsichtigten Käufe günstigeren Kursen nachzuholen. Dafür müsste das Börsenbarometer noch einmal deutlich fallen, am besten auf 4.710 bis 4.750 Zähler. Dort erwarten wir spätestens die Nachfrage der heutigen Leerverkäufer. Die gleiche Nachfrage würde übrigens schon zu spüren sein, wenn der DAX-Index wieder über 4.930 bis 4.950 Punkte klettert. Dann würden die ersten ihre Warnflagge wieder einziehen. Vielleicht bekommen wir dann die 250 Punkte zu sehen, auf die zurzeit so viele warten. Dann allerdings nach oben und nicht nach unten.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2063188

Düstere bis stockfinstere Stimmungslage beim TecDAX

Für deutsche Technologie-Titel hat sich die Stimmung ebenfalls deutlich eingetrübt. Fluchtartig verließen die TecDAX-Anleger das Bullenlager. Der Optimismus ist auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung.

17. August 2005. Schwarz, schwärzer, am schwärzesten – genauso beurteilen die Teilnehmer unserer Sentiment-Umfrage momentan die Aussichten für deutsche Technologiewerte. Der Rückzug, besser gesagt die Flucht, aus dem Bullenlager hinein ins bearische bzw. ins neutrale Camp fiel sowohl bei den Privatanlegern als auch bei den institutionellen Investoren derart drastisch aus, dass der Bull/Bear-Index® sturzflugartig in den pessimistischen Bereich abrutschte. Mehr noch: Wir registrieren nicht nur die größte wöchentliche Verschiebung dieses Jahres, sondern gleichzeitig auch den niedrigsten Stimmungsstand, der im Verlauf unserer Sentiment-Erhebungen in Zusammenarbeit mit der Börse Frankfurt jemals erreicht wurde.

Hatten sich die Akteure in der Vorwoche noch einigermaßen sorglos gezeigt, so reichte ihnen jetzt offensichtlich die abermalige Korrektur des Technologie-Barometers aus, um offensiv die Bärenkarte zu spielen. Immerhin gab es in der zurückliegenden Handelswoche keinen einzigen Tag, den der TecDAX®-Index im Plus beendete. Jedoch gerieten die Notierungen bei einer derart großen Abgabebereitschaft vergleichsweise wenig ins Taumeln. Die Verkäufe aus dem mittelfristigen Lager wurden also immer noch verhältnismäßig gut verkraftet. Das kann nur bedeuten, dass zuletzt langfristige Nachfrager ins Geschehen involviert waren. Begründungen, warum man Technologie-Titel gegenwärtig auf dem Abstellgleis sieht, suchen die Bären insbesondere bei den TecDAX-Unternehmen selbst. Kurz vor Ende der Quartalsberichtssaison schien es, als wollte man noch einmal die Gelegenheit nutzen, sich ausführlich über das vorgelegte Zahlenwerk echauffieren zu können. Kritik gefallen lassen mussten sich etwa T-Online, Jenoptik und auch Evotec. Ein viel schlagkäftigeres Argument könnte für die meisten Skeptiker der Blick auf die jüngste Negativ-Performance des großen Bruders DAX geliefert haben.

Nachdem sich nun eine derart große Anzahl von Akteuren zum Short-Spiel verlockt sieht, sind es nun augenscheinlich die ganz großen Kurskorrekturen, auf die gewettet wird. Sollten diese allerdings ausbleiben – sich der TecDAX-Index im Gegenteil gar wieder aufrappeln können – dann werden die so ungemein überzeugten Bären sicher früher als später das Handtuch werfen. Dazu bedürfte es vermutlich nicht einmal neuer Höchstkurse. Doch selbst wenn die Notierungen weiter fallen, ist es gegenwärtig nur schwer vorstellbar, dass sich der Rekord-Pessimismus in der kommenden Woche nochmals nachhaltig verstärken wird. Das heißt, weitere Verkäufe von mittelfristiger Seite sind in Kürze wohl kaum mehr zu erwarten.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2063188

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DAX-Party vorerst verschoben

 
26.08.05 14:17
Stimmungsindikatoren DAX und TecDax

DAX-Party vorerst verschoben

Die pure Androhung einer 5.000er-Party hat die Zahl der Bären deutlich verringert. Die Pessimisten haben kalte Füße bekommen und suchen im neutralen Lager Unterschlupf.

24. August 2005. In den vergangenen Tagen gewann man den Eindruck, es könne zu Feierlichkeiten anlässlich einer Überquerung der 5.000er Marke kommen. Zumindest ist in einigen Kantinen heimlich die eine oder andere Flasche Pikkolo kühl gestellt worden. Davon haben sich die institutionellen Anleger, die die Börse Frankfurt allwöchentlich nach ihrer Stimmung fragt, offenbar anstecken lassen. Denn die Bären, die wir am vergangenen Mittwoch noch ausmachen konnten, haben aufgegeben. Das macht sie nicht zu Optimisten. Vielmehr scheinen die meisten ehemaligen Pessimisten erst einmal die weitere Entwicklung abwarten zu wollen und sitzen nun im Lager der Neutralen. Offenbar haben diese Akteure nicht mehr an weitere Abwärtskorrekturen geglaubt und sich glattgestellt. Sie realisierten damit mitunter sogar Verluste. Denn den meisten Pessimisten war es trotz aller Disziplin nicht vergönnt, aus der kleinen Bewegung noch unbeschadet herauszukommen zu. Ob in der betrachteten Woche der kleine Verfallstag oder der besser als erwartet ausgefallene ZEW-Index zum Umdenken bewogen hat, sei dahingestellt. Vielleicht war es auch der nächste Anlauf auf die Marke von 4.950 Punkten, der schon stark einer Short-Squeeze ähnelte und manchen Trader ins Grübeln brachte. Zumindest die Medien vermittelten, dass die Post jetzt unaufhaltsam in Richtung der 5.000 Punkte gehe. Trotz einer Statistik, derzufolge September seit mehr als 30 Jahren der schwächste Monat gewesen sei, wurde gekauft. „Aber halt! Wir sind noch im August, zudem hat die Regel „Sell in May and go away“ in diesem Jahr wieder nicht funktioniert“, wird sich der eine oder andere Anleger gesagt haben. Auch vom Wahlausgang in Deutschland und einer möglichen Enttäuschung hat man sich trotz mancher Warnung nicht beirren lassen. Wenigstens will sich scheinbar niemand vorwerfen lassen, es gäbe doch noch eine DAX-Party und man wäre nicht dabei.

Unterdessen haben sich auch die Anzeichen gemehrt, wonach der Aktienmarkt in der Vergangenheit und auf absehbare Zeit in der Zukunft durch langfristige Nachfrage getrieben wird. So schätzt die Depotbank State Street, dass in den vergangenen 12 Monaten von Ausländern rund 219 Mrd. Dollar in europäische Aktienwerte investiert wurden. Das sind immerhin mehr als vier Mal so viel, wie während des gleichen Zeitraums in US-Papiere geflossen sind.
Trotz der deutlichen Stimmungsverschiebung, die den DAX®-Index per Saldo etwas Kraft gekostet haben mag, wurde von den Bären vermutlich nur das Notwendigste getan, um größere Verluste zu verhindern. Zumal sich unser Bull/Bear-Index® gerade einmal bei neutralen 50,6 Prozentpunkten befindet und damit im Jahresvergleich immer noch in der unteren Hälfte der 52-Wochenbandbreite liegt. Deutliche Nachfrage durch Gewinnmitnahmen der Bären kann den DAX-Index bei einer erneuten Abwärtskorrektur stützen. Letztere müsste jedoch kräftig (etwa bis 4.750 Punkte) ausfallen, um die Möchtegern-Bullen im Lager der „Neutralen“ aus der Reserve zu locken und zu Engagements zu bewegen. Es handelt sich dabei vermutlich um die gleiche Herde, die bei einem DAX-Index von mehr als 5.000 Zählern zu laufen anfangen müsste.  

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2075617


Erste Tech-Bären schon wieder auf dem Rückzug

Resignation auch bei einigen TecDAX-Pessimisten. Für eine Entwarnung ist die Stimmungsaufhellung jedoch noch zu gering. Die hohe Zahl verbleibender Bären sollte jedoch den Index stützen.

24. August 2005. Besonders ausdauernd zeigten sich die TecDAX-Pessimisten nicht. In der aktuellen Sentimenterhebung kehrt bereits ein guter Teil jener Akteure, die zuletzt noch so ausgesprochen düster dreinblickten, dem Bärencamp schon wieder den Rücken. Und dass, obwohl das Technologie-Barometer derzeit praktisch unverändert zur Vorwoche notiert. Die Stimmungsaufhellung fällt jedoch nicht so deutlich aus, als dass sich der Bull/Bear-Index® schon wieder nachhaltig aus dem Keller aufrappeln kann. Noch immer registrieren wir Pessimismus unter den Marktteilnehmern, der sich nun auf einem ähnlichen Niveau befindet, wie schon im März dieses Jahres – damals allerdings zu deutlich tieferen Preisen.

Ein Blick auf den Kursverlauf im Berichtszeitraum zeigt, dass die Notierungen zum Wochenschluss zügig nach oben geklettert sind, ehe sie sich in der Folge wieder abschwächten. Angesichts der zunächst steigenden Kurse – und vielleicht auch mit Blick auf die 5.000er Marke im DAX - zogen es die Anleger offensichtlich vor, sich in Disziplin zu üben. Deshalb trennte man sich lieber postwendend wieder von seinen Short-Engagements. Weil positiv lautende Informationen in den zurückliegenden Tagen relativ leicht verfügbar waren, bereitete es den jungen Optimisten wenig Mühe, ihren raschen Meinungswechsel adäquat zu begründen. So wurde etwa auf Übernahmespekulationen in der Biotech-Branche verwiesen, wobei immer wieder die Namen der beiden TecDAX-Unternehmen MediGene und Evotec genannt wurden. Auch dem „Aktionärstumult“ bei der Fusions-Hauptversammlung von Mobilcom und Freenet begegnete man ziemlich entspannt. Schließlich habe das Bundeskartellamt keinerlei Einwände gegen den Zusammenschluss der beiden Firmen. Mit der geplanten Verschmelzung entstünde dann der größte Wert im TecDAX.

Erwartungsgemäß haben einige ehemalige Short-Spieler recht schnell resigniert. Obwohl damit bereits ein Teil der noch ausstehenden Nachfrage befriedigt wurde, sind immer noch genügend Bären vorhanden, die es im Falle erneut steigender Notierungen ihren disziplinierten Kollegen gleichtun und sich ebenfalls zur Auflösung ihrer Verkaufs-Positionen entschließen dürften. Diese potenziellen Käufer dürften dem TecDAX®-Index in naher Zukunft eine gute Stütze sein.

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EinsamerSam.:

Bullen ohne Nerven trotzen Baisse-Signalen

 
01.09.05 10:52
Bullen ohne Nerven trotzen Baisse-Signalen

Obwohl statistisch gesehen der schlechteste Börsenmonat vor der Tür steht, sind die Investoren offensichtlich gut gelaunt. Viele mittelfristig orientierte Anleger haben einen Kurswechsel vollzogen und sind ins Bullenlager gestürmt. Damit ist dem Markt jedoch eine gehörige Portion Nachfrage genommen worden.

31. August 2005. Mut scheint wieder eine gefragte Tugend zu sein. Der DAX-Index® verlor während des vergangenen Berichtszeitraumes temporär über drei Prozent und unterschritt damit leicht unser avisiertes Einstiegsniveau für mittelfristig agierende Investoren. Vor allem aber ist der seit längerem vermisste Optimismus der institutionellen Investoren wie erwartet zurückgekehrt, vermutlich zu Kursen deutlich unter 4.800 Zählern. Denn das mit der Börse Frankfurt ermittelte Stimmungsbarometer hat – gemessen am Bull/Bear-Index® - das zweite Mal in Folge zulegen können. Der Optimismus erreicht nun den höchsten Stand seit sieben Wochen.

Dabei war die Entwicklung während der vergangenen Wochen alles andere als ermutigend und nichts für Börsianer mit schwachen Nerven. Aber kaum jemand war offenbar richtig unglücklich, dass es mit der 5.000er Marke für den DAX-Index nicht geklappt hatte. Im Gegenteil: Baissiers hatten ohnehn ihr Killer-Argument zur Hand: Immer, wenn es nach unten geht, ist der Ölpreis Schuld daran. Zumal mit der 70-Dollar-Marke ein neues „rundes“ Niveau erreicht wurde, das sich in das Bewusstsein der Anleger eingraben konnte. Aber auch andere Einflussfaktoren waren schnell ausgemacht. Der Ifo-Index fiel überraschend schlecht aus und an der Zinsfront hatte sich inzwischen die Zahl der Ökonomen erhöht, die auf eine Zinserhöhung der EZB setzen. Das wäre noch mehr Gift für den DAX-Index, lautete die Folgerung. Bei all diesen Betrachtungen hatte auch der Hurrikan „Katrina“ einen erheblichen Einfluss. Letzterer war so stark, dass er jede andere Wirtschaftsnachricht in den Schatten stellte.
Auch die technischen Analysten waren mit von der Partie, als der DAX-Index so deutlich in die Knie ging. „Head & Shoulders“ lautete das Schlagwort. Damit gab es selbst für starrköpfige Optimisten kein Argument mehr. Außer dem, dass deutsche Aktien unterbewertet seien. Denn die bei Chartisten beliebte Formation verhieß Unheil, auch wenn sie nach strengen Maßstäben die Mindestanforderungen überhaupt nicht erfüllte.

Hauptsache, es gab einen weiteren Hinweis auf eine große Trendwende oder zumindest eine heftige Korrektur. Und damit wurden all diejenigen belohnt, die bereits im August auf die Aktienkursschwäche setzten, die eigentlich dem schlechtesten aller Börsenmonate zugedacht wird: dem September.
Der jüngst aufgeflammte Optimismus stellt zweifellos eine Belastung für den DAX-Index dar, obgleich die dahinter steckenden Long-Positionen nicht zwingend schon ein hohes Volumen aufweisen. Die Investoren, die einen Gutteil der Rallye nach den Terroranschlägen des 7. Juli ziehen lassen mussten, haben nun eine „zweite Chance“ erhalten. Damit wären jede Euphorie und entsprechend positive Kommentare bei einem möglichen erneuten Anlauf auf die magische 5.000er Linie mit allergrößter Vorsicht zu genießen. Denn die neuen Bullen wollen nur eines: Recht bekommen und einen schnellen Lohn für ihren Mut. Beides wird zu Abgaben führen, die nur von langfristiger Nachfrage absorbiert werden können. Und ob die noch einmal kommt, scheint derzeit nicht einmal sicher.

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TecDAX schlägt DAX

Mit kleinen Schritten arbeiten sich die Technologie-Investoren Richtung Optimismus vor. Zum dritten Mal in Folge steigt die Zuversicht ohne dass die Stabilität des Index darunter leiden muss.

31. August 2005. Alles andere als große Zuversicht spricht aus der jüngsten Befragung der mittelfristigen Akteure im TecDAX-Index®: Gerade einmal drei Prozent der Marktteilnehmer wechselten ins bullishe Camp hinüber. Doch immerhin hat sich mit der heutigen Stimmungserhebung der Bull/Bear-Index® vom pessimistischen Bereich wieder hauchdünn über die markante 50-Prozent-Schwelle geschoben. De facto kann wieder – wenn auch äußerst zaghaft – von Optimismus unter den Panelteilnehmern gesprochen werden.
Gerade im Vergleich zu der zuletzt recht kräftigen Korrektur des DAX-Index nehmen sich die jüngsten Kursverluste des TecDAX-Index verhältnismäßig gering aus. Dass sich die Technologietitel in den vergangenen Tagen so wacker geschlagen haben, ist dabei unter anderem auf die Käufe der einstigen Pessimisten zurückzuführen. Denn erwartungsgemäß haben sich im Berichtszeitraum weitere Short-Spieler von ihren Verkaufs-Engagements getrennt und dem Technologieindex dadurch ansehnliche Unterstützung geboten. Günstigstenfalls haben jene Akteure die kleine Kursdelle zu Wochenbeginn genutzt, um wieder in den Markt einzusteigen. Zumindest lässt die Auswertung der Kommentare zum jüngsten Handelsgeschehen darauf schließen. Denn die geäußerten Einschätzungen nehmen sich seither deutlich positiver aus als noch zum Ende der Woche. So verwiesen die bullishen Anleger mit Freude auf den Kölner Breitbandanbieter QSC, der im zweiten Quartal seinen Umsatz und Betriebsgewinn erhöhen konnte.

Und die Meldung, dass die Bundesregierung einen Gründer-Fonds starte, mit dem bis zu 300 Technologieunternehmen in der Startphase geholfen werden solle, haben die Investoren im Wachstumssegment der Börse Frankfurt mit Wohlwollen registriert. Dem rekordhohen Ölpreis, in anderen Märkten zweifellos das Thema Nummer eins, widmeten die Technologie-Anhänger hingegen erstaunlich wenig Aufmerksamkeit.
Durch die abermalige Stimmungsaufhellung, sprich durch die mittlerweile erfolgten Short-Eindeckungen, ist natürlich weitere ausstehende Nachfrage in den Markt geflossen. Die Unterstützungssituation gestaltet sich jetzt also nicht mehr ganz so gut wie noch in der Vorwoche. Doch der Optimismus befindet sich insgesamt auf einem so niedrigen Niveau, dass sich noch immer genügend potenzielle Käufer unter den Akteuren tummeln, die den Notierungen wieder Auftrieb verleihen könnten. Der TecDAX-Index besitzt somit beste Chancen, auch künftig gegenüber dem „großen Bruder“ reüssieren zu können.

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Den Bullen sind 5.000 DAX-Zähler nicht genug

 
08.09.05 13:57
Den Bullen sind 5.000 DAX-Zähler nicht genug

Am Mittwoch konnten die Bullen die Sektkorken knallen lassen. Erstmals seit drei Jahren notiert der Dax-Index über der Marke von 5.000 Punkten. Offensichtlich habe die Anleger aber größere Ziele, denn auch der Optimismus hat kräftig zugelegt.

07. September 2005. Der DAX-Index® ist bei 5.000! Wer hätte das vor Wochenfrist gedacht? Im Gegensatz zu vielen Kommentatoren, die noch am Montag warnend den Zeigefinger hoben, sollte die Mehrheit der von uns befragten institutionellen Investoren Freude an der jüngsten Kursentwicklung haben. Der DAX-Index zog knapp vier Prozent nach oben und verzeichnete damit den höchsten Kurssprung seit November 2004. Auch innerhalb unseres Panels hat das Stimmungsbarometer zum dritten Mal in Folge zugelegt. Der Optimismus gemessen am Bull/Bear-Index® erreicht damit den zweithöchsten Stand in diesem Jahr. Nur am 13. Juli waren die Akteure noch bullisher gestimmt als derzeit.

Diese Entwicklung war in erster Linie für zahlreiche Analysten überraschend, denn man hatte vielerorts mit stärkeren Reaktionen der Märkte auf den Hurrikan „Katrina“ und all seine Folgen gerechnet. Unverholen erinnert die Struktur dieses wieder auflebenden Trends an die Tage nach den Anschlägen in London am 7. Juli. Die mittelfristig orientierten Marktteilnehmer ließen sich dieses Mal offensichtlich nicht mehr von den Skeptikern bei ihrer Einkaufstour zurückhalten. Obwohl vor allem technische Analysten sogar heute der jüngsten Stärke des DAX-Index misstrauen. Da wird lieber von Konsolidierung auf hohem Niveau oder gar von einem überkauften Markt geredet. Andere wiederum wetten auf eine saisonale Schwächeperiode des Aktienmarktes, die normalerweise im September stattfindet. Diese Durchhalteparolen für Skeptiker sind verwunderlich, hatte sich doch unlängst erneut eine Umkehrformation der Charttechniker als Bärenfalle entpuppt.

Während in Deutschland vor allem die Industrieaufträge erheblich besser als erwartet ausfielen, gab es wenige erbauliche Daten aus den USA. Man versuchte vor allem die Folgen der Verwüstungen durch „Katrina“ einzuschätzen. Sogar offizielle Stellen rechnen mit einem Wachstumsverlust von 0,5 Prozent. Aber die Akteure jenseits des Atlantik schauen weiter in die Zukunft. Und die wird anscheinend so positiv eingeschätzt, dass eine Delle im Aufschwung alsbald durch neue Aufträge wieder mehr als ausgeglichen werde.

Normalerweise würden wir uns mit dem zuletzt weiter gestiegenen Optimismus eher zu den DAX-Skeptikern gesellen. Denn die aufgelaufenen Profite müssten ja irgendwann einmal realisiert werden, was bekanntlich nur über Gewinnmitnahmen und damit verbundenem Angebot geschehen kann. Dass dies heute nicht an der 5.000er Marke geschehen ist, hat uns indes zu denken gegeben. Auch können wir derzeit keine richtige Freude oder gar Euphorie über das Erreichte feststellen. Vielleicht hat das Geschenk eines DAX-Index über 5.000 einfach seinen Reiz verloren. Oder die Engagements und die Gewinne der Institutionellen sind womöglich zu niedrig, um Sand in den DAX-Motor zu streuen. Offenbar setzt das Gros der Akteure auf einen Trend, der nicht an einer runden Zahl anhält. Somit droht dem Frankfurter Börsenbarometer in erster Linie nur dann Gefahr, wenn sich negative Daten oder Ereignisse in diesem Stadium häufen und die Korrekturen mit über zwei Prozent größer ausfallen, als sich das viele derzeit vorstellen können.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2097761

Einstige TecDAX-Skeptiker plötzlich glühende Anhänger

Die Zahl der positiv gestimmten TecDAX-Investoren ist schlagartig angewachsen. Scheinbar sind einige mittelfristig orientierte Anleger in den Markt eingestiegen. Diese sollten sich zumindest von kleineren Kursrückschlägen nicht beirren lassen.

07. September 2005. Für die Akteure im Technologiesegment scheint mit der heutigen Stimmungserhebung wieder alles in Butter zu sein. Seit Mitte August äußerst pessimistisch, reagierten die Marktteilnehmer auf die zuletzt kräftigen Kursgewinne des TecDAX-Index® mit einem immensen Strom ins Bullenlager. Insbesondere institutionelle Anleger geben sich optimistisch. Doch auch bei den privaten Investoren fällt die Stimmungsaufhellung ziemlich imposant aus, wenngleich ein wenig kleiner. Quasi aus dem Stand entspringt der Bull/Bear-Index® damit seinen Kellerregionen und rangiert wieder in Tuchfühlung seiner Jahreshöchstkurse.

Erwartungsgemäß haben sich in der vergangenen Woche zahlreiche mittelfristige Akteure zum Kauf entschlossen und damit gewiss einen gehörigen Anteil an den jüngsten Gewinnen des TecDAX-Index gehabt. Stärker als im Berichtszeitraum waren die Notierungen in diesem Jahr einzig Mitte Juli, also unmittelbar nach den Londoner Terroranschlägen, gestiegen. Getreu der Devise: Wo Schatten ist, ist auch Licht – präziser Sonnenlicht – konnte der rekordhohe Ölpreis der guten Stimmung herzlich wenig anhaben. Denn je teurer das Öl, desto rentabler schließlich die Solarenergie – und damit die entsprechenden Solartitel im Technologie-Index – frohlockten die Investoren. Darüber hinaus könnte sich mancher Technologie-Freak vielleicht durch die gerade in Berlin stattfindende Internationale Funkausstellung in Begeisterung versetzen. Denn am Rande der IFA war zu hören, dass sich die gesamte deutsche Unterhaltungselektronikindustrie vom Großereignis Fußball WM 2006 einen ausgeprägten Absatzschub erhofft.  

Im Gegensatz zu seinem Indexbruder DAX-Index® mochten dem TecDAX-Index zwar noch keine neuen Jahreshochs gelingen. Allerdings scheint das für die meisten Anleger nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was die blitzartig hochgeschossene Zuversicht zeigt. Obwohl mittlerweile beträchtliche Nachfrage in den Markt geflossen ist und auf höherem Kursniveau jede Menge Angebot droht, kann man gegenwärtig nicht davon ausgehen, dass sich die Optimisten bald wieder von ihren Long-Engagements trennen. Eher scheinen diese überzeugten Bullen jetzt auf umfangreichere Kurssteigerungen zu setzen. Dabei sollten sie auf dem Weg nach oben kleinere Kursrückschläge gönnerhaft tolerieren. Doch ohne größere Rückschläge wären deutliche Reaktionen, sprich Verkäufe zur Verlustbegrenzung, wohl unvermeidlich.
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Keine Furcht vor Rückschlägen

 
07.10.05 07:10
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Keine Furcht vor Rückschlägen

Abrupter Stimmungswechsel bei den Investoren. Viele Ex-Optimisten streichen Gewinne ein und wechseln nach nur einer Woche ins Bärenlager. Dieser Wankelmut könnte die deutschen Aktien vor weiteren Rückschlägen bewahren.

5. Oktober 2005. Hohe Energiekosten machen dem deutschen Einzelhandel weiterhin das Leben schwer. Dass sich dadurch die Stimmung der Konsumenten immer weiter eintrübt, ist schon seit Ende vergangener Woche bekannt. Neu hingegen ist, dass sich nun auch wieder die Investorenstimmung merklich verschlechtert. Und zwar seit heute.

Handfeste fundamentale Gründe oder packende neue Erkenntnisse für diesen rapiden Wandel in der Zuversicht institutioneller Investoren sucht man vergebens. Genauso wenig wie es plausible Argumente für den plötzlichen Optimismus vor einer Woche gab, als unser Stimmungsbarometer mit seinem Jahreshoch gleichzog. Blickt man seit unserer letzten Erhebung auf das zurück, was unter den Akteuren als „bewegende Neuigkeiten“ gehandelt wurde, entdeckt man eigentlich nur Altbekanntes: Der leicht korrigierende Ölpreis, die Koalitionsverhandlungen und ein daraus eventuell resultierender, positiver Reformeffekt sowie das stark abgegriffene Argument der glimpflicher als erwartet ausgefallen Hurrikanschäden in den USA. Warum letzteres Argument überhaupt immer noch von Marktteilnehmern erwähnt wird, um DAX-Gewinne zu erklären, ist uns ohnehin schleierhaft.

Aber nicht nur diese Seite des Marktes interessiert uns. Auch, dass nicht mehr so häufig über Negatives gesprochen wird, wie dies vor einigen Wochen und Monaten noch oft gang und gäbe war, ist vor dem Hintergrund des rapiden Stimmungswandels recht erstaunlich. Von den Auguren, die ein schlechtes drittes Quartal oder zumindest einen „traditionell schwachen Septembermonat“ kommen sahen, ist derzeit nichts zu hören – im Gegenteil. Man war bis gestern noch voll des Lobes für deutsche Standardwerte. Entwicklungen bei Einzelwerten, wie beispielsweise bei der VW-Aktie, erachtete man als Ansporn für den Gesamtmarkt. Die Unternehmensgewinne in Deutschland sah man tendenziell steigen. Und der Rest setzte auf die „reichlich vorhandene Liquidität“. Was also um alles in der Welt hat unsere Befragten dazu gebracht, so deutlich den Daumen für den DAX® -Index nach unten zu drehen? Die Abnahme von 23 % Bullen und die ähnlich hohe Verschiebung ins Bärenlager, sprechen ja immerhin eine klare Sprache. Die Antwort ist denkbar einfach: (kurzfristige) Gewinne.

In der vergangenen Woche wiesen wir darauf hin, dass es der DAX – mindestens für die nächsten zwei bis drei Prozent – nach oben sehr leicht haben werde, da nicht mit störenden Profitrealisierungen unserer neuen Optimisten zu rechnen wäre. Ausgehend vom geschätzten durchschnittlichen Einstandspreis, den wir bei 4.980-4.990 Punkten ansiedelten, hätte man gestern in der Spitze ziemlich genau drei Prozent erwirtschaften können. Damit legt ein Viertel der Befragten offen, dass sie ihr Handeln eher kurz- als mittelfristig ausrichten. Verschiebungen in dieser Größenordnung dürften uns also in nächster Zeit noch weiter erhalten bleiben. Und noch etwas: Sollte der DAX-Index nun wirklich wieder etwas zurückfallen, rechnen wir mit einer schnellen Bekehrung der jüngsten Bären. Ihnen wären wohl DAX-Kurse knapp unter 5.000 am liebsten. Vor dem Bruch dieser Marke sollte man sich bei kommenden Rückschlägen also nicht unbedingt fürchten. Dann sollte sich aber auch keiner wundern, wenn der DAX-Index trotz schlechter Nachrichten nicht weiter fällt.
Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2154693

Institutionelle agieren mit äußerster Vorsicht

Am Markt für Technologieaktien füllt sich das Bärenlager insbesondere mit institutionellen Investoren. Die privaten "Technologen" bleiben optimistisch. Was die Neuemissionen in der Solar-Branche unterstützen. Kurzfristige Meinungswechsel sind allerdings nicht ausgeschlossen.

5. Oktober 2005. Den gesamten Berichtszeitraum über kannte der Technologie-Index praktisch nur bergauf. Lediglich ganz zuletzt ging es mit den Kursen wieder talwärts. Gleichwohl rangiert das Technologie-Barometer derzeit noch immer beachtlich über seinem Stand von vor sieben Tagen. Selbiges gilt hingegen nicht für unser Stimmungs-Barometer, den Bull/Bear-Index®: Die Laune der Investoren hat sich laut jüngster Sentimentumfrage insgesamt spürbar verschlechtert. Der Stimmungseinbruch wird allerdings durch eine Polarisierung beider Anlegergruppen etwas abgemildert. Denn ganz im Gegensatz zu den institutionellen Investoren, die gleich scharenweise die Flucht aus dem Bullenlager ergreifen, zieht es die Privaten ins Camp der Optimisten.

In einer Woche, in der einmal mehr die Solaraktien das dominante Thema waren, ist die hoffnungsvolle Einstellung der privaten Investoren durchaus nachvollziehbar. Schließlich werden die Börsenneulinge Ersol und Q-Cells momentan von vielen als potenzielle TecDAX-Neulinge gehandelt. Die Institutionellen haben sich dagegen in großer Zahl zu Gewinnmitnahmen aus ihren Long-Engagements entschlossen. Angesichts der tollen Wochenperformance deutscher Technologiewerte kann dies nur dahingehend interpretiert werden, dass für viele zur Zeit offenbar Vorsicht die oberste Maxime ihres Handelns ist. Ansonsten hätte man die Profite wohl noch ein Stück länger laufen lassen.

Hinter dieser Misstrauensbekundung wird allerdings weniger der Blick auf aktuelle negative Unternehmensmeldungen wie z.B. von Jenoptik stecken. Vielmehr dürften sich die jungen Pessimisten erst kürzlich - vielleicht mit Blick auf die zuletzt schwächelnde Wall Street - zu den Verkäufen entschieden haben. Somit scheint die gegenwärtige Ausrichtung der Akteure somit eher kurz- als mittelfristig strukturiert. Dies würde zumindest erklären, warum sich die jüngsten Abgaben nicht nachhaltig in der Kursentwicklung niedergeschlagen haben – sie sind einfach zu zeitnah an der Stimmungserhebung erfolgt. Eine andere Erklärung könnte aber – gerade hinsichtlich der geschilderten Solar-Euphorie – darin bestehen, dass Schritt für Schritt auch ausländische Investoren wieder ganz langsam Interesse am TecDAX® -Index bekunden.

Als besonders langlebig erachten wir diesen jüngsten Stimmungsabschwung deshalb nicht. Eher scheinen die Marktteilnehmer an der Taktik des schnellen Meinungswechsels Gefallen gefunden zu haben. Sollte sich diese Strategie für die jungen Bären als wirkungsvoll erweisen, dürfte es deshalb kaum verwundern, wenn die jetzigen Pessimisten auf leicht tieferem Niveau erneut ihre Kaufbereitschaft signalisieren würden.  
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EinsamerSam.:

Keine Steine im Weg nach oben

 
10.02.06 13:34
Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX

Keine Steine im Weg nach oben

8. Februar 2006. Die Verkaufswelle beim DAX®-Aktien ist offenbar noch nicht abgeebbt. Während der vergangenen Handelstage hat sich der eine oder andere Optimist unseres Panels von seinen Aktienbeständen getrennt, bzw. hat diese zumindest abgesichert. Denn der Optimismus der mittelfristig orientierten Marktteilnehmer ist gemessen am Bull/Bear-Index® noch einmal zurück gegangen und weist nur noch geringen Abstand zur neutralen 50-Prozent-Barriere auf. Trotzdem wurde das bisherige Jahrestief von Mitte Januar noch nicht unterboten. Dies liegt amn einem unverändert gebliebenen Bärenlager. Damit wird deutlich, dass auf den derzeitigen Niveaus die Gefahr weiterer starker Kursrückgänge zumindest nicht als handelswert eingestuft wird. Die große Gelegenheit, in fallende Kurse hinein Geld zu verdienen, hat sich für die Akteure in der vergangenen Berichtswoche mit einem Minus von 0,7 Prozent ohnehin nicht ergeben. Zumal die günstigsten Preise erst am Miitwoch, dem Tag der Erhebung verzeichnet wurden. Allein die Auguren, allen voran einige Techniker, sehen die Kurse weiter purzeln. Mancher behauptet gar, eine 10-prozentige Korrektur der europäischen Aktienmärkte sei überfällig.

Eine derartige Reaktion - so zitiert z.B. die Financial Times - sei zuletzt vor drei Jahren zu verzeichnen gewesen. Außerdem wären seit dem Jahr 1900 nur vier korrekturfreie Perioden länger gewesen als diese. Dazu passt auch die Angst vieler Anleger vor einer Eskalation der politischen Situation im Nahen Osten. Aber der Ölpreis als Gradmesser ist entgegen vieler Befürchtungen sogar gefallen. Genauso wie das gern zur Krisenwährung hochstilisierte Gold, das so wenig gesucht war, dass es am Dienstag gar erhebliche Abschläge wegstecken musste.  

Laut einer Umfrage von JP Morgan Asset Management soll sich Januar dagegen bei den Privatanlegern Optimismus breit gemacht haben. Der Anteil derjenigen, die eine positive Entwicklung an der Börse für mindestens wahrscheinlich halten, ist mit 63 Prozent gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen. Doch sogleich bewerteten die Kommentatoren diese Entwicklung faustregelartig als Kontraindikator für den zukünftigen Kursverlauf, sprich „Daumen runter“.  

Damit hat sich das Szenario eigentlich nicht wesentlich verändert, zumal die Investoren nur eines im Sinn zu haben scheinen: Möglichst günstig in den DAX zurückfinden. Dieser angestrebte „Wiedereinstiegsbereich“ sollte zurzeit zwischen 5.500 und 5.550 Zählern liegen, wird aber mit fortschreitender Zeit aufgrund wachsender Ungeduld eher nach oben gehievt. Solange die Möchtegern-Bullen ihre Engagements noch nicht wieder aufgebaut haben, bleibt für den DAX-Index nur eine Gasse frei von Steinen: Der Weg nach oben.

Stimmungsindikatoren für den DAX und TecDAX 2381823

TecDAX beweist Widerstandskraft

8. Februar 2006. Angesichts der immensen wöchentlichen Kurssteigerungen, mit denen der TecDAX® in diesem Jahr bisher auf sich aufmerksam machte, nimmt sich der 1,5-prozentige Zuwachs auf Erhebungsbasis geradezu bescheiden aus. Der Technologie-Index schaffte aber gleich zu Beginn des Berichtszeitraumes auf den höchsten Stand seit seiner Einführung und an den Folgetagen ausnahmslos Verluste. Das rückt den schnellen Blick auf den jüngsten Kurszuwachs in ein anderes Licht. Entsprechend geringen Anklang fanden deutsche Tech-Werte denn auch bei den befragten Anlegern in unserer aktuellen Sentimenterhebung. Private wie institutionelle Investoren zog es gleichermaßen aus dem Optimistenlager. Während sich erstere direkt zu den Bären hinüber schlugen, entschieden sich letztere zunächst für das neutrale Camp. Erst ein Mal in diesem Jahr, nämlich Mitte Januar, waren die Privatanleger skeptischer gestimmt als jetzt. Damals war der Bull/Bear-Index® in den pessimistischen Bereich abgestürzt. Ein Kelch, der diesmal zwar an unserem Stimmungsbarometer vorüber ging, doch weit entfernt von der markanten 50-Prozent-Schwelle befindet sich der Gesamtoptimismus nicht mehr.

Dabei hielt der Nachrichtenfluss in der abgelaufenen Woche wieder hauptsächlich Positives bereit. So etwa den „Überraschungsdeal“ von Solarworld, die durch den Kauf des Silizium-Geschäftes von Shell zum größten Anbieter von Sonnenstromanlagen im US-Markt aufsteigen. Und nicht nur das: Auch die Geschäftsentwicklung des Bonner Unternehmens übertraf alle Erwartungen – genauso übrigens wie die Quartalsberichte der TecDAX-Mitglieder United Internet und MorphoSys. Gleichwohl wurden zuletzt vermehrt negative (obgleich wenig konkrete) Einschätzungen laut, von denen sich einige Händler mitunter verunsichern ließen. So war immer wieder von  „Übertreibungstendenzen“ die Rede oder auch von einer „Blase“, die alsbald zu platzen drohe. Und mit Blick auf die Solar-Hausse zogen einige Kommentatoren mit Vorliebe Parallelen zum Neuen Markt. Denkbar, dass auch der Blick zur Nasdaq so manchen zum Grübeln veranlasste.

Dass sich die mittelfristigen Verkäufe nicht stärker in den Kursen niederschlugen, könnte zum einen bedeuten, dass sich die Pessimisten erst kürzlich zur Auflösung der bestehenden Long-Positionen entschlossen haben. Zum anderen müssten nach wie vor andere, vielleicht langfristiger agierende Quellen im Markt aktiv gewesen sein, die zu den jüngsten Abgaben ein ansehnliches Gegengewicht bildeten. Sollte sich der TecDAX auch künftig so belastbar zeigen, würde es kaum verwundern, wenn die neuen Bären schon bald wieder zu Käufen bereit wären.

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Quelle: deutsche-boerse.de

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