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Nel ASA versus Plug Power – Wer hat derzeit die besseren Karten?
Das 90 %-Desaster ist hoffentlich verdaut. Plug Power und Nel ASA stehen beide sinnbildlich für die Hoffnungen und die große Ernüchterung im globalen Wasserstoffsektor. Während Plug Power in den USA einst als Marktführer für PEM-Elektrolyseure gefeiert wurde, leidet die Aktie nach einer fast 90-prozentigen Korrektur unter politischem Gegenwind und mehrfachen Kapitalerhöhungen. Die neue US-Administration setzt mit „Drill Baby Drill“ wieder stärker auf fossile Energien, was die Investitionsbereitschaft für grünen Wasserstoff deutlich bremst. Aber noch ist Hopfen und Malz nicht verloren. Aktuell kämpft Plug Power mit der Marke von 2 US-Dollar, am Freitag versuchten die New Yorker mal wieder einen Ausbruch Richtung 2,30 USD. Die Meinung bleibt noch gespalten: Nur 7 von 25 Analysten auf der Plattform LSEG sind positiv und errechnen ein mittleres Kursziel von 2,76 USD. Immerhin!
Nel ASA aus Norwegen bewegt sich in einem ebenfalls schwierigen Umfeld, profitiert jedoch stärker von der EU-Förderpolitik aus Brüssel mit eher langfristigen Infrastrukturprogrammen. Im Vergleich zu Plug wirkt der Kapitalbedarf bei Nel kontrollierter, der Kassenbestand betrug zum 30.09. immerhin noch 1,76 Mrd. NOK. Nach einem siebenjährigen Entwicklungsprogramm hat der Vorstand grünes Licht für den Ausbau der Produktion im norwegischen Herøya gegeben. Im Zentrum steht die neue „Pressurized Alkaline“-Technologie, deren Prototypen laut Unternehmensangaben eine marktführende Effizienz bewiesen haben. CEO Håkon Volldal zielt mit dieser Maßnahme primär auf die Kostenführerschaft ab. Durch ein modulares Container-Design, das keine kostspieligen Gebäudehüllen mehr benötigt, sollen die Wasserstoffgestehungskosten so weiter gesenkt werden, dass Projekte auch ohne massive Subventionen rentabel werden.
Beide Unternehmen sehen sich verzögerten Investitionen der Industrie gegenüber, doch bei Nel bleibt die strategische Positionierung als Technologiepartner großer Projekte relativ stabil. Plug Power dagegen muss zusätzlich mit Vertrauensverlust am Kapitalmarkt kämpfen, was den Erholungsweg erschwert. Für Anleger bedeutet das: Mit Nel ASA setzt man aktuell auf den defensiveren Wasserstoff-Wert, während Plug Power eher ein spekulatives Comeback-Szenario offeriert.