... oder auf zu neuen Höhen?
LPKF ist günstig bewertet und unternimmt eine Roadshow zur Investorengewinnung. Doch Verunsicherung gibt es hinsichtlich des Solargeschäfts.
Mit 13 Euro steht die Aktie des Präzisionsmaschinenbauers LPKF nur knapp unter ihrem mehrjährigen Höchstkurs. Für das laufende Jahr wird von Analysten eine Dividendenrendite von 3,6% erwartet, das KGV steht bei 11. Warum geht ein Unternehmen in dieser Situation auf Roadshow?
Schauen wir uns einmal das Geschäft des Unternehmens an. LPKF bietet Maschinen an, mit denen man Leiterplatinen ausfräsen kann. Sie wissen schon: die Motherboards oder auch die kleinen grünen Platinen in den Handys, auf denen die Leitungen gelötet sind. LPKF verwendet modernste Laser und ist damit führend in Sachen Präzision. Doch immer mehr elektronische Geräte ersetzen die Leiterplatten durch andere Lösungen.
Folien beispielsweise, in die Leiterbahnen ebenfalls mit Lasertechnik eingebrannt werden. Auch hier ist LPKF führend. 85% des Unternehmensumsatzes wird außerhalb Deutschlands erwirtschaftet.
Doch das dritte Standbein des Unternehmens bereitet Bauchschmerzen: Die Solarbranche kauft präzise gestreift geschnittene Folien für die Dünnschichtmodule. Derzeit ein großes Geschäft für LPKF, doch wir alle wissen, dass derzeit ein Solarunternehmen nach dem anderen in die Insolvenz rutscht.
Ist also die Roadshow der Versuch des Managements, eine Lösung für die Solarprobleme zu präsentieren? Steht das Management also mit dem Rücken zur Wand und bereitet seine Investoren auf schwere Zeiten des Umbruchs vor? Oder bleibt das Unternehmen von den Problemen der Solarbranche verschont und setzt zum Sprung auf ein neues Bewertungsniveau an?