das Problem von uns Anlegern (oder Zockern)ist ja der Mangel an Infos und Transparenz bei vielen Firmen, vor allem den dubiosen. Man kann aber wahrscheinlich allgenmeine Trends schon erkennen in Branchen, die man versteht. Ich denke da, z.B. an die Banken. Als die US-Hypothekenkrise bekannt wurde und wir merkten, dass deutsche Banken beteiligt sind, hätte man natürlich mit verhältnismäßig kalkuliebarem Risiko Bankwerte shorten können. Man hätte aber auch einfach aussteigen können, und warten, was geschieht. Und später wäre man wieder eingestiegen, vielleicht nicht auf dem Tiefpunkt, aber doch irgendwo günstig, z.B. bei der Postbank. Es leuchtet doch leicht ein, dass eine Bank mit so vielen Filialen und Kostenvorteilen, die sich auf Kleinkunden spezialisiert hatte, scheinbar günstige Bedingungen für Kunden bietet, sich mittelfristig erholen und wieder steigen wird. Firmen wie Dot-Com-Dings fasse ich grundsätzlich nicht mehr an.
Bin jetzt mit diesem Thema andgültig durch.
Wünsche allseits noch viel Spaß!
So long.
la1963, letzte aber wirklich allerletzte und nur rein persönliche Gedanken zu Kapitalanlage und seltsamen Firmen:
Mal angenommen, du hast etwas Geld und willst das rentierlich anlegen. Es gibt viele Möglichkeiten. Da sind es Firmen an der Börse, die Geld wollen und da gibt es vielleicht einen Freund, der mit deinem Geld eine Musikkneipe eröffnen möchte. Von Musikkneipen hast du vielleicht keine Ahnung. Aber du bist ja guten Willens. Also gehst du vielleicht mal in eine. Guckst, wie die läuft, sprichst mit dem Personal, überlegst ob dein Freund die Qualifikation und Erfahrung hat, schaust dir die geplante Location an, lässt dir das Geschäftsmodell vorrechnen, guckst, ob er Erfahrung hat oder völlig naiv ist. Dann hast du vielleicht immer noch ein mulmiges Gefühl, gibst ihm die Knete und erhälst dafür ein Stück Papier mit Tinte. Wenn es schief geht, hast du immer noch deinen Freund, an den du dich halten kannst, falls er nicht in die Privatinsolvenz geht.
An der Börse und auf dem grauen Kapitalmarkt ist das anders. Da reichen oft buntes Papier, blumige Worte, "Visionen". Warum geben wir da so leichtfertig oft trotzdem unser Geld? Warum fragst du nach so vielen offensichtlichen Ungereimtheiten immer noch: Aber die Banken, warum geben die denn noch Geld? Natürlich tun die das nicht. Aber warum glauben wir immer noch an ein bevorstehendes Wunder, obwohl wir doch sehen: Der Kaiser ist nackt!? Ehrlich gesagt, ich weiß das langsam nicht mehr. Wir vertrauen zu oft, bis wir pleite sind.
Nimm Comtrade: Warum sollen die je wieder ihren Arsch hochbekommen? Warum sollen die, obwohl es viele funktionierende IT-Handelsportale gibt, ihres wieder zum Laufen bringen? Das könnten sie nur, wenn Kunden davon einen Vorteil hätten. Welcher wäre das? Es gibt, meine ich, keinen. Schau dir als Beispiel die Immobilienportale an. Es gibt sicher über ein Dutzend. Aber nur zwei (Das kannst du auf alexa.com überprüfen) haben relevante Seitenaufrufe. Als Kunde werde ich also auch nicht auf die anderen gehen, selbst wenn die noch so billig sind. Warum soll das bei IT-Handelsportalen anders sein?
Und ein letztes Wort zu Inncona: Die haben jede Menge Beteiligungen, wohl über 400 und alle als GmbH & Co. KG organisiert. Ich habe mal eine Firma kennenglernt, die hat weltweit auch über 400 Beteiligungen. Der Laden heißt Xella. Unter dieser Marke hat vor ein paar Jahren der Industriekonzern Haniel seine Baustoffaktivitäten zusammengefasst, also Hebel, Ytong, fermacell und wie das Zeug alles heißt. Die Gerschäftsidee verstehe ich: Wenn ich einen Stein für 1 € produziere und für 2 € verkaufe und ich weiß, wieviel der Markt aufnehmen kann, kann ich mir ausrechnen, wann sich das Werk im Wert von x Mio. amortisiert hat und wie meine Gewinne dann laufen. Und ich kann zur Bank gehen, und mir für ein neues Werk ein Darlehen holen. Wie gesagt, die haben 400 Beteiligungen. Dafür haaben sie natürlich auch einen großen Apparat. Die Leute haben Gesichter, eine Vita, es gibt eine Homepage mit verständlichem Inhalt www.xella.com und man kann mit denen richtig Geschäfte machen. Kleine Anekdote: Hülse, ein älterer Herr aus der damaligen Geschäftsleitung, inzwischen leider verstorben, saß über einer Liste mit den Beteiligungen von Xella. Alles schwarze Zahlen bis auf eine Zeile. Da bohrte der seinen Finger drauf und fragte seinen Mitarbeiter "Warum läuft das hier in Mexiko nicht?" Darauf der schuldbewusste Mitarbeiter, "Sorry, aber an dieser Firma sind wir nicht beteiligt." Naja sagte Hülse seinem Gesprächspartner, "Ich kann ja nicht alle unsere Beteiligungen kennen." Trotzdem haben die wegen Ihrer Organisation, Ihres verständlichen Geschäftsmodells und ihrer fähigen Mitarbeiter den Laden im Griff. Die würden sofort mein Geld kriegen. Aber die bekommen es eben auch von den Banken. Die brauchen mich nicht.
Und wie sieht das bei Inncona aus? Auch hunderte Beteiligungen, ein Geschäftsführer, eine Assistentin der Geschäftsleitung und ein Beirat. Und scheinbar schmeißen die den Laden ganz allein. Das müssen ja Koryphäen sein. Leider erfährt man über den Chef wenig. Aber wenigstens über den Beirat lässt sich leicht recherchieren. Da sind z.B. zwei Herren von P.I.E.R Solarhausbau. Da gibt es eine ziemlich dilettantische Webseite www.pier-solarhausbau.de . Von dieser Weltfirma sollen die Typen kommen. Sind angeblich Kommunikations- und Marketingberater, also die richtigen Fachleute für "Innovationen". Nur ein Hammer auf der P.I.E.R.-Webseite in einer Beispielrechnung für Kunden "Monatsbelastung für Zins/Tilgung abzüglich Eigenheimzulage, Baukindergeld, Ökozulage". Die Spitzenfachleute weisen dort also noch angebliche staatliche Leistungen aus, die zuletzt in 2005 gewährt worden sind. Betrug? Dilettantismus? Auf jeden Fall irreführend und abmahnwürdig. So etwas leisten die Berater von Inncona. Nach dieser Erkenntnis will ich gar nicht mehr wissen, wo die herausragenden Leistungen des Beiratsmitglieds von der Zahnarztwoche herkommen.
Langer Rede kurzer Sinn: Bevor wir irgendjemandem unser Geld geben, sollten wir mal schauen, wer das ist. Und dann kann man ja sehen, ob es vielleicht nicht doch noch bessere Anlagemöglichkeiten gibt. Zur Not kann man ja sein Geld auch mal ein paar Tage auf dem eigenen Konto lassen. Wo etwas komisch aussieht - Finger weg! Es gibt immer noch andere Möglichkeiten, z.B. Zigaretten. Dann kann man sein Geld wenigstens selbst verbrennen und braucht nicht andere dazu.