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Griechenland Banken


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Alpha Bank SA 3,67 € -0,76%
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slim_nesbit:

Zur Einordnung

 
20.04.26 13:11

Die EU Staatsanwaltschaft ermittelt
in 84 Fällen  (davon 25 landwirtschaftliche) gg. Griechenland; Gesamtschadenssumme vorauss. 1,71 Mrd Eur, 

in 295 Fällen  (davon 9 landwirtschaftliche) gg. Deutschland ; Gesamtschadenssumme vorauss. 5  Mrd Eur

in 764 Fällen  (davon 117 landwirtschaftliche) gg. Italien; Gesamtschadenssumme vorauss. 7  Mrd Eur, 

in 46 Fällen  (davon 29 landwirtschaftliche) gg. Österreich; Gesamtschadenssumme vorauss. 735  Mio Eur, 


usw.
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Dividendius:

Es ist zum Weinen ....

 
30.04.26 22:18
die NBG hat heute die Zahlen für 2025 präsentiert und voll (berechtigten !!) Stolzes berichtet, in einem schwierigen Umfeld sinkender Zinsen  ein sehr gutes Ergebnis erzielt zu haben. Man will 1 Mrd (!) an Dividenden ausschütten. Bravo.

Am Ende ist es aber doch eine griechische Tragödie.

Denn von der Milliarde kommen bei den Aktionären leider nur € 0,5072 an, weil wieder einmal ein sehr großer Teil der Dividende für Aktienrückkäufe (und Gratiszuteilung an führende Mitarbeiter etc..) in der Luft verpulvert wird. Anstatt den Gewinn entweder den Aktionären zu geben oder in neue gewinnbringende Acquisitionen zu investieren, bleibt man der Strategie treu, eigene Aktien zurückzukaufen. Mit dem Argument man würde damit die Kennzahl "EPS" stärken.

Großartig. Um das EPS um ein paar Cent mit diesem kleinen Trick optisch zu verbessern (denn am Gesamtgewinn oder den Umsatzzahlen des Unternehmens etc.. ändert sich dadurch ja überhaupt NICHTS !!!) verpulvert man etliche Millionen. Aber natürlich darf sich die Unternehmensleitung und andere Mitarbeiter der Bank  über die Zuteilung von Gratisaktien freuen.....

Man kann sich nur ärgern. Und den Börsenkurs verfolgen, denn wenn der Gewinn eines Unternehmens nicht wirklich bei den Aktionären ankommt oder den Wert des Unternehmens steigert - da meine ich WIRKLICH z.B. durch mehr Geld in der Kasse und nicht durch Taschenspielertricks wie: es gibt jetzt um 1 % weniger Aktien ... - dann wird der Börsenkurs dem Herrn CEO zum Trotz nicht steigen. Es ist wirklich schade, dass ein erfolgreicher und durchaus leistungsbringender CEO in dieser Frage derart verblendet ist.

Mal einfach gerechnet:

Mal angenommen, die NBG hat derzeit 914,9 Mio Aktien ausgegeben (versucht mal herauszufinden, wieviele Aktien die einzelnen Banken Griechenlands wirklich im Umlauf haben). Wenn eine Dividende von 1 Mrd. (incl. Sondereffekt durch Auflösung von Rücklagen) ausbezahlt wird, so wäre das eine Dividende von 1,0930. Stattdessen lese ich, dass wir mit € 0,5072 abgespeist werden (incl. !! der Vorabdividende) vom Ende des Vorjahren (= € 0,22).

Naja: die Publikation war heute gegen 11.00 Uhr. Der Schlusskurs der NBG in Athen steht bei 13,425. Gegenüber gestern ein VERLUST von 3,03 %  Soviel zur "wertsteigernden Maßnahme" der Verbesserung des EPS. Im Ergebnis wird hier Geld vernichtet - und die Anleger reagieren entsprechend. Leider nicht die stimmberechtigten Großaktionäre, die nicken alles ab. Wer weiß schon warum ...

Traurig und zum Weinen ist das alles. Eine griechische Tragödie eben.....

Antworten
Dividendius:

NBG Mylonas Sandmann - Geschichten

 
01.05.26 21:56
Der Sandmann kommt und ich denke, er ist im Nebenberuf CEO. Man verwendet sehr viel Geld für Aktienrückkäufe - um die Kennzahl EPS zu verbessern. Super. Davon haben wir alle was. Wir bekommen dieses Geld nicht - und man steckt das Geld auch nicht in Investitionen oder Zukäufe, um die Umsätze zu steigern, das wäre vielleicht die "altmodische Art" um das EPS zu steigern. Nein, man verbrennt das Geld und kauft eigene Aktien zurück.

Gut, rechnen wir's mal durch, was das Tolles uns Aktionären bringt:

Gehe mal von der hier verlinkten Publikation aus (und was dort nicht zu finden ist, nehme ich von marketscreener, weils auch auf der Homepage von der NBG - jedenfalls für mich - nicht zu finden war. z.B. die geheimnisvolle Zahl, wieviele Aktien des Unternehmens im Umlauf sind oder das EPS 2025. Wird ja vielleicht noch veröffentlicht. Mylonas hat gestern referiert - auf der Homepage ist das Q4/25 das Aktuellste, was ich gefunden habe, aber möglicher Weise schaffen ein paar talentierte Onlinepfadfinder mehr ...

www.bankingnews.gr/trapezika-nea/articles/...sto-d-s-o-tsamaz

Na gut. Rechnen wir mal:

Aktien im Umlauf: 903,4 Mio
(wenn wir von Marketscreener ausgehen - auf der Homepage von NBG hab ich dazu nichts gefunden). Geht man vom oben verlinkten Bericht aus, wären es eher 914 Mio Aktien ...

EPS 2025 : 1,272
Marketscreener führt 1,272 / Finanzen.de 1,28 / Homepage NBG ?

Dividende 2025: 0,5072 (incl. Vorabdividende vom Dezember 2025)
Im verlinkten Bericht ist eine BARausschüttung von 464 Mio angeführt. Geht man von 914 Mio Aktien aus, kommt man zu der dort genannten Dividende von 0,5072. Bei marketscreener findet man 0,51. Ist ja nicht so viel Unterschied ...

Daraus ergibt sich des Sandmanns erste Einstreu:

Bardividende  = 39,87 % vom EPS
Keine Spur von der großartigen Ankündigung, 50 % oder gar 60 % auszuschütten. Aber klar, CEO Mylonas ist ja auch der Meinung, die Aktienrückkäufe wären ebenfalls eine "Ausschüttung" an die Aktionäre. Weil das Unternehmen dadurch wertvoller wird, insb. die Kennzahl EPS. Was für ein Hohn ...

Wir rechnen weiter:

Kapital für kommende Rückkäufe aus dem Gewinn 2025: € 232 Mio

Und dann gibts noch ein "außerordentliches Programm" von - nochmals (??) 300 Mio für Rückkäufe um die Kennzahl EPS zu verbessern..... Ich muss sagen, das mit dem außerordentlichen Programm verstehe ich nicht ganz. Aber ich rechne das mal mit:

Schlusskurs Athen am 30.04.2026: € 13,425
Nach den tollen Ankündigungen von Herrn Mylonas gab's einen Tagesverlust von 3,03 %. Ob das was aussagt ??

Nun sagen wir mal fiktiv, der Ausübungskurs von Rückkäufen ist € 13,50
€ 232 Mio : € 13,5 = 17,19 Mio Aktien Rückkauf
Wenn außerordentliches Programm mitgilt, dann:
€ 532 Mio : € 13,5 = 39,41 Mio Aktien Rückkauf

Wir hätten dann (wenn ich mal die für Mylonas Berechnung günstigere Zahl von Marketscreener nehme)

903,4 Mio Aktien - 17,19 Mio Rückkaufsaktien = 886,21 Mio neuer Stand an Aktien
903,4 Mio aktien - 39,41 Mio Rückkaufsaktien = 863,99 Mio neuer Stand an Aktien

Das ergibt die folgende Verbesserung des EPS:
a)
903,4 Mio Aktien (Stand 2025) x 1,272 EPS (2025) : 886,21 Mio Aktien (fiktiv 2026) = 1,30 "verbessertes eps"
Der Einsatz von € 232 Mio brigt also eine optische Verbesserung von € 0,028 also nicht ganz 3 Cent.

b) mit außerordentlichem Programm
903,4 Mio Aktien x 1,272 EPS : 863,99 Aktien = 1,33 ("verbessertes eps")
Der Einsatz von € 532 Mio bringt also eine optische Verbesserung von € 0,058 "immerhin" fast 6 Cent.

Bei der Gelegenheit sei halt auch darauf hingewiesen, dass sich dadurch der Umsatz oder der Gewinn überhaupt NICHT ändert, wenn man das EPS durch Aktienrückkauf um 6 Cent verbessert. Und manche Investoren schauen sich vielleicht auch den wirklichen Gewinn an. Ob das eine Überraschung wäre für den CEO ??

Aber ja, ich will fair bleiben:

Wenn es weniger Aktien gibt, dann steigt die Dividende, weil ja der Gewinn auf "weniger Aktien" aufgeteilt wird.  Das stimmt ja mal tatsächlich. Und was macht das aus ?

Gehen wir von den obigen Zahlen aus:

a)
903,4 Mio Aktien x € 0,51 Dividende = € 46,73 Mio Ausschüttung in bar : 886,21 Mio "verbesserte Aktienzahl = € 0,52 "verbesserte Dividende"

b) mit außerordentlichem Rückkaufprogramm:
903,4 Mio Aktien x € 0,51 Dividende = € 46,73 Mio Ausschüttung in bar : 863,99 Mio "verbesserte Aktienzahl = € 0,53 "verbesserte Dividende"

Des Sandmanns zweite Einstreuung:
Die Vernichtung von € 232 Mio bizw. € 532 Mio im Wege des Aktienrückkaufs verbessert ja WIRKLICH unsere künftige Dividende. Um rund 1 Cent bzw. um rund 2 Cent. Fantastisch ...

Des Sandmanns dritte Eintreuung:
Würde man das Geld, das für Aktienrückkäufe reserviert ist, stattdessen an die Aktionäre ausschütten, dann wäre das (je nach außerordentlichem Rückkaufprogramm oder auch nicht):

€ 0,256 bzw. € 0,588 ZUSÄTZLICHE Dividende.

Aber der CEO meint, es ist besser für uns, wenn stattdessen das eps um 0,01 - 0,02 verbessert wird. Ich glaub, diese Story wäre nicht mal dem Sandmann eingefallen ....

Also - alles sinnlos ?? Nein, nicht ganz !!!!!  Denn:

irgendwer bekommt ja tatsächlich die Millionen Euro, die für den Rückkauf ausgegeben werden. Schon alleine aus rechtlichen Gründen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich festhalten: ich verdächtige natürlich NICHT die gerade großzügig mit Gratisaktien belohnte Führungstruppe oder andere Mitarbeiter der NBG. Ich habe keine Ahnung, wer seine für den Rückkauf benötigten Aktien verkauft und in den Genuss der Millionen kommt. Fest steht nur, dass es jemand ist (bitte den Plural denken).

Faizt:
Es wäre besser, die NBG würde die € 232 Mio (oder gar € 532 Mio) nehmen und anstelle der Aktienrückkäufe damit ein paar Hundert Tankstellen kaufen. Dann haben die Tankenden etwas und wir auch, denn Benzin wirft Gewinne ab, an denen wir partizipieren könnten (soferne er nicht für neue Aktienrückkäufe verwendet wird).

Quod erat demonstrandum....







Antworten
slim_nesbit:

geht aber nicht anders

 
04.05.26 15:45
Das ist genau das, was ich weiter vorne schon einmal oberflächlich beschrieben habe.
Die ND will, dass die griechischen Geschäftsbanken zeitnah und stabil wieder ihre Kernaufgabe wahrnehmen und das sind Kreditvergaben an KMUs und Mittelständler, damit es keine Delle im Wirtschaftswachstum gibt. 
Das fordert die Administration nun seit 3 Jahren ein und das ARP ist nix anderes, als diesen Aspirationen stur gemäß EZB-Quote zu folgen. Die CET1 dürfte jetzt so um 18 -22% liegen je nach dem wie man sie berechnet.

Ziel ist es bei einem wachsenden Kreditvolumen (ohne zukünftige NPL-Aspiraten), die CET1 ungefähr 0 -.50% über dem EU-Mindestkriterien zu stabilisieren.
Das wäre also knapp 15 - 18%. Das ist nicht viel Manövriermasse.

Das letzte wording der EZB war im November. Also ziemlich genau in der Mitte dieses buybackzyklus. Der nächste wird höchst wahrscheinlich wieder statische Metriken haben. 

Es gibt eine weitere Triebfeder, die CET1 deutlich oberhalb der europäischen Einmischungsbenchmark zu halten; die ND hat selber ungefähr eine halbe Milliarde an Schulden bei den griechischen Geschäftsbanken. 
Antworten
Dividendius:

@slim_nesbit

 
05.05.26 10:14
..... und inwieferne soll ein Aktienrückkauf da nun gegenüber einer Verwendung des dafür eingesetzten Geldes für neue Investitionen der Bank oder zahlung höherer (bar) Dividenden von "Vorteil" sein ?  
Antworten
Dividendius:

Nachtrag

 
05.05.26 10:36
... sorry, zu schnell abgeschickt ... Dazu:
Die Wünsche der EZB erfüllen die griechischen Banken bereits und ob nun bei der NBG 903 Mill Aktien im Umlauf sind oder 890 Mill, ändert an der Verschuldung der ND garnichts.

Das Einzige was passiert ist, dass die NBG viel Geld auf den Kapitalmarkt wirft, und dafür nichts bekommt außer sinkende Kurse. Da wäre ich - wenns schon sein "muss" - dafür, dass man das Geld der Bevölkerung schenkt. Z.B durch "Spenden" in Schulen, Spitäler oder Wiederaufbau von Infrastruktur nach Waldbränden.....

Wie gesagt, ich versteh das nicht.
Antworten
slim_nesbit:

Nachtrag Erläuterung

 
05.05.26 11:39
Ich kann Deinen Unmut verstehen, aber es handelt sich hier nicht allein um den typischen Mix aus ARP und Divi, um den Titel attraktiv ggü. Banken anderen Ländern zu machen, und erst recht nicht um eine Übererfüllung der EZB-Metriken.
Ich habe mich, um Zeilen zu sparen, nicht hinreichend präzise ausgedrückt. Während der Rückkauf aktuell das EK und die CET1 reduziert, werden Kapazitäten für ein spätere EM-Erhöhung bei steigenden Kreditvolumina geschaffen; geplant ist, das strategisch so auszutarieren, dass die CET1 stabil gehalten werden kann. Klar hat man bei der jetzigen Gewinnverteilung nicht einen statischen Effekt zwischen Verbesserung der Risikoquote, RoTe und  der Verschlechterung der CET1, strategisch ist es aber sinnvoll, sich so einen Puffer für eine Mischfinanzierung bei steigender Kreditvergabe zu bevorraten.
Sie unterscheiden sich hier also nicht von Ing oder der DB. Was allerdings anders ist, Mitsotakis übt in seinen öffentlichen Reden Druck auf die griechischen Banken aus, sie sollen mehr Kredite vergeben. Gleichzeitig hat er damit verknüpft, dass hohe Gebühren zu Lasten der Kunden gehen, die Griechen davon zu wenig zurückbekämen, die Banken aber den Gewinn aus den zu hohen Gebühren über Dividende an ausländischen Investoren abführen würden.
Der oben beschriebene Puffer muss prozyklische angelegt und über fortlaufenden Zeitreihenmodelle berechnet werden; in dieses Approximationsverfahren muss man in Griechenland irgendwie Fluktuationskomponenten einpflegen, die von beiden politischen Lagern ausgelöst werden können. 
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