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UniCredit könnte bereits im 4. Quartal die vollständige Übernahme der Commerzbank (Commerzbank Aktie) anstoßen. Das sagte Vorstandschef Andrea Orcel im Gespräch mit CNBC. Ein späterer Zeitpunkt sei ebenfalls möglich.
Die italienische Großbank hat ihren Anteil auf 48 Prozent erhöht. Orcel sieht UniCredit damit kurz davor, die Kontrolle über das deutsche Kreditinstitut zu erlangen.
"Das wäre der Zeitpunkt, an dem wir einsteigen", sagte Orcel. Auf die Hauptversammlung im Mai wolle die Bank nicht warten. Vor einer vollständigen Fusion seien jedoch mehrere Angleichungen nötig. Beide Institute seien weiterhin sehr unterschiedlich.
UniCredit hatte 2024 zunächst neun Prozent an der Commerzbank erworben und die Beteiligung später deutlich ausgebaut. Der Vorstoß stieß in Deutschland auf Widerstand. Die Bundesregierung unterstützt die Eigenständigkeit der Commerzbank und hält selbst 12 Prozent der Aktien.
Orcel will nun Gespräche mit der Bundesregierung und den Arbeitnehmervertretern führen. Die bisherige Weigerung der Commerzbank, formelle Verhandlungen aufzunehmen, habe UniCredit nicht geschadet. Die Bank habe ihre Position ausbauen können, ohne Zugeständnisse machen zu müssen.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte dagegen mehrfach erklärt, ihre Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert zu haben.
Rückenwind liefern starke Geschäftszahlen
UniCredit erzielte im 2. Quartal einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 2,8 Milliarden Euro gerechnet.
Für das laufende Gesamtjahr erwartet die Bank nun einen Gewinn von deutlich mehr als elf Milliarden Euro. Bis 2028 soll das Ergebnis auf deutlich über 13 Milliarden Euro steigen. Kosten einer möglichen Integration der Commerzbank sind darin noch nicht enthalten.
Zur Finanzierung strich UniCredit einen geplanten Aktienrückkauf über 4,75 Milliarden Euro. Die Beteiligung an der Commerzbank soll eine Rendite von 15 Prozent erzielen und damit attraktiver sein als der Rückkauf eigener Aktien.
Orcel erwartet, dass die notwendigen Genehmigungen bereits im 4. Quartal vorliegen könnten. Damit wäre der Weg für den nächsten Schritt im Übernahmekampf früher frei als bislang erwartet.
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