MAILAND/FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Übernahmekampf zwischen der Unicredit und der Commerzbank (Commerzbank Aktie) fordert der Aufsichtsratschef des Frankfurter Geldhauses die Italiener zu Gesprächen mit dem Management der Commerzbank auf. "Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Commerzbank haben mehrfach betont, dass sie dazu bereit sind", sagte Jens Weidmann dem "Handelsblatt" am Freitag. Damit scheint die Commerzbank ihren Abwehrkampf aufzugeben, nachdem die Unicredit nach ihrem Übernahmeangebot und weiteren Kaufoptionen auf knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile zusteuert.
Für dich zusammengefasst:
Commerzbank fordert Gespräche mit Unicredit an.
Unicredit hält jetzt 44,37 Prozent der Commerzbank-Aktien.
Die Zustimmung der EZB für weitere Anteile steht aus.
"Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar", sagte Weidmann dem "Handelsblatt" weiter. "Jetzt geht es darum, in konstruktiven Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen."
Die italienische Großbank hatte mit einem freiwilligen Übernahmeangebot bis Anfang Juli weitere rund 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere an Land gezogen. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Unicredit schon zuvor hielt, steigt der Anteil damit rechnerisch auf 44,37 Prozent. Zudem haben die Italiener über Kaufoptionen Zugriff auf weitere 3,22 Prozent der Commerzbank-Aktien und könnten so auf 47,59 Prozent aufstocken.
Allerdings muss die Europäische Zentralbank dieser weiteren Aufstockung noch zustimmen. Diese Genehmigungen könnten bereits im vierten Quartal erfolgen, hatte die Unicredit anlässlich ihrer Halbjahreszahlen erst am Vortag mitgeteilt.
Die Italiener wollen dann nach eigenen Angaben versuchen, die Kontrolle über die Commerzbank durchzusetzen und ihre Strategiepläne "kurz danach" zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, wollen sie - falls nötig - eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Nach Angaben vom Donnerstag setzt die Unicredit nun auf eine "konstruktive Zusammenarbeit" mit der deutschen Regierung und Vertretern der Commerzbank-Belegschaft. Der deutsche Staat kontrolliert noch rund zwölf Prozent der Commerzbank-Aktien. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte erst vergangene Woche gesagt, dass die Regierung eine mögliche Fusion nicht verhindern werde./mis/stw/jha/
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