SpaceX vor erstem Quartalsbericht seit dem Börsengang
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Der erste Quartalsbericht der Unternehmensgeschichte könnte für SpaceX zur bislang volatilsten Handelswoche seit dem Börsengang werden. Eine außergewöhnlich große Call-Position am Optionsmarkt signalisiert hohe Erwartungen an starke Kursbewegungen. Gleichzeitig könnte das Auslaufen der Lock-up-Frist den Verkaufsdruck zusätzlich erhöhen.
Die SpaceX-Aktie schloss am Montag 5,68 Prozent höher bei 114,53 US-Dollar und notiert im vorbörslichen Handel weitere 0,84 Prozent im Plus (Stand: 11:30 Uhr MESZ).
Optionsmarkt setzt auf hohe Volatilität
Am auffälligsten ist derzeit die Positionierung am Optionsmarkt. Für die am 7. August auslaufenden Optionen beläuft sich das gesamte Open Interest auf 856.219 Kontrakte, davon 656.309 Call-Optionen und 199.910 Put-Optionen.
Die größte Position entfällt auf 450.769 Call-Kontrakte mit einem Ausübungspreis von 330 US-Dollar. Der Strike liegt beim Dreifachen des aktuellen Aktienkurses und damit weit außerhalb realistischer kurzfristiger Kursziele. Marktbeobachter vermuten, dass diese Position vor allem der Absicherung von Shortsellern dient.
Auf der Put-Seite konzentriert sich das Open Interest vor allem auf den 100-Dollar-Strike, wo 24.947 Kontrakte ausstehen.
Nur zwei Tage nach den Quartalszahlen folgt bereits der nächste potenzielle Belastungsfaktor. Am 6. August endet eine Lock-up-Frist, wodurch 91,5 Millionen bislang gesperrte Aktien für den Handel freigegeben werden. Dadurch erhalten frühe Investoren und Insider erstmals die Möglichkeit, größere Aktienpakete zu veräußern.
Ein weiterer geplanter Freigabeschritt dürfte dagegen zunächst ausbleiben. Dieser wäre nur ausgelöst worden, wenn die Aktie an mindestens fünf der zehn Handelstage bis zum 4. August mindestens 30 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar geschlossen hätte.
Davon ist SpaceX derzeit weit entfernt. Seit Mitte Juli notiert die Aktie dauerhaft unter dem IPO-Preis. Gegenüber dem Rekordhoch vom 16. Juni bei 225,64 US-Dollar hat der Titel inzwischen 51 Prozent verloren. Seit dem Höchststand ist der Börsenwert des Unternehmens um mehr als 1,2 Billionen US-Dollar geschrumpft.
Erwartungen an die Quartalszahlen
Analysten rechnen für das zweite Quartal mit Investitionen von 13,2 Milliarden US-Dollar sowie einem negativen freien Cashflow von 1,9 Milliarden US-Dollar. Noch wichtiger als die Kennzahlen dürften jedoch der Ausblick und Aussagen von CEO Elon Musk zu Starship, künstlicher Intelligenz und den künftigen Investitionsplänen sein.
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