Historische Yen-Rettung: Warum die USA wirklich helfen

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Yen-Banknoten.
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Japan und die USA greifen gemeinsam ein, nachdem der Yen auf ein 40-Jahres-Tief gefallen ist. Doch hinter der Rettungsaktion steckt weit mehr als nur Freundschaft.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Japan und die Vereinigten Staaten haben gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen. Beide Länder kauften Yen, um den Absturz der japanischen Währung zu stoppen. Zuvor mussten zeitweise fast 164 Yen für einen US-Dollar gezahlt werden. Das war der tiefste Stand seit rund 40 Jahren.

Eine Intervention in diesem Ausmaß ist äußerst selten. Zuletzt arbeiteten beide Länder vor fast 30 Jahren auf diese Weise zusammen. Japan kann für solche Eingriffe eine Fazilität der US-Notenbank Federal Reserve nutzen. Dabei hinterlegt das Land US-Staatsanleihen als Sicherheit und erhält kurzfristig US-Dollar. Damit kann die Regierung Yen kaufen, ohne ihre US-amerikanischen Anleihen direkt verkaufen zu müssen.

Japan setzte vermutlich mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar ein. Auch die Vereinigten Staaten kauften Yen und verkauften dafür unter anderem Euro. Der Yen erholte sich zunächst auf rund 155 Yen je US-Dollar, gab später aber einen Teil der Gewinne wieder ab.

Der wichtigste Grund für die Schwäche ist der große Zinsunterschied. Die Zinsen in Japan liegen deutlich unter dem Niveau der Vereinigten Staaten. Investoren leihen sich deshalb günstig Yen und investieren das Geld in höher verzinste Anlagen im Ausland. Dieser sogenannte Carry Trade belastet die Währung.

Auch Japans hohe Staatsschulden schwächen das Vertrauen. Sie liegen bei mehr als 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Neue Ausgaben könnten die Inflation antreiben und japanische Staatsanleihen zusätzlich belasten.

Steigende Ölpreise verschärfen die Lage. Japan importiert fast seine gesamte Energie. Höhere Preise steigern daher den Bedarf an US-Dollar und setzen den Yen weiter unter Druck.

Die Vereinigten Staaten schützen dadurch auch ihren eigenen Anleihemarkt. Japan ist der größte ausländische Besitzer von US-Staatsanleihen. Große Verkäufe könnten deren Kurse drücken und die Renditen erhöhen. Das würde die Finanzierung der amerikanischen Staatsschulden verteuern.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Unterstützung als Zeichen der Freundschaft. Ökonomen sehen jedoch auch wirtschaftliche und politische Interessen. Washington will Stabilität in Japan sichern und weitere Verkäufe amerikanischer Staatsanleihen verhindern.

Kurzfristig können Interventionen den Yen deutlich stärken. Die grundlegenden Probleme lösen sie jedoch nicht. Solange die Zinsen in den Vereinigten Staaten höher bleiben, ist der US-Dollar für Investoren attraktiver.

Viele Experten fordern deshalb weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan. Langfristig müsste das Land zudem seine Staatsfinanzen stabilisieren und mehr Kapital im Inland halten.

Japans Finanzministerin Satsuki Katayama stellte bereits weitere Eingriffe in Aussicht. Auch US-Finanzminister Scott Bessent signalisierte zusätzliche Unterstützung. Der Kampf gegen die Yen-Schwäche dürfte damit weitergehen.



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